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Sony Xperia Tablet Z im Praxistest



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Bewertung
Sony Xperia Tablet Z
4,5

 Pro

  • Leichtgewichtig und ultraschlank
  • Hervorragende Leistung
  • Kontraststarkes Display
  • Wasserfest und staubgeschützt
  • Hochwertige Haptik
  • Gutes Software-Paket

 Contra

  • Kurze Akkulaufzeit
  • Schlechte Audioqualität
  • Kamera eher durchschnittlich

Das Maniküre-Set meiner Mutter. Das war es, woran mich einer der Tablet-Erstlinge aus dem Hause Sony erinnerte. Dabei wollte sich das Sony Tablet P ebenso wie sein keilförmiger Bruder, das Sony Tablet S, doch als Design-Antwort auf den allgegenwärtigen Tablet-Schlankheitswahn verstanden wissen.

Dass es nun gerade der Technik-Tycoon aus Japan ist, der mit dem aktuellen Xperia Tablet Z neue Maßstäbe in puncto Tablet-Schlankheit und Mobilität setzt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Dabei ist das Xperia Z weit mehr als ein erneuter Versuch, unter den Top-Anbietern für mobile Touch-PCs mitzumischen: Das Sony-Tablet setzt sich das hehre Ziel, das androide Vorbild der nächsten 10-Zoll-Generation zu werden.

Was das Xperia Tablet Z Konkurrenten wie dem iPad, dem Galaxy Tab oder dem Iconia Tab entgegensetzen kann, wird der Test zeigen.

Erster Eindruck

Leichtgewicht, das man nicht aus der Hand legen möchte

Ich gebe zu, ich bin etwas befangen: Ich wollte das Sony Xperia Tablet Z vom ersten Augenblick an mein Eigen nennen. Entsprechend habe ich mich auch für diesen Test rücksichtslos vorgedrängelt.

Nach langem Warten auf den Release des Geräts und die Lieferung des Test-Tablets konnte ich endlich meine inzwischen unbändige Neugier befriedigen. Da es sich um ein Vorserienmodell handelte, verlief das Unboxing äußerst unspektakulär: Schachtel auf, Luftpolster weg, Tablet raus. Das war‘s. Kein Zubehör, kein Handbuch, kein Ladekabel.

Die erste haptische Begegnung der Xperianischen Art überzeugte mich sofort: Mit 495 g Gewicht und 6,9 mm schlanker Bauweise liegt das Xperia Tablet Z in seiner Größenklasse konkurrenzlos leicht und angenehm in der Hand. Die gummierte Rückseite vermittelt einen gleichermaßen hochwertigen wie rutschsicheren Eindruck, während das Display im wahrsten Sinne des Wortes glänzt.

Anschlüsse wie microSD, microUSB oder miniHDMI liegen gut geschützt hinter bündig abschließenden, wasserdichten Verschlussklappen versteckt. Besonders beeindruckt hat mich darüber hinaus der Fakt, dass ich das Sony-Tablet im Portrait-Modus bequem in der linken Hand halten und mit der rechten bedienen kann.

Schlankes Design, hochwertige Verarbeitung
Anschlussvielfalt und wasserdichte Bauweise
Tablet-Leichtgewicht mit Full-HD-Brillanz
Schlankes Design, hochwertige Verarbeitung
Software

Elegantes Interface und übersichtliche Menüführung

Ich muss erneut etwas gestehen: Ich bin ein großer Fan des Sony-eigenen Android-Interface und war dementsprechend nach dem ersten Einschalten des Sony Xperia Tablet Z äußerst angetan vom übersichtlichen und intuitiven Homescreen und der schlichten, aber effektiven Menüführung.

Alles ist an seinem Platz, für die Ersteinrichtung nahm mich das Sony-Tablet Schritt für Schritt an die Hand und das Interface erschlug nicht mit voreingestellten Widgets und unnötigen Programmen.

Die zugrunde liegende Android-Version 4.1 wartet mit einigen nützlichen Apps und Features auf, bietet aber glücklicherweise keine unüberschaubare App-Flut, wie es zum Beispiel bei Samsungs aktuellen Tablets und Smartphones der Fall ist.

Auf die hauseigenen Entertainment-Networks könnte ich zwar auch noch gut verzichten, aber irgendeinen Kompromiss geht man wohl immer ein und für einige dürften die PlayStation-Zertifizierung und der (kostenpflichtige) Zugang zum “PlayStation Network” ja auch reizvoll erscheinen.

Widgets, Apps und HIntergründe einfach festlegen
Widgets, Apps und HIntergründe einfach festlegen
Vorinstallierte Apps

Nützliche Tools und Features bereits vorinstalliert

Anwendungen wie die Notiz-App verlockten mich zum stundenlangen Herumprobieren. Schließlich bietet sie eine Notizfunktion, einen Feature-reichen Zeichenblock und ein rudimentäres Layout-Tool, mit dem man spielend einfach Fotos, Karten, Text und Zeichnungen zu “Gesamtkunstwerken” verbindet.

