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Samsung Galaxy S6 Edge im Test



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Zugeordnete Tags Samsung | Edge | Smartphone
Bereiche

Bewertung
Neues Design, gute Materialien, aber mit Schwächen
4

 Pro

  • Gewählte Materialien
  • Verarbeitung
  • Kamera
  • Design
  • Ausstattung

 Contra

  • Akku
  • Preis
  • Handling
  • Keine Speichererweiterung
  • Kein austauschbarer Akku

Es ist das neue Flaggschiff aus dem Hause Samsung, das die Trendwende einleiten soll. Zuletzt waren die Quartalszahlen und Umsätze bei Samsung stark zurückgegangen. Zu sehr hat sich das Image des Plastik-Smartphones mit geringer Qualität in die Köpfe der Kunden eingebrannt.

Während andere Hersteller bereits seit Jahren auf edle Materialien wie Glas oder inzwischen auch Aluminium setzen, bestanden Samsungs teure Top-Smartphones lange Zeit aus Plastik. So zumindest wurden sie in der breiten Masse wahrgenommen. Genau davon will Samsung mit dem neuen Galaxy S6 Edge weg und präsentiert neben wertigeren Materialien auch neue Innovationen. Was diese taugen und ob das neueste Gerät aus dem Haus Samsung wieder überzeugen kann, klären wir nun hier.

Design

Design & Materialien - die größte Neuerung

Bereits bei der Verpackung merkt man, dass Samsung eine Veränderung herbeiführen möchte. Auch wenn sie weiterhin aus Recyclingpapier besteht, wirkt die Packung nun nicht mehr, als wäre sie aus einer alten Zeitung zusammengeklebt. In Weiß-Grau mit silbernem Aufdruck sieht sie deutlich hochwertiger sowie ansehnlicher aus und ist ebenso um einiges robuster. Auch wenn ich sie mir weiterhin nicht in den Schrank stellen würde, hat sich die Qualität deutlich verbessert, was einen guten ersten Eindruck hinterlässt.

In der Verpackung befindet sich neben dem S6 Edge selbst ein microUSB-2.0-Kabel für den Datentransfer und in Verbindung mit dem Netzadapter das passende Netzteil. Außerdem das typische einfache Headset sowie eine kurze Bedienungsanleitung mit Sicherheitshinweisen. Das komplette Zubehör ist in Weiß gehalten.

Das Samsung Galaxy S6 Edge selbst wirkt auf den ersten Blick sehr interessant und besonders. Es scheint, als wäre es aus einem Block Aluminium gefräst und in Bronze lackiert. Samsung verkauft das S6 Edge jedoch mit der Farbbezeichnung Gold, wonach es in meinen Augen nicht aussieht.

Auf den zweiten Blick erkennt man, dass nur der Rahmen aus Aluminium besteht, offenbar stark vom iPhone 6 inspiriert. Dies soll uns hier aber nicht stören. Vorder- und Rückseite sind vollständig aus Glas, was ich nicht in jeder Situation gut finde. Besonders die Rückseite ist dadurch sehr glatt und fühlt sich schnell etwas schmierig an, zudem zieht sie Fingerabdrücke stark an. Eine Aluminiumrückseite würde ich stimmiger finden und sie wäre im Alltag auch robuster.

Dennoch wirkt das Smartphone im Allgemeinen sehr hochwertig und gut verarbeitet. Hier klappert oder wackelt nichts und der Druckpunkt der seitlichen Tasten ist ausgezeichnet.

Schicke Box...
...mit aufgeräumten Innenleben.
Schicke Box...
Handling

Ergonomie des neuen Designs

Das Galaxy S6 Edge zeichnet sich besonders durch die Vorderseite aus: An beiden Kanten ist das Display zu den Rändern hin abgerundet, wodurch es sich sehr angenehm bedienen lässt. Kein anderes Smartphone weist dieses Design-Feature auf.

