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Nokia Lumia 1320 - das 6-Zoll-Phablet



Zugeordnete Tags Lumia | Nokia | Windows Phone 8
Bereiche

Bewertung
Gutes Design mit qualitativen Mängeln
3

 Pro

  • Schickes Design
  • Gutes Handling
  • LTE
  • microSD-Slot
  • Sehr gute Akkulaufzeit

 Contra

  • Hoher Preis
  • Vorjahres-CPU
  • Nur 1 GB Arbeitsspeicher
  • Unzureichende Verarbeitungsqualität

Gibt es noch einige hier, die sich fragen, was ein Phablet ist? Wenn ja: Ein Phablet ist ein zu groß geratenes Smartphones, das mit einer Bildschirmdiagonale um 6 Zoll eher eine Zwischenlösung zwischen Smartphone und Tablet darstellt. Der Vorteil ist die Displaygröße, verbunden mit der Telefonfunktion.

Aktuell ist in dieser Kategorie Samsung mit dem Galaxy Note 3 der Vorreiter, aber auch das LG G2 oder Sonys Xperia Z Ultra sind hier präsent. Nokia stellt mit dem Lumia 1320 nun ein Smartphone vor, das mit 6 Zoll Displaydiagonale wunderbar in die Phablet-Kategorie passt und zudem über das neueste Windows Phone OS verfügt. Optisch präsentiert es sich in einem für Lumia-Modelle neuen Design und ist für 359 Euro bei Cyberport erhältlich.

Wie es sich im Test schlägt und welche Kunden von diesem Phablet angesprochen werden, erfahrt ihr im folgenden Test.

Unboxing & Ersteindruck

Ausgepackt & in die Hände genommen

Farbenfrohes Phablet - Nokia Lumia 1320
Farbenfrohes Phablet - Nokia Lumia 1320

Der erste Eindruck beim Auspacken des Lumia 1320 ist gewaltig. Um genau zu sein, gewaltig groß, besonders im Hinblick auf kleinere Smartphones. Dennoch lässt es sich wunderbar halten und fühlt sich sehr gut an.

Natürlich ist die Bedienung mit einer Hand, selbst wenn diese groß ausfällt, nahezu unmöglich. Beim Lumia 1320 solltet ihr grundsätzlich beide Hände frei haben, um es gut benutzen zu können.

Die größten Neuerungen gegenüber anderen Lumias betreffen neben der Displaygröße das Design und die Materialien. Das Phablet besteht nicht mehr aus dem typischen Unibody-Gehäuse, das an Ober- sowie Unterseite flach und kantig und nicht zu öffnen ist. Die Ecken sind nun allesamt abgerundet und die Rückseite ist abnehmbar. Der mattierte Plastikdeckel fühlt sich sehr gut an und sorgt für rutschfesten und sicheren Halt.

Optisch gefällt mir diese Gehäuse-Lösung deutlich besser, doch leider knarzt der Deckel bei jeder Bewegung deutlich und sitzt nicht sonderlich stabil in den vorgesehenen Halterungen. Zudem hatte ich öfter das Gefühl, dass sich der Rand vor allem an den Seiten herunterdrücken lässt. Qualitativ könnte Nokia noch deutlich nacharbeiten, auch wenn mir das Phablet optisch und von Design-Gesichtspunkten aus besser gefällt als die älteren Lumia-Modelle.

Auf der rechten Seite befinden sich sämtliche Knöpfe, oben angefangen mit der Lautstärkewippe, gefolgt vom mittig sitzenden Power Button. Am unteren Ende findet ihr den Kameraknopf, der die Kamera-App startet und Fotos aufnimmt. Alle drei Knöpfe sind sehr gut verarbeitet und sitzen fast bündig im Gehäuse.

Hardware

Mittelmäßige Hardware, aber gute Performance dank Windows Phone 8.1

Abnehmbare, aber knarzende Rückseite
Gut verbaute Buttons
Abnehmbare, aber knarzende Rückseite

Bei Android als sehr wichtig angesehen, bei Windows Phone 8.1 fast uninteressant: die CPU-Leistung. Denn bei Microsoft wird deutlich ressourcenschonender gearbeitet. Trotz eines vermeintlich kleinen 1,7 Gigahertz starken Dual-Core Prozessors Snapdragon S4 Pro aus dem Vorjahr laufen alle Anwendungen schnell und stabil, ohne lange Wartezeiten. Diese CPU soll zum einen den Preis senken und zum anderen auch für eine längere Akkulaufzeit sorgen. Vor allem im Energiesparbereich ist Windows Phone den Konkurrenz-Systemen iOS und Android einen großen Schritt voraus.

Unterstützung erhält die CPU von 1 Gigabyte Arbeitsspeicher. Der hätte allerdings getrost etwas größer sein dürfen, um das System dauerhaft flüssig laufen zu lassen.

Ebenfalls größer hätte der interne Speicher von 8 Gigabyte ausfallen können. Als Entschädigung gibt es aber einen microSD-Slot, der eine kostengünstige Speichererweiterung um bis zu 64 Gigaybte ermöglicht.

