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Samsung Galaxy Note 8.0 im Praxistest



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Bewertung
Leistungsstarkes Premium-Tablet für Kreative
4

 Pro

  • Hohe Performance dank Quad-Core
  • Integrierter Stift für kreatives Arbeiten
  • Intelligente Software-Erweiterungen

 Contra

  • Verbesserungswürdiges Display mit niedriger Auflösung
  • Geringe Akkulaufzeit

Samsung betritt mit dem Galaxy Note 8.0 den Markt der 8-Zoll-Tablets. Das galaktische Notizbuch spielt damit in der gleichen Größenordnung wie das iPad mini und diverse Android-Tablets und ordnet sich hausintern zwischen den Smartphone-Ablegern Galaxy Note bzw. Galaxy Note 2 und seinem großen Bruder Galaxy Note 10.1 ein.

Sowohl in puncto Preis als auch bezüglich der Leistung liegt das Galaxy Note 8.0 allerdings deutlich über der Konkurrenz: Die hier getestete Version mit 16 GB Speicher ohne UMTS-Modem ist bei Cyberport für 369,00 € zu haben.

Dafür bietet es neben dem schnellen Quad-Core-Chipsatz und 2 GB Arbeitsspeicher eine ganze Reihe neuer, teils einzigartiger Features. Wie seine XXL-Smartphone-Artgenossen Galaxy Note und Galaxy Note 2 verfügt auch das Galaxy Note 8.0 über einen Eingabestift, der neue Bedienmethoden erlaubt und das kreative Arbeiten erleichtert. Schlussendlich kann man mit der 3G-Variante des Tablets sogar telefonieren – wobei sicherlich mit skeptischen Blicken der Umstehenden zu rechnen ist.

Der Test soll zeigen, ob dieses neuartige Tablet-Konzept aufgeht. Die Vorzeichen stehen sämtlich auf “Gut”, schließlich haben es die Note-Smartphones nach anfänglicher Skepsis zu beträchtlichem Markterfolg gebracht und auch sonst kann man Samsung durchaus die Marktführerschaft bei Android-Geräten zuschreiben.

Technische Daten

8 Zoll, Quad-Core und 2 GB Arbeitsspeicher

Beim Prozessor setzt das Tablet der Koreaner auf gleich vier Kerne der Marke Exynos aus eigenem Anbau, die mit je 1,6 GHz rasant takten. Für flüssiges Arbeiten sorgen darüber hinaus 2 GB Arbeitsspeicher in Kombination mit bildgewaltiger Mali-400-Grafik.

Lediglich der Touchscreen bewegt sich mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln im Mittelfeld, überbietet aber in dieser Hinsicht dennoch mit Leichtigkeit das Apple-Konkurrenzprodukt aus Cupertino.

Von der Auflösung abgesehen, brilliert das Tablet mit farbstarker und kontrastreicher Darstellung – nur bei sehr kleinen Schriften fallen kleine Ausfransungen und Unschärfen auf. Etwas unangenehm stößt die Blickwinkelabhängigkeit auf: Samsung stattet das Galaxy Note 8.0 mit einem nicht näher spezifizierten TFT-Display aus, bei dem es sich vermutlich um ein TN-Panel handelt – mit entsprechenden Folgen für die Farbdarstellung beim Blick von der Seite. Display-Fetischisten sollten das Tablet vor dem Kauf einer “Sichtprüfung” unterziehen.

Ebenso im Mittelfeld bewegen sich die Kameras des Galaxy Note: Die rückwärtige Kamera bietet 5 MP und durchschnittliche Bildqualität mit Detailarmut und Schwächen bei Dunkelheit, die Frontkamera taugt mit 1,3 MP höchstens für den Video-Chat. Ein Blitzlicht fehlt leider völlig.

Der MicroSD-Slot erlaubt die Erweiterung des internen 16-GB-Speichers um weitere 64 GB, außerdem unterstützt der microUSB-Anschluss per MHL die Bildausgabe über HDMI und vervollständigt so das Konnektivitäts-Oeuvre des Tablets.

Auf der Waage schlägt das Galaxy Note mit leichten 340 g zu Buche, auch die Abmessungen von 211 x 136 x 7,95 mm versprechen ein kompaktes, vor allem dünnes Tablet.

