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Produkttest: Lenovo IdeaPad U310 i5 – 3317U



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Zugeordnete Tags Lenovo | Ultrabook | IdeaPad | Intel
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Ultrabook mit Ivy-Bridge-Technologie von Intel
Leicht und schnell sowie lange Akkulaufzeit: Die Anforderungen an ein Ultrabook sind klar definiert. Mit seinen 1,7 kg ist das Lenovo IdeaPad U310 eher eines der Schwergewichte unter den Ultrabooks, auch die Höhe von 18 mm liegt nahe der Obergrenze für Ultrabooks mit 13,3 Zoll kleinen Displays. Der chinesische Hersteller hat sich nach eigenen Angaben bei der Entwicklung des Ultrabooks von Büchern inspirieren lassen. Hat das Lenovo IdeaPad das Zeug zum Bestseller oder ist es eher ein Ladenhüter?
Lieferumfang

Das Lenovo IdeaPad 310 kommt in einem schwarzen Karton, in dem sich neben dem Ultrabook das Ladekabel und ein Handbuch befinden. Die mitgelieferte, ebenfalls schwarze Schutztasche aus einer Art Kunstleder macht einen billigen Eindruck, erfüllt jedoch ihren Zweck. Wiederherstellungs- oder Treiber-CD? Fehlanzeige.

Erster Eindruck

Äußerlich macht das IdeaPad 310 einen wertigen Eindruck, Lenovo hat viel Aluminium spendiert. Öffnet man das IdeaPad, ist es jedoch vorbei mit dem eleganten Alu: Das spiegelnde Display ziert ein dicker Plastikrahmen, der sich leider bald mit zahlreichen Fingerabdrücken schmückt. Wem Grau zu langweilig ist, der kann einen blauen oder rosafarbenen Deckel wählen. Die genauen Maße sind (L x B x H): 334 mm x 225 mm x 18 mm.

Hardware-Ausstattung

Mein Testgerät, das IdeaPad U310 i5 – 3317U, verfügt über einen stromsparenden Intel-Core-i5-3317U-Dual-Core-Prozessor (Ivy-Bridge) mit einer Taktfrequenz von 1,7 GHz. Der Hauptspeicher fasst 4 GB (DDR3). Hier hat Lenovo gespart: Es steht nur ein Steckplatz zur Verfügung, laut Lenovo kann der RAM auch nicht erweitert werden. Für die Grafik ist eine Intel HD Graphics 4000 zuständig. Auf der linken Seite befinden sich der One Key Recovery Button, der Netzwerkanschluss (nur Fast Ethernet, kein Gigabit-LAN), ein HDMI-Ausgang sowie zwei USB-3.0-Ports. Rechts wurden der Audio-Ausgang, ein USB-2.0-Port sowie der Stromanschluss verbaut. Auf der Vorderseite befindet sich der SD-/MMC-Kartenleser. Für die Kommunikation sind WLAN (802.11 b/g/n) und Bluetooth (4.0) zuständig. Das IdeaPad 310 besitzt kein optisches Laufwerk. Oberhalb des Displays befindet sich in der Mitte die Webcam mit 1.280 x 720 Pixeln Auflösung und Gesichtsverfolgung.

IdeaPad U310  blau
TouchPad
Tastatur
Innenansicht
Innenansicht
Lenovo IdeaPad U310″

Mit Intels Wireless-Display könnt ihr Fotos oder Videos auf eurem Fernseher ansehen. Dazu müsst ihr zusätzlich einen Adapter (Belkin ScreenCast TV-Adapter oder D-Link DHD-131 TV-Adapter) an den Fernseher anschließen. Das IdeaPad ist mit der Antidiebstahltechnologie Intel Anti Theft ausgestattet. Damit kann es nach einem Diebstahl mittels Lockdown-Signal vorübergehend außer Gefecht gesetzt werden, es lässt sich dann nicht mehr booten. Dieser Service ist allerdings nicht umsonst, er soll ca. 40 US-Dollar pro Jahr kosten. Auf Kensington Lock hat Lenovo verzichtet; bei einem Gerät, das vorwiegend für den mobilen Einsatz gedacht ist, unverständlich. An der Vorderseite befinden sich zwei LEDs: eine für die Akku-Ladeanzeige, die andere für die Festplattenzugriffe. Auf der Unterseite des IdeaPads findet man keine Schrauben. Diese sitzen unter den Gummifüßen und sind zusätzlich mit einer Lackierung versiegelt. Einfach mal schnell die Festplatte tauschen, das geht hier leider nicht.

