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Toshiba Excite Write im Praxistest



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Bewertung
Leistungsstarkes Tablet mit hochauflösendem Display
4

 Pro

  • Leistungsstarker NVIDIA-Tegra-4-Quadcore-Prozessor
  • 10,1 Zoll WQXGA-Display mit 2.560x 1.600 Pixeln
  • Schnelles WLAN (802.11ac)
  • Präziser Eingabestift und Bluetooth Keyboard Cover inklusive

 Contra

  • Keine Halterung/kein Einschub für den Stylus
  • Nur ein Blickwinkel beim Keyboard Cover
  • Stereolautsprecher ungünstig platziert
  • Hitzeentwicklung im Bereich der Kamera
  • Laden nicht via USB möglich

Tablets sind eine tolle Sache und bieten beeindruckende Unterhaltung im kompakten Format. Um produktiv und kreativ mit ihnen zu arbeiten, braucht man eine zusätzliche Tastatur und einen präzisen Eingabestift. Doch Keyboard ist nicht gleich Keyboard und Stylus nicht gleich Stylus.

Toshiba schickt sich mit den Excite-Write-Modellen an, gleichermaßen für packende Unterhaltung und optimale Arbeitsbedingungen zu sorgen. Doch das ist nicht alles: Die Entwickler spendierten dem Tablet ein brillantes und hochauflösendes WQXGA-Display und einen leistungsstarken NVIDIA-Tegra-4-Quadcore-Prozessor. Eine eierlegende Wollmilchsau auf dem Weg auf den Tablet-Thron? Finden wir es heraus.

Lieferumfang und Ersteindruck

Solide verarbeitet und bereit für kreatives Arbeiten

Der Blick auf das Datenblatt macht klar, was mich beim Toshiba Excite Write AT10PE-A-105 erwartet: ein kraftvolles Tablet mit hochauflösendem Display. Doch wie schaut’s mit Optik und Haptik aus? Der Blick in die Box zeigt es. Sie ist weder hübsch noch kompakt, um ehrlich zu sein: Sie ist gigantisch. Zwei iPad 4 nebeneinander würden darin beinahe Platz finden.

Mit Abmessungen von 261 x 179 mm ist das Excite Write selbst nicht wesentlich größer als andere 10-Zoll-Tablets, dafür mit 10,5 mm wesentlich dicker. Ein Blick auf die Waage verrät: Mit 630 g ist das Excite Write deutlich schwerer als das Sony Xperia Tablet Z (495 g). Dieses überzeugt auch mit einer schlanken Linie von 6,9 mm Dicke.

Das Gehäuse aus silbergrauem Kunststoff wirkt solide und die feine Struktur der Rückseite sorgt für einen sicheren Halt. Allerdings lässt sich die Gehäuserückseite leicht eindrücken, was bei einem Preis von knapp 600 Euro nicht der Fall sein sollte. Zudem sagt mir der Verschluss der Schnittstellen nicht zu: Ein Gummiband hält die Abdeckung fest, die allerdings unkontrolliert „herumbaumelt“.

Dem Excite Write liegen neben dem Netzteil und dem microUSB-Kabel auch der von Wacom stammende Active Digitizer Stylus inklusive drei Ersatzminen sowie ein Case mit integriertem Bluetooth-Keyboard bei. Dazu später mehr.

Völlig überladen: die Verpackung des Toshiba Excite Write
Eine kompakte Verpackung sieht anders aus
Blick auf den umfangreichen Lieferumfang
Blick auf die Frontseite … (Quelle: Toshiba.com)
… und die Rückseite des Toshiba Excite Write (Quelle: Toshiba.com)
Blick auf den Power-Knopf
Sorgen für guten Sound: Harman/Kardon Lautsprecher
Sesam, öffne dich, denn …
… hinter der Klappe befinden sich die Anschlüsse
Die Schnittstellen im Überblick
Völlig überladen: die Verpackung des Toshiba Excite Write
Hardware

Mehr Power dank NVIDIA Tegra 4

Endlich ist er da: der Anfang des Jahres auf der CES vorgestellte NVIDIA-Tegra-4-SoC-Quadcore-Prozessor. Das von Toshiba verbaute Modell wartet mit einer Taktrate von 1,8 GHz pro Kern auf. Unterstützung bieten der Arbeitsspeicher mit 2 GB sowie die GPU mit 72 Recheneinheiten. Diese soll laut Toshiba bis zu zehnmal schneller sein als die des Tegra-2-Chipsatzes.

