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Produkttest: Philips GoGear Ariaz SA2xxx – Teil 2



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Tragbare Musikmaschine aus Holland
Software: Das Hauptmenü des Philips GoGear Ariaz SA2xxx bietet Platz für acht aussagekräftige Symbole, die vergrößert dargestellt werden und zu hüpfen beginnen, wenn man eines von ihnen ausgewählt hat. Während der Wiedergabe erscheint unter den Icons eine weitere Leiste mit der Angabe des Titels vom aktuell abgespielten Lied oder Video. Die Bedienung geht zu jeder Zeit flott vonstatten und Denkpausen gibt es nicht (ausgenommen ist das Aktualisieren der Musikdatenbank). Startzeit: ca. vier Sekunden (Füllstand egal). Gut gelungen ist auch der schlichte Aufbau der Untermenüs, die mit nur wenigen Ebenen glänzen. Um dennoch die Ordnung bei großen Bilder- oder Videosammlungen zu behalten, sollte man sich am PC Ordner anlegen.
Am Ariaz kann man das nämlich nicht machen. Musik wird nach „Alle Titel“, „Interpreten“, „Alben“ und „Hörbücher“ sortiert. Warum es noch einen extra Punkt mit „Albumcover“ gibt (müssen stets neu eingelesen werden), anstatt dies mit einer Einstellung möglich zu machen, weiß wahrscheinlich nur Philips selber. Toll ist, dass man seine Lieblingslieder (nur während der Wiedergabe) zu drei vordefinierten Wiedergabelisten, sogenannte „Playlist-on-the-Go“ hinzufügen kann. Eine Begrenzung der Anzahl an Lieder pro Wiedergabeliste konnte nicht festgestellt werden. Mit am Computer erstellten Wiedergabelisten kann der MP3-Player von Philips natürlich auch umgehen. Liebhaber der Ordneransicht können ihre Musikbibliothek auch unter dem Menüpunkt „Ordner“ problemlos durchforsten. Leider merkt sich der Ariaz bis zum nächsten Anschalten die letzte Ordnerposition nicht (das Fortsetzen des zuletzt abgespielten Albums funktioniert dennoch), sodass schnell Frust aufkommt, wenn man bei einem Künstler mehrere Unterordner mit verschiedenen Alben angelegt hat und bei jedem Neustart mühsam die Musikdatenbank durchforstet werden muss, wenn man ein anderes Album des selben Interpreten hören möchte.

Philips GoGear Ariaz SA2xxx – Teil 1″

Eine interessante Funktion ist der Text Reader. Dieser versteht sich leider nur mit Textdateien, sodass andere Formate (inkl. PDFs) außen vor bleiben. So kann man dann nicht einmal die auf dem Gerät gespeicherte Bedienungsanleitung on-the-go lesen. Schade ist auch, dass es für Bilder und Videos keine Minivorschau gibt. Wer seinen Freunden oder Bekannten ein bestimmtes Bild oder Video zeigen möchte und den Titel nicht kennt, dem kann ein langwieriger Suchprozess bevorstehen. Zusätzliche Funktionen für die beiden letztgenannten Medien fallen sehr spärlich aus. Videos werden stets im Querformat angezeigt und können höchstens gelöscht werden. Bilder können des Weiteren noch als Diashow angezeigt werden. Klasse ist, dass auch Lieder bei Nichtgefallen gelöscht werden können. Bei der Schreibweise einzelner Einstellmöglichkeiten hat Philips aber geschlampt. So kann man beispielsweise bei der „Musikwiedergabe zwischen „all songs“, „diesem Interpreten“ und „diesem Album“ wählen oder man stellt den „Shuffle On“ bzw. die „Zufallswiedergabe aus“. Ist der Akku vollständig geladen, macht der Ariaz mit der Meldung „Voll geladen! Voll geladen! Ladegerät trennen, um Strom zu“ auf sich aufmerksam.

Wer gerne Radio hört, wird sich über das integrierte UKW-Radio freuen. Beim ersten Starten durchführt es einen automatischen Sendersuchlauf und speichert alle möglichen Frequenzen (max. 20) in einer langen Liste. Von den für den Raum Berlin gespeicherten 20 Frequenzen können fast jeder auch wirklich ein Radiosender zugeordnet werden. Die Sendertitel (RDS) werden während des Hörens hinzugefügt. Ganz rauschfrei bekommt man jedoch keinen Sender zu Ohren.

