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Sony Xperia Z4 Tablet samt Bluetooth-Tastatur im Test



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Bewertung
Top-Tablet, schwaches Keyboard
3,5

 Pro

  • Tablet: leichte Bauweise, sehr gute Verarbeitung, Top-Display, Massive Rechenleistung, Solider Sound
  • Keyboard: gute Verarbeitung, gute Konnektivität, leicht

 Contra

  • Tablet: schwacher Akku, lange Ladezeit, mäßige Kameraleistung

  • Keyboard: kleine Tasten, Halterung für Tablet nicht optimal, gewöhnungsbedürftiges Design der Halterung, kein Ladekabel, gibt dem angedockten Tablet wenig Stabilität

Endlich ist es mal wieder so weit: Sony säuselt mir mit dem Xperia Z4 Tablet einen Hauch von Tablet auf den Technik-Wunschzettel, der im 10,1-Zoll-Segment Maßstäbe setzen soll. 2.560 mal 1.600 Pixel, acht Rechenkerne, drei Gigabyte Arbeitsspeicher und vor allem schlappe 393 Gramm Lebendgewicht – damit liefert Sony auch eine beeindruckende Android-Kampfansage an das 437 Gramm leichte iPad Air 2.

Da versteht es sich für mich von selbst, das neue Mitglied der Xperia-Familie gleich einmal auf Gigahertz und Nieren zu testen, war ich doch seinerzeit schon vom ersten Xperia-Z-Tablet recht angetan. Und da Sony einigermaßen zeitgleich zum Tablet auch eine passende Bluetooth-Tastatur released, muss die ebenfalls zum Test herhalten. Also packe ich mir ein Paket aus Sony Xperia Z4 Tablet mit 32 Gigabyte und LTE und Sony BKB50 und schaue mir an, was das insgesamt 804 Euro schwere „Android-Notebook“ alles kann.

Lieferumfang

Ein bisschen Unboxing muss sein

Die Karton-Vorderseite erinnert an Apple.
Die Rückseite präsentiert einige Details.
Xperia Z4 Tablet im Karton
Tablet & Zubehör
Der Tastatur-Karton wirkt nicht besonders hochwertig.
Tastatur & Beilagen
Die Karton-Vorderseite erinnert an Apple.

Ich will mich diesmal nicht allzu sehr im Unboxing verlieren, denn weder das Sony Xperia Z4 Tablet noch die Bluetooth-Tastatur bringen klassenuntypische Box-Inhalte mit. Der Karton des Sony-Tablets an sich geht etwas in Richtung Apple-Design und präsentiert mir zuoberst das Tablet in einem Plastik-Umschlag. Darunter finde ich lediglich das Ladekabel in zwei Teilen sowie ein Info- und ein Garantie-Heftchen.

Der Tastatur-Karton hingegen hat mich etwas überrascht, denn das 159-Euro-Zubehör kommt in recht wabbeliger Pappe daher und macht einen ziemlich unattraktiven Eindruck. Zum Glück setzt sich dieser Eindruck nicht beim Keyboard selbst fort, das ausschließlich mit drei Beilage-Heftchen daherkommt. Überraschenderweise gibt es kein Ladegerät, das die Tastatur aber eigentlich braucht. Hier vertraut Sony wohl auf das Netzteil des Tablets.

Tablet

Die Tablet-Haptik überzeugt

Leichtes Sony-Tablet ...
... mit Softflow-Rückseite
Power-Button & Lautstärkewippe
microSD- & nanoSIM-Karten-Slot
Ladebuchse in microUSB-Bauweise
Meine Waage attestiert leichte 380 Gramm.
Leichtes Sony-Tablet ...

Beim Unboxing des Sony Xperia Z4 Tablet fiel mir zuerst das beachtlich geringe Gewicht des Androiden auf. Das bestätigt auch meine Waage, die dem Tablet leichte 380 Gramm attestiert. Dementsprechend angenehm liegt das 6,1 Millimeter schlanke Xperia in der Hand und selbst nach längerem Testen spüre ich vom Tablet-Gewicht wenig. Die serientypisch wasserdichte Verarbeitung des Z4 Tablet überzeugt ebenso und gibt sich ohne erkennbare Mängel. Dabei präsentiert sich mir der Sony-Androide mit Metall-Umlaufkante und angenehmer Softflow-Rückseite, die jedoch fast ausschließlich nur aus Plastik besteht.

Um das Tablet herum finde ich die wenigen nötigen Anschlüsse. So entdecke ich rechts den microUSB-Port, der gleichzeitig auch Ladeanschluss ist. Oben am Z4 verbergen sich hinter einer hakeligen Abdeckung der microSD- und der nanoSIM-Karten-Slot, daneben sitzt der Kopfhörer-Ausgang. Linkerhand komplettierten der gewohnt-silberne Power-Button und die Lautstärkewippe das Interaktions-Portfolio. Alle weitere Konnektivität löst das Sony-Tablet kabellos via WLAN-ac, Bluetooth und NFC. Eine Infrarot-Schnittstelle fehlt.

