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Windows-Tablet: Asus Transformer Book T100TA im Test



Zugeordnete Tags Asus | Tablet | Windows 8
Bereiche

Bewertung
Tolle Kombination mit Highlights und Schwächen
3,5

 Pro

  • Performance
  • Tastatur
  • Sofwarepaket
  • Preis

 Contra

  • Konnektivität
  • Display
  • Verarbeitung

Der Tablet- und Notebook-Markt wächst stetig und immer mehr Nutzer kehren dem herkömmlichen PC den Rücken. Das liegt einerseits an der enormen Platzersparnis, andererseits aber auch an der deutlich gestiegenen Leistung und Mobilität der Tablets und vor allem Ultrabooks. Dank neuester CPU-Generationen und damit einhergehenden Leistungssteigerungen verrichten die schlanken Geräte oft die Arbeit, für die früher ein PC mit Monitor, Tastatur und Maus notwendig war.

Den Beweis dafür tritt Asus an. Der taiwanische Hersteller präsentiert mit seiner Transfomer Book T100TA ein leistungsstarkes 10-Zoll-Tablet, an dessen Unterseite die beiliegende Tastatur angeschlossen werden kann. So wird aus einem Tablet im Handumdrehen ein nahezu vollwertiges Notebook. In meinem Test schaue ich mir nun einmal an, wie sich der Hybrid aus den beiden Geräteklassen im Alltag schlägt.

Lieferumfang

Das T100TA ausgepackt

Nach dem Öffnen der Verpackung erblicke ich sofort das 10 Zoll große Tablet, das in einem dunklen Grau gehalten ist und etwa 500 Gramm wiegt. Es ist optisch nicht das allerschönste Modell, macht aber einen sehr soliden und guten Eindruck.

Leider ist seine glatte und glänzende Oberfläche sehr anfällig für Fingerabdrücke. Daher fühlt sich besonders die Rückseite schnell fettig an. Der silberne Asus-Schriftzug sowie die leicht strukturiert wirkende Rückseite gefallen mir jedoch sehr gut.

Auf der Vorderseite umgibt das Display ein schwarzer, 2 Zentimeter dicker Rahmen, der fast bündig mit dem Gehäuse abschließt. Ein weniger breiter Rand würde mir zwar besser gefallen, jedoch bietet er genug Platz, um das Tablet fest in der Hand zu halten.

Am linken Rand befindet sich neben der Lautstärkewippe der Home-Button. In meinen Augen eine eher ungünstige Position für eine Taste, die gerade unter Windows sehr häufig benötigt wird. Auf der Oberseite wurde lediglich der Power-Button platziert, während ihr rechts den microSD-Schacht, den microUSB-Anschluss zum Laden des Geräts sowie den miniHDMI-Anschluss und Kopfhörerausgang findet.

An dieser Stelle muss ich leider sagen, dass alle Knöpfe einen sehr schlechten Druckpunkt bieten und nur locker im Gehäuse verbaut sind. Besonders die Lautstärkewippe benötigt höheren Kraftaufwand und gibt keinerlei Feedback. Schade.

Neben dem Tablet selbst findet ihr zudem die Tastatur sowie das USB-Netzteil mit passendem Kabel und eine kurze Einleitung im Karton. Ein überschaubarer Lieferumfang, aber mehr wird auch nicht benötigt.

Die Tastatur selbst gefällt mir fast noch besser als das Tablet. Dies liegt vor allem an dem matten Design, das an gebürstetes Aluminium erinnert und sehr hochwertig wirkt. Zudem fühlt sich die Oberfläche besser an, ist weniger rutschig und nicht so anfällig für Fingerabdrücke.

Transformer Book - aus Tablet wird Notebook
Transformer Book - aus Tablet wird Notebook
Display

Display nur für drinnen

Das Display des Tablets überzeugt leider auch nicht so recht. Verbaut wurde hier ein 10,1 Zoll großes HD-Touch-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung, das bis zu fünf Finger gleichzeitig registrieren kann. Auch wenn die Auflösung von 1.366 mal 768 Pixeln für ein so großes Display relativ gering erscheint, genügen diese Werte. Eine höhere Auflösung hätte auch kleiner Objekte zur Folge, die eine Touch-Bedienung vor allem unter Windows schwierig machen.

Viel mehr stört mich die sehr geringe Display-Helligkeit, die ich permanent auf 100 Prozent stellen musste. Dabei war ich mit dem Tablet noch nicht einmal draußen, sondern saß im nicht allzu hellen Wohnzimmer. So dürften die Helligkeitswerte besonders im Freien zu einem riesigen Problem werden, da das Display dann kaum noch zu erkennen ist. Dafür gehen Farben und Kontraste in Ordnung – hier liegt das Tablet im mittleren Bereich.

