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Urlaubs-Produkttest: Acer Aspire 1830TZ



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Taugt das Subnotebook als MacBook-Ersatz?
Meinen diesjährigen Sommerurlaub nutzte ich für einen Psychologie-Test der besonderen Art: Kommt ein überzeugter Mac-User mit einem Windows-Subnotebook zurecht? Als Exempel diente mir die Version des Acer Aspire 1830TZ (Modell: U54G32Nki) – im „modischen“ Braunton gehalten. Sozusagen das Einstiegspendant zu Matzes aktuellem Testrechner. Abseits von Benchmarks und technischen Harrspaltereien möchte ich gerne in den folgenden Zeilen meine Eindrücke aus der Praxis mit dem günstigen Subnotebook (derzeitiger Preis bei Cyberport 548 Euro) vermitteln und die eingangs gestellte Frage beantworten, ob Mac-User in einem solchen Gerät einen adäquaten Urlaubs-Ersatz für ihr MacBook finden könnten.
Bauform und Verarbeitung
Anfangs stellt sich die Frage, warum man als Mac-User überhaupt zu einem solchen Subnotebook wie dem Acer Aspire 1830TZ greifen sollte, welche Überlegungen spielen dabei eine Rolle? Zwei Hauptgründe sind hierfür entscheidend, zunächst wäre da die Baugröße zu nennen. Etwas kleiner als ein DIN-A4-Blatt schlägt es in der Kompaktheit sämtliche MacBooks. Auch wenn das MacBook Air ebenso knappe 1,4 Kilogramm auf die Waage bringt wie der Acer Aspire 1830TZ, die Grundfläche ist dank des kleineren 11-Zoll-Displays nochmals geschrumpft – ideal für den leichtfüßigen Transport. Für kostenbewusste Mac-User dürfte aber vor allem der geringe Einstandspreis von knapp 550 Euro ausschlaggebend sein. Sollte der Rechner im Urlaub zu Schaden kommen, so lässt sich dies sicherlich leichter verkraften als im Falle eines Apfel-Notebooks. Beide Kriterien werden vom Acer Aspire 1830TZ bestens erfüllt.

Acer Aspire 1830TZ – Teil 1″

Sonst transportiere ich mein älteres, schwarzes MacBook durch die Botanik – den Unterschied von über einem halben Kilogramm weniger Gewicht spüre ich nun deutlich in meiner Tasche. Auch gefallen die kompakten Ausmaße, so lässt sich der Rechner auch auf der Reise in der Bahn oder im Flugzeug ohne unbequeme Verrenkungen bedienen. Notfalls hält man das gute Stück einfach in beiden Händen, ohne dass das Gewicht unnötig an den Armen ziehen würde. Mit dem schweren MacBook undenkbar, die Suche nach einer passenden Ablage ist hier Pflicht. Des Weiteren erfreut die matte Außenhaut, kein Klavierlack-Imitat mit unschönen Fettfingern trübt den Eindruck. Ob der von mir gewählte Braunton überzeugen mag, liegt wohl wie so oft im Auge des Betrachters, alternativ stehen noch rot, silber und schwarz zur Auswahl. Desgleichen positiv zu erwähnen der Sechs-Zellen-Akku, dieser fügt sich flach ins Aspire und hat keinerlei Ähnlichkeit mit den sonst üblichen und hässlichen Klorollen. Einen Kritikpunkt möchte ich dennoch an dieser Stelle schon vorab anbringen. Die matte Außenhaut setzt sich leider nur teilweise im Inneren des Gerätes fort, das Display ist von einer mit „Klavierlack“ verseuchten Oberfläche umgeben. Sehr unschön und vor allem unnötig. Hält man das Acer Aspire 1830TZ gegen die Sonne spiegelt nicht nur das Display, sondern gleich der ganze Rahmen mit. Besonders auffällig – kleine Kratzer im Displayrahmen, die augenscheinlich schon von Beginn an vorhanden sind, schließlich fielen mir diese in den ersten Stunden des Betriebs auf, kurz nachdem die Schutzfolie entfernt wurde.

Bis auf diesen Fauxpas leistet sich der Acer Aspire 1830TZ in der Verarbeitung aber keine anderen Schwächen. Sicherlich die Anmutung eines aus Aluminium gefrästen MacBooks erreicht der Acer nicht, jedoch gemessen am günstigen Preis mag das Book vom Design her überzeugen.

Tastatur und Trackpad
Die Tastatur des Acer Aspire 1830TZ verzichtet bewusst auf ein Chiclet-Design, im Ergebnis fallen die einzelnen Tasten etwas größer aus, bieten jedoch keinen wirklichen Freiraum zueinander. In der Praxis lässt sich die Tastatur dennoch gut nutzen, auch längere Texte stellen kein Problem dar. Einzig der nachgebende, linke Bereich des Tastenfeldes verdirbt ein wenig den sonst grundsätzlich positiven Eindruck.

Wie nicht anders zu erwarten fällt das integrierte Trackpad sehr klein aus, 16:9-Display und die kompakte Größe von 11 Zoll verlangen letztendlich ihren Tribut. Der Mausersatz hebt sich nur schwach konturiert von der Handballenauflage ab (obwohl diese Bezeichnung eigentlich nicht zutreffend ist, denn auch diese ist mehr ein schmaler Vertreter seiner Art). Dieser Umstand stört mich indes weniger, umso mehr jedoch die Handhabung. Als Mac-User bin ich es gewohnt mit zwei Fingern zu scrollen, der Acer Aspire 1830TZ bietet hier zwei Ansätze – beide gleich schlecht. Zunächst existiert auf der rechten Seite ein Scrollfeld, die Bedienung ist sehr hakelig. Zwar unterstützt das Trackpad auch Multitouch-Gesten inkl. des erwähnten Zweifinger-Scrolls, jedoch auch hier enttäuscht der Mauseratz. Zu langsam und träge kommt keine rechte Freude auf – kein Vergleich zur Leichtgängigkeit eines MacBook-Trackpads. Heimlich erwische ich mich, wie ich mehr und mehr zu den Pfeiltasten als „Alternative“ zum flüssigen Scrollen greife.

