Tests

Produkttest: Lenovo ThinkPad Edge – Teil 1



1
Zugeordnete Tags Lenovo | Notebook | Rechner | Subnotebook | ThinkPad | Edge | IdeaPad
Bereiche

Hardware und Ausstattung
Anfang dieses Jahres während der CES 2010 hat Lenovo ein heißes Eisen aus dem Feuer geholt und präsentierte eine komplett neue Notebook-Serie, die unter dem Namen ThinkPad Edge läuft. Der 13,3 Zoll große Sprössling des in China gegründeten Unternehmens stellt eine Mischung aus bereits bestehenden Modellreihen dar. So findet man die hochwertige ThinkPad-Tastatur samt Trackpoint und die umfangreichen Kommunikationsmöglichkeiten (z.B. WWAN mit GPS, WiMAX) vorwiegend bei den für Unternehmen zugeschnittenen ThinkPads der gehobenen Preiskategorie. Das moderne Design und die auf Multimedia zielende Ausstattung (HDMI, Webcam, Spiegeldisplay) wiederum sind Elemente, welche die Lenovo IdeaPad-Serie kennzeichnen. Die von Lenovo anvisierte Zielgruppe sind kleine Unternehmen, wobei die mobile „Zwittermaschine“ aufgrund des verhältnismäßig geringen Einstiegspreises von knapp 600 Euro auch für weitere Kundenkreise interessant sein könnte. Ob es Lenovo mit dem ThinkPad Edge gelungen ist das Beste aus zwei Welten in einen Gerät zu vereinen oder ob dieses Ziel nicht doch zu hoch gesteckt ist, soll ein ausführlicher Test klären.
Ausstattungsvarianten
Da das Lenovo ThinkPad Edge noch sehr neu ist, gibt es bisher nur drei verschiedene Ausstattungsvarianten, die sich rein äußerlich bis auf die Farbe und Oberflächenbeschaffenheit des Displaydeckels (rot – spiegelnd, schwarz – matt) nicht unterscheiden. Auch unter der Haube ist vieles (Größe der Festplatte und des Arbeitsspeichers), wenn auch nicht alles, gleich. Der Kunde hat die Wahl zwischen einer AMD- oder einer Intel-Plattform. Bei den AMD-Modellen wird der neue Turion Neo X2 L625 (2x 1,6 GHz) und die integrierte Grafikeinheit ATI HD 3200 eingesetzt. Aus dem Hause Intel kommt der Core 2 Duo SU7300 (2x 1,3 GHz) und die bekannte On-Board-Grafik GMA4500HD. Beide Varianten gibt es auch mit integriertem UMTS-Modem. Im folgenden Test wurde das Einstiegsmodell mit der Modellnummer NUE6WGE im roten Gehäuse in Augenschein genommen.

Lenovo ThinkPad Edge – Teil 1″

Wichtige Daten im Überblick

  • Prozessor: AMD Turion Neo X2 L625, 1 MB L2 Cache, 65 nm, 18 W TDP
  • Arbeitsspeicher: Hynix DDR2 PC2-5300, 4096 MB (2x 2048 MB)
  • Festplatte: Toshiba MJA2320BH, 320 GB, 5400 U/Min., 8 MB Cache, SATA 3,0 Gbit/s
  • Grafik: ATI Mobility Radeon HD 3200, GPU 380 MHz, Memory 394 MHz
  • Display: 13,3 Zoll, 1366×768 Pixel, 16:9, LED-Hintergrundbeleuchtung, spiegelnd
  • Anschlüsse: 3x USB 2.0, 1x HDMI, 1x VGA, 1x Gigabit-Ethernet, 1x Audio
  • derzeitiger Preis: 589 Euro
    Gehäuse und Verarbeitung

    Dass am Lenovo ThinkPad Edge nicht nur der Name neu ist, erkennt man auf den ersten Blick. Zwar hat Lenovo das Rad bzw. das grundlegende Design eines Notebooks nicht neu erfunden, verpasste dem Edge aber ein sehr modernes Outfit, welches die anderen ThinkPads noch älter wirken lässt, als sie eigentlich sind. Speziell Geradlinigkeit und klare Formen stehen beim kleinen ThinkPad im Vordergrund. Mit einer Breite von 332 mm, einer Tiefe von 228 mm und einer maximalen Höhe von 30 mm zählt es zwar nicht zu den kompaktesten Notebooks, kann dafür aber mit einer vollwertigen Tastatur und einer ausladenden Handballenauflage wichtige Pluspunkte für sich verbuchen. Im Mittelfeld der 13-Zöller-Klasse bewegt sich auch das Gesamtgewicht von 1,7 kg.