Dem von mir vor wenigen Wochen getesteten Samsung Galaxy Tab 3 zieht das Excite Write leistungsmäßig davon, wie der Blick auf die Benchmarks zeigt.

Mein Testkandidat verfügte über kein 3G-Modul, ein solches gibt es aber für einen Aufschlag von 100 Euro. Ansonsten decken sich die Spezifikationen beider Modelle. So bieten sie einen internen Speicher von 32 GB, den ihr per microSD verdoppeln könnt. Zusätzlich stattet Toshiba das Excite Write mit dem aktuellen WLAN-Highspeed-Standard 802.11ac, Bluetooth 4.0, microHDMI und -USB sowie zwei Kameras aus.

Für tollen Sound zum Kino-Erlebnis auf dem hochauflösenden Display sorgen die Harman/Kardon-Stereolautsprecher – jedenfalls so lange, wie ich das Tablet nicht mit beiden Händen halte. Toshiba muss sich die Frage gefallen lassen, warum die Lautsprecher exakt dort verbaut wurden, wo meine Hände das Tablet halten.

Quick Benchmark Lite: 7.926 Punkte (Samsung Galaxy Tab 3 10.1: 5.597 Punkte)
3DMark Ice Storm Extreme: 8.080 Punkte (Samsung Galaxy Tab 3 10.1: 3.505 Punkte)
3DMark Ice Storm Unlimited: 9.187 Punkte
Gute Platzierung im 3DMark-Benchmark
AnTuTu-Benchmark: 29.597 Punkte (Samsung Galaxy Tab 3 10.1: 20.609 Punkte)
Der älteren Konkurrenz weit voraus
Quick Benchmark Lite: 7.926 Punkte (Samsung Galaxy Tab 3 10.1: 5.597 Punkte)
Display

Hochauflösendes IPS-Panel

Mit seinem 10,1-Zoll-Display ist das Toshiba Excite Write geringfügig größer als das Apple iPad. Wesentlich beachtlicher ist die Auflösung von 2.560x 1.600 Pixeln, was einer Pixeldichte von 298,9 ppi entspricht. Zum Vergleich: Das aktuelle iPad 4 kommt auf 264 ppi.

Corning Gorilla Glass 2 schützt das Display vor Kratzern und sonstigen Beschädigungen. Das IPS-Panel bietet eine gute Helligkeit, die mir bei starker Sonneneinstrahlung leider wenig hilft. Dann erkenne ich, wie bei vielen anderen Tablets, kaum noch den Bildschirminhalt.

Software

Android 4.2 Jelly Bean mit Office-Apps

Toshiba setzt beim Excite Write auf Googles Android 4.2 Jelly Bean und ergänzt das OS durch zusätzliche Apps. Diese runden das Hardware-Paket um Stylus und Bluetooth-Keyboard ideal ab. So ist es möglich, die Meeting-Notizen vom Whiteboard abzufotografieren, anschließend zu digitalisieren und in ThinkFree Office 6.0 zu verarbeiten.

Hin und wieder stürzten im Test Apps ab oder ließen sich nicht starten. Zudem war ich sehr erstaunt, dass der Anzeige meiner aufgenommenen Bilder und Screenshots die Power fehlte. Erst nach knapp zwei Minuten war jedes einzeln aufgerufene Bild scharf geladen.