Display
Das 11-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1.366 x 768 Punkten ist – wie heutzutage meistens anzutreffen – ein Vertreter der Spiegelfraktion. Zusammen mit dem schon kritisierten Displayrahmen scheidet somit ein Einsatz unter freiem Himmel bspw. am Strand aus. Es sei denn, man verfügt über einen geeigneten Strandkorb oder ein Zelt, dass als Schattenspender dient. Unter weniger hellen Bedingungen hinterlässt das Display einen zufriedenstellenden Eindruck. Die höhere Auflösung im Vergleich zu kleineren Netbook-Displays gefällt, das 16:9-Format indes birgt nur Vorteile bei der randlosen Betrachtung von Filmen im selben Profil.

Acer Aspire 1830TZ – Teil 2″

Die „unsichtbare“ Webcam
Selbstverständlich verfügt der Acer Aspire 1830TZ auch über eine Webcam (1,3 Megapixel). Eigentlich nicht sonderlich erwähnenswert, denn die Qualität ist eher durchschnittlich, besonders in einer dunklen Umgebung hat die Kamera schwer zu kämpfen um noch ein akzeptables Bild zu erzeugen. So weit, so ungewöhnlich. Allerdings sehr verwunderlich ist, dass Acer komplett auf eine Aktivitätsanzeige verzichtet – keine LED oder sonst ein Hinweis lässt erkennen, dass die Kamera in Verwendung ist. In Hinblick auf mögliche Trojaner und andere Schädlinge die hiervon Gebrauch machen könnten, gibt dies zu denken. Schließlich möchte ich schon gerne selbst kontrollieren können, ob mein Antlitz soeben übertragen wird oder eben nicht.

Akkuleistung
Vollmundig verspricht Acer eine Laufzeit von über acht Stunden und würde sich damit fast auf aktuellem MacBook-Niveau (10 Stunden) bewegen. Allein in der Praxis konnte ich diese Angabe nicht nachvollziehen. Unterwegs auf meiner Reise an die Ostsee mit der deutschen Bahn schaute ich einige Filme und surfte ab und dann – quittiert wurde dieses Anwenderverhalten mit einer tatsächlichen Laufleistung von ca. vier bis fünf Stunden. Aber auch „nur“ beim Surfen (über WLAN, dank meines Huawei-Routers) konnte ich später der Akkuanzeige von Windows 7 die versprochenen acht Stunden nicht entlocken. Insgesamt für ein Windows-Notebook zwar noch zufriedenstellend, allerdings fernab sämtlicher Werbeaussagen.

Windows 7 und der Mac-User
Der Acer Aspire 1830TZ wird mit einer Lizenz für Windows 7 Home Premium (64 Bit) ausgeliefert. Sehr löblich und ein großer Unterschied zu den abgespeckten Starter-Lizenzen der meisten Netbooks. Windows 7 lässt sich auch von einem überzeugten Mac-User ohne größere Probleme bedienen, auch die Hardware ist mit dem Betriebssystem und den Programmen nicht wirklich überfordert. Allerdings nervten mich noch immer diverse Hinweis-Blasen und andere Unschönheiten im laufenden Betrieb. So muss man bspw. selber Hand anlegen um zu verhindern, dass Updates automatisch geladen werden (Mac OS X fragt dies schon immer vorher ab und weißt nur auf Updates hin). Besonders im Urlaub mit einer Volumenbegrenzten UMTS-Flatrate ist dies notwendig, möchte man am Ende der schönen Tage nicht eine böse Überraschung erleben. Natürlich gilt dies auch für die Viren-Pest – äh…ich meine natürlich die üblichen Anti-Viren-Programme ;-).

Fazit
Der Acer Aspire 1830TZ ist mitnichten ein kleines MacBook. Kann ein solches in der Urlaubszeit aber dennoch recht gut vertreten. Nur muss man hierzu zu Gunsten eines günstigen Preises eine Vielzahl Kompromisse eingehen. Entlohnt wird diese Fähigkeit zur Anpassung und Selbstbeherrschung mit der Gewissheit, dass der wahre Schatz zu Hause sicher und wohlauf auf einen wartet und nicht in den Pool fallen kann oder aber gar durch kriminelle Mitbürger seinem eigentlichen Besitzer entzogen wird. Für die nächste Urlaubssaison steht uns dann ja vielleicht schon ein noch kleineres MacBook Air mit 11 Zoll zur Verfügung – glaubt man den derzeitigen Gerüchten. Allerdings wird dann der Acer Aspire 1830TZ mit einem Einstandspreis von knappen 550 Euro sicherlich immer noch das günstigere Angebot darstellen.

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2 Kommentare

  1. avatar
    Matthias Schleif schrieb am
    Bewertung:

    Dein Artikel ist wie ein Deja-vu für mich…;-)

    Da fällt mir gerade ein: man manche Browser muss man erst anpassen, damit die webseiten flüssig scrollen. “Sanfter Bildlauf” heisst das glaub ich beim firefox…sollte man leicht ergoogeln können.

  2. avatar
    Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    @ Matze: Hatte Chrome genutzt, Firefox hatte ich noch nicht getestet, kann ich aber gerne noch machen. Obs was hilft…mal schaun ;-).

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