Tests

Nokia Lumia 1020 mit 38-Megapixel-Kamera getestet



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Zugeordnete Tags Lumia | Smartphone | Fotografie
Bereiche

Bewertung
Gutes Windows Phone mit bester Kamera
3,5

 Pro

  • gute Performance
  • tolles Display
  • Kamera mit guter Qualität

 Contra

  • keine echten 41 Megapixel
  • unhandlich

Es ist schon ein paar Monate her, als ich euch das bisher beste Nokia der Lumia-Reihe präsentiert habe. In der Zwischenzeit ist das Nokia Lumia 1020 bei mir eingetroffen, über das im Vorfeld schon viel berichtet wurde. Grund dafür ist nicht etwa das Betriebssystem oder ein neues Design, sondern vielmehr die Kamera, die Bilder mit satten 41 Megapixeln aufnehmen soll – ein Wert, den bisher selbst Profi-Kameras kaum erreichen und an dem letztendlich auch Nokia scheitert, wie ihr gleich erfahren werdet.

Verpackung und Verarbeitung

Hochwertiges Nokia-Smartphone

Verpackt ist das Lumia 1020, wie auch seine Geschwister, in einer leicht zu öffnenden blauen Pappbox. Darin befinden sich neben dem Lumia selbst noch eine Kurzanleitung, Lade- bzw. Datenkabel, SIM-Tool und Netzadapter. Zudem liefert Nokia passend zum weißen Smartphone ein weißes Headset mit. Das Lumia ist noch in Gelb und Schwarz erhältlich, auf andere Farben müsst ihr leider verzichten – untypisch für Nokia.

Als ich das Lumia 1020 das erste Mal in der Hand halte, fallen mir gleich die gute Verarbeitung und die wertige Haptik auf, auch wenn es sich nur um ein Plastikgehäuse handelt. Dieses ist jedoch passgenau aus einem Stück gegossen und erstklassig verarbeitet. Die seitlichen Knöpfe für die Lautstärkeregelung, der Power Button sowie die Kamerataste bestätigen die gute Verarbeitung mit optimalem Druckpunkt und festem Sitz. Allerdings kann das Lumia 1020 bezüglich seiner Gehäuse-Qualität nicht ganz mit einem HTC One oder iPhone mithalten. Optisch ist es bis auf die Rückseite, zu der ich später komme, mit dem Nokia Lumia 920 nahezu identisch.

Nokia Lumia 1020...
...mit 38-Megapixel-Kamera
Nokia Lumia 1020...
Display

Satte Farben & scharfe Bilder

Das 4,5 Zoll große PureMotion-OLED-Display überzeugt mit seinen Farben und einer Auflösung von 768x 1.280 Pixeln. Diese reicht zwar nicht an die Full-HD-Auflösung anderer Geräte heran, sieht aber sehr gut aus und ist für die Displaygröße völlig ausreichend – Bilder sind gestochen scharf und Texte fransen nicht aus. Die Farben präsentieren sich brillant und kontrastreich, allerdings ist die Farbsättigung fast schon zu hoch, wirkt auf dem Display aber sehr angenehm. Auch die Display-Helligkeit ist angemessen und Inhalte lassen sich bei Sonneneinstrahlung gut ablesen.

Genau wie beim Lumia 920 ist der Touchscreen an den Seiten abgerundet und fühlt sich sehr angenehm an. Es macht einfach Spaß, mit dem Lumia 1020 zu arbeiten, was sicherlich auch an der guten Performance liegt.

Windows Phone
Clevere Kamera-Einstellungen
Nokia Lumia 1020
Nokia Lumia 1020
Windows Phone
Technische Daten

Top Hardware für gute Performance

Damit der Nutzer in den Genuss einer flüssigen Performance kommt und keine Ruckler oder ewigen Ladebildschirme ertragen muss, hat Nokia dem Lumia 1020, wie auch schon seinem Vorgänger, einen 1,5 Gigahertz starken Snapdragon-S4-Dual-Core-Prozessor spendiert. Gegenüber dem Lumia 920 wurde allerdings beim Arbeitsspeicher nachgebessert, der nun satte zwei Gigabyte bereit stellt.

Das Zusammenspiel von CPU und Arbeitsspeicher überzeugt durch eine flotte Bedienung und verbraucht verhältnismäßig wenig Strom. Damit alle Dateien auf dem Lumia Platz finden, stehen 32 Gigabyte interner Speicher zur Verfügung, der leider nicht erweitert werden kann. Bereits zu Beginn stehen von den 32 Gigabyte nur noch 24 Gigabyte zur freien Verfügung, da der Rest vom System in Anspruch genommen wird. Somit unterscheidet sich das Lumia 1020 auch hier nur marginal vom günstigeren Lumia 920.

Nokia Lumia 1020
Nokia Lumia 1020
Nokia Lumia 1020
Kommunikation und Akku

Hohe Konnektivität & solide Akku-Laufzeit

Was wäre ein Smartphone ohne Internetzugang? Natürlich steht dem Lumia 1020 dafür WLAN 802.11 a/b/g/n zur Verfügung. Zudem ist die Übertragung von Daten mit Bluetooth 3.0 oder über NFC möglich. Und wie auch beim Lumia 920 bekommen wir  neben UMTS auch mit dem schnellen LTE-Netz mobilen Zugang zum World Wide Web. Hier gibt es also nichts zu meckern, aber auch nichts Neues.

Beim Akku hat sich ebenfalls nichts verändert: Es ist ein Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 2.000 Milliamperestunden. Das genügt locker, um einen Arbeitstag mit ausreichenden Akku-Reserven zu überstehen.

Ein Rückschritt dagegen ist das eingesparte QI-Modul. Während ich das Lumia 920 noch ohne Zubehör drahtlos mit einem Ladegerät des QI-Standards aufladen konnte, benötigt das Lumia 1020 dafür eine Extrahülle, die ich separat erwerben muss. Somit entfällt leider der Luxus des drahtlosen Aufladens.

Das Lumia 1020 ist in Weiß...
Gelb...
und Schwarz erhältlich.
Das Lumia 1020 ist in Weiß...
Kamera

Leider keine "echten" 41 Megapixel

Die Kamera ist die wesentliche Neuerung dieses Smartphones und der Hauptgrund, warum sich viele Nutzer das Lumia 1020 genauer ansehen werden. Doch hier handelt es sich um eine Mogelpackung.

Fotos werden nicht mit 41 Megapixel aufgenommen: Für Bilder mit einem Seitenverhältnis von 4:3 nutzt die Kamera 38 Megapixel und bei einem Seitenverhältnis von 16:6 werden 34 Megapixel verwendet. Aus den aufgenommenen Fotos wird zudem ein einzelnes 5-Megapixel-Foto berechnet, welches zum Teilen in sozialen Netzwerken und Co. gedacht ist. Errechnen wir nun den Durchschnitt aus den zwei Möglichkeiten mit einem 38 + 5 Megapixel Foto sowie einem 34 + 5 Megapixel Foto, erhalten wir die 41 Megapixel, auch wenn diese nur rein theoretisch sind. Diese Rechnung bringt dem Nutzer zwar nichts, klingt aber besser als “nur” 38 Megapixel, die das wirkliche Maximum der Kamera darstellen.

Doch welche Qualität besitzen die Fotos, die mit Nokias sogenannter PureView-Technik entstanden sind? Ich kann durchaus behaupten, dass sie gut aