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Produkttest: ASUS Eee PC X101



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Spar-Netbook mit MeeGo-Linux
Die Geräteklasse der Netbooks hat zwar in den letzten Jahren einiges an Marktanteil und -bedeutung eingebüßt, hat seine Berechtigung aber meiner Meinung nach noch nicht vollends verloren. ASUS bringt mit seinem Eee PC X101 jetzt die klassische Idee zurück, ein dünn ausgestattetes, kleines Notebook ohne teure Windows-Lizenz anzubieten. Vor allem im Vergleich mit dem ehemaligen Edel-Modell Eee PC S101 kann man sehen, wie sehr sich die Hardware und die Bauweise geändert haben. Was man von dem nur 170 Euro teuren X101 erwarten kann und auf welche Fähigkeiten, Funktionen oder Anschlüsse gegebenenfalls verzichtet werden muss, das hab ich mir mal im Einzelnen angesehen.
Technische Daten Eee PC X101:

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ASUS Eee PC X101 – Teil 1″

Konzept und Können
Im Gegensatz zu früheren (oder teureren) Netbooks ist die verwendete Intel Atom N435 CPU lediglich einkernig (Single Core) und taktet auch nur mit 1,33 Ghz, macht sich im alltäglichen Gebrauch aber weniger negativ bemerkbar, als der schwache GMA 3150 Grafikchip. Bei 3D-Berechnungen oder hochauflösenden (Online-)Videos ist schnell nur noch Geruckel angesagt – das kann dann auch der hohe Datendurchsatz der SSD-Festplatte (8GB) nicht mehr wettmachen. Um als leichtgewichtiger Surf-Kompagnion wahrgenommen zu werden fehlt dem superleichten Eee PC jedoch ein UMTS-Modem und ein etwas dickerer Akku. Kunden, die sich das Modell hauptsächlich aufgrund seines geringen Preises zulegen werden unter Umständen sogar froh sein, einen erweiterten Akkukauf etwas in die Zukunft verschieben zu können, die von mir er-testete Laufzeit von 2-3 Stunden ist aber eigentlich eines mobilen Geräts nicht würdig und wird mit Sicherheit schnell zum Ärgernis.

Dass sich das MeeGo-Maschinchen nicht als Grafikmonster versteht war natürlich erwartbar, aber auch seinen anderen Daseinszweck erfüllt es durch das Akkuproblem eben nur bedingt, wenngleich der Rest des Konzepts stimmig ist. Mit zwei USB-Anschlüssen, einem MicroSD-Cardreader, Headsetbuchse und einem WLAN N Adapter muss der Kunde klarkommen, um sich mit seiner Umwelt zu konnekten, dafür wird auf dicke Ethernet- und VGA-Anschlüsse verzichtet, die eh nicht mehr zeitgemäß sind. Das ist zwar nicht viel, in den meisten Fällen aber wohl ausreichend.

Gehäuse und Display
Abseits dieser leichten Kritik hat der diesjährige Weihnachts-Eee PC einiges an Lob verdient – und erhalten. Das größte Lob dürfte wohl sein, dass mir jemand aus dem Freundeskreis das Testgerät nach nur wenigen Tagen bereits unter den Fingern weg kaufen wollte. Natürlich hab ich es der Kirsten am Ende schon verkauft, als ich alle Tests fertig hatte; sie hat den Rechner nun seit vier oder fünf Tagen und bisher hat sie sich noch nicht wegen irgendwelcher Probleme gemeldet – trotz Linux! Dass ich ihr den Rechner trotz der eigentlich recht schwachen Leistungswerte ruhigen Gewissens empfehlen konnte lag vornehmlich an der stabilen und dennoch sehr flachen (18mm) und leichten (920 Gramm) Bauweise des Gehäuses. Aber auch den guten Tasten-Druckpunkten und der hohen Stabilität der Tastatur, dem matten und dennoch recht hellen und klaren Display (1024×600), sowie dem in dieser Preisklasse nicht unbedingt zu erwartenden Multitouchpad kann man etwas Positives abgewinnen. Vor allen Dingen die Stabilität des Gehäuses hat mich echt überrascht, auch wenn es eindeutig aus Kunststoff ist. Durch das Weglassen der obersten Tastenreihe, wodurch die Funktionstasten auf die normale Zahlenreihe rutschen, spart ASUS außerdem Platz an der richtigen Stelle. Somit ist genug Raum, die Tasten im Chiklit-Style, also mit einem ordentlichen Abstand zueinander, auf der Tastatur anzuordnen, was – der überdurchschnittlichen Größe nach zu urteilen – auch dem Touchpad zugute gekommen zu sein scheint. Nicht so schön ist dagegen der große, nach unten heraus stehende Akku, der die gepriesene 18mm-Bauhöhe ad Absurdum führt – mit Akku sind es locker doppelt so viel!

