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Produkttest: Lenovo Thinkpad Edge 11 (Modell: NVY24GE) – Teil 1



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„Schrumpfausgabe“ der Edge-Serie
Knapp 11 Monate ist es jetzt her, als Lenovo mit dem Thinkpad Edge (13) eine neue Notebook-Serie auf den Markt geworfen hat. Zu der Zeit merkte man dem ersten Edge das junge Alter noch an, da es doch mit zahlreichen Kinderkrankheiten ausgestattet war. Mittlerweile gibt es das Edge nicht mehr nur mit einem 13-Zoll-Display, sondern auch in den Größen 15- sowie 11-Zoll. Wie von Lenovo nicht anders gewohnt, gibt es bei allen Größen Unmengen an Ausstattungsvarianten. Einen guten Kompromiss aus Größe und Leistung bieten Subnotebooks mit einer Bildschirmdiagonale zwischen 11- und 12-Zoll. Ausgestattet mit flinken Dual-Core Prozessoren und ausdauernden Akkus umhüllt von sehr kompakten Gehäusen erobern sie derzeit die Herzen vieler mobiler Nutzer im Sturm. Ob diese Eigenschaften auch auf das kleine Edge 11 zutreffen oder ob es nur ein geschrumpftes Edge 13 mit all seinen Vor- und Nachteilen ist, soll in einem ausführlichen Test geklärt werden.
Technische Daten Testmodell
Stellvertretend für die 11-Zoll-Klasse der Edge-Serie wurde in diesem Testbericht das Modell NVY24GE untersucht, hierzu zunächst die Spezifikationen.

  • Prozessor: Intel Core i3-380UM 2x 1,33 GHz, 3 MB L3 Cache, 32 nm, 18 W max TDP
  • Arbeitsspeicher: 1x 2048 MB DDR3 PC3-10667 @ 800 MHz
  • Grafik: Intel GMA HD, shared memory
  • Festplatte: Western Digital 320 GB, 5400 U/Min.
  • Display: 11,6 Zoll LED-TFT, 1366×768, glänzend
  • Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
  • Akku: Li-Ionen, 6 Zellen, 57 Wh
  • Netzteil: 65 Watt
  • derzeitiger Preis (Cyberport): 529 Euro
    Lenovo Thinkpad Edge 11 – Teil 1″

    Gehäuse & Verarbeitung
    Die Verwandtschaft des Thinkpad Edge 11 zu seinen größeren Edge-Geschwistern ist unverkennbar. Das minimalistische, aber elegante Design mit den typischen silbernen Rahmen hat das Edge 11 im Großen und Ganzen übernommen. Im Vergleich zum Edge 13 wurde der die Base-Unit umspannende silberne Kunststoffrahmen weggelassen und durch eine Silber lackierte Kante ersetzt, was der Optik positiv zu Gute kommt. Trotz einer ähnlichen Höhe (Edge 13: 25 mm [ohne Akku], Edge 11: 30 mm) wirkt das Edge 11 deutlich schlanker. Einen positiven Beitrag dazu leistet auch die veränderte Positionierung des Akkus, der zwar an der Rückseite übersteht und die Tiefe vergrößert (Edge 13: 228 mm, Edge 11: 213 mm), das Notebook aber nicht mehr aufbockt, wie es beim Edge 13 der Fall ist. Optisch mag diese Veränderung nicht jedem gefallen, doch der praktische Nutzen ist unbestreitbar. Einerseits kann die dazugewonne Kante als Griff genutzt werden und anderseits verhindert sie wirksam das bei Subnotebooks im geöffneten Zustand oft anzutreffende Kippeln auf dem Schoß. Bei der Breite kann das Edge 11 in Hinsicht auf den Mobilitätsanspruch deutlicher punkten. Mit 284 mm ist es sichtbar schmaler als der nächstgrößere Bruder (Edge 13: 332 mm). Der durch das kleinere Gehäuse resultierende Gewichtsunterschied von nur knapp 300 g (Edge 11: 1,5 kg, Edge 13: 1,8 kg) kann verständlicherweise niemanden wirklich in Erstaunen versetzen. Kritik muss sich Lenovo gefallen lassen, dass man die hinteren Gehäusefüße am Akku befestigt hat. Wird dieser entnommen, sind unschöne Kratzer an der Unterseite kaum zu Vermeiden.

    Weitere Designaspekte, wie den ThinkPad-Schriftzug auf der Handballenauflage und dem Deckel samt leuchtendem i-Punkt, das Fehlen jeglicher Status-LEDs und das glänzende Display (Farbe: rot oder schwarz, ausgewählte Modelle auch mit matter Beschichtung) hat das kleinste Edge kompromisslos von den anderen Edge-Vertretern übernommen. Als Farbe für den Displaydeckel stehen sowohl knalliges Rot als auch glänzendes oder mattes Schwarz zur Auswahl. Neben dem glänzenden Deckel und Display ist der heutige Testkandidat erfreulicherweise komplett frei von Hochglanzoberflächen.

    Bei der Verarbeitung und Stabilität kann das Edge 11 im Gegensatz zum Edge 13 vollends überzeugen. Durch die geringere Bildschirmdiagonale ist der Displaydeckel spürbar verwindungssteifer als das Edge 13. Auch mäßige punktuelle Belastungen können keine sichtbaren Druckstellen auf dem Bildschirm produzieren. Kein Grund zur Beanstandung liefern die sehr stabile Base-Unit und das äußert festsitzende Tastenbett. In diesem Punkt zahlt sich das Weglassen eines optischen Laufwerks positiv aus. Lob gibt es auch für die ausreichend straff sitzenden Displayscharniere die es ermöglichen, den Bildschirm um annähernd 180Grad zu öffnen.

