Tests

Toshiba Kira im Ultrabook-Test



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Bereiche

Bewertung
Nett, aber leider nicht mehr
3,5

 Pro

  • Gutes Display
  • Partielles Aluminium-Chassis
  • Ansprechendes Design
  • Gute Leistung

 Contra

  • Leichte Systemmängel
  • Gehäusewanne aus Plastik
  • Keine herausstechenden Features
  • Magerer Lieferumfang
  • Gewöhnungsbedürftige Tastatur

Wie wäre es mit einem GT70-2PE16SR231B? Oder vielleicht ein schickes X240 20AL00C6GE? Oder doch lieber P645-MG-74508G75tkk? Mal ehrlich: Das wohl Unspannendste und am wenigsten Ansprechende an so manchem High-End-Notebook ist sicherlich der kryptische Gerätename. Einer solchen Benennung wegen wird sich kaum einer für das entsprechende Book entscheiden.

Ganz anders beim neuen Toshiba-Ultrabook Kira: Hier ist der Name Programm und versprüht schon an sich jede Menge Sex-Appeal. Dahinter verbirgt sich keine Unmenge möglicher und unmöglicher Konfigurationen, sondern ein zeitgemäßes Paket aus WQHD-Display, SSD und Intel-Prozessor. Und auch das MacBook-ähnliche Äußere des Kira verspricht so Einiges. Ich bin der Versuchung erlegen und habe mich aufgemacht herauszufinden, ob das Toshiba-Notebook das Zeug hat, meine neue Ultrabook-Flamme zu werden.

Lieferumfang

Viel Karton für wenig Book

Ein besonders edles Notebook darf natürlich nicht in einem unästhetisch-schnöden Karton daher kommen. Deshalb kleidet Toshiba sein Kira gleich in zwei Schichten Papp-Gewand. Zunächst muss ich am klassisch-schwarzen Transport-Karton vorbei, um gleich darunter eine zweite, dem Kira größentechnisch angepasste Präsentations-Box in stilsicherem Schwarz und Weiß mit Abbild des Toshiba-Ultrabooks vorzufinden. Über Sinn und Unsinn dieser Doppelpackung lässt sich dabei ohne Zweifel streiten.

Unbestritten ist hingegen, dass sich die Ausstattung des Kartons jenseits des Edel-Notebooks mehr als spärlich präsentiert. So finde ich lediglich eine Ladung Garantie- und Installations-Papiere sowie Lade-Adapter und Netzkabel unter dem Kira. Weiterer Kabelei oder nützlicher Adapter gegenüber, wie sie zum Beispiel das Sony VAIO Fit multi-flip an Bord hat, verschließt sich der Lieferumfang des Toshiba-Books vollends.

Karton Nr. 1
Und darin: Karton Nr. 2
Book, Ladekabel, Quick Start Guide - das war's.
Karton Nr. 1
Optik & Haptik

Stimmig & hochwertig verarbeitet

Auf den ersten Blick und Touch weiß das Toshiba Kira durchaus zu überzeugen. So ist das Ultrabook rundum hochwertig verarbeitet und knarzt oder klappert an keiner Stelle. Straff sitzenden Scharniere halten den Displaydeckel zuverlässig geschlossen und sorgen dafür, dass das hochgeklappte Display bei der Arbeit kaum wackelt. Im Umkehrschluss ist es allerdings auch nicht ganz so einfach, das Display mit einem Finger hochzuklappen.

Dem Auge schmeichelt das Kira mit einem sehr eleganten und wertigen Gehäuse aus gebürstetem Aluminum. Gekonnt gesetzte Akzente wie die silberne Umlaufkante ums Touchpad sowie der schicke Power-Button reihen sich nahtlos ins positive Gesamtbild ein. Ich bin beinahe versucht, den Affront zu wagen, das Kira als dem MacBook Air ebenbürtig einzustufen, wäre da nicht die “preiswert” wirkende Plastik-Gehäusewanne und das im Vergleich zum Air höhere Gewicht.

Gehäusedeckel aus Aluminium
HDMI & USB 3.0
Kartenleser & Kopfhörer-Ausgang
MacBook-Look
Power-Button mit silberner Outline
Auch das Touchpad zeigt sich silbern akzentuiert.
Gehäusedeckel aus Aluminium
Hardware

Klassentypische Leistung

Werfen wir einen Blick auf die technische Ausstattung des Kira, das Display einmal ausgenommen, denn das beleuchte ich im nächsten Schritt. Bei den Specs gibt sich das Toshiba-Ultrabook klassentypisch, wobei die 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und der Core-i7-Prozessor die wohl nennenswertesten Fakten des Books darstellen. So kann das Kira RAM-technisch mit klassischen Notebooks der gleichen Preisklasse mithalten, begnügt sich aber im Gegenzug zu diesen mit Dual-Core-Leistung. In der Praxis gibt es dennoch nichts zu meckern, denn das Book stemmt Office, Lightroom und Co. souverän.

Bei der Speicherei setzt das Kira – ebenso klassentypisch – auf SSD-Ressourcen, die mit 256 Gigabyte akzeptabel ausfallen. Bei Boot- und Ladevorgängen liefert der Flash-Speicher in Kombination mit Bottleneck-optimiertem Windows 8.1 eine rasante Vorstellung. Mir jedoch sind 256 Gigabyte prinzipiell zu wenig, vor allem wenn mich das Book 1.500 Euro kostet und sich im gleichen Preisbereich auch potentere Konkurrenz tummelt.

Auf Grafikfragen antwortet das Kira – wiederum ähnlich seinen Ultrabook-Verwandten - mit Onboard-seitiger Intel HD 4400 Grafik, die bis zu grafisch durchschnittlichen Games alles mitmacht. Bei aktuellen High-Runnern wie “Battlefield IV” knickt das Toshiba-Book schließlich aber doch ein.