Nützlich, schick und elegant präsentiert sich auch die “Socialife”-App, die News aus all meinen Social-Media-Kanälen bündelt und übersichtlich gekachelt darstellt. Als ähnlich nützlich erweist sich “Smart Connect”, mit dem ich verschiedene Routinen festlegen kann: Was soll mein Tablet nachts tun? Wie soll Musik unterwegs wiedergegeben werden? Wie soll sich die Entertainment-Zentrale zu Hause verhalten? Vor allem in Verbindung mit NFC und den Sony-SmartTags eine besonders clevere Funktion.

Überrascht hat mich darüber hinaus eine kleine Filmschnitt-App, die es erlaubt, Clips ineinander zu mischen und mit Musik zu unterlegen. Software-seitig präsentiert sich das Xperia Tablet Z also von einer übersichtlichen, aber durchweg überzeugenden Seite.

Notiz-App mit zahlreichen Funktionen und Einstellungen
Einfache Layouts in der Notiz-App
Social Media im Überblick dank "Socialife"
Ein einfaches Videoschnitt-Tool ist auch an Bord.
"Smart Connect" für einfache Einstellungsroutinen
Notiz-App mit zahlreichen Funktionen und Einstellungen
Display

Kontraststarkes Full-HD-Display mit Bravia-Engine

Natürlich nützt das schönste Interface nichts, wenn die Displayqualität gute Miene zum bösen Pixelspiel macht. Zum Glück hat sich Sony bei seiner neuen Tablet-Generation endlich für Full HD entschieden. Sicherlich, es geht noch mehr, wie das neue Apple iPad zeigt. Allerdings geht auch deutlich weniger – siehe brandaktuell die dritte Generation des Galaxy Tab.

Die Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln genügt vollends, um von der Website bis zum Blockbuster alle Inhalte in gestochener Schärfe wiederzugeben. Auch die Kontrastwerte des Bravia-Displays überzeugen, ganz zu schweigen von der Blickwinkelstabilität. Das Xperia Tablet Z bietet auch bei seitlicher Betrachtung bis etwa 160° ein kontrast- und beachtlich detailreiches Bild. Ein Manko jedoch: Die stark spiegelnde Oberfläche trübt beim Einsatz bei strahlendem Sonnenschein das Entertainment-Erlebnis.

Leistung

Quad-Core-Power ohne Kompromisse

Eine ebenso beeindruckende Show aus allen Blickwinkeln liefert der Quad-Core-Prozessor, der mit 1,5 GHz pro Kern mit der Konkurrenz problemlos mithält. Android, vorinstallierte Apps und die Nutzung verschiedener Anwendungen gleichzeitig bringen den Viertakter nicht aus der Ruhe.

Aber wie steht es mit rechenintensiveren Spielen? Vom Egoshooter “Shadowgun: DeadZone” über Rennspiele wie “Fast & Furious 6″ bis hin zu Rollenspielen wie “Dungeon Hunter 4″: Die Qualcomm-CPU zeigt keinerlei Schwächen. Lediglich bei rechenintensiven Spielen wie dem Aufbaustrategie-Hit “Megapolis” braucht der Prozessor beim Laden der komplexen Städte gelegentlich etwas Bedenkzeit.

Dieses Ergebnis belegen auch die Benchmark-Tests mit “AnTuTu” und “3DMark” und bestätigen dem Sony Xperia Tablet Z somit eine sehr gute Position in der Leistungs-Oberliga.

Autorennspaß pur mit "Fast & Furious 6"
Ruckelfreie Shoot-outs mit "Shadowgun: DeadZone"
Verlangt dem Xperia Z einiges ab: "Megapolis"
Das Sony-Tablet glänzt auch bei Rollenspielen wie "Dungeon Hunter 4"
Das Xperia muss sich im "3DMark"-Benchmark bewähren ...
... und erreicht eine hervorragende Platzierung.
Autorennspaß pur mit "Fast & Furious 6"
Hauptkamera

Solide Kameraleistung und zahlreiche Optionen

Man mag davon halten, was man will, aber eine Megapixel-starke Kamera gehört heute zum guten Tablet-Ton. Auch wenn kaum einer seine Kamera als adäquaten Ersatz für Digicam oder Spiegelreflex verstehen wird, legen zahlreiche Hersteller, so auch Sony, besonderen Wert auf aktuelle Technik und vielseitige Software.

So punktet das Xperia Tablet Z mit einer 8-MP-Hauptkamera, die solide Bilder schießt. Bei Bedarf nehme ich hierfür Einstellungen wie ISO oder Belichtungsmessung eigenhändig vor, wähle das passende Programm oder nutze die “überlegene Automatik”, die selbstständig das angemessene Szenen-Setup wählt. Die Bilder sind im Ergebnis je nach Lichtverhältnis gut bis sehr gut und dürften den Tablet-Schnappschießer zufriedenstellen.