    Lenovo Thinkpad Edge 11 – Teil 2″

    Tastatur & Touchpad
    Die vorzügliche Chiclet-Tastatur hat das Thinkpad Edge 11 fast 1:1 vom zwei Zoll größeren Bruder übernommen. Zwar sind alle Tasten etwas kleiner, jedoch hat dies keinen nennenswerten Einfluss auf den vortrefflichen Schreibkomfort. Durch die leicht konvexe Form der Tasten, sowie deren perfekt abgestimmter Druckpunkt und Hub wird die Bedienung zum wahren Erlebnis. Das leise Tippgeräusch und das sich nicht durchbiegende Tastenbett unterstreichen die Qualität der Tastatur zusätzlich. Bemerkenswert ist die für Gehäusegröße großzügig ausfallende Handballenauflage, auf der die Hände komfortabel abgelegt werden können. Gesonderte Multimediatasten gibt es keine. Dafür wurden die F-Tasten ihrer ehemaligen Primärfunktion beraubt und stattdessen mit Sonderfunktionen (z.B. Lautstärke- und Helligkeitsregelung) versehen. Für Verweigerer dieses Fortschritts gibt es im Bios einen Eintrag, der die für die F-Tasten einst angedachten Funktionen wiederbelebt. Überdenken sollte Lenovo die Lage des Power-Schalters in der rechten oberen Ecke, da dort eine problemlose Benutzung aufgrund des leicht überstehenden Displays nicht gegeben ist.

    Lenovo Thinkpad Edge 11 – Teil 3″

    Nicht frei von Fehlern ist das verbaute Touchpad von Synaptics. Auf der Positiv-Seite stehen eine gute Größe (Diagonale 8,2 cm) und eine, dank der leicht rauen Oberfläche, angenehme Gleitfähigkeit. Negativ fällt auf, dass Multitouch-Funktionen (z.B. zwei-Finger-Scrolling) oft nicht richtig interpretiert werden oder die Bedienung durch teils hohe Kanten am Rand des Touchpads erschwert wird. Eher schmückendes Beiwerk sind die dazugehörigen Tasten. Sie klappern hörbar, verfügen über einen äußert weichen Druckpunkt und besonders ärgerlich ist die sehr ungünstig Positionierung am Rand des Gehäuses. Liegt man beispielsweise mit angewinkelten Beinen im Bett werden sie nicht selten unbeabsichtigt betätigt und führen so unerwünschte Aktionen aus.

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  • 8 Kommentare

    1. avatar
      Jörg Schönfeld schrieb am
      Bewertung:

      Gibt es die Thinkpad Edge-Serie eigentlich nur mit Schminkspiegeldisplay oder gibt es auch Modelle mit mattem Display?

    2. avatar
      Kay Menzel schrieb am
      Bewertung:

      Hey,
      Soweit ich weiß, gibt es das Edge nur mit Spiegeldisplay. Ich denke, damit will Lenovo den Preis niedrig halten und den Abstand zur teuren X-Serie wahren.
      Ist aber nur eine Vermutung. Das Display des Edge 11 hat aber gar nicht so schlecht abgeschnitten wie vermutet. Mehr dazu im nächsten Teil.
      Gruß

    3. avatar
      Dan schrieb am
      Bewertung:

      Handelt es sich bei dem Modell auf den Bildern wirklich um das im Text besprochene? Irgendwie sieht der Displaydeckel auf den Bildern Matt aus, bei dem besprochenen Modell sollte er doch glänzend sein, oder?!?

    4. avatar
      Sven Kaulfuß schrieb am
      Bewertung:

      @ Dan: Sollte das Modell mit glänzenden Deckel sein, welches Kay von uns als Testmuster erhielt – wahrscheinlich gut fotografiert. Einen matten Deckel gibt es aber bei den günstigen AMD-Linux-Modellen: Artikel.

    5. avatar
      Dan schrieb am
      Bewertung:

      @ Sven: Danke. Wenn die Intel Variante ohne UMTS mit mattem Deckel lieferbar ist wird zugeschlagen.

    6. avatar
      Kay Menzel schrieb am
      Bewertung:

      Hätte ich den Deckel mal vor der Fotosession nicht geputzt :) Der schwarze Deckel glänzt wie eine Speckschwarte :)

    7. avatar
      Bewertung:

      @ Kay: Ach so, wirklich schön geputzt. Muss man wohl ständig machen, oder?

      Wie sieht es denn mit der Kratzempfindlichkeit des glänzenden Deckels aus?

    8. avatar
      Kay Menzel schrieb am
      Bewertung:

      Also wenn der Deckel immer schön sauber sein soll, dann kann man echt täglich putzen. Mit ‘nem ordentlichen Putztuch ist das aber kein Problem, da die Fettfinger von der Oberfläche gut abgehen.
      Die Kratzempfindlichkeit habe ich nicht überprüft, da ich immer extrem vorsichtig mit den Produkten umgehe. Ich bin aber der Meinung, dass die Kratzempfindlichkeit beim Edge 11 relativ gering ist. Mit ein wenig Sorgfalt sollten nicht so schnell Kratzer entstehen.

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