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Seagate Laptop SSHD mit 1 Terabyte im Praxis-Test



Zugeordnete Tags Seagate | Festplatte | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Schnelle Hybrid-Platte
4,5

 Pro

  • Sehr gute HDD-Platte
  • Hohe Geschwindigkeit dank SSD-Part
  • Günstiger Preis
  • Lernfähig dank "Adaptive Memory"-Technologie
  • Spielend leichter Einbau
  • PlayStation-Tauglichkeit

 Contra

  • Nicht ganz so schnell wie reine SSDs

0,46. Nein, ich spreche nicht über die Benzinpreise der 50er. Vielmehr stehen hier Speicherpreise zur Debatte und der besagte halbe Euro bringt heute satte 10 Gigabyte internen Festplattenspeicher – per klassischer HDD wohlgemerkt. Wer mehr Speed sucht, greift zur SSD und bekommt für den gleichen Preis etwas mehr als 1 Gigabyte.

Welches Ressourcen-Schweinder’l hätten’s also gern? Das große mit viel Gigabyte für wenig Geld? Oder eher das Rasante mit überschaubareren Ressourcen zum etwas stattlicheren Preis? Warum nicht beides, fragt Seagate und liefert mit der Laptop SSHD eine clevere Hybrid-Speicherlösung, die SSD-Geschwindigkeit und Gigabyte-Vielzahl vereint. Mit 0,8 Euro pro 10 Gigabyte ist die SSHD dabei deutlich günstiger als jede SSD. Aber ob die vorliegende 1-Terabyte-Version (Modell ST1000LM014) mit ihren 64 Megabyte Cache und den 8 Gigabyte Flash-Speicher den schnellen Solid States das Wasser reichen kann, wird der Praxistest zeigen.

Lieferumfang

Kein Unboxing, kein Zubehör

Da ich ein Testgerät direkt vom Hersteller erhalten habe, kann ich nicht viel zum Unboxing sagen, habe ich doch außer der SSHD und ihrer antistatischen Umverpackung nicht viel auszupacken. Dennoch möchte ich ein, zwei Worte über den Lieferumfang der Serienversion verlieren.

Zunächst: Da es sich bei der getesteten Laptop SSHD um die klassische 9,5-Millimeter-Ausführung handelt, verwundert es nicht, dass die Festplatte ohne den üblichen Spacer auskommt, der schlankeren SSDs gern beiliegt. Den Maßen nach passt die Platte exakt in jedes normale Notebook und für den Anschluss via SATA ist kein weiterer Schnickschnack nötig.

Und noch ein Wort zur Software: Die Laptop SSHD will sich als Alternative zur SSD verstanden wissen. Wie aber geht Seagate mit dem Thema Datenmigration um? Der Festplatte an sich liegt keine Software bei, allerdings bietet der Hersteller den sogenannten DiscWizard zum Download an. Damit hält Seagate mit den SSD-Konkurrenten von Samsung und Toshiba mit und bereichert die SSHD-Klasse um ein äußerst sinnvolles Feature. Für den weiteren Test allerdings wird die Migrations-Lösung keine Bedeutung haben, da ich die schöne neue Platte nicht mit meinem vollgestopften System plagen und damit die Testergebnisse beeinträchtigen möchte.

Der Lieferumfang
Kompakte SSHD
Der Lieferumfang
Testsystem

Ab damit ins Notebook

Migrations-Tools hin oder her, es wird Zeit, dass die Seagate Laptop SSHD ihrer Testumgebung, meinem Asus-N75SF-Notebook, „Hallo“ sagt. Also, Gehäusewanne aufschrauben, Deckel lösen und alte Festplatte ausbauen. Diesmal muss ich selbst den Spacer entfernen, da die Seagate bündig in den Laufwerkschacht passt. Nach dem Einbau gesellt sich die SSHD folgendem Hardware-Paket hinzu:

  • Prozessor: Intel Core i7-2670QM Quad-Core mit 2,2 GHz
  • Arbeitsspeicher: 2x 4 GB DDR3-RAM
  • Grafikkarte: NVIDIA GeForce GT 555M mit 2 GB RAM
  • Festplattenanschluss: SATA II
  • Test-Betriebssystem: Windows 7 Ultimate

An dieser Stelle sei angemerkt: Die Seagate-Festplatte kommuniziert via SATA III und findet daher in meinem SATA-II-Notebook einen etwas begriffsstutzigeren Gesprächspartner. Wer aber ein SATA-III-Book sein Eigen nennt, kann die folgenden Testwerte noch deutlich toppen. Und auch Windows 8 hat dem Windows-7-System des Tests in Kombination mit der Laptop SSHD sicherlich noch einige Sekündchen voraus.

Die SSHD in der Testumgebung
Die SSHD in der Testumgebung
Adaptive Memory

Intelligentes Flash-Management dank "Adaptive Memory"

SSDs sind nicht wählerisch. Selbst Platten im niederen dreistelligen Gigabyte-Bereich bieten genügend Platz für ein komplettes Betriebssystem und beschleunigen so wahllos alles, was an Daten und Prozessen kreucht und fleucht. Ein Hybrid-Speicher wie die Seagate Laptop SSHD muss bei 64 Megabyte Cache und gerade einmal 8 Gigabyte Flash deutlich selektiver vorgehen, um den Geschwindigkeitswerten einer klassischen SSD nahe zu kommen.