Cyberbloc Samsung Galaxy Note 8.0 Produkttest

Auspacken und Ersteindruck

Viel Plastik und spartanischer Lieferumfang

Samsung setzt beim Galaxy Note 8.0 auf eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Verpackung: Der Karton kommt braun und unauffällig daher und ist nicht übermäßig geschmückt. Aber seien wir ehrlich – dem Käufer geht es doch sowieso primär um den Inhalt. Auch bei vielen anderen Herstellern geht der Trend zu kleineren, platzsparenden Verpackungen – ob aus Umwelt- oder Kostengründen, sei dahingestellt.

Nach dem Öffnen des Kartons wird der geneigte Käufer zunächst vollflächig von der Tablet-Schönheit begrüßt. Darunter verbirgt sich mit Ladegerät, USB-Kabel und einem kleinen Handbüchlein nicht mehr viel. Mehr ist aber auch nicht nötig, denn Handbücher liest man in der heutigen Zeit – wenn überhaupt – sowieso im PDF-Format oder führt sich entsprechende Hilfe bei YouTube zu Gemüte.

Nun schnell sämtliche Schutzfolien entfernt (immer wieder eine besondere Freude), das Note-Tablet eingeschaltet und mit der Erstkonfiguration begonnen.

Zuvor fällt noch die Samsung-typische, zwar hauptsächlich auf Plastik setzende, aber dennoch hochwertige Verarbeitung auf. So besitzt das Galaxy Note 8.0 einen silbrig-aluminiumfarben scheinenden Rahmen – aber auch dieser entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eingefärbtes Plastik. Diese Materialwahl setzt sich auch auf der Rückseite fort. Wer Samsung-Geräten bisher den Charakter von  “Plastikbombern” vorgeworfen hat, der darf auch in diesem Fall wieder ins gleiche Horn stoßen. Dennoch bleibt die hohe Verarbeitungsqualität anzumerken, mit der Samsung seine Geräte fertigt.

Das Galaxy Note 8.0 ist umweltfreundlich verpackt ...
... und wartet nur darauf, ausprobiert zu werden
Den Lieferumfang reduziert Samsung auf das Nötigste
Das Galaxy Note 8.0 ist umweltfreundlich verpackt ...
Software

Smart Stay, Smart Remote und S Voice

Samsung liefert das Galaxy Note 8.0 mit Android 4.1.2 aus. Im Gegensatz zum großen Note-Bruder setzt Samsung beim 8-Zoll-Note auf die von den Galaxy-Smartphones bekannte TouchWiz-Oberfläche. Auch sonst fällt wenig Neues ins Auge des geübten Android-Nutzers.

Darüber hinaus legt Samsung Wert auf einen komfortablen E-Book-Modus – “Smart Stay” genannt -, in dem die Augen des Betrachters von der Front-Kamera erkannt werden. Solange der Leser auf das Display schaut, schaltet sich das Tablet nicht automatisch ab. In der Praxis funktioniert das recht gut, auch wenn eine Brille oder ungünstiger Lichteinfall die Funktion beeinträchtigen.

Neben Smart Stay sind noch mehr Samsung-typische Erweiterungen wie AllShare, S Voice, Messenger & Co. an Bord. Besonders praktisch für Sofasurfer ist die Funktion “Smart Remote”: Die Koreaner haben einen kleinen Infrarotsender in die Längsseite des Tablets integriert und liefern eine entsprechende App mit. So gelingt das abendliche Programmumschalten ohne den lästigen Wechsel vom Tablet zur Fernbedienung und wieder zurück. Die Smart-Remote-App bringt Voreinstellungen für zahlreiche TV-Geräte mit und ist sofort einsatzbereit.

Systeminfo zum Galaxy Note 8.0
App-Karussell unter Samsungs TouchWiz
Die Hauptkamera gibt sich leider detailarm ...
... und auch die Frontkamera kann es nicht besser
Systeminfo zum Galaxy Note 8.0
Software

Multiscreen und S Pen

Eines der Hauptmerkmale der Galaxy-Note-Reihe ist der ins Gehäuse integrierte Stift. Er ist mit einer Handbewegung entfernt – was vom klugen Tablet sofort bemerkt wird, das daraufhin einen eigenen, stift-dedizierten Homescreen nebst entsprechender App-Auswahl anbietet.