Kamera

Kamera für Schnappschüsse

Durchschnittliche Kamera für verrauschte Bilder
Durchschnittliche Kamera für verrauschte Bilder

Die rückseitige Kamera nimmt Bilder mit 5 Megapixel auf, was mich sehr enttäuscht. Gerade die Lumias glänzten bisher mit großartigen Kameras, aber die Fotos, die ich mit dem Lumia 1320 geknipst habe, sehen nicht sonderlich schön aus. Weder die zu geringe Auflösung noch die selbst bei Tageslicht stark rauschenden Bilder können überzeugen. An dieser Stelle wurde leider zu sehr gespart. Die Fotos dienen maximal als Schnappschüsse am Tag, bei Dämmerung solltet ihr die Kamera gleich ganz weglassen. Hier hilft auch das verbaute Fotolicht nur bedingt weiter.

Die bereits erwähnte Kamerataste ist jedoch sehr praktisch. Über diesen Button öffnet ihr die Kamera-App und löst zudem Foto- oder Video-Aufnahmen aus. Die Videos selbst werden zwar mit Full HD aufgenommen, genügen aber ebenfalls nur als Momentaufnahmen.

Zur Hauptkamera auf der Rückseite steht auf der Vorderseite eine 0,3-Megapixel-Kamera für Videotelefonie oder Selbstporträts bereit. Diese nimmt die typischen, eher einfachen Fotos auf und bedarf keiner größeren Aufmerksamkeit.

Display

Großes Phablet-Display mit durchschnittlicher Auflösung

Enttäuschendes 6-Zoll-Display
Enttäuschendes 6-Zoll-Display

Angesichts des großen Displays ärgert mich die schlechte Fotoqualität umso mehr. Auf 6 Zoll und mit einer Auflösung von 720 mal 1.280 Pixeln bietet der Screen zwar genug Platz, jedoch nur magere Durchschnittswerte. Diese genügen allenfalls einfachen Ansprüchen.

Doch auch wenn ihr auf Full HD verzichten müsst, sind Bilder ausreichend scharf. Texte hingegen wirken schon leicht ausgefranst und bei näherem Hinsehen könnt ihr leider doch noch einzelne Bildpunkte erkennen.

Die Farben und Kontrastwerte sind IPS-typisch gut und, ebenso wie der Schwarzwert, dank Clear-Black-Technologie sehr schön. Zudem ist die Helligkeit auch vollkommen ausreichend.

Konnektivität & Akku

Gute Kommunikationstechnik & starker Akku

Lange Akkulaufzeit und LTE-Highspeed
Lange Akkulaufzeit und LTE-Highspeed

Auch wenn die Ausstattung des Lumia 1320 eher im durchschnittlichen Bereich liegt, überrascht es, wenn es um die Konnektivität geht: Neben UMTS, WLAN a/b/g/n und Bluetooth 4.0 steht auch LTE für die schnelle mobile Datenverbindung bereit.

An Sensoren ist alles dabei, was ihr benötigt: GPS für die Ortung, ein Bewegungssensor, ein digitaler Kompass sowie ein Näherungssensor, der das Display ausschaltet, wenn ihr es zum Telefonieren ans Ohr haltet.

Zudem bringt das Lumia 1320 einen microUSB-Anschluss zum Laden des Akkus und den 3,5-mm-Klinkenanschluss für das Headset mit. Dieses ist neben USB-Kabel und Netzadapter ebenfalls im Lieferumfang enthalten.

Der Akku selbst liefert eine Kapazität von 3.400 Milliamperestunden. Dieses genügt angesichts des relativ einfachen Displays und der kleinen CPU, um das Lumia 1320 recht lange mit Strom zu versorgen. Bei normaler Nutzung sind zwei bis drei Tage Laufzeit möglich, was für ein Gerät dieser Größe beachtlich ist. Erst wenn ihr intensiv surft oder spielt, ist der Akku nach einem Tag erschöpft.

Zielgruppe

Empfehlung für Business-Nutzer

Angesicht des mageren Spiele-Angebots im Windows Phone App-Store, der geringeren Auflösung des Displays sowie der enormen Größe kann ich das Lumia 1320 nur bedingt dem typischen Smartphone-Käufer empfehlen.

Nutzer, die viel beruflich unterwegs sind und auf Entertainment gut verzichten können, dafür aber Wert auf eine lange Akkulaufzeit legen könnten mit dem Lumia 1320 gut beraten sein. Zudem bietet es ein ein großes, übersichtliches Display und die mobilen Office-Anwendungen von Microsoft, mit denen ihr unterwegs arbeiten könnt. Ob speziell diese anspruchsvollen Kunden dann aber mit den qualitativen Einschränkungen des Lumias leben wollen, bleibt ihnen überlassen.

Fazit

Langlebiges Nokia-Phablet mit Mängeln

Für mich selbst kann ich sagen, dass Nokia mit dem Lumia 1320 den richtigen Weg geht. Leider enttäuscht die Kamera und der knarzende und locker sitzende rückseitige Deckel muss deutlich verbessert werden.

Auch wenn die CPU leistungsstark genug ist, um alles flüssig laufen zu lassen, gehört sie schon zu einer älteren Generation und rechtfertigt den Preis von 319 Euro ebenso wenig wie das niedrig auflösende Display.

Vor dem Kauf solltet ihr aber beachten, dass zum Beispiel das LG Nexus 5 technisch in einer ganz anderen Liga spielt und mit 339 Euro nur geringfügig mehr kostet.

Ist für euch jedoch die 6-Zoll-Displaydiagonale entscheidend, kann ich das Lumia 1320, das es in den Farben Schwarz, Gelb, Orange und Weiß gibt, auch weiterempfehlen. Denn es handelt sich hier um ein sehr schickes und schnelles Phablet mit einer überdurchschnittlich gute Akkulaufzeit.

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