Display

Tolles Display, leichte Systemschwächen

Als das Kira im April 2013 erstmals von sich reden machte, galt es als heißer Konkurrent des Apple MacBook Pro, da es mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln locker mit dem Retina-Display mithalten konnte. Heute hingegen hat es das Toshiba-Ultrabook schwer, die gebotene Display-Qualität wird immer mehr zum Notebook-Standard und Konkurrenten wie das Samsung ATIV Book 9 Plus haben die Meßlatte mit 3.200 x 1.800 Pixeln deutlich höher gelegt.

Dennoch weiß das Kira-Display noch gut zu überzeugen. Die Pixeldichte ist stattlich, Kontraste und Bildschärfe begeistern und auch beim Blickwinkel macht das Ultrabook eine sehr gute Figur. Der Unterschied zu Full HD fällt dabei vor allem dann auf, wenn ich niedrig auflösende Medien nutze. Hier offenbart die hohe Auflösung wie so oft die mangelnde Qualität vieler Web- und Multimedia-Inhalte.

Was das Kira zumindest dem MacBook voraus hat, ist seine Multitouch-Funktionalität. Ob man diese Funktion benötigt, muss jeder für sich selbst entscheiden, jedoch in Verbindung mit dem vorinstallierten Windows 8.1 macht Touch zweifellos Sinn und Spaß. Für mich avancierte es schnell zur bevorzugten Eingabemethode, da das Toshiba-Book anstandslos und zuverlässig auf alle Befehle und Eingaben reagiert.

Allgemein macht das Windows-Betriebssystem eine sehr gute Figur und leistet sich wenige Ausfälle. Zwei Probleme traten allerdings während des Tests auf. Zum einen neigte das Kira nach dem Wechsel in den Stand-by dazu, sich festzufahren, und reagierte nicht mehr auf meine Eingaben. Zum anderen wechselte Windows 8.1 gern einmal ungefragt in ein anderes Tastatur-Layout, das britische, um genau zu sein, was mich hin und wieder zur Verzweiflung bei der Passworteingabe trieb.

Apropos Tastatur: Ans Tippen mit der Kira-Tastatur konnte ich mich im Verlauf des Tests nur schwer gewöhnen, denn einige Tasten, darunter zum Beispiel die Shift-Taste, fallen so sparsam aus, dass das Treffen dieser schnell zur Herausforderung wurde.

Sehr gutes Display
Windows 8.1 an Bord
Sehr gutes Display
Soundkulisse

Kritikpunkt Sound? Kritikpunkt Lüfter?

So mancher Rezensent zeigte sich weniger begeistert von der Soundleistung des Kira – ein Punkt, den ich nicht vollends nachvollziehen kann. Zugegeben, das Label Harman/Kardon verspricht mehr, als die nach unten abstrahlenden Lautsprecher links und rechts am Book halten können. Doch da die Speaker leicht seitlich angeordnet sind, schafft das Toshiba einen ordentlich differenzierten Sound, wenn es auf dem Tisch oder einer festen Unterlage steht. Diese reflektiert den Klang und streut ihn zu einem ansprechenden Sound-Gesamtbild. Auf dem Schoß oder der Bettdecke verpufft der Sound hingegen ohne größere Wirkung.

Ähnlich mäßig schneidet der Lüfter in zahlreichen Tests ab. Auch hier muss ich zunächst einräumen: Auch bei geringer Last neigt die Kühlung des Kira dazu, ordentlich und vor allem hörbar hochzutouren. Dabei ist das Toshiba-Ultrabook aber keineswegs so hartnäckig und penetrant wie zum Beispiel die Sony-Books, die ich unter der Lupe hatte. Daher hat es mich auch während des gesamten Tests nicht negativ gestimmt. Manchmal war es zudem sogar bei Last – nach kurzem Lüftereinsatz – muxmäuschenstill.

Einen anderen Kritikpunkt der meisten Mittester kann ich allerdings gut nachvollziehen: Bei alltagstypischer Nutzung macht das Kira nach gut zwei Drittel der vom Hersteller angegebenen 9 Stunden Akkulaufzeit bereits schlapp.

Lüfter & Lautsprecher befinden sich an der Unterseite des Books.
Lüfter & Lautsprecher befinden sich an der Unterseite des Books.
Fazit

Prädikat: Nett, aber mehr auch leider nicht

Eigentlich wäre das Toshiba Kira ein absolutes Highlight, wäre es nur gut ein Jahr früher auf den Markt gekommen. Eigentlich wäre das Kira ein hervorragend ausgestattetes Notebook, gäbe es da nicht zahlreiche gleich- und höherwertige Alternativen im gleichen (hohen) Preissegment. Und eigentlich wäre das Kira eine reizvolle Windows-Alternative zum MacBook Air, wäre da nicht die streckenweise weniger wertige Verarbeitung.

Ein wirklich herausstechendes Alleinstellungsmerkmal kann das Kira so nicht aufweisen, weshalb es für mich schwer ist, das Toshiba-Ultrabook als besonders reizvolle Alternative zu all den Mitbewerbern am Markt zu sehen. Bei einem Preis von derzeit 1.499 Euro fehlt eben doch die leichtgewichtige Carbon-Extravaganz des VAIO Pro, die technische Fortschrittlichkeit des ATIV Book 9 Plus oder die Design-Konsequenz des MacBook Pro.

So ist das Kira zwar technisch zeitgemäß aufgestellt, aber eben doch nur ein weiteres Book neben all den Acers, HPs und Fujitsus dieser Welt. Um bei mir wahre Leidenschaft zu entflammen, müsste das Ultrabook-Flämmchen deutlich eindrucksvoller lodern. Schade drum.

 

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