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Produkttest: Dell Vostro 1015 – Teil 1



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Das texanische Arbeitspferd?
Unter dem Namen Vostro verbergen sich Notebooks vom amerikanischen Computer-Hersteller Dell (beheimatet in Round Rock, Texas). Diese sind speziell für kleine Unternehmen konzipiert, die auf Sicherheit, Zuverlässigkeit und Service setzen, ohne dafür viel Geld ausgeben zu wollen. Den günstigsten Einstieg in die mobile Vostro-Welt stellt das Vostro 1015 dar. Bereits ab 379 Euro wird die preiswerteste Konfiguration angeboten. Dafür gibt es einen 2,2 GHz starken Single-Core von Intel, 1 GB Arbeitsspeicher und eine 160 GB große Festplatte. Als Betriebssystem wird durchweg Windows 7 eingesetzt. Das aktuelle Testmodell, welches für 619 Euro (Spiegeldisplay) bzw. 629 Euro (mattes Display) erhältlich ist, setzt auf einen Intel Dual-Core T6670 mit 2,2 GHz, 4 GB Arbeitsspeicher und einer 320 GB fassenden Festplatte. Was man für dieses Geld erwarten kann und ob es sich lohnt, einen genaueren Blick auf die Dell Vostro 1050-Serie zu werfen, soll in einem ausführlichen Testbericht erläutert werden.
Technische Daten im Überblick

  • Prozessor: Intel Core 2 Duo T6670, 2x 2.20 Ghz, 2 MB L2 Cache, 800 Mhz FSB, 45nm, 35 W TDP
  • Arbeitsspeicher: DDR2 PC2-6400, 4096 MB (2x 2048 MB)
  • Festplatte: Seagate ST9320325AS, 320 GB, 5400 U/Min., 8 MB Cache
  • Grafik: Intel GMX X4500HD, 475 MHz
  • Display: 15,6 Zoll, 1366×768 Pixel, 16:9, LED-Hintergrundbeleuchtung, Spiegelnd (TrueLife)
    Dell Vostro 1015 – Teil 1″

    Gehäuse und Verarbeitung
    Bevor an der Ausstattung des Notebooks gespart wird, setzt man lieber den Rotstift am verbauten Gehäuse an. Genau das denkt man, wenn man das Dell Vostro 1015 in die Hand nimmt. Die bullige Hülle des Vostro besteht komplett aus kostengünstigem Plastik, das kaum punktuellen Widerstand bietet und sich minderwertig anfühlt. Interessanterweise lassen sich das Gehäuse und das Display dennoch kaum verwinden, was auf einen stabilen Innenaufbau schließen lässt. Dem Aussehen nach zu urteilen könnte das Vostro 1015 die 3 kg Gewichtsmarke locker überspringen. Dem ist aber nicht so. Mit 2,5kg zählt es zu den leichteren 15,6-Zöllern auf dem Markt.

    Dass Klavierlack momentan allgegenwärtig ist und auch im Businessbereich kein Halt kennt, demonstriert das Vostro 1015 erfolgreich. Der gesamte Deckel sowie der Bereich über der Tastatur wurde mit einer schwarzen und spiegelnden Schicht überzogen. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass der Displaydeckel mit winzig kleinen Punkten verziert ist, die für einen leicht metallischen Glanz sorgen. Dennoch bringt auch das Dell die Nachteile von lackierten Oberflächen mit. Schon kurz nach dem Entfernen der Schutzfolie sammeln sich sichtbar zahlreiche Fingerabdrücke auf den Flächen und nehmen ihnen das glänzende Erscheinungsbild.

    Dell Vostro 1015 – Teil 2″

    Die relativ schmächtig wirkenden Displayscharniere halten den Bildschirm erfreulicherweise ausreichend stabil in der gewünschten Position. Selbst ein nerviges Nachwippen beim Justieren der optimalen Displayposition fällt nur sehr gering aus. Konstruktionsbedingt ist der maximale Öffnungswinkel auf ca. 135° beschränkt. Einen mechanischen Schieber, der das Display vor dem ungewollten Öffnen hindert, besitzt das Dell nicht. Schadenbringende Gegenständige können also relativ ungehindert in das Notebook eindringen.
    Nicht viel zu Beanstanden gibt es bei der Verarbeitungsqualität. Jedes Bauteil sitzt fest in seiner vorgesehen Position und vorhandene Spaltmaße sind sehr gleichmäßig. Einzig bei der Abdeckung über der Tastatur muss sich Dell Kritik gefallen lassen. Diese kann an beiden Seiten mehrere Millimeter angehoben werden.

    Bewertung: 3,5

    Eingabegeräte
    Das man Aufgrund des sehr geringen Einstiegspreises für ein Vostro 1015 keine perfekte Tastatur á la Lenovo Thinkpad erwarten kann, ist verständlich. Was der potentielle Kunde aber bei diesem Notebook bekommt, ist nicht zu erklären…Aber erst mal von Anfang an. Dell verbaut trotz des breiten Gehäuses eine Tastatur ohne separaten Nummernblock und vertraut auf ein 18 x 18 mm Raster (Standardlayout bei PC-Tastaturen 19 x 19mm). Die leicht konkave Oberseite der Tasten fällt mit 14 x 14 mm nochmals kleiner aus, was selbst viele Netbooks übertreffen und die Eingaben so unnötig erschwert. Ein positives Merkmal der Tasten ist der angenehme Druckpunkt mit einem nicht zu langen Hub. Der kurze Anflug von vielversprechenden Eindrücken verfliegt aber sobald man merkt, wie sichtbar die Tastatur beim Schreiben nachgibt und die Eingaben von einem ständigen Tastenklappern begleitet werden. Auch der verwendete Kunststoff unterstreicht den wirklich billigen Charakter des Eingabegeräts eindrucksvoll.