Bei Seagate heißt das Zauberwort hierfür „Adaptive Memory“. Diese Technologie basiert auf verschiedenen Algorithmen, mit denen die Datenströme auf der SSHD verfolgt und häufig genutzte Daten auf dem Flash-Anteil der Platte priorisiert werden. Der NAND-Flash „trifft die Entscheidung“ dabei selbst, welche Prozesse für bessere Leistung auf Rechner-Ebene relevant sind, ohne dass Rechner oder Treiber eingreifen. So sollen laut Hersteller Boot- und Programmladezeiten im Bereich von SSDs möglich sein – vorausgesetzt, ich gebe der Festplatte genügend Zeit zum Lernen. Mal schauen, ob’s klappt.

Zeittests

Drei Tage mit der Stopp-Uhr im Anschlag

Nach dem Einbau der SSHD habe ich der Platte zunächst ohne Hektik und Zeitmessung ein frisches „Windows 7 Ultimate“-System gegönnt. Danach standen für mich zwei Test-Szenarien im Fokus: 1.) die Boot-Zeiten und 2.) die Zeit, die die Platte benötigt, um Photoshop CS6 nebst 1,8-Gigabyte-File komplett zu laden. Hierfür habe ich beide Szenarien an drei aufeinanderfolgenden Tagen je zehnmal durchgespielt. Als kleiner Vergleich vorab: Die bisher von mir getesteten SSDs starteten Windows in durchschnittlich 19 bis 24 Sekunden, Photoshop nebst Datei in 13 bis 19 Sekunden.

Tag 1: Der Boot-Prozess startet zuerst gemächlich mit 41,6 Sekunden und bleibt auch während des ersten Test-Zyklus‘ mit durchschnittlich 40,53 Sekunden noch ein ganzes Stück vom SSD-Standard entfernt. Photoshop zündet initial mit lahmen 53,1 Sekunden, schafft es dann aber durchschnittlich auf immerhin 36,64 Sekunden.

Tag 2: Heute ist die Seagate-SSHD schon etwas schneller unterwegs und schafft den kompletten Systemstart in durchschnittlich 37,43 Sekunden. Auch Photoshop ist etwas flotter unterwegs und präsentiert mir mein File nach im Schnitt 33,92 Sekunden.

Tag 3: Windows hat abermals eine kleine Schippe zugelegt und ist inzwischen schon nach 33,86 Sekunden einsatzbereit. Und ebenso lässt sich Photoshop nicht lumpen und steht mir nach 32,86 Sekunden zur Verfügung.

Alles in allem verrichtet die Laptop SSHD dank „Adaptive Memory“-Technologie ihren recht flotten und vor allem flotter werdenden Dienst. Einer klassischen HDD ist die Seagate-Platte dabei ein ganzes Stück voraus, an den Speed klassischer SSDs reicht sie im 3-Tage-Test jedoch nicht ganz heran.

Benchmark

Ein bisschen Benchmark muss sein

Im Zeittest schlug sich die SSHD wacker, aber was macht sie im AS-SSD-Benchmark? Ich gebe zu, da sich der SSD-Part der Festplatte nicht separat ansteuern lässt, kann die Terabyte-Platte im Vergleich zu klassischen SSDs nur verlieren. Und wie zu erwarten war, schafft sie auch nur einen winzigen Bruchteil der Leistung reiner Flash-Speicher.

Was mich jedoch überrascht: Im Vergleich zur zweiten und älteren HDD in meinem Notebook legt die Seagate-SSHD je nach Test noch einmal 50 bis 80 Prozent Geschwindigkeit zu – und das, obwohl beide Festplatten mit 5.400 Umdrehungen pro Minute arbeiten. Als reines HDD-Update ist die Seagate-Platte folglich ein Gewinn und eine uneingeschränkt empfehlenswerte Investition.

Benchmark: Klassische HDD (links) vs. Seagate-SSHD (rechts)
Benchmark: Klassische HDD (links) vs. Seagate-SSHD (rechts)
Gaming-Tipp

Gaming-Tipp: die Seagate in der PS4

Bevor ich zum Fazit komme: Die vorliegende Seagate Laptop SSHD hat sich seit Erscheinen in einem anderen Bereich jenseits der Notebook-Welt etabliert. Sie erfreut sich großer Beliebtheit bei der PlayStation-4-Community. Der Grund: Die ST1000LM014 passt perfekt in die Konsole, verdoppelt die werksseitigen Speicher-Ressourcen und beschleunigt die PS4 auf annähernd SSD-Geschwindigkeit. Gamern sei die Hybrid-Festplatte also wärmstens empfohlen. Eine Einbau-Anleitung bieten die einschlägigen Foren oder auch Chip.

Fazit

Günstige Festplatte mit ordentlicher Geschwindigkeit

Mit der 1 Terabyte großen Laptop SSHD gelingt Seagate die Symbiose aus speicherstarker klassischer HDD und rasanter SSD mit Bravour. Für günstige 81,90 Euro erhält der Ressourcenhungrige eine fortschrittliche Festplatte mit 5.400 Umdrehungen pro Minute, die den Geldbeutel nur unwesentlich mehr belastet als eine normale HDD und dank SSD-Turbo so mancher Mittelklasse-SSD beachtlich nahe kommt.

Auch die „Adaptive Memory“-Technologie trägt zum durchweg positiven Gesamtbild der Seagate-Festplatte bei und überzeugt dank intelligenter Speicher-Algorithmen Tag für Tag mit einem Quäntchen mehr Geschwindigkeit. Und natürlich ist auch die PlayStation-Tauglichkeit ein absolutes Vielseitigkeits-Killerargument für die Laptop SSHD.

Apropos Vielseitigkeit: Für Ultrabook-Fans, die auf der Suche nach mehr Ressourcen sind, bietet Seagate auch die Thin-Variante der Laptop SSHD mit wahlweise 7 oder 5 Millimetern Bauhöhe an. Spätestens damit ist die Seagate-Platte über jeden Preis-Leistungs-Zweifel erhaben.

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