Allerdings zeigen sich bei Low-Light-Verhältnissen schnell Schwächen der Kamera. Auf dem kontraststarken Full-HD-Display offenbaren sich Farbarmut und Bildrauschen doch bei dem einen oder anderen Bild und Video.

Positiv fallen die Bearbeitungsfunktionen auf. Von Effekten, die schon vor dem Auslösen gewählt werden (“Kaleidoskop”, “Zeichnung”, “Fischauge” & Co.), bis zu einfacher Bildretusche und -korrektur bietet das  Xperia Tablet Z zahlreiche Software-Optionen für den Alltagsfotografen.

Apropos Alltag: Auch Gelegenheits-Videografen kommen mit dem Xperia-Tablet auf ihre Full-HD-Kosten, wenngleich auch hier die erwähnten Low-Light-Schwächen mancher Erlebnis-Dokumentation einen bildrauschenden Pixelstrich durch die Rechnung machen.

Zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten schon vor dem Auslösen
8-MP-Hauptkamera mit guter Bildqualität
Funktionsvielfalt auch in der Nachbearbeitung
Zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten schon vor dem Auslösen
Audioqualität

Schwachstelle Audioleistung

Besonders imposant tönen die Marketingversprechen von Sony hinsichtlich des Tablet-Sounds: So soll das Xperia Tablet Z “dank hervorragendem Audio-Know-how” “mit vollem Klang näher an der Realität” sein. Realität ist hingegen, dass die Lautsprecher bereits bei 50-prozentiger Lautstärke übersteuern und scheppern. Daran ändern auch “Clear Phase”, “xLoud” und “S-Force Front Surround 3D” nichts, denn hinter diesen klangvollen Namen verbergen sich Krawallmacher-Technologien, mit denen die winzigen Lautsprecherchen überfordert sind.

Andernorts betont Sony, die 3D-Surround-Lautsprecher des Xperia Tablet Z seien so angeordnet, dass sie beim Halten des Tablets nicht mit den Händen verdeckt werden. Auch das erweist sich als hohle Phrase, denn besser könnten die Lautsprecher links und rechts unten am Tablet nicht hinter den Händen verschwinden. Audio-Connaisseure ignorieren die Tongeber am besten und greifen lieber zu externen Lösungen wie Jambox oder einem Kopfhörer.

Umfangreiche Audio-Optionen, aber die Soundqualität bleibt mau
Umfangreiche Audio-Optionen, aber die Soundqualität bleibt mau
Akku

Lange Akkuladezeit, mäßige Laufzeit

Ein letzter relevanter Punkt ist natürlich die Akkuleistung. Da meinem Vorserienmodell kein Ladekabel beilag, musste ich mich des Ladekabels meines Xperia-Smartphones bedienen. Das verrichtete seinen Stromgeberdienst, hatte aber gern sechs bis acht Stunden zu tun, um das Tablet Z voll aufzuladen.

Die Akkulaufzeit begeisterte mich leider auch nur mäßig. Im normalen Alltagsbetrieb bei reichlich Display-Helligkeit ging dem Xperia Tablet Z nach gut 6,5 Stunden die Puste aus, unter Gaming-Last sogar schon nach 4,5 Stunden. Lediglich bei vollen Stromspar-Geschützen und minimaler Nutzung schaffte es Sonys Designer-Stück in den zweistelligen Bereich.

 

Zu den Sony Xperia Z Tablets bei Cyberport

Fazit

Ultramobiles Tablet-Highlight mit leichten Mängeln

Zusammenfassend möchte ich zunächst meinem Bauchgefühl Ausdruck verleihen, denn Audio-Schwachstelle hin oder Akku-Mangelerscheinung her: Das Sony Xperia Tablet Z hat mich begeistert.

Oft habe ich mich ertappt, wie ich es einfach einmal zum sinnfreien Rumsurfen nebenbei zur Hand nahm oder alle paar abendunterhaltliche Minuten meinen Blick zum Tablet schweifen ließ. Das optisch wie haptisch ansprechende Design, die leichte Bauweise und die anstandslos guten Leistungsdaten taten ihr Übriges.

Als Kritikpunkte stehen einsatzortabhängig das spiegelnde Display, die schlechte Soundqualität und die Akkuproblematik zu Papier. Diese Punkte bügelt das Sony-Tablet aber mit besten Entertainment-Qualitäten und funktionaler Software wieder aus. Damit avanciert das Sony-Tablet für mich zum Tablet des Jahres 2013.

Wer sich selbst überzeugen möchte: Das Tablet-Leichtgewicht gibt es bei Cyberport derzeit ab 479,- Euro und mit wahlweise 16 oder 32 GB internem Speicher. Als Farbvarianten stehen Weiß und Schwarz zur Verfügung. Auch UMTS- und LTE-fähige Xperias bietet das Portfolio.

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