    Nicht jedermanns Geschmack sollte der knallrote und spiegelnde Displaydeckel sein. Fingerabdrücke sind fast ebenso gut sichtbar wie auf schwarzem Klavierlack und lassen ihn schnell schmierig wirken. Dennoch ist die Farbgebung als passend zu bezeichnen, da sie genau dem Rot entspricht, das der Lenovo-typische Trackpoint besitzt. Erfreulicherweise sind keine weiteren Hochglanzoberflächen zu finden. Die Handballenauflage und die Bereiche um die Tastatur bestehen aus mattem Plastik, das kaum Angriffsfläche für Fettfinger bietet. Erfreulicherweise wurde auch beim Displayrahmen auf glanzloses Plastik gesetzt, so dass keine Spiegelungen erzeugt werden. Für einen angenehmen Kontrast zum überwiegend schwarzen Gehäuse sorgt der silberne Rahmen der sich um die gesamte Base-Unit sowie um den Displaydeckel spannt. Weitere nennenswerte Akzente setzt der bei Betrieb rot leuchtende i-Punkt beim Schriftzug „ThinkPad“, der sich auf der rechten Handballenauflage sowohl als auch auf dem Displaydeckel befindet. Lenovo verfolgte den selbsternannten Anspruch jeglichen Schnickschnack beim ThinkPad Edge wegzulassen konsequent und verbannte fast sämtliche Status-Leds. Nur ein kleines grünes Lämpchen leuchtet, wenn eine externe Stromversorgung angeschlossen ist.

    Die Materialgüte des Lenovo Edge ist überwiegend als gut zu bezeichnen. Das stabile Plastik der Base-Unit lässt sich nur mit starkem Druck zu einer Verformung bewegen. Fern jeglicher Widerstandskraft ist der Bildschirm. Schon mäßige punktuelle Belastung führt zu unschönen Druckstellen auf dem Display. Als vorbildlich erweist sich die Verarbeitungsqualität. Jedes Bauteil sitzt bombenfest und alle vorhandenen Spaltmaße sind gleichmäßig ausgeführt. In dieser Beziehung hat das Edge mit seinen nicht selten doppelt bis dreifach so teuren Geschwistern sehr viel gemeinsam. Einen dicken Fauxpas hat sich der aktuelle Testproband dann aber doch geleistet. So ist der Displaydeckel nicht absolut plan und schließt nicht komplett mit der Gehäuseunterseite ab. Das sieht nicht nur sehr unschön aus, sondern kann außerdem dazu führen, dass eindringende Gegenstände den Bildschirm zerkratzen. Verhindert hätte es durch eine mechanische Verriegelung werden können, die aber wie so oft nicht vorhanden ist.

    Dem Kostendruck zum Opfer gefallen sind auch die ThinkPad üblichen Metallscharniere. Das Display des Lenovo Edge wird nur von zwei kleinen Plastikscharnieren in Position gehalten. Erstaunlicherweise kommen sie wunderbar mit dem 13,3 Zoll messenden Bildschirm zurecht, sodass der Benutzer jeden erdenkliche Winkel einstellen kann, ohne ein starkes Nachwippen befürchten zu müssen. Selbst ein Öffnungswinkel von 180 Grad stellt kein Problem dar.

    Bewertung: 3,5

    Lenovo ThinkPad Edge – Teil 2″

    Eingabegeräte
    Zu den Highlights der ThinkPads zählen seit jeher die Tastatur und der zentral gelegene Trackpoint. Hier macht auch das Edge keine Ausnahme. Zwar besitzen die Tasten nun ein modernes Chiclet-Design, bei dem alle Tasten voneinander getrennt sind, jedoch bringt dieses überhaupt keine Nachteile mit sich. Die leicht konkaven und ausreichend großen Tasten (16 x 16 mm) lassen sich sehr gut erfühlen, verfügen über einen perfekten Druckpunkt sowie einen optimalen Hub. Einen großen Anteil an dem unübertrefflichen Schreibgefühl haben der besonders leise Anschlag und das stabile Tastaturbett, welches sich kaum einbiegen lässt. Die Anordnung der Tasten ist bis auf die Lage der Entf.-Taste (nicht in der oberen Ecke) sehr gut, sodass man sich schon nach kurzer Zeit daran gewöhnt hat. Über spezielle Sondertasten verfügt das Lenovo ThinkPad Edge nicht. Stattdessen können alle Sonderfunktionen mit den F-Tasten ausgeführt werden, die sich über der Zahlenreihe befinden. Neu ist, dass ein gleichzeitiges und umständliches Drücken der Fn-Taste entfällt.

