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Teil 2: Produkttest Apple MacBook Pro Unibody



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Leistung, Wärmeentwicklung und RAM-Tausch
Etwas später als angekündigt, doch besser als niemals, erscheint hier und jetzt der zweite Teil meines Testberichtes zum neuen MacBook Pro. Hatten wir uns zuvor mit den polarisierenden Themen wie dem Spiegeldisplay oder dem neuen Trackpad beschäftigt, so soll diesmal die Substanz bzw. die inneren Werte des Apple-Aluminiumbarrens näher betrachtet werden. Am Freitag werden wir dann noch ein Filmchen zum Thema innerhalb unserer CyberBloc-TV-Reihe präsentieren. Ein MacBook Pro soll vor allem eines sein: schnell! Die Krux dabei ist nur, Leistung kostet Energie – Kraft die vom Akku gespeist werden will. Apple versucht diese Problematik mittels einer speziellen Grafik-Architektur zu lösen. Die Kalifornier setzten hierbei auf den neuesten Stand bei Branchenprimus NVDIA.
GrafikLeistung
Preiswerte Notebooks setzten oftmals auf integrierte Grafikprozessoren, die sich zusammen mit der CPU den Hauptspeicher teilen. Auch Apple nutzte und nutzt diese On-board-Lösungen beim kleinen Macbook oder aber auch beim Mac mini. Die größeren Mobilrechner hingegen verfügten immer über einen Grafikprozessor mit eigenem Speicher, sprich eine sogenannte dezidierte Grafik. Das diese logischerweise leistungsfähiger ist, kostet dies jedoch auch mehr Strom – dem Akku würde theoretisch schneller die Puste ausgehen. Beim neuen MacBook Pro verwendet Apple hingegen nun eine Duallösung. Es befindet sich neben dem standardmäßigen GeForce 9400 M noch eine zweite GPU auf dem Board, die GeForce 9600 GT mit 256 bzw. 512 MB Speicher (in unserem Testmuster die kleine Variante).

Diese kann vom Nutzer manuell verwendet werden. Hierfür einfach in die Energieeinstellungen gehen und die schnellere Grafik wählen. Um diese dann im Anschluss zu nutzen, muss sich der Anwender jedoch erst abmelden vom System (Logout). Grundsätzlich sollte es jedoch zukünftig möglich sein, dies auch im laufenden Betrieb umzuschalten, hier warten wir noch auf ein Softwareupdate seitens Apple. Gemeinsam werden die GPUs im Übrigen nicht genutzt, der Anwender muss sich also entscheiden welche Grafik er bevorzugt. Laut Apple kostet die Verwendung der 9600 GT eine Stunde Batterieleistung (4 statt 5 Stunden Laufzeit). Da stellt sich natürlich die Frage, wie schlagen sich die beiden GPUs im Leistungstest. Da ich kein passionierter Spieler bin, überließ ich diesen Part einer objektiven Benchmarksoftware (Xbench). Die genauen Ergebnisse finden sich in unserer Bilderserie (genommen wurde ein Mittelwert aus jeweils drei Messungen).

MacBook Pro: Leistung und Wärme”

Schaut man sich im Vergleich die Gesamtleistung an, so fällt die Schnelligkeit der 9600GT kaum ins Gewicht. Beim Test der Quartz- und OpenGL-Beschleunigung hingegen ist der Vorsprung erwartungsgemäß etwas deutlicher. Jedoch ist es nicht so, dass die integrierte 9400 M hier hoffnungslos unterlegen wäre. Den meisten Anwendern wird wohl nur im Extremfall (Framerate bei Spielen etc.) ein Unterschied im laufenden Betrieb auffallen. Daher kann mein persönlicher Rat nur lauten, auch das MacBook Pro die meiste Zeit mit „abgespeckter“ Grafik laufen zu lassen, denn vor allem im Mobilbetrieb ist eine Stunde mehr oder weniger Laufzeit wichtiger. Ob man dann, zu Hause angekommen und den Rechner am Netz, immer sich die Mühe machen möchte auf die 9600 GT umzuschalten, muss jeder für sich entscheiden. Schon aus Gründen der Bequemlichkeit werden dies wohl die meisten Anwender verneinen.