    Auf irgendwelche Sondertasten hat Dell komplett verzichtet. Alle Sonderfunktionen wie das Regeln der Musiklautstärke und Displayhelligkeit sowie das Aktivieren/ Deaktivieren der WLAN-Verbindung muss per gehaltener FN-Taste ausgeführt werden. Ein manuelles Ausschalten des Displays ist überhaupt nicht möglich.

    Dell Vostro 1015 – Teil 3″

    Das verbaute Touchpad liegt zur besseren Abgrenzung tiefer als die angrenzende Handenballenauflage und lässt sich somit gut erfühlen. Mit einer Grundfläche von 7 x 2,7 cm ist es relativ klein. Erschwerend kommt hinzu, dass noch einmal einige Millimeter im unteren und rechten Bereich aufgrund des vordefinierten Scroll-Bereichs wegfallen. Sehr gut hingegen ist die Gleiteigenschaft der leicht rauen Oberfläche. Die dazugehörigen Touchpad-Tasten sind ausreichend groß, sind sehr leicht zu bedienen und verfügen über einen perfekten Druckpunkt.

    Bewertung: 4

    Schnittstellen und Kommunikationsmöglichkeiten
    Über die gebotene Schnittstellenauswahl gibt es Positives sowie Negatives zu berichten. Auf der Haben-Seite stehen vier USB-Anschlüsse, ein Netzwerkanschluss, ein VGA-Anschluss, ein Firewire 400 Port und ein Modemanschluss. Aktuelle Anbindungen wie eSata, HDMI geschweige denn USB 3.0 besitzt das Vostro 1015 nicht. Zum Nachrüsten der fehlenden Schnittstellen ist jedoch ein 34mm großer ExpressCard-Slot vorhanden. An der aufgeräumten Vorderseite befinden sich neben einem Audioausgang und -eingang noch eine 5-in-1 Kartenleser, der jedoch aufgrund des Fehlens einer Dummykarte immer offen ist. Die Anordnung der anderen Ports hingegen ist nicht optimal gelungen. Die Anschlüsse befinden sich fast ausschließlich im vorderen Bereich der linken und rechten Gehäuseseite, weshalb es dort sehr beengt vorgeht. Größere USB-Sticks können entweder den benachbarten USB-Port (rechte Seite) überdecken oder den Einsatz der ExpressCard-Slots (linke Seite) verhindern.

    Kommunikationstechnisch gibt es alles was das Herz von Unternehmen oder Privatpersonen begehrt. Ins Internet oder ins Netzwerk geht es per Gigabit-LAN (Realtek) oder WLAN (Dell) mit neustem n-Standard. Bei fehlender Breitband-Verbindung vermag das verbaute 56k-Modem den Weg ins weltweite Web anzutreten. Externe Peripherie kann über Bluetooth Kontakt mit dem Vostro aufbauen.

    Bewertung: 3,5

    Dell Vostro 1015 – Teil 4″

    Display
    Das Dell Vostro 1015 wird wahlweise mit einem spiegelndem oder mattem Display ausgeliefert. Der aktuelle Testproband setzt einen 15,6 Zoll Bildschirm mit einer glänzenden Beschichtung, die bei Dell unter der Bezeichnung TrueLife geführt wird, ein. Dabei ist es den Amerikanern gelungen einen annehmbaren Kompromiss zwischen den bekannten Vor- und Nachteilen herzustellen. Farben wirken sehr kräftig und knackig. Nervige Spiegelungen werden durch die auf Wunsch sehr hellen Leuchtdioden, die sich um die Hintergrundbeleuchtung kümmern, merklich vermindert. Auch in Sachen Blickwinkelstabilität gibt es Gutes zu berichten. Horizontal verändern sich die Farben kaum. Mehrere nebeneinandersitzende Personen können so gleichzeitig die Qualität des Displays genießen. Vertikal muss das Dell notebooktypisch mehr Federn lassen. Dennoch invertieren die Farben in einem deutlich geringeren Maße als bei vergleichbaren Vertretern.

    Etwas enttäuschend ist die geringe Auflösung von 1366 x 768 Pixel, was dem filmfreundlichen Bildverhältnis von 16:9 entspricht. Stellen die dadurch gut lesbaren Schriften ein Plus im Bedienkomfort dar, kommt bei der von stetigem Scrollen begleiteten Benutzung schnell Frust auf.

    Über dem Bildschirm befindet sich eine 2,0-Megapixel-Kamera mit digitalem Mikrofon. Die von ihr aufgezeichneten Videos besitzen ein sichtbares Bildrauschen, welche gelegentlich von Artefakten begleiten werden. Makellos ist hingegen das Mikrofon, welches Stimmen und Töne sauber aufnimmt.

    Bewertung: 1,5

    Im zweiten, abschließenden Teil des Testberichtes, soll es dann hauptsächlich um die gebotene Leistung als auch die Softwareausstattung gehen.

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