Tablet mit schlechter Display-Helligkeit
Tablet mit schlechter Display-Helligkeit
Hardware

Starke CPU für gute Leistung

Angetrieben wird das Tablet von einer Z3740-Quadcore-CPU der neuen Intel-Atom-Baureihe. Diese taktet mit bis zu 1,8 Gigahertz und versorgt das T100TA mit ausreichend Leistung, um auch vollwertige Anwendungen stabil auszuführen. Ein solcher Prozessor ist eher in einem Notebook zu erwarten als in einem Tablet. Das wird auch bei der Leistung deutlich: Jeder Benchmark-Test zeigt mehr Performance an als bei herkömmlichen Tablets.

Jedoch solltet ihr euch auch bewusst sein, dass ein PC oder ein Notebook oftmals deutlich mehr Power bieten – besonders wenn es um aufwendige Grafikberechnungen geht, bei denen die im T100TA verbaute Intel-HD-Grafik nicht mithalten kann. Aktuelle, vollwertige 3D-Spiele könnt ihr auf dem Transformer Book leider nicht spielen. Das eine oder andere kleine oder ältere Spiel ist aber problemlos machbar, wenn ihr euch bei der Grafik etwas einschränkt.

Positiv fällt zudem der miniHDMI-Anschluss auf, mit dessen Hilfe ihr das Bild des Tablets auf einen anderen Monitor oder Fernseher erweitern oder spiegeln könnt. So wird das Transformer Book schnell zur kompakten PC-Alternative.

Unterstützt wird die CPU von 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, die für herkömmliche Anwendungen ausreichen, bei anspruchsvollen Programmen jedoch an ihre Grenzen stoßen.

Starke CPU für...
...überdurchschnittliche Tablet-Leistung.
Starke CPU für...
Sound

Guter SonicMaster-Stereo-Sound

Der Sound des Transformer Books ist in meinen Ohren beachtlich. Schon bei halber Lautstärke ist der Klang angenehm laut und klar. Und vor allem im Vergleich mit anderen Tablets bin ich positiv überrascht. Sollte euch der Sound dennoch nicht genügen, könnt ihr bei Bedarf externe Lautsprecher anschließen.

Tablet mit Top-Klang
Tablet mit Top-Klang
Software

T100TA mit Windows 8 & Microsoft Office

Ebenso überrascht war ich vom Betriebssystem und der beiliegenden Software. Vorinstalliert ist keine Windows-RT-Version sondern ein vollwertiges Windows 8. Das bedeutet, dass ihr alle gängigen Windows-Anwendungen installieren könnt und nicht nur auf Apps aus dem Windows Store angewiesen seid. Ob Google Chrome oder Photoshop, jede Installation ist möglich und wird höchstens durch die Hardware etwas eingeschränkt. Zudem erhaltet ihr natürlich das Update auf Windows 8.1, das die Touch-Bedienung nochmals vereinfacht.

Mein erster Eindruck: Windows 8 macht auf einem Tablet deutlich mehr Spaß als auf einem PC. Während ich die Steuerung mit Maus am PC immer mehr verfluche, macht die Touch-Bedienung am Transformer Book richtig Sinn. Zudem legt Asus hier eine vollwertige Lizenz für Microsoft Office 2013 bei, was angesichts des Preises sehr beachtlich ist und mich völlig umgehauen hat. Schließlich kostet Windows 8 zusammen mit Office schon über die Hälfte des kompletten Transformer Books.

Windows 8 trifft Microsoft Office
Windows 8 trifft Microsoft Office
Konnektivität

Kein Internet für unterwegs

So handlich und praktisch das Transformer Book ist, für mobile Anwendungen scheint es nicht gerüstet. Hier schlagen zum einen die viel zu geringe Displayhelligkeit, zum anderen aber auch die schlechte Konnektivität zu Buche. Denn leider müsst ihr auf eine mobile Internetverbindung völlig verzichten.

Auch wenn das T100TA WLAN b/g/n sowie Bluetooth 4.0 bietet, vermisse ich den Slot für eine UMTS-Karte sowie LTE. Somit seid ihr auf ein freies WLAN-Netz angewiesen, was das Arbeiten unterwegs deutlich erschwert. Das ist besonders schade, da das Transformer Book gerade mit dem Office-Paket der perfekte Begleiter für das mobile Büro wäre.

Mobile Arbeitsweise ohne mobiles Internet
Mobile Arbeitsweise ohne mobiles Internet
Akku

Transformer Book entpuppt sich als Laufzeitwunder

Nicht zu vergessen: Auch die Akkulaufzeit ist entscheidend für die mobile Nutzung. Asus gibt für das T100TA eine Laufzeit von bis zu elf Stunden an, während die Akkus anderer Tablets realistisch gesehen vier bis fünf Stunden durchhalten. Aber der taiwanische Hersteller nimmt den Mund nicht zu voll: Trotz unterschiedlicher Internetaktivitäten, Installationen von Programmen und YouTube-Videos bei einer notwendigen Displayhelligkeit von 100 Prozent hielt das Transformer Book gute zehn Stunden durch. Reduziert ihr die Aktivitäten, sind problemlos die angegebenen elf Stunden drin, was mich erneut sehr positiv stimmt.