Wärme- und Geräuschentwicklung
Das MacBook Pro arbeitet mit zwei Lüftern, diese drehen sich im „Lehrlauf“ ca. 2000 Mal in der Minute und sind kaum wahrzunehmen, sprich die Geräuschkulisse ist angenehm ruhig. Mich interessierte nun, was passiert wenn man das Book ein wenig „kitzelt“, sprich entsprechende Leistung einfordert. Zum Vergleich, bei meinem schwarzen MacBook zu Hause dreht sich der Lüfter ca. 1800 Mal in der Minute im „Lehrlauf“, jedoch sobald die volle Leistung gefordert ist (z.B. bei einem Skype-Videotelefonat), dreht er mit über 6000 Touren und macht mächtig Wind. Ganz anders hingegen das MacBook Pro, in meiner Testumgebung (Skype-Videptelefonat, drei Flashvideos gleichzeitig und jede Menge anderer Anwendungen) entlocke ich ihm nur ca. 2500 Umdrehungen. Es scheint, die Duallösung mit zwei Lüftern macht sich hier vor allem in der Geräuschkulisse bezahlt. Eine solche Leistungsanforderung lässt natürlich CPU und GPU ein wenig schwitzen, das Gehäuse bekommt davon allerdings nicht allzu viel mit. An den meisten Stellen lässt sich das MacBook Pro noch anfassen, ohne sich gefährliche Brandblasen zu holen. Allerdings punktuell (im hinteren, unteren Bereich) merkt man schon deutlich, die höhere Temperatur. Also auch beim neunen MacBook Pro gilt, nicht nackig auf dem Schoß WoW zocken oder andere Dinge tun. Wer dagegen eine Hose trägt darf den kleinen Alu-Grill auch gerne mal auf den eigenen Gehstelzen absetzen.

RAM-Austausch
Wie man schon feststellen konnte, lässt sich bei den neuen MacBooks (Pros) die Festplatte und auch der Akku leicht austauschen. Etwas komplizierter hingegen wird es beim RAM-Austausch, zunächst: ohne einen kleinen Kreutzschlitzschraubenzieher geht gar nichts. Insgesamt acht Schräubchen wollen entfernt werden um die Rückenabdeckung abzuheben, darunter befindet sich dann das Board inklusive der zwei RAM-Schächte. Es erfordert also Geduld und ein ruhiges Händchen, jedoch auch ein notorischer Grobmotoriker wie ich kann dies problemlos bewerkstelligen.

MacBook Pro: RAM-Tausch”

Noch ein Tipp, Apple verwendet für die Fassung unterschiedliche Schraubengrößen. Es empfiehlt sich hierfür, die entfernten Schrauben auf die Akkuabdeckung in der richtigen Position abzulegen. Ansonsten hat man im Anschluss viel Spaß beim Schrauben-Puzzle. Für uns als Händler ist diese Neuerung des RAM-Tausches allerdings nicht wirklich ein Fortschritt, denn unsere Kollegen an der Konfigurationsstrecke benötigen mehr Zeit und müssen auch sorgfältiger (Kratzergefahr) hantieren.

Fazit
Apples MacBook Pro ist definitiv ein Schmuckstück, lassen wir einmal die Diskussion zu FireWire400 und Glossy-Displays beiseite. Wer das direkte Vorgängermodell sein Eigen nennt wird allerdings noch nicht unbedingt upgraden müssen. Dagegen für Besitzer älterer Modelle (Pros als auch ältere MacBooks) könnte das neue Modell eine Überlegung wert sein.

Teil 1 des Produkttest findet sich hier.

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6 Kommentare

  1. avatar
    Kirsten schrieb am
    Bewertung:

    Hallo Sven,
    schöner Bericht, könntest du einen Geschwindigkeitseindruck der verbauten Festplatte geben?

    Danke Kirsten

  2. avatar
    Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    @ Kirsten: Einen direkten Benchmark habe ich jetzt nicht zur Hand, da das Book aber noch hier ist, werde ich mal übers Wochenende einen Vergleich mit meinem alten, schwarzen MacBook ziehen und einige, handfeste Daten nachreichen.

  3. avatar
    Kirsten schrieb am
    Bewertung:

    Sehr schön danke! Welche Festplatte ist denn verbaut? Welcher Hersteller?

    Gruss Kirsten

  4. avatar
    Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    @ Kirsten: Laut Systemprofiler handelt es sich um eine Hitachi HTS543225L9SA02, sprich dürfte mehr oder weniger identisch mit diesen Modell sein.

  5. avatar
    Kirsten schrieb am
    Bewertung:

    Hallo Sven, danke für die Information. Da man die Festplatte beim MBP ja sehr einfach wechseln kann, wäre ein Austausch der Platte ja kein Problem. Bin mal auf die Bechnmarks gespannt.
    Besten Dank Kirsten

  6. avatar
    Sven Kaulfuß schrieb am
    Bewertung:

    @ Kirsten: Sorry, hat etwas gedauert, doch nun hier die Benchmarkergebnisse des Disk Tests unter Xbench:

    MacBook Pro Unibody mit Hitachi HTS543225L9SA02: 40,42 bis 42,01 ; dazu im Vergleich

    Schwarzes MacBook älterer Bauart mit Seagate ST9160821AS (160 GB ebenfalls 5400 U/Min): 26,26 bis 27,23 ; ebenfalls im Vergleich mein aktueller Desktop-Mac

    Weißer iMac mit 2,33 GhZ Intel Core 2 Duo und Seagate ST3250824AS Q (250 GB mit 7200 U/Min): 47,8 bis 47,97

    Sprich das aktuelle MacBook Pro erreicht in der Festplattenperformance fast das Desktop-Niveau eines, wenn auch etwas älteren, iMacs.

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