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Sony VAIO Fit 13A im Convertible-Test



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Bewertung
VAIO Fit 13A
4

 Pro

  • Vielseitigkeit
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Gute Bild-Qualität
  • Ordentliche Anschlussvielfalt
  • Großes Software-Paket
  • Gute Grafikleistung
  • Vielfältiges Zubehör
  • Clevere Lade-Buchse
  • Gute Bedienung der Windows-8-Kacheln

 Contra

  • Als Tablet zu schwer
  • Turbo-Boost nicht steuerbar
  • Stift-Funktion nicht optimal
  • Display spiegelt stark
  • OCR-Erkennung rudimentär
  • Lauter Lüfter
  • Relativ teuer

Schöne neue Notebook-Welt: Wer heute mit dem Kauf eines Mobil-Rechners liebäugelt, findet eine Unmenge ansprechender Konzepte vom Touch-versierten Ultraleicht-Book bis zum wandlungsfreudigen Tablet-Hybriden. Dabei ist es sinnvoller denn je, das Traum-Notebook in spe selbst zu testen, statt nur die Tech-Specs zu analysieren.

Gleiches gilt auch für das neue Sony-Convertible VAIO Fit 13A: Auf dem Datenblatt uneingeschränkt empfehlenswert, muss das VAIO vor allem beim Nutzungsprinzip überzeugen. Hier verspricht Sonys Notebook-Tablet-Hybrid dank Windows 8, Multitouch-Screen, Stift-Bedienung und hochwertiger Aluminium-Bauweise Großes – zumindestens auf dem Papier. Wie sich diese Convertible-Elemente des mir zur Verfügung stehenden Vorserien-Geräts im Alltag bewähren, wird der Praxistest zeigen.

Lieferumfang

Viel drin im Karton

Aber nehmen wir das VAIO zunächst einmal in Augenschein: So offenbart sich mir die silberne Aluminium-Oberseite des Sony-Convertibles ohne zusätzliche Umverpackung gleich nach dem Öffnen des Kartons. Darunter entdecke ich ein doch beachtliches Zubehör-Portfolio.

Neben dem üblichen Ladekabel in zwei Teilen ist auch ein VGA-zu-HDMI-Adapter im Lieferumfang enthalten. Das überrascht und erfreut gleichermaßen, vergrößern sich hierdurch die Anschluss-Möglichkeiten des VAIO um eine andernfalls für ein Ultrabook zu ausladende Option.

Ein weiteres Mal überrascht mich Sony, als ich einen schicken Stylus im Zubehör finde, der eine Ersatzspitze und die passende Batterie gleich mitbringt. Somit zeichnet sich für das VAIO neben klassischer Tastatur- und moderner Multitouch-Bedienung auch komfortable Stifteingabe als Nutzungsmöglichkeit ab.

Das VAIO Fit weiß also beim Unboxing uneingeschränkt zu begeistern.

Kleiner Karton für ein kompaktes Book
Der erste Anblick verspricht Hochwertiges.
Convertible mit reichlich Zubehör
Das Display spiegelt leider ordentlich.
Ethernet-Adapter mit Modem
VGA zu HDMI
Kleiner Karton für ein kompaktes Book
Look & Feel

Hochwertig, aber zu schwer für eine Hand

Der erste haptische Eindruck, den das Fit bei mir hinterläßt, ist ebenfalls durchaus positiv. Dank Display-Rückseite und Tastatur-Umrandung aus gebürstetem Aluminium wirkt das VAIO besonders hochwertig sowie robust und gibt sich Fingerabdruck-resistent. Die Tastatur selbst ist gut gewichtet und sieht mit ihren silberner Tasten edel aus. Leider sorgt die Hintergrundbeleuchtung bei noch ausreichendem Umgebungslicht dafür, dass die Buchstaben nur schwer zu erkennen sind.

Beim Äußeren des VAIO Fit gibt es nur kleinere Kritikpunkte. Das Convertible ist sauber verarbeitet, allerdings knarzt das VAIO schnell, da sich die Gehäusewanne leicht verbiegen lässt. Entlang der Linie auf der Display-Rückseite, an der das Sony vom Notebook zum Tablet verwandelt wird, lässt sich der Displaydeckel zudem eindrücken. Das kann dem Convertible aber aus konzeptionellen Gründen nicht angelastet werden.

