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Samsung Galaxy Note 3 im Test



Zugeordnete Tags Galaxy Note
Bereiche

Bewertung
Groß, praktisch, schnell
4

 Pro

  • überragende Performance dank starker CPU
  • großes, farbstarkes Display
  • produktives Betriebssystem für Kreative

 Contra

  • Plastikgehäuse
  • etwas fummeliger Akkudeckel
  • fragwürdige Lederoptik

Nicht einmal zwei Jahre ist es her, dass Samsung in Deutschland das erste Galaxy Note auf den Markt brachte. Zuerst als unpraktisches Riesen-Smartphone belächelt und sowohl in der Presse als auch im Kollegenkreis heiß diskutiert, entpuppte es sich bald als unerwarteter Verkaufsschlager. Eine neue Kategorie war geboren, in der Samsung fernab von Apple und anderer Konkurrenz Geräte der Smartlet-Klasse absetzen konnte. Weitere Hersteller wie Huawei mit dem Ascend Mate und neuerdings HTC mit dem One Max sprangen und springen auf den Riesenphone-Zug auf und auch seitens Apple wollen die Gerüchte um ein deutlich größeres iPhone nicht abebben.

Nachdem Samsung zwischenzeitlich bereits das Galaxy Note 2 auf den Markt gebracht hatte, steht nun die nächste Generation ins Haus – das lang erwartete Note 3. Die Frage muss natürlich lauten: Wie hoch legt Samsung die Messlatte mit dem Note 3? Evolution oder Revolution? Das wird unser Test zeigen.

Lieferumfang

Unboxing und Ersteindruck: größere Telefone, kleinere Packungen

Die Verpackung des Note 3 nimmt kaum mehr Platz ein als die Oberfläche des Telefons – nur in der Höhe geht es logischerweise nach oben. Das Paket ist in Holzoptik gehalten, besteht jedoch nur aus Papier. Der Lieferumfang gestaltet sich mit Netzteil, Headset, echtem USB-3.0-Kabel und Ersatzspitzen für den Stift praktisch-alltagstauglich. Deutlich ist der Ökotrend in puncto Verpackung: Handbücher und Karton bestehen aus Recyclingmaterial.

Samsungs Prachtstück präsentiert sich in der vorliegenden Version ganz in Weiß – und beeindruckt mit neuer Formensprache. Von der stark abgerundeten Optik à la Galaxy S3 oder Galaxy Note 2 ist nichts mehr zu sehen. Vielmehr kehren die Koreaner zurück zur Kantigkeit des Verkaufsschlagers Galaxy S2. Mit Maßen von 79,2 mal 151,2 mal 8,3 Millimeter bei 168 Gramm ist das Note 3 etwas kompakter sowie etwas leichter als sein Vorgänger – beides in puncto Handlichkeit wichtige Punkte.

Auch bezüglich der Verarbeitung hat Samsung nachgelegt und fertigt das Note 3 trotz Plastikoffensive sehr hochwertig ohne jegliche Spaltmaße, knarzende Verwindungsgeräusche oder Ähnliches. Das Galaxy Note 3 hinterlässt wirklich einen klasse Eindruck, der den Konkurrenten von Apple und HTC in nichts nachsteht. Sogar den silberfarben lackierten Plastikrahmen mag das Auge im ersten Augenblick für Metall halten.

Oben Kopfhörerbuchse und IR-Sender, rechts Ein- und Ausschalter, unten – erstaunlicherweise – USB 3.0 und S-Pen-Eingabestift; links gibts dazu noch die obligatorische Lautstärkewippe. Alle Knöpfe überzeugen mit knackig dosierten Druckpunkten, zudem sind die Seitenknöpfe aus edlem Aluminium gefertigt. SIM-Kartenslot und SD-Speicherschacht verbergen sich samt wechselbarem Akku unter der abnehmbaren Rückseite. Deren Demontage ist zwar etwas fummelig, aber die Vorteile liegen auf der Hand: einfache Erweiterbarkeit und im Fall der Fälle ein leicht auszutauschender Akku.

Überhaupt wird der Rückseite im Presse-Echo besondere Aufmerksamkeit zuteil, schließlich führt Samsung hier eine Neuerung ein: Mittels Textur und Naht-Imitation will sich die Rückseite des Note 3 als Leder verkaufen. Bei der weißen Version funktioniert dies für meinen Geschmack nur begrenzt, schließlich handelt es sich doch nur um Plastik. Bei der schwarzen Ausführung sieht es dank leicht gummierter Haptik besser aus. Dennoch wirkt insbesondere die imitierte Naht für meine Begriffe zumindest kühn – aber das sind wir von Samsung durchaus gewohnt.

Kompletter Lieferumfang
Das Note füllt die gesamte Packung
Mittlerweile entschärfter Region-Lock
Kompletter Lieferumfang
Technische Daten

Rückkehr zu bewährten Formen

Die Eigenschaften der Hardware lesen sich wie ein Technik-Krimi: 5,7 Zoll, Full HD, Quadcore-Prozessor mit 2,3 Gigahertz, 3 Gigabyte Arbeitsspeicher, LTE in vielen Funknetzen – Samsung hat in allen Gesichtspunkten nachgelegt. Angesichts erstaunlicher 1.920 mal 1.080 Pixel und umfassendem Multitasking kommen der rechenstarke Prozessor und der üppige RAM gerade recht, um das Note 3 sehr flott und ohne jegliche Ruckler durch den Alltag zu bringen. Wir in Europa erhalten nur die LTE-Version, in Teilen der restlichen Welt existiert sogar noch eine UMTS-Version mit dem aus dem Galaxy S4 bekannten Octacore-Prozessor.