Front
Deckel mit Schriftzug
linke Seite
rechte Seite
rechte Seite
Lenovo IdeaPad U310″

Zwei Festplatten inklusive

Lenovo verpasste dem IdeaPad U310 eine Hybrid-Speicherlösung: Neben einer langsameren 500-GB-Festplatte (5.400 rpm) von Seagate arbeitet eine 32 GB große SSD-Platte von Samsung, auf der sich die Wiederherstellungspartition befindet. Außerdem wird die SSD als Cache für häufig benutzte Programme verwendet. Dafür hat Lenovo zwei neue Technologien entwickelt: RapidBoot und BootShield. Dabei werden Windows-7-Dienste, die Windows nicht beim Start braucht, erst nach Abschluss des Startvorgangs geladen. Gleichzeitig wird der Bereich der Festplatte, der die Startdateien enthält, regelmäßig defragmentiert. Für den Start werden ca. 20 Sekunden benötigt, aus dem Ruhezustand erwacht das IdeaPad U310 innerhalb von zwei bis drei Sekunden.

Display

Das 13,3 Zoll große TN-Display besitzt eine maximale Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln. Eigentlich kann man so ein kleines Ultrabook prima überallhin mitnehmen; leider sieht man im Freien oder bei stärkerer Lichteinstrahlung nicht viel. Das Display spiegelt sehr stark und ist auch recht dunkel. Es besitzt nur ein Scharnier, beim Öffnen wippt es ein wenig nach und macht keinen besonders stabilen Eindruck. Aufgrund einer fehlenden Vertiefung am Rand ist es etwas schwierig, das Display mit nur einer Hand zu öffnen, aber machbar.

Tastatur und Touchpad

Die schwarze, in Aluminium gefasste Tastatur fühlt sich angenehm an, die abgerundeten Tasten sind verhältnismäßig groß. Die gesamte Tastatur federt beim Schreiben jedoch sehr stark; teilweise hatte ich Bedenken, dass dadurch Teile unter der Tastatur Schaden nehmen könnten. An die kleine Rückschritt- und Eingabetaste muss man sich gewöhnen, auf eine Tastaturbeleuchtung wurde leider verzichtet. Das Touchpad mit Glasoberfläche ist recht groß (10,5 x 7 cm) und beherrscht Multi-Touch-Gesten. Es lässt sich meistens problemlos bedienen, nur beim Scrollen reagiert es manchmal ziemlich schwerfällig. Bei meinem Testgerät klapperte das Touchpad außerdem ein wenig.

Energieoptionen

Lenovo bietet drei verschiedene Energieoptionen an: Energiesparer, Ausgewogen und Hochleistung. Jede der drei Optionen könnt ihr individuell anpassen. Ich habe die ausgewogene Variante gewählt und die Bildschirmhelligkeit erhöht. So hielt der Akku bis zu sechs Stunden durch. Laut Aussage von Lenovo ist er nicht auswechselbar. Das Umschalten zwischen den Energieoptionen erledigt ihr schnell per mitgelieferter, leicht verständlicher Software. Der Lüfter arbeitet zwar hörbar, aber absolut nicht störend.

image

Lautsprecher

Die beiden 1,5 Watt starken Stereo-Lautsprecher unterstützen Dolby Home Theater 4 und sind unterhalb des Display-Scharniers angebracht. Sie besitzen einen guten Klang, da scheppert nichts, aber einen „kinoähnlichen“ Klang, wie es Lenovo bewirbt, kann man bei einem Notebook nicht erwarten.

Lenovo Theater

Software

Windows 7 und Update auf Windows 8 für 14,99 Euro
Auf dem Lenovo U310 ist Windows 7 Home Premium 64Bit (inklusive Servicepack 1) installiert. Das Update auf Windows 8, das am 26. Oktober dieses Jahres erscheint, kostet euch dann nur 14,99 Euro.