Leider finde ich, dass es durch die abgerundeten Display-Ränder und die glatte, ebene Rückseite nicht besonders gut in der Hand liegt. Obwohl die Größe des Geräts nahezu ideal für die Einhandbedienung ist, rutscht es doch regelmäßig aus der Hand, denn die flachen Seiten geben wenig Halt. Dennoch hat Samsung hier gute Arbeit geleistet und einen echten Hingucker entwickelt.

Abgerundete Ecken...
...treffen edles Design
Abgerundete Ecken...
Display

Ein gutes gebogenes Display

Neben den gebogenen Rändern weiß auch das AMOLED-Display selbst zu überzeugen. Mit einer Auflösung von 1.440 mal 2.560 Pixeln ist es bei einer Display-Diagonale von 5,1 Zoll extrem scharf. Der Touchscreen reagiert schnell und präzise.

Solange man direkt von vorn auf das Display schaut, werden die Farben endlich natürlicher und nicht mehr völlig übersättigt dargestellt. Auch der Schwarzwert ist sehr gut und lässt Fotos realistisch erscheinen. Die Helligkeit des Displays ist ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau, sodass man selbst bei direkter Sonneneinstrahlung keine Ablese-Probleme bekommt.

Leider sorgen die abgerundeten Ränder bei der Hintergrundbeleuchtung für Nachteile.  Auch wenn das eigentliche Display eine sehr gute Blickwinkelstabilität ohne Farbverfälschung bietet, leuchten die Ränder bei seitlichem Draufsehen deutlich heller als der Rest des Displays, was nicht schön aussieht. Das deutlich Bauart-bedingte Leuchten ist unschön wahrnehmbar und trübt den guten Gesamteindruck – schade.

Glas von vorne...
...und Glas von hinten.
Brillantes Display
Glas von vorne...
Software

Was tun mit den Display-Rändern?

Einen wirklichen Mehrwert konnte ich den gebogenen Display-Rändern nicht abgewinnen. Das Gerät lässt sich dadurch zwar etwas angenehmer bedienen, aber das bisherige Software-Angebot hält sich in Grenzen.

An der rechten Seite kann man mehrere Kontakte einblenden lassen, der Aufruf des Menüs hierfür ist jedoch schwierig und benötigt mehrere Versuche. Eine Seite kann beim Erhalt einer Nachricht aufleuchten, ebeso lässt sich nachts die Uhrzeit anzeigen. Dazu muss das Galaxy S6 Edge jedoch mit dem Display auf den Tisch liegen, was ich persönlich vermeiden würde.

Hardware

Ungewohnt tolle Performance

Technisch geht Samsung nun seinen eigenen Weg. Der Samsung-eigene Exynos-7430-Octacore-Prozessor mit 64 Bit taktet mit vier Kernen à 2,1 Gigahertz und mit weiteren vier Kernen à 1,5 Gigahertz. Damit steht immer genug Leistung bei gleichzeitig effizienter Nutzung zur Verfügung. Unterstützt wird die CPU dabei von 3 Gigabyte RAM, die nur selten an ihre Reserven kommen. Jedoch scheint die CPU ordentlich am Akku zu zerren, was ich später näher erläutern werde.

In der Praxis reagiert das Samsung Galaxy S6 Edge extrem schnell auf Eingaben. Auf Ladezeiten von Apps oder Ruckler im Browser wartet man vergeblich. Auch das Wechseln zwischen Apps geht rasend schnell, der App-Drawer öffnet sich ebenfalls schnell und flüssig.

Besonders hier hatte Samsung immer seine größten Schwächen. Oftmals was das System so überfrachtet, dass es zu einer lahmen Ente wurde. Diesmal haben die Südkoreaner alles richtig gemacht – die Bedienung macht Spaß.

Viele unnütze Software-Features wurden entfernt und auf das Wesentliche reduziert, auch wenn immer noch zahlreiche Erweiterungen durch Samsungs eigene Oberfläche angeboten werden. Dies merkt man eindrucksvoll an der gestiegenen Performance, das System wirkt deutlich aufgeräumter und schlanker.