Auf den ersten Blick fällt das verbesserte Display auf, das den Vorgänger manchmal etwas ins Hintertreffen geraten ließ. Hier hat Samsung zum einen die Auflösung hochgeschraubt und zum anderen nochmals die Darstellung verbessert: Kräftigere Farben, knackige Kontraste und verbesserte Helligkeit lassen alle Kritik vergessen. Dank echtem USB 3.0 fließen die Daten noch schneller von PC zum Smartphone und umgekehrt.

Auch am Note-typischen S-Pen-Eingabestift hat Samsung gefeilt: Dieser kann nun in zwei Richtungen wieder ins Telefon eingesteckt werden, während er zuvor nur in einer ganz bestimmten Position passte – und über weniger Fummelei freut sich bekanntlich jeder. Außerdem schreibt es sich dank angepasstem Reibwiderstand noch angenehmer: Der Stift gleitet nicht zu schwer, aber eben auch nicht zu leicht über das Display und garantiert so komfortabel-ergonomische Handschrifteingaben.

Erstmals lassen sich jetzt auch die Soft-Buttons per Stift bedienen. Bisher reagierten sie nur auf Fingereingaben, was bisweilen zu seltsamer Fingerakrobatik während der Stifteingabe zwang.

Software

Neues S Note, verbesserte Steuerung

Auch in puncto Software hat Samsung kräftig nachgelegt und liefert das Note 3 direkt mit Android 4.3, ein Update auf Android 4.4 KitKat wurde bereits angekündigt – löblich! Ebenso gehören S Note in neuer Version, verbesserte Stiftfunktionen und ein Schnellwahlmenü für Stiftaktionen dazu. Dies ist zugleich die auffälligste Neuerung: Zieht man den Stift aus seinem Schacht, taucht auf dem Bildschirm automatisch ein Schnellmenü auf, in dem sich mehrere S-Pen-Befehle auswählen lassen: Aktionsmemo, Scrapbooker, Screenshot-Notiz und S Finder.

Hinter Aktionsmemo verbirgt sich eine verbesserte Version der bisherigen Schnellnotiz, die um Verknüpfungen zu diversen Aktionen ergänzt wurde. So ruft das Note auf Wunsch die händisch notierte Telefonnummer an oder durchsucht das Internet nach dem niedergeschriebenen Suchbegriff. Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Aktionen verfügbar.

Der Scrapbooker sammelt Ausschnitte aus deinem Leben mit dem Samsung Galaxy Note 3: Ein interessantes Angebot im Netz? Ein lustiges Bild gefunden? Oder das neueste YouTube-Video? Einfach per Stift umkreist, findet sich der ausgewählte Inhalt kurz darauf in der Scrapbook-Sammlung wieder und lässt sich dort komfortabel organisieren. Die Screenshot-Notiz könnt ihr anschließend bearbeiten, mit Hinweisen versehen und schließlich im Scrapbook speichern oder versenden.

Die nächste Option heißt S Finder und bietet erstmals unter Android eine ähnlich potente Suche wie Spotlight auf iPhone und iPad. Hinter der letzten Option „S Pen Fenster“ verbergen sich Miniaturausgaben von Apps, deren Größe der Nutzer selbst festlegen kann. Wo das Note 2 noch zwei Apps im Split Screen erlaubte, lässt das Note 3 nun nahezu beliebig viele Apps gleichzeitig zu. Insbesondere dieses Feature ist für Nutzer, die ihr Telefon auch produktiv einsetzen wollen, praktisch. So kombiniert ihr beispielweise Recherche und Textverarbeitung parallel auf dem Bildschirm.

Folgende Funktion setzte ich unter anderem zur Erstellung dieses Testberichts ein: In Kombination mit einer Bluetooth-Tastatur wird das Note 3 zum praktischen Mini-Computer für unterwegs – als Tablet taugt es sowieso. Durch den rechenstarken Quadcore-Prozessor funktioniert auch dies stets flüssig, ohne Ruckler und Ladezeiten.

Ebenfalls neu ist die Integration der beliebten Nachrichten-App “Flipboard” in das Betriebssystem. Diese heißt nun “My Magazine” und ist von jedem Homescreen aus per Geste erreichbar. Apropos Geste: Auch hier legt Samsung nach und versieht die Software des Note 3 mit neuen Gesten zur Steuerung des Telefons.

Stift-Schnellmenü und MyMagazine (Flipboard)
Stift-Schnellmenü und MyMagazine (Flipboard)
Fazit

An den richtigen Schrauben gedreht

Wenn die Hardware mit hoher Leistung glänzt und Samsung kräftig an der Software geschraubt hat, scheint das Fazit klar. Dennoch weist das Loblied auf Samsungs Galaxy Note 3 durchaus auch ein paar Misstöne auf: Der Käufer erwirbt für deutlich über 600 Euro ein zwar sehr hochwertiges, aber dennoch größtenteils aus Plastik bestehendes Gerät. Hier wäre für die nächste Generation der teilweise Einsatz von Aluminium wünschenswert.

Auch das Urteil in puncto Software muss zwiespältig bleiben. Zwar ist die aktuelle Version des Note-Betriebssystems klar besser als jene des Vorgängers, aber wie schon beim Galaxy S4 integriert Samsung Bedienungshilfen, die zwar auf den ersten Blick praktisch scheinen, aber im Alltag keinen wirklichen Nutzen bringen. Davon abgesehen ist die Software des Galaxy Note 3 wirklich ausgereift und macht das Smartphone zur Produktivitätsmaschine für unterwegs.

Für jeden von euch, der das Galaxy Note 3 selbst ausprobieren möchte, ist es im Cyberport-Webshop ab 599,00€ erhältlich.

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