Apropos Tablet: Den Schieber für den Wechsel der Geräte-Modi finde ich mittig unter dem Display und mit etwas Fingerspitzengefühl klappt die Verwandlung recht flott. Während der Notebook-Modus über jeden Zweifel erhaben ist, krankt das VAIO im Tablet-Modus am doch recht hohen Gewicht: Mit 1,3 Kilogramm nutze ich das Tablet bequem auf der Couch oder am Schreibtisch. Für das Halten mit einer Hand ist es aber deutlich zu schwer. Und mit dem dritten, dem Präsentations-Modus, habe ich mich während des Tests gar nicht anfreunden können, da er mir keinen Mehrwert bot. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass diese Einstellung gerade im Zug oder Flugzeug die Möglichkeit bietet, platzsparend ein paar Filme zu schauen und sich so die Reisezeit zu vertreiben.

Nun noch einen Blick auf die Anschlüsse: Sowohl Tablet als auch Notebook profitieren von zwei USB-3.0-Ports, einem Kopfhörer- und einem HDMI-Anschluss, den andere Ultrabooks häufig ausschließlich als Mirko-HDMI-Lösungen anbieten. Natürlich ist auch der klassische SD-Kartenleser an Bord. Die Lade-Buchse präsentiert sich zudem mit einem cleveren Feature: Das Ladekabel wird nur leicht eingeklinkt und bleibt dadurch beweglich. Somit gehören versehentlich verbogene oder durch Stöße beschädigte Stecker der Vergangenheit an. Schade hierbei ist lediglich, dass sich das Kabel auch gern mal unbemerkt löst. Aber wenigstens werfe ich das Convertible so nicht aus Versehen vom Tisch, sollte ich mich einmal im Kabel verheddern.

Schlanke Aluminium-Schönheit
Schieber für die Verwandlung in den Tablet-Modus
Die Hintergrundbeleuchtung macht die Buchstaben schwer lesbar.
Schlanke Aluminium-Schönheit
Display

Sony-typische Display-Brillanz

Doch schalten wir das VAIO endlich an und werfen einen Blick auf die Leistung des 13,3-Zoll-Displays. Nach dem sekundenschnellen Systemstart begrüßt mich die Kacheloberfläche von Windows 8 Professional in Full HD, satten Farben und knackigen Kontrasten. Die Schwarzwerte zeigen zwar eine leichte Neigung ins Graue, aber jenseits davon macht das so genannte Triluminos-Display für Mobilgeräte eine durchweg überzeugende Figur.

Auch bei Display-Helligkeit und Blickwinkel-Stabilität weiß das VAIO zu begeistern. Das dargestellte Bild ist selbst bei seitlicher Betrachtung ordentlich hell und zeigt keine Farbschwächen oder gar Umkehrungen. Lediglich die stark reflektierende Display-Oberfläche trübt den Bildgenuss und macht so gut wie jeden Außeneinsatz zur Herausforderung.

Als Convertible setzt das Sony-Book natürlich auf Multitouch und das gestaltet die Bedienung der Windows-8-Kacheln sowohl im Notebook- als auch im Tablet-Modus besonders angenehm. Auf dem klassischen Windows-Desktop macht die Touch-Bedienung hingegen wenig Sinn, hier kann der Kleinteiligkeit des Windows-Layouts kaum etwas entgegensetzt werden.

Tablet-typisch wechselt das Display beim Drehen des Books darüber hinaus vom Landscape- in den Portrait-Modus. Das klappt zwar genauso reibungslos wie die übrige Display-Interaktion, dauert aber mit zirka 1 Sekunde pro Wechsel für meinen Geschmack zu lang.

Hardware

Was steckt drin im Fit?