    Der Tastatur in nichts nach steht der rote Trackpoint, der sich zwischen den Tasten G, H und B befindet. Mit ihm kann der Mauszeiger zügig über den Bildschirm bewegt werden, ohne dass die Hände von der Handballenauflage genommen werden müssen. Nicht zu verstecken braucht sich auch das verbaute Touchpad. Es ist mit 4,2 x 9,3 cm sehr groß und lässt sich aufgrund der leicht rauen Oberfläche sehr gut bedienen. Die dazugehörigen Touchpad-Tasten sind zwar etwas schmal geraten, lassen sich aber dennoch problemlos betätigen und sind zudem sehr leise.

    Bewertung: 1

    Anschlüsse
    Die vom Lenovo Thinkpad angebotene „Anschlussvielfalt“ bedarf nicht vieler Worte. Auf der linken Seite gibt es einen USB 2.0-Anschluss, einen Gigabit-Ethernet-Port, einen HDMI- sowie einen VGA-Anschluss. Auf die gegenüberliegende Seite haben es ein 5-in-1 Kartenleser, ein kombinierter Audioein- und ausgang, zwei weitere USB 2.0-Anschlüsse und der Netzteil-Anschluss geschafft. Die Vorder- und Rückseite des Notebooks bieten keine Anbindungsmöglichkeiten für externe Peripherie. Schnelle Ports wie eSata oder USB 3.0 sucht man leider vergebens. Ebenso gibt es keinen FireWire-Anschluss. Ärgerlich ist, dass die benötigten Schnittstellen aufgrund des fehlenden ExpressCard-Slots nicht einmal nachgerüstet werden können.

    Wenn nicht auf den ersten Blick auffällig, dann aber spätestens bei näherer Betrachtung, kommt die Frage auf, warum einer der USB-Ports gelb ist. In den Tiefen der Energieoptionen erfährt man dann des Rätsels Lösung. Dieser Anschluss stillt den Energiehunger von Mobiltelefonen oder MP3-Playern, auch wenn das Notebook ausgeschaltet ist. Spätestens, wenn mal keine Steckdose in der Nähe oder ein USB-Stromadapter wie so oft nicht auffindbar ist, wird dieses Features Anklang finden.

    Die Anordnung der Anschlüsse auf der rechten Gehäuseseite ist gut, da der vordere Bereich frei bleibt. Aufgrund des Platzangebotes hätte ein etwas größerer Abstand zwischen den USB-Ports nicht geschadet. Bei der Verwendung eines breiten TV-Sticks wird der danebenliegende Anschluss eventuell unbrauchbar. Auf der linken Seite liegen leider alle Schnittstellen im vorderen bis mittleren Bereich und führen bei Vollbelegung dazu, dass es schnell zum Kabelgewirr kommt.

    Kommunikation
    Da das Lenovo Edge als Businessgerät beworben wird, verfügt es über reichhaltige Verbindungsoptionen. Die Anbindung weiterer Peripherie mithilfe von Bluetooth ist möglich. Ins Internet und in das Firmennetzwerk geht es wahlweise per Gigabit-Ethernet-Anschluss oder per WLAN. Der mittels Mini-PCI Express angeschlossene WLAN-Adapter versteht sich dabei auf alle derzeit gängigen Funkstandards b, g und n. Obwohl die technischen Daten eine gute Sende- und Empfangsleistung versprechen, kann das verbaute WLAN-Modul die Erwartungen nicht erfüllen. Selbst auf kürzesten Entfernungen mit wenigen Hindernissen – wie Wänden – ist es schwer eine stabile Verbindung aufzubauen. Wer auf UMTS nicht verzichten möchte, der sollte einen Blick bspw. auf das Lenovo ThinkPad Edge NUE2UGE werfen, welches knapp 50 Euro teurer ist und derzeit nur mit einem schwarzen Displaydeckel zu ordern ist.

    Bewertung: 4

    Lenovo ThinkPad Edge – Teil 3″

    Display
    Einst gab es Business-Notebooks nur mit matter Displaybeschichtung. Das dies nicht mehr unbedingt die Regel ist, zeichnete sich bereits im vergangen Test des Dell Vostro 1015 ab. Bereits in den mittleren bis unteren Preisregionen werden vermehrt spiegelnde Bildschirme verbaut. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Produktionskosten für matte Displays höher sind, da diese mit einer speziellen Antireflexionsschicht beschichtet werden müssen.