Die Texteingabe erlaubt neben OnScreen-Tastatur selbstverständlich Handschrifterkennung – diese scheint sogar bei ausgeprägten Sauklauen noch recht gut zu funktionieren. Lediglich größere Pausen bzw. das Abheben des Stifts vom Display bringen die Software durcheinander.

Bemerkenswert ist die filigrane Spitze des “S Pen” – sie  ist um ein Vielfaches dünner als die Spitzen vergleichbarer Stifte für iPad & Co. und erlaubt wesentlich feinfühligere und genauere Eingaben.

Offenbar setzt Samsung wie bei den anderen Mitgliedern der Note-Reihe auf eine Mischung aus kapazitiven und induktiven Touchscreen, denn anders sind die hohe Genauigkeit und die Integration einer Zusatztaste in den Stift technisch nicht zu erklären.

Hat der geneigte Nutzer den Stift in den Händen, setzt hauptsächlich die eigene Kreativität die Grenzen: Von der klassischen Post-it-Notiz bis zum kleinen Gemälde gilt Software-mäßig “alles kann, nichts muss”, und ist dank verschiedener Stifte, Pinsel und Muster auch möglich.

Ein weiteres Schmankerl in puncto Workflow stellt die Multiscreen-Funktion des Tablets dar: Mit einer Handbewegung ist ein weiteres Browser- oder E-Mail-Fenster hereingewischt und nimmt neben dem bereits aktiven Fenster Platz. Der Bildschirm lässt sich währenddessen komfortabel und variabel zwischen beiden aktiven Apps aufteilen.

Die Performance des Tablets zeigt sich von solch anspruchsvollen Aufgaben unbeeindruckt und arbeitet vollkommen flüssig weiter. Bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit erweist sich die Multiscreen-Funktion höchst praktisch und eliminiert einen der großen Kritikpunkte jener, die meinen, dass ein Tablet nicht zum Arbeiten tauge. Lediglich der Platz geht auf dem 8-Zoll-Bildschirm bei der Fenster-Jonglage recht fix aus – unter den gegebenen Umständen ist die Funktion aber dennoch ausgesprochen gut umgesetzt.

Das Herausziehen des S Pen ...
... quittiert das Tablet mit dem passenden Homescreen
Der Stift funktioniert prima auf dem Touchscreen
Praktische Multiscreen-Funktion für effektives Arbeiten
Das Herausziehen des S Pen ...
Fazit

Schreibt Samsung das Kapitel "Tablet" neu?

Die Vorteile des vergleichsweise kompakten 8-Zoll-Formats liegen wortwörtlich auf der Hand: Problemlos lässt es sich mit einer Hand halten und streckenweise durchaus einhändig bedienen. Auf jeden Fall wird die zweite Hand nicht zum Halten benötigt und kann sich entweder direkt auf dem Touchscreen vergnügen oder mit dem im Gehäuse integrierten Stift Spuren auf dem Tablet hinterlassen.

Bedenkt man, dass die UMTS-Variante des Note-Tablets sogar zum Telefonieren taugt, erscheint das neueste Mitglied der Galaxy-Reihe als Universaltalent: kompaktes, taschentaugliches Tablet mit Eingabestift und Telefonfunktion zum annehmbaren Preis.

Argwöhnen sollte der potenzielle Käufer allerdings ob der mageren Akkulaufzeit und des verbesserungswürdigen Displays. Da auch der 3G-Version kein Headset beiliegt, trifft man künftig vielleicht den einen oder anderen mit “Riesenhandy” am Ohr in Bus und Bahn an. Zu verzeihen wäre es ihnen, denn trotz der Monita liefert Samsung beim Galaxy Note 8.0 ordentliche Tablet-Arbeit ab, die sich durch Stift- und Telefonfunktion sowie praktische Software-Ergänzungen wie Smart Stay und S Voice vom 8-Zoll-Einerlei markant abhebt.

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1 Kommentar

  1. avatar
    Siegfried Matzer schrieb am
    Bewertung:

    Zukunft

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