ASUS Eee PC X101 – Teil 2″

Betriebssysteme&Software
Das vorinstallierte MeeGo-Linux ist allein schon wegen seiner geringen Bekanntheit ein Abschrecker für Kunden, auch wenn es kaum schwieriger als Android zu bedienen ist. Die „Probleme“ beginnen bei den individuellen Wünschen, beispielsweise müsste Skype mit einem Fedora-Linux-Paket nachgerüstet werden, was sich sicher nicht Jeder zutraut. Als Ausweichvariante wird es von den X101 Eee PCs demnächst auch eine Serie mit Windows (7 Starter) und „richtiger“ HD-Festplatte geben, was sich mit rund 60 Euro Mehrpreis (ASUS Eee PC X101H ab…für 229 Euro) bemerkbar macht. Für Kirsten hab ich das Testsystem dennoch mit einem Ubuntu-Linux ausgerüstet, das ebenfalls einwandfrei funktioniert. Das von ASUS vor Auslieferung aufgespielte „Open Office“ kann man hier natürlich auch installieren, aber eben auch Skype, Firefox und viele andere Programme, mit denen ich unter MeeGo so meine liebe Müh´ hatte.

ASUS Eee PC X101 – Teil 3″

Wer hierzu – außer der Tatsache, dass die ASUS Eee PC X101 für 169 Euro aktuell nur in schwarz (4 Farben: Schwarz, Weiß, Braun und Rot) lieferbar sind – noch mehr wissen möchte kann sich ja auch meinen Test auf GIGA.de durchlesen, bei denen ich in den letzten Monaten ein wenig aushelfen durfte. Wie einleitend angekündigt hab ich aber noch einen Netbook-Generationsvergleich gemacht, in dem „der Neue“ gegen das ehemals dünnste Modell überhaupt, den Eee PC S101, antreten musste. In beiden Systemen trägt eine Mini-PCIe-SSD erheblich dazu bei, dass dieses so dünn gstaltet werden konnte, wenngleich das alte Modell vor etwa 3 Jahren mit ca. 450 Euro nicht nur deutlich teurer, sondern auch besser ausgestattet war. Die „Platzfresser“ VGA- und Netzwerkanschluss sind an diesem also noch nicht weg rationalisiert, umso erstaunlicher ist seine Konkurrenzfähigkeit. Im hinteren Bereich, also am Akku*rsch, kommt der X101 dann auch nicht mehr mit, ist etwa einen halben Zentimeter höher als mein Alt-Modell. Sicher, im vorderen Bereich ist der Neuling deutlich dünner, aber in meiner Tasche muss schon Platz für das ganze System sein, da spielt dann immer nur die dickste Stelle eine Rolle. Mit 900 zu 1200 Gramm ist der X101 aber nochmal eine ganze Ecke leichter als sein „großer Bruder“, berücksichtigt man die dünnere Ausstattung und die reine Plastikbauweise des Neulings, ist das aber kein Wunder.

Fazit
Für Schule, Uni und die Fahrt zwischen zwei Steckdosen kann man den ASUS Eee PC X101 einwandfrei empfehlen. Er ist stabil genug, auch widrige Umstände zu überleben, es lohnt sich aber leider kaum, ihn mit in den Biergarten zu nehmen. Dafür ist die Akkulaufzeit einfach zu gering, selbst wenn man auf einen zusätzlichen UMTS-Stick verzichtet. Als Urlaubsbegleiter oder als Geschenk für den Nachwuchs zum Abi oder zu Weihnachten eignet sich der Eee PC X101 aber allemal.

Pro:
+ niedriger Preis
+ gute Verarbeitungsqualität
+ geringes Gewicht
+ SSD-Festplatte

Contra:
– Akkulaufzeit
– MeeGo Linux
– Akkubeule

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