Tastatur

Durchwachsener Tastatur-Eindruck

Einrastmechanismus an der Tastatur
Ladebuchse & "Dock"
Mit 366 Gramm leichter als das Tablet
Angedockt ergibt sich ein kompaktes Notebook ...
... das aber durch den Einrastmechanismus ...
... Design-technisch eher ungewöhnlich anmutet.
Einrastmechanismus an der Tastatur

Werfen wir nun noch einen Blick auf die Tastatur. Die BKB50 besteht weitestgehend aus Plastik und gibt sich mit einzeln abgesetzten Tasten. In letzterem Punkt unterscheidet sich das Sony-Keyboard vom Type Cover des Surface 3, was darin resultiert, dass die Tasten deutlich filigraner, sprich: kleiner, daherkommen. Rechts an der Tastatur finde ich den microUSB-Ladeanschluss, für den wie schon erwähnt ein eigenes Ladekabel fehlt. An der unteren rechten Kante präsentiert sich mir zudem noch der Bluetooth-Schalter und ein Schieber, mit dem ich die Bluetooth- und NFC-Suchläufe initiiere.

Docking-Kontakte gibt es dementsprechend nicht, sondern nur eine Führung oben an der Tastatur, in die ich das Xperia Z4 Tablet einrasten muss. Das mutet schon recht ungewöhnlich an, vor allem, da hinten am Tablet dann die Rückseite der Führung recht wuchtig übersteht und das sonst so leichte Design durchbricht. Das Z4 Tablet sitzt dabei allerdings stabil und sicher und kann nicht aus der Führung rutschen. Nach vorn und hinten hat das Tablet allerdings Spiel, sodass es in diese Richtungen recht stark wackelt.

Was zudem kritisch ist: Die Tastatur wiegt nur 366 Gramm und damit weniger als das Tablet. Bei eingerastetem Xperia Z4 verlagert sich also der Schwerpunkt auf die Tastatur-Kante, auf der das Tablet aufsitzt. Arbeite ich mit der Kombi auf dem Schoß, kann es leicht passieren, dass sich das Gewicht auf das Tablet verlagert und das Konstrukt nach hinten umkippt. Hier bräuchte es deutlich mehr Stabilität.

Display

Starkes Display & solider Sound

Die gewohnte Display-Brillanz ...
... auf 2.560 mal 1.600 Pixeln
Die gewohnte Display-Brillanz ...

Kommen wir nun endlich zum Wesentlichen, der Technik. Das Sony Xpria Z4 Tablet zeigt sich mit relativ aktuellem Android 5.0.2, das ich dank Einrichtungs-Tour im Handumdrehen auf Vordermann und ins Netzwerk bringe. Von nun an genieße ich die bewährte, wenn auch bei weitem nicht Bloatware-freie Xperia-Oberfläche, die mit Ordnern für Google-Anwendungen und Werkzeugen noch recht aufgeräumt daherkommt.

Für die entsprechende Bildbrillanz sorgt das gewohnt hochwertige Sony-Display, das mit 2.560 mal 1.600 Pixeln auflöst. Die Bildschirm-Helligkeit stimmt, die Farben zeigen sich sehr knackig und, auch wenn die Helligkeit bei seitlicher Betrachtung leicht abnimmt, überzeugt auch die Blickwinkelstabilität. Das alles gilt natürlich im Wesentlichen für den Inneneinsatz. Bei strahlendem Sonnenschein im Garten muss das Display deutliche Kompromisse eingehen.

Apropos Kompromisse: Die schlagen mir beim Klang an der ein oder anderen Stelle entgegen. Sicherlich ist der Xperia-Sound nicht der schlechteste, aber die Räumlichkeit der Stereo-Lautsprecher lässt zu wünschen übrig. Im Gegenzug dazu können die wiedergegebenen Sound-Files sogar Spuren von Bass enthalten. Alles in allem eine solide, wenngleich nicht überragende Klang-Leistung.

Hardware

Satte Tablet-Power & gewohnt schwacher Akku-Atem

AnTuTu vergibt Bestwerte ...
... & schwärmt von der Performance des Tablet.
Viele Videotypen werden unterstützt ...
... darunter auch MKV & Co.
Gaming ohne Kompromisse
AnTuTu vergibt Bestwerte ...

Ein Achtkern-Prozessor von Qualcomm mit bis zu 2,0 Gigahertz? 3 Gigabyte Arbeitsspeicher? Das klingt doch stattlich. Und dass das Tablet diese Leistung auch abruft und für alle möglichen Apps zur Verfügung stellt, bestätigt das AnTuTu-Benchmark. Mit 54.734 Punkten empfiehlt sich das Xperia Z4 Tablet als hervorragende Gaming-Lösung und sticht damit viele Tablet-Konkurrenten aus.

In der Praxis teste ich das an „Modern Combat 5„. Auch hier zeigt der Sony-Androide eine Top-Performance ohne Ruckler oder Lags. Da versteht es sich von selbst, dass die Hardware auch Video-Entertainment souverän stemmt. Ausreichend Audio- und Video-Codecs versteht das Z4 dabei auch, wie AnTuTu zeigt.