Wo ist die Power hin? Warten auf die scharfe Bilddarstellung
Vorinstallierte Apps starten nicht, wie sie sollten
Wo ist die Power hin? Warten auf die scharfe Bilddarstellung
Kamera

Sehr gute Tageslichtfotos

Wie beim aktuellen Samsung Galaxy Tab 3, verbaut Toshiba beim Excite Write nur eine mäßige Frontkamera (1,2 MP). Ihre Qualität ist ausreichend für Skype, Hangout & Co., für mehr allerdings nicht.

Bei der Hauptkamera lässt sich Toshiba aber nicht lumpen: Eine 8-MP-Kamera mit integriertem LED-Blitz und Bildstabilisator (per Software) liefert bei Tageslicht sehr gute Fotos. Samsung bietet lediglich 3,1 MP und verzichtet auf einen LED-Blitz.

Zusätzlich zu den Standardfunktionen anderer Tablet-Kameras stattete Toshiba das Excite Write mit TruCapture aus: einem hilfreichen Feature, um abfotografierte Texte oder Whiteboards für die Weiterverarbeitung zu optimieren.

1,2-MP-Frontkamera
8-MP-Hauptkamera mit LED-Blitz
Vergleich zwischen Toshiba Excite Write und Apple iPhone 5
100-Prozent-Ausschnitt der Aufnahme des Toshiba Excite Write
1,2-MP-Frontkamera
Akku

Leistungsstark und schnell geladen

Über die genaue Leistung des verbauten Lithium-Ionen-Polymer-Akkus breitet Toshiba den Mantel des Schweigens. Immerhin gibt der Hersteller eine durchschnittliche Akkulaufzeit von elf Stunden (60 Prozent Web, 10 Prozent Video, 25 Prozent Stand-by) bzw. bis zu neun Stunden Videowiedergabe an. Mit voller Helligkeit, aktiviertem WLAN und Bluetooth für das Keyboard Dock schaffte das Excite Write im Test eine Laufzeit von knapp sechs Stunden. In dieser Zeit nutzte ich das Tablet vorrangig zum Spielen, Schreiben, Surfen und Video schauen.

Auch wenn ich kein Freund altmodischer Ladegeräte der 1990er-Jahre bin, hat das mitgelieferte Netzteil einen entscheidenden Vorteil: Der Akku ist in knapp drei Stunden voll geladen. Im Umkehrschluss heißt es natürlich, dass ich mehr Kabel und Ladegeräte mitschleppe, wenn es auf Reisen geht.

Der im Lieferumfang enthaltene Stylus
Ein Case liegt dem Toshiba Excite Write ebenfalls bei
USB-Anschluss, On-/off-Button und Taste zum Koppeln des Keyboards
Power-Button für das eingelegte Tablet
Sicherer Verschluss, damit sich das Case nicht ungewollt öffnet
Blick auf das geöffnete Case und das Bluetooth-Keyboard
Bereit, um mit dem Schreiben des Testartikels loszulegen
Der im Lieferumfang enthaltene Stylus
Stylus und Schutzhülle mit Bluetooth-Keyboard

Grundlage für kreatives und effektives Arbeiten

Dass im Toshiba Excite Write mehr steckt als ein reines Tablet, verrät bereits der Produktname. Für handschriftliche Notizen und zielgenaue Bedienung liegt ein Stylus bei. Dabei handelt es sich um einen Wacom Active Digitizer.

Wie nicht anders von einem Wacom-Produkt zu erwarten, zeichnet den Eingabestift eine hohe Präzision aus – ideal für Skizzen und handschriftliche Notizen. Hierfür findet sich eine TruNote-Handschrift-App auf dem Tablet, die meine Handschrift im Test fast immer erkannte.

Neben dem Stylus liegt auch eine Schutzhülle mit integrierter Bluetooth-Tastatur bei, die das Tablet in ein perfektes kleines Büro verwandelt. So toll die Idee ist, so schade finde ich, dass sich der Active Digitizer nirgends am Tablet befestigen oder einschieben lässt. Der Tastatur fehlt außerdem eine Tastenbeleuchtung, sodass das Arbeiten im Dunkel schwierig ist.