    Das Lenovo ThinkPad Edge verfügt über ein 13,3 Zoll großes Display, das mit optimalen 1366 x 768 Pixel auflöst. Eine höhere Auflösung hätte zur Folge, dass zwar mehr Arbeitsfläche zur Verfügung stehen würde, Schriften aber kleiner und deutlich schlechter zu lesen wären. Das gewählte Seitenverhältnis von 16:9 hat im Geschäftskundenbereich eher Nachteile denn Vorteile. So muss beispielsweise bei vertikal-orientierten Dokumenten öfter gescrollt werden, als es bei der „ehemaligen Standardauflösung“ 1280 x 800 der Fall war. Der Vorteil der verringerten Balkenbreite bei DVD-Filmen ist aufgrund des fehlenden Laufwerks und des anvisierten Kundenkreises nicht von Bedeutung.

    Als Hintergrundbeleuchtung werden auch beim Lenovo ThinkPad Edge Leuchtdioden verbaut, die im Vergleich zu Kathoden einen geringen Stromverbauch haben, eine bessere Ausleuchtung besitzen und sehr wenig Platz beanspruchen. Leider fällt die maximale Helligkeit des Edge nicht so hoch aus. Kann sie sich im geschlossen Raum noch gegen den stark spiegelnden Bildschirm behaupten, hat die Hintergrundbeleuchtung spätestens im Freien keine Chance mehr gegen störende Reflektionen. Dargestellte Bilder weisen natürliche Farben auf und wirken sehr scharf. Sobald sich jedoch der Blickwinkel ändert leidet die Bildqualität sichtbar. Zwar bleibt die Farbdarstellung im horizontalen Bereich noch in annehmbaren Regionen, vertikal gibt es dann aber so gut wie keinen Spielraum mehr. Nach oben hin verlieren die Farben schnell ihre Kraft und nach unten dunkelt das Bild im Nu ab.

    Im oberen Displayrand hat Lenovo eine High Sensitivity Webcam installiert. Sie soll in der Lage sein auch bei schlechten Lichtverhältnissen eine annehmbare Bildqualität an den Tag zu legen. Dass dies nicht nur ein leeres Versprechen ist, beweisen Tests in einem schwach beleuchteten Raum. Videos sind erstaunlich hell und angenehm rauscharm. Das eingebaute Mikrofon nimmt Stimmen klar und verzerrungsfrei auf.

    Bewertung: 4

    Soweit zum Überblick der Hardware, im nächsten Teil soll uns vor allem das Leistungsvermögen und die Akkulaufzeit des Lenovo ThinkPad Edge interessieren.

    RSS-Feed

    Werde Autor!

    Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
    hat bereits 47 Artikel geschrieben.
    Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

  • 1 Kommentar

    1. avatar
      Egbert Zech schrieb am
      Bewertung:

      Bis auf die Tatsache, dass es so gut wie keine Plastikscharniere im Net- und Notebookbereich gibt und auch das Thinkpad Edge 13 definitiv ein Metallscharnier unter der Plastik-Abdeckung besitzt, fand ich den Test ausgesprochen informativ .

      Sie haben mich gerade vor einem Fehlkauf bewahrt – leicht einzudrückende Displaydeckel sind ein no-go für ein Business-Modell, das gerne mal im Koffer mit anderen Sachen transportiert wird. Ein gebrochenes Display beim Kundentermin macht sich überhaupt nicht gut. Hier sollte Lenovo nachbessern, LowPrice-Segement hin oder her. Dass zulasten der Stabilität/Betriebssicherheit immer wieder an ein bisschen Plastik oder Blech gespart wird, kann ich bei den Materialpreisen (minimale Cent-Bereiche!) nicht nachvollziehen.

      Vielen Dank!

    Kommentieren

    Schreibe einen Kommentar

    avatar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

    *


    *

    Deine Bewertung für den Artikel:

    Ähnliche Beiträge

    Lenovo Yoga 900-13ISK 2in1-Notebook im Test

    Tests

    24.06.2016

     | Daniel Barantke

    Heute stelle ich euch ein 2in1-Notebook von Lenovo mit der genauen Bezeichnung Yoga 900-13ISK vor. Die Beschreibung verspricht ein leichtes, schmales Notebook mit vielen Funktionen und einem Touchscreen für diverse Anwendungszwecke. Außerdem hat... mehr +

    Lenovo Yoga Tablet 8: revolutionäres Multimode-Tablet im Test

    Tests

    08.01.2014

     | Ben Walther

    Als Testimonial für die Präsentation seiner neuen Tablet-Serie hat Lenovo niemand Geringeren als Ashton Kutcher von der Yogamatte geholt. Er gilt als Kenner der IT-Branche und Investor mit gutem Händchen. So soll er Lenovo helfen, aus dem... mehr +