Leider jedoch kann der Akku mit dieser Leistung nicht mithalten. Dieses Sony-typische Problem hat selbst die vierte Tablet-Generation nicht in den Griff bekommen. So sind schon nach einer Stunde Tippen bei maximaler Display-Helligkeit und zwangsweise eingeschaltetem Bluetooth über 20 Prozent des Akkus weg. Auf viel mehr als 6 Stunden kommt das Tablet im Dauereinsatz so leider nicht. Und auch an der Ladezeit hat sich nicht viel geändert, sodass ich das Sony Xperia am ehesten über Nacht auflade. Hier besteht Verbesserungsbedarf.

Tastatur im Einsatz

Hin- & hergerissen von der Bluetooth-Tastatur

Von den Design-Seltsamkeiten der Sony BKB50 Bluetooth-Tastatur habe ich ja bereits berichtet, jetzt soll es um die eigentliche Tauglichkeit des Keyboards gehen. Hinsichtlich der Tasten ist natürlich alles da, was ich benötige. Sogar einen Power-Button bringt das Keyboard mit, mit dem ich das Tablet zumindest ausschalten kann. Einschalten geht im Gegenzug logischerweise nicht, da das Xperia in dem Moment noch kein Bluetooth-Signal empfängt. Als Gegenleistung bekomme ich später auf dem Homescreen eine äußerst praktische Taskleiste inklusive Windows-ähnlichem Startmenü.

Während der Druckpunkt der Tasten noch absolut in Ordnung geht, empfinde ich deren Layout zum Tippen eindeutig zu klein. Zu oft haue ich daneben und zu sehr verkrampfen meine Hände. Für kurze E-Mails mag’s noch reichen, den ganzen Testbericht konnte ich jedoch nicht auf dem BKB50 schreiben.

Was mich ebenso stört, ist der Fakt, dass ich das Keyboard nicht zusammen mit dem Xperia Z4 Tablet aufladen kann. Das BKB50 hat zwar einen äußerst langen Atem und braucht den Strom im Wesentlichen nur zur Aufrechterhaltung der Konnektivität. Ist der Akku aber mal runter, während das Tablet schwächelt, muss ich beides nacheinander laden. Parallel geht’s nicht. Darüber hinaus fehlt mir am Keyboard ein richtiger Ausschalter für die Tastatur selbst. Ich habe keine Möglichkeit gefunden, das BKB50 auszuschalten.

Kamera

Ein Wort zur Xperia-Kamera

Etwas fahle Farben & verwaschene Details
Für Schnappschüsse kann das Tablet herhalten.
Etwas fahle Farben & verwaschene Details

Etwas verwundert war ich schon, als ich sah, dass die Hauptkamera des Z4 Tablet „nur“ 8,1 Megapixel mitbringt. Vielleicht liegt es einfach daran, dass Fotografieren nicht die Königsdisziplin eines Tablets ist. Den Beweis erhalte ich schnell vom Z4. So schieße ich mit der Hauptkamera allenfalls brauchbare Bilder, die aber nicht mit denen der Xperia-Smartphones mithalten können.

Erfreulicher zeigt sich hier die Frontkamera mit 5,1 Megapixeln, die Skype-Telefonate in ansprechender Qualität ermöglicht. Alles in allem sind die Kameras des Sony Xperia Z4 Tablet nettes Zubehör, Highlights werden daraus aber nicht.

Fazit

Sehr gutes Tablet, vor allem ohne Tastatur

Da ich vom Tablet eine bessere Meinung habe als von der Tastatur, möchte ich auch das Fazit auf die beiden Komponenten im Einzelnen ausrichten.

Fazit Sony Xperia Z4 Tablet: Tolles Display, beeindruckende Power und vor allem die ultraleichte Bauweise nebst stimmigem Design haben mich absolut vom neuen Sony-Androiden überzeugt. Aber wie steht es um die Negativa? Auf Top-Kameras kann ich bei einem Tablet verzichten, auf einen starken Akku hingegen nicht. Daher gebe ich einen Stern Abzug, womit das Xperia Z4 Tablet bei ordentlichen 4 Sternen landet.

Fazit Sony BKB50 Bluetooth-Tastatur: Leider kann das Sony-Keyboard nicht mit dem sehr guten Eindruck des Tablets mithalten. Die Verarbeitung lässt zwar keine Mängel erkennen, Funktionalität und Design hingegen verwundern. Die Tasten sind mir persönlich zu klein und das Tablet hat zu viel Spiel in der Halterung. Auch das Fehlen des Ladekabels kann ich nicht verschmerzen. Letzten Endes schafft es das Bluetooth-Keyboard lediglich auf 2,5 von 5 Sternen.

Mein Tipp: Wer ein Tablet mit sehr guter Tastatur sucht und weniger Wert auf Leichtgewichtigkeit legt, sollte zum Microsoft Surface 3 greifen, das sich in einem ähnlichen Preis-Segment um 800 Euro ansiedelt. Wer auf die Tastatur verzichten kann und ein ultraleichtes 10-Zoll-Tablet mit massiver Rechenleistung und Top-Display sucht, der wird beim Xperia Z4 Tablet fündig.

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