Leistungsstarker Akku für bis zu 11 Stunden Laufzeit
Leistungsstarker Akku für bis zu 11 Stunden Laufzeit
Speicher

Begrenzter Speicherplatz & microSD-Erweiterung

Einige Abstriche müsst ihr beim verbauten Speicherplatz machen: Mit 32 Gigabyte ist das Transformer Book nicht sonderlich gut ausgestattet. Vor allem wenn ihr bedenkt, dass von Windows bereits ein Großteil des Speichers belegt ist, stehen euch unterm Strich noch maximal 10 Gigabyte zur Verfügung. Zwar könnt ihr den Speicher mit einer microSD-Karte erweitern, jedoch macht es wenig Sinn, darauf Programme zu installieren, da die Schreib- und Lesegeschwindigkeit hier recht gering ist.

Das Transformer Book gibt es jedoch gegen Aufpreis auch mit 64 Gigabyte Speicher, was ich jedem dringend ans Herz legen würde. Noch besser gefällt mir das T100TA-Modell, das eine 500 Gigabyte große Festplatte direkt in der Tastatur verbaut hat. Leider könnt ihr nur dann auf die Daten zugreifen, wenn die Tastatur auch angeschlossen ist. Dennoch halte ich diese Variante noch für die beste Lösung, auch wenn wir dann schon bei einem Preis von 479 Euro landen. Gegenüber den 379 Euro fast ohne freien Speicher ist das aber vertretbar.

Für mehr Speicher gibt es eine Tastatur mit verbauter 500-GB-Festplatte
Für mehr Speicher gibt es eine Tastatur mit verbauter 500-GB-Festplatte
Transformation

Mit Tastatur wird Tablet zum Notebook

Dank der beiliegenden Tastatur lässt sich das Tablet in ein Notebook transformieren. Dafür steckt ihr das Transformer Book einfach vorsichtig auf die Anschlüsse der Tastatur und lasst die Verbindung einrasten. Nun sitzt alles sicher sowie stabil und ihr könnt lostippen.

Ebenso leicht lässt sich die Tastatur wieder entfernen: den Sicherungsknopf betätigen und das Tablet abziehen. Natürlich könnt ihr es auch wie gewohnt zuklappen und so in die Tasche stecken.

Die Tasten bieten einen guten Druckpunkt, sind stabil verbaut und haben einen guten Abstand zueinander. Natürlich dürft ihr angesichts der Größe nicht dasselbe Schreibgefühl wie auf einer vollwertigen Tastatur erwarten, es kommt dem Ganzen aber schon sehr nahe und überzeugt mich sehr. Lediglich die Tasten des Touchpads finde ich nicht gelungen. Der Mausklick funktioniert mittig wunderbar, aber zu den seitlichen Rändern hin wird der Druckpunkt immer schlechter.

Die Tastatur wiegt ebenso wie das Tablet etwa 500 Gramm, was ein Gesamtgewicht von etwa einem Kilogramm ergibt. Dies ist ein durchaus annehmbarer Wert für ein kompaktes Notebook.

Leider lässt sich das Display in meinen Augen nicht weit genug nach hinten neigen, was besonders für größere Leute oder auf einem flachen Tisch zum Problem werden könnte.

Tastatur mit hohem Tipp-Komfort
Tastatur mit hohem Tipp-Komfort
Fazit

Transformer Book T100TA - Top-Leistung mit Abstrichen

Zusammengefasst bleibt ein Tablet oder auch Notebook übrig, das mit seiner Performance überzeugt, auch wenn es sich an anderen Stellen Schwächen leistet. Optisch macht es einiges her, besonders die Tastatur ist ein Highlight. Leider lässt die Qualität der Tablet-Tasten ebenso zu wünschen übrig wie Displayhelligkeit und mobile Konnektivität.

Überzeugen kann es jedoch auf ganzer Linie mit Akkulaufzeit und einem guten Software-Angebot. Daher kann ich es absolut als Alternative zum PC oder als kleine Office-Lösung für daheim empfehlen. Ob ihr mit dem Tablet auf der Couch liegt, spielt, im Internet surft oder euch an den Schreibtisch setzt und zusammen mit Tastatur und Office arbeitet – das T100TA ist für alles gerüstet.

Auch wenn ich persönlich das Modell mit der extra Festplatte für 479 Euro kaufen würde, genügt vielen Nutzern sicherlich die Version mit 64 Gigabyte Speicher, die ihr für 429 Euro im Cyberport-Webshop findet. Das absolute Schnäppchen ist natürlich das Modell für 379 Euro, jedoch habe ich hier arge Bedenken, ob der Speicherplatz für Apps, Programme und Daten ausreicht.

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