Auf dem Datenblatt schindet das Sony VAIO Fit 13A mächtig Eindruck. Neben einer 256 Gigabyte großen SSD und 8 Gigabyte Arbeitsspeicher heizt ein Core i7 mit zwei Kernen aus Intels aktueller Haswell-Generation dem VAIO ein. Hinzu kommt die Onboard-Grafiklösung Intel HD 4400 sowie das Sony-typische Konnektivitäts-Bouquet aus WLAN, Bluetooth und NFC.

Aber was leistet das Fit nun wirklich? Als erstes fällt die rasante Geschwindigkeit beim Booten und bei Systemstarts auf. Hierfür zeigt sich die verbaute SSD verantwortlich, die mit 256 Gigabyte ordentlich, wenn auch nicht überragend aufgestellt ist – zumal davon nur zirka 160 Gigabyte zur freien Verfügung stehen. Als nächstes macht sich der Lüfter bemerkbar, der – leider Sony-typisch – selbst bei geringer Last hörbar hoch tourt.

Den Test der Prozessorleistung überlasse ich zunächst den Benchmarks “3D Mark 11″, “Cinebench R15″ sowie “PC Mark 7″ und die kommen zu ernüchternden Ergebnissen: Alle Benchmarks ranken das Sony-Book im untersten Performance-Bereich, noch unter den Office-PCs. Dabei testen die Benchmarks jedoch die Performance, ohne den Turbo Boost zu bemühen. So werkelt das VAIO nur mit 1,8 statt 3,0 möglichen Gigahertz und schneidet dadurch schlechter ab. Das lässt mich näher hinsehen und offenbart mir, dass ich den Turbo Boost weder im BIOS noch im Windows-OS manuell steuern kann – enttäuschend.

Dass es keine Reserven hätte, muss sich das Sony-Ultrabook hingegen nicht vorwerfen lassen. Denn entgegen der Benchmark-Tests lässt sich das Fit auch von aktuellen Blockbuster-Games nicht gleich in die Knie zwingen. So serviere ich dem 13,3-Zoller mit “Battlefield IV” kurzerhand ein leistungstechnisch äußerst ausladendes Grafik-Menü, das das VAIO ohne großes Zögern “verkostet”. Das Ergebnis: Mit moderaten Ladezeiten und einer Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixeln läuft das Spiel souverän und weitestgehend ruckelfrei – zumindest bis ich die ersten intensiveren Gefechte in Angriff nehme oder den Multiplayer bemühe. Auch wenn es sich hier nicht um ein klassisches Gaming-Notebook handelt, ist die Leistung der verbauten Onboard-Grafik aber durchweg respektabel.

Abschließend noch ein Wort zur Konnektivität: Das WLAN-n-Modul macht einen ausnahmslos guten Job und leistet sich keine Ausfälle. Und auch das Pairing mit meinem Sony-Smartphone via NFC und Bluetooth funktioniert reibungslos.

Beim "3DMark"-Benchmark ...
... kommt das VAIO ziemlich schlecht weg.
Das "Cinebench R15" ...
... kommt zu ähnlichen Ergebnissen.
Beim "3DMark"-Benchmark ...
Stift & Software

Stift-Option & Software-Vielfalt

Wie zahlreiche Konkurrenten aus den Tablet- und Ultrabook-Segmenten verfügt auch das VAIO 13A über einen Stylus, der dem Paket beiliegt. Der Stift selbst ist hochwertig verarbeitet und bringt dank Aluminium-Bauweise und Batteriebetrieb das nötige Gewicht auf die Waage, um gut und schreibfreundlich in der Hand zu liegen. Auf die Positionierung meiner Hand auf dem Touchscreen brauche ich bei der Arbeit mit den Stylus nicht zu achten, denn die Touch-Eingabe wird deaktiviert, sobald sich der Stift dem Display nähert.

Funktional arbeitet der Digitizer am besten mit den eigens auf ihn zugeschnittenen Programmen. App-seitig seien hier “VAIO Clip” und “VAIO Paper” genannt, mit denen ich Materialien für Präsentationen sammle und organisiere sowie handschriftliche Notizen und Zeichnungen mache. Das klappt zuverlässig und geht leicht von der Hand. Und auch bei Präsentationen mit “Power Point” oder der Arbeit mit OneNote lassen sich mühelos handschriftliche Notizen einfügen. Interessant für die Kreative unter euch: Ab dem Frühjahr sollen die neuen Modelle des VAIO Fit über eine vorinstallierte Version von “Adobe Photoshop Elements” verfügen. In Kombination mit dem drucksensitiven Stift dürfte das definitiv interessant sein.