Auch optisch wurde vieles verbessert, um eine klare Linie zu verfolgen. Aktuell wird das Update auf Android 5.0.2. ausgerollt, womit das S6 Edge dann auch halbwegs aktuell ist. Ein Update auf Android 5.1. wird später sicher auch noch folgen.

Konnektivität

Typische technische Ausstattung

Im Bereich der Konnektivität gibt es nichts, was man nicht schon kennt und erwartet. LTE und UMTS für die mobile Datennutzung, das schnelle WLAN-ac für daheim und natürlich sämtliche bekannte Sensoren. Auch der simple Pulsmesser, den man an jedem Smartphone mit Kamera und LED kostenfrei per App nachrüsten kann, ist wieder an Bord.

Deutlich verbessert wurde der Fingerabdruck-Sensor. Er macht sich die Funktionsweise des iPhone-Sensors zunutze und erfasst den Abdruck bereits durch einfaches Auflegen des Fingers. Das störende Wischen über den Scanner entfällt, was eine deutliche Erleichterung darstellt.

Fingerabdrucksensor im Home-Button
Fingerabdrucksensor im Home-Button
Speicher

Der Speicher-Alptraum

Ich habe es noch genau in den Ohren, wie Samsung-Fanboys über Apple und dessen Speicher-Philosophie lachten. Dieser ist bekanntlich nicht erweiterbar und kostet ordentlich Aufpreis, wenn man sich für ein Modell mit mehr Kapazität entscheidet.

Überraschung: Der Preis für das Aluminiumgehäuse mit Glasrückseite beim Galaxy S6 Edge ist unter anderem, dass die Rückseite nicht mehr abnehmbar ist. Dies hat zur Folge, dass weder der Akku getauscht, noch eine Speicherkarte genutzt werden kann – so müsst ihr euch vorher genau überlegen, welches Modell mit wie viel Speicher ihr kauft.

Zur Verfügung stehen 32, 64 und 128 Gigabyte. Der Aufpreis beträgt jeweils 80 Euro im Vergleich zur darunter liegenden Ausführung. Hier hat man sich stark an Apple orientiert, was vielen Kunden ein Dorn im Auge sein dürfte.

Kamera

Eine Linse für alle Situationen

Wer noch immer eine Digitalkamera sein Eigen nennt, kann diese nun endgültig daheim lassen. Während die bisherigen Kameras in Samsung-Smartphones zwar am Tag brauchbare Fotos machen konnten, enttäuschten sie besonders bei wenig Licht.

Hier hat Samsung beim S6 Edge richtig gute Arbeit geleistet und verbaut eine 16-Megapixel-Kamera mit Fotolicht auf der Rückseite sowie eine Ultra-Weitwinkelkamera mit 5 Megapixeln an der Vorderseite. Beide Kameras machen gute und ansehnliche Fotos.

Besonders die rückseitige Kamera überzeugt durch sehr schnelles Auslösen und hohe Lichtempfindlichkeit. Fotos sehen natürlich und scharf aus, selbst wenn nur wenig Licht vorhanden ist. Dafür sorgen unter anderem die sehr große Blendenöffnung und ein optischer Bildstabilisator.

Hier gibt es nichts zu meckern, außer der Tatsache, dass die Linse auf der Rückseite deutlich hervorsteht.

Die Kamera-App startet per Doppelklick auf die Home-Taste aus jeder Ansicht heraus rasend schnell und fokussiert zügig. Zudem nimmt die Cam Videos in einer Auflösung von bis zu 4k auf. Gute Arbeit, Samsung!