Die verwendeten Materialien des Case wirken zwar solide, aber nicht hochwertig. Zudem war zum Start kein automatischer Wechsel zwischen Touch- und Stylus-Eingabe möglich. Die Tastatur blieb trotz der Sprachauswahl während der Einrichtung im amerikanischen Layout, sodass ich sie manuell umstellen musste.

Als ich das Excite Write in die Schutzhülle einlegte, stellte ich verwundert fest, dass es sich abschaltete und nicht mehr einschalten ließ. Bevor ihr also das Tablet in die Hülle packt, um per Keyboard zu schreiben, müsst ihr beide Geräte miteinander per Bluetooth koppeln! Erst anschließend lässt sich das Tablet per Tastendruck an- und abschalten.

Genug genörgelt – schließlich spare ich beim Kauf bares Geld. Ein vergleichbarer Eingabestift von Wacom schlägt mit knapp 40 Euro zu Buche (Wacom Bamboo Stylus Feel), ein ähnliches iPad-Case mit integriertem Keyboard mit rund 100 Euro (Belkin Ultimate Bluetooth Tastatur und Schutzhülle oder Logitech Keyboard Folio). Summa summarum 140 Euro, die ihr bei der Kaufentscheidung berücksichtigen solltet.

Schnelles Einrichten: Auf Wunsch zeigt ein Punkt die Position der Spitze an
Kurze Einweisung für den Stylus
Verschrieben? Kein Problem!
Zahlreiche Möglichkeiten, handschriftliche Notizen weiterzuverarbeiten
Die Texterkennung ist an sich sehr gu(r)t ;-)
Die Texte lassen sich anschließend als Word-Dokument speichern…
…oder in andere Programme exportieren
Schnelles Einrichten: Auf Wunsch zeigt ein Punkt die Position der Spitze an
Fazit

Leistungsstarkes Tablet mit umfangreichem Zubehörpaket

Bei einem Kostenpunkt von 599 Euro muss sich das Toshiba Excite Write gegen Konkurrenten wie das Apple iPad 4 oder Sony Xperia Tablet Z beweisen. Auch das Google Nexus 10 ist ein namhafter Vertreter in diesem Tablet-Segment. Die Messlatte für das Toshiba-Modell ist hoch gelegt.

Mir gefällt vor allem die gute und solide Verarbeitung, weniger die Abdeckung der Schnittstellen. Alles in allem muss ich aber gestehen, dass ich hier von iPad oder Xperia Tablet Z deutlich mehr angetan bin. Dafür weiß das Excite Write durch seine inneren Werte zu überzeugen: hochauflösendes 10,1-Zoll-IPS-Display, NVIDIAs Tegra-4-SoC-Quadcore und schnelles 802.11ac-WLAN. Das umfangreiche Zubehörpaket ist ein weiterer Pluspunkt gegenüber der Konkurrenz. Wer ein integriertes 3G-Modul benötigt, muss allerdings 100 Euro mehr auf den Tisch legen.

Der mitgelieferte Stylus aus dem Hause Wacom und die Schutzhülle mit integrierter Bluetooth-Tastatur erleichtern das kreative Arbeiten enorm. Leider fehlt dem Keyboard eine Beleuchtung und für den Eingabestift eine Möglichkeit zum Verstauen. Negativ fällt ebenso die Hitzeentwicklung im Bereich der Hauptkamera auf. Hätte Toshiba den Prozessor zentraler verbaut, wäre meine linke Hand nicht ständig in Gefahr, heiß zu laufen.

Alles in allem verdient das Toshiba Excite Write dank seiner Leistung, der hohen Display-Auflösung sowie des Stylus und des Keyboard-Covers zu Recht vier Sterne.

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