Weniger zufriedenstellend lief während des Testzeitraums die Handschrift-Erkennung. Zu selten kam das digitale Ergebnis dem nah, was ich eigentlich glaubte, geschrieben zu haben. Auch bei der handschriftlichen Eingabe von URLs im Browser tut sich die Texterkennung schwer und im klassischen Desktop fehlen zahlreiche Stiftroutinen, was den Stylus an der Stelle nahezu nutzlos macht – verschenktes Potenzial und damit äußerst schade.

Als ebenso schade empfand ich, dass die auf der IFA 2013 noch so hoch gelobte Foto-zu-Text-Technologie eher rudimentär funktioniert. Die 8-Megapixel-Kamera leistet hier zwar ebenso souveräne Arbeit wie die Scanner-App, allerdings krankt das System an einer OCR-Schwäche. So mache ich ein Foto einer gedruckten Buchseite, wende die OCR-Umwandlung an und erhalte ein leider äußerst durchwachsenes Ergebnis, das mit dem Originaltext nicht mehr viel zu tun hat und massive Nachbearbeitung verlangen würde.

Positiv fällt im Gegenzug dazu auf, dass das Sony-Book neben der obligatorischen 30-Tage-Version von “Office 365” die komplette Multimedia-Suite “Imagination Studio” an Bord hat. Ob Videoschnitt, Audio-Mastering oder Blu-ray-Authoring, für das nächste Film- oder Musikprojekt bringt das Sony eine ansprechende semi-professionelle Lösung mit.

Ein Stylus liegt dem 13A bei.
"VAIO Paper"-App als Kreativtool
Die Kamera liefert gute Bilder.
Die OCR-Texterkennung hingegen ...
... leistet sich auch bei einfachen Aufgaben Schwächen.
Software wie "DVD Architect Studio 5.0" ...
... oder "Movie Studio Platinum 12.0" sind vorinstalliert.
Ein Stylus liegt dem 13A bei.
Fazit

Gutes Convertible-Paket mit Luft nach oben

Welchen Gesamteindruck hat das Sony VAIO Fit 13A nun schlussendlich hinterlassen? Optisch und haptisch zunächst einen sehr guten. Die Verarbeitung überzeugt, das Gewicht ist im Notebook-Modus angenehm gering, die Anschlussausstattung zufriedenstellend. Der Convertible-Faktor spielt hier positiv rein, denn die Vielseitigkeit des Notebook-Tablet-Hybriden macht durchaus Spaß.

Technisch bietet das Book ein sehr gutes Touch-Display, eine interessante, wenn auch nicht vollständig ausgereifte Stift-Funktion sowie ein stattliches Hardware-Paket, das sich dennoch Kritik gefallen lassen muss. Denn ignorieren wir einmal den Convertible-Fakt, findet sich eine Vielzahl technisch ebenbürtiger Notebook-Konkurrenten zum deutlich günstigeren Preis. Im Umkehrschluss erhalten Leistungs-Hungrige im 1.500-Euro-Segment des VAIO-Books gut und gerne die doppelte Core-Zahl, mehr Speicherressourcen sowie dedizierte Grafik.

Das macht deutlich: Wer sich für ein VAIO Fit entscheidet, entscheidet sich nicht für ein Maximum an Leistung, sondern für den lifestylischen Convertible-Faktor. Und bei einem doch recht stolzen Preis von derzeit 1.499 Euro in der vorliegenden Konfiguration sollte sich jeder bewußt für diesen entscheiden. Eins steht dabei allerdings fest: Wo immer ihr mit dem Sony VAIO Fit 13A auftretet, sobald ihr die Wandlungsfähigkeit des Notebooks präsentiert, sind staunende Blicke garantiert.

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