Optisch kann man zwischen zwei vorinstallierten und recht langweiligen Themen auswählen. Eine Option zum Hinzufügen weiterer Themen oder das Verwenden von Bildern als Hintergrund gibt es nicht.

Musikqualität
Nach einem kurzem Studium der Informationen zum GoGear Ariaz auf der Philips-Homepage kommt der Eindruck auf, dass die Niederländer ziemlich stolz auf ihre „FullSound“ Technologie (Audio-Nachbearbeitungsalgorithmus) sind, die komprimierte MP3s erheblich besser klingen lassen soll. Die beiliegenden geräuschisolierenden Kopfhörer sollen die Musik intensiver und schon bei niedriger Lautstärke zum Gehör bringen können. Optimale Voraussetzungen also?

Philips GoGear Ariaz SA2xxx – Teil 2″

Diese Illusion können zumindest die Kopfhörer keinesfalls aufrechterhalten. Zwar überzeugt die ordentliche Sitzform und das nicht zu lange Kabel, aber das war es auch schon mit den positiven Aspekten. Umgebungsgeräusche dringen fast ungehindert ins Gehör und auch die Klangqualität mit den schwachen Tiefgängen und kratzigen Höhen können überhaupt nicht überzeugen. Da stört es kaum noch, dass das sehr harte Kabel Berührungen mit dem Reißverschluss der Jacke ungehindert bis zum Trommelfell übertragen kann. Merklich besser bedient ist man mit Kopfhörern wie den Sony EX300 (knapp 36 Euro). Diese sind auch in der Lage mit dem Potential des Ariaz umzugehen. Auf allen Frequenzgängen ist eine deutliche Steigerung der Klangqualität zu verzeichnen. Bässe haben ihren Namen verdient, Mitten sind da wo sie hingehören und Höhen werden originalgetreu und verzerrungsfrei ausgegeben. Diese Aussage trifft zumindest dann zu, wenn man den „FullSound“ ausschaltet und auf den guten alten Equalizer (Preset oder Benutzerdefiniert) zurückgreift. Trotz dieser Lobeshymne muss festgehalten werden, dass die Konkurrenz aus Japan, namens Sony, mit deren aktuellen Modellen aus der X- und A-Serie im Bereich Soundqualität noch eine Liga höher anzusiedeln ist.

Laufzeit
In diesem Bereich hat Philips alles richtig gemacht. In Zeiten, in denen MP3-Player immer stärker von Mobiltelefonen mit deren großen Funktionsumfang bedrängt werden, trumpft das heutige Testgerät mit einer sehr wichtigen Komponente auf: Eine enorm lange Akkulaufzeit. Während der vierwöchigen Testzeit mit mehr als 30 Stunden Benutzung musste der Ariaz kein einziges Mal an die Steckdose!

Fazit
Der Philips GoGear Ariaz SA2ARA16K ist ein eigentlich solides Produkt. Es besitzt ein großes Display, verfügt über ein stabiles Metallgehäuse, benötigt keine Software zum Bespielen von Musik, Bilder und Videos, muss selten geladen werden und kann unter Verwendung von guten Kopfhörern mit einer überdurchschnittlich guten Klangqualität aufwarten. Jedoch reicht diese Kombination der Merkmale nicht aus. Dazu dürfte der Ariaz nicht nur „Standardkost“ sein, sondern müsste sich von anderen Produkten durch spezielle Ausprägungen, wie ein hervorstechendes Äußeres, superbe Soundqualität oder einer großem Funktionsumfang hervorheben. Das tut er jedoch nicht und es Bedarf nicht an besonderen Fähigkeiten um zu sagen, dass der GoGear Ariaz nach einer nicht allzu langen Zeit wieder vom Erdboden verschluckt wird.

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1 Kommentar

  1. avatar
    Steffen schrieb am
    Bewertung:

    Ich bin eigentlich ein großer Fan von Philips-Produkten, aber bei den MP3-Spielern muss ich Ihnen leider recht geben. Die Geräte sind meist grundsolide und auch gut ausgestattet, doch das nötige Etwas um sich von der Masse abzuheben fehlt hier ganz eindeutig.

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