Vorinstallierte Anwendungen

  • McAfee Emerald 11.0: Antivirenschutzprogramm
  • OneKey Rescue System 7.0: Sicherungs- und Wiederherstellungstool: Da keine Wiederherstellungs-DVD mitgeliefert wird, ist es ratsam, mit der One-Key-Rescue-System-Software eine solche zu erstellen. Dabei werden leider nur CDs und DVDs und keine USB-Sticks oder externe Festplatten unterstützt. Allerdings besitzt das IdeaPad U310 gar kein optisches Laufwerk. Der Button zum Wiederherstellen des Systems (One Key) befindet sich auf der linken Seite in Höhe des Power Button, die Installationsdaten liegen auf der SSD. Eine komplette Wiederherstellung von Windows 7 dauert ca. 20 Minuten. Dabei werden eure privaten Daten, die ihr auf der Festplatte gespeichert habt, überschrieben, die müsst ihr also vorher sichern.

One Key

  • Windows Live Essential 2011: Beinhaltet Messenger, Live Writer zum Erstellen von Offline-Blogbeiträgen, MovieMaker, Fotogalerie, Live Mail, Live Family Safety zum Anlegen von Regeln für einzelne Familienmitglieder (Kinderschutz), Live Mesh zur Synchronisation von Dateien und Einstellungen auf mehreren Windows-PCs.
  • Microsoft Office Starter 2010: Lenovo hat auf dem U310 eine abgespeckte, kostenlose Office-Version installiert. Diese beinhaltet nur Word Starter 2010 und Excel Starter 2010. Mit dieser Word-Version könnt ihr keine wissenschaftlichen Arbeiten schreiben, da ihr keine Fußnoten, Inhaltsverzeichnisse, Abbildungsverzeichnisse usw. erstellen könnt. Die gesamten Einschränkungen der Word-Version findet ihr hier und die Einschränkungen der Excel-Version hier.
  • CyberLink YouCam 3.0: Webcam-Software mit Effekten wie Avataren, Rahmen und Verzierungen für die Erstellung von Schnappschüssen und Video-Aufnahmen
  • VeriFace 4.0: Ermöglicht Anmeldung am System sowie das Verschlüsseln von Dateien und Ordnern per Gesichtserkennung, enthält einen Passwortmanager zum Speichern von Anmeldedaten für Webseiten.

Fazit

Sowohl das etwas zu dunkle und spiegelnde Display als auch die federnde Tastatur sind Schwächen des IdeaPad U310. Für die Arbeit mit Office-Anwendungen, zum Surfen oder Bearbeiten von Mails seid ihr mit dem Lenovo IdeaPad U310 jedoch bestens gerüstet, hier muss es sich absolut nicht vor der Konkurrenz verstecken. Für grafisch aufwendigere Spiele eignet sich das IdeaPad nicht, aber Full-HD-Videos werden ohne Ruckeln abgespielt. Es gibt sicherlich leichtere und in Sachen Hardware besser ausgestattete Ultrabooks, aber diese spielen dann preislich in einer anderen Liga. Das Lenovo IdeaPad U310 mit dem i5-Prozessor gibt es bei Cyberport ab 697 Euro und die Variante mit dem i3-Prozessor (Sandy-Bridge) ab 599 Euro. Für den i7-Prozessor (Ivy-Bridge) müsst ihr derzeit 849 Euro einplanen. In Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis ist das IdeaPad U310 auf jeden Fall ein Bestseller.

Hinweis
Einige Käufer des Lenovo IdeaPad U310 berichteten von sehr langsamen WLAN-Verbindungen und gar Abstürzen des WLAN. Lenovo gab inzwischen ein Hardware-Problem zu. Bei den Modellen, die ab dem 23.07.2012 hergestellt wurden, ist dieses nach Aussage von Lenovo behoben. Wer ein fehlerhaftes Modell erwischt hat, sollte sich an den Lenovo-Support wenden, die fehlerhafte WLAN-Karte wird dann ausgetauscht. Bei meinem Testgerät traten keine Abstürze oder Probleme auf.

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1 Kommentar

  1. avatar
    Gerald Nowak schrieb am
    Bewertung:

    Ich schließe mich den Kunden an, die Probleme mit dem Ultrabook Lenove U310 haben. Bei meinem Gerät wurde die Hartware des Wlan ausgetauscht. Leider läuft das Gerät immer noch „ultra“-langsam. Muss vermutlich noch mal zu Nachbesserung. Schickes Aussehen aber leider wenig drinnen. Auch einige andere Komponenten sind eher mau. Warum das so ist, kann ich als einfach User nicht sagen. Mein i3 im Airmac ist super viel schneller und hat keine derartigen Probleme. Ich würde kein Lenovo empfehlen. Versuch das Gerät zurück zu geben.

    Gerald

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