Starke Kamera, die leider etwas hervorsteht
Starke Kamera, die leider etwas hervorsteht
Akku

Ohne Power am Schnellladegerät

Auch das beste Smartphone nützt nichts, wenn der Akku leer ist. Und dieser neigt sich beim Samsung Galaxy S6 Edge leider schneller dem Ende zu, als einem lieb sein kann. Mit 2.600 Milliamperestunden fällt der Akku deutlich kleiner aus als bei den meisten Konkurrenten. Außerdem ziehen die starke CPU und das große, helle Display ordentlich Strom.

In der Praxis bedeutet dies tägliches Aufladen des Smartphones bei normaler Nutzung. Damit kann man noch leben. Fordert man es aber intensiv, kommt man auch nicht mehr über den Tag, sondern muss bereits nachmittags an den Strom. Ich habe im Test eine Display-Zeit von 3,5 Stunden erreichen können, bevor das Galaxy S6 Edge ans Netz musste.

Nach einem typischen Tag mit humaner Nutzung, etwas Facebook, Surfen im Netz und auf YouTube, hatte ich am Abend mit dem S6 Edge noch 20 Prozent übrig.  Nun lässt sich der Akku leider nicht mehr austauschen, was ebenfalls ein Preis für das Design ist. Wobei man ernsthaft sagen muss, dass die meisten Nutzer, die einen austauschbaren Akku verlangen, diesen selbst noch nie getauscht haben. Ob man das also wirklich braucht, ist fraglich.

Samsung liefert mit der “Fast Charging”-Technologie ein Netzteil mit, mit dem ihr das Galaxy S6 Edge in kurzer Zeit laden könnt. Dies ist daheim ganz praktisch, um den Ladestand schnell mal ein wenig aufzufrischen. Unterwegs, wenn der Akku leer wird, hilft es leider nichts, wenn man das Netzteil nicht dabei hat oder keine Stromquelle in der Nähe ist.

Außerdem ist noch nicht recht klar, wie sich diese Lademethode auf Dauer auf den Akku auswirkt. Da hätte ein größerer Akku in meinen Augen mehr Sinn gemacht. Darüber hinaus unterstützt das S6 Edge auch drahtloses Laden. Eine sehr sinnvolle Erweiterung, besonders weil man das Smartphone so nicht zerkratzt.

Samsung Galaxy S6 Edge
Samsung Galaxy S6 Edge
Samsung Galaxy S6 Edge
Fazit

Top-Smartphone mit kleinen Mängeln

Das S6 Edge ist sicher das beste Galaxy-Smartphone, das Samsung bisher gebaut hat. Es überzeugt mit guten Materialien und schickem Design. An der Qualität gibt es nichts zu meckern, die Performance ist großartig. Auch die Kamera kann punkten und liegt auf einer Höhe mit dem iPhone 6 Plus oder LG G4. Leider ist der Akku nicht mehr austauschbar und der Speicher lässt sich nicht erweitern, was man jedoch verschmerzen kann. Die Akku-Laufzeit ist leider unterdurchschnittlich und zudem ist das S6 Edge nicht mehr wasserdicht wie sein Vorgänger.

Darüber hinaus ist es fraglich, ob das gebogene Display wirklich einen Mehrwert bietet – hier bleibt wohl abzuwarten, was sich im Bereich der Apps für das Seitenmenü tut.

Der Einstiegspreis liegt aktuell bei 829 Euro für 32 Gigabyte. Erst für 949 Euro und damit für über 100 Euro mehr bekommt man das Modell mit 64 Gigabyte Speicher. Das sind sogar 70 Euro mehr als für das iPhone 6 Plus mit derselben Speicher-Kapazität. Satte 1.029 Euro werden für 128 Gigabyte fällig.

Hier müsst ihr selbst entscheiden, ob es euch diesen Preis wert ist. Dafür bekommt ihr bei Cyberport die Auswahl zwischen den Farben Gold-Platinum, Black-Sapphire, Green-Emerald und White-Pearl.

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1 Kommentar

  1. avatar
    DasTesterchen schrieb am
    Bewertung:

    Sehr schöner Beitrag. Hat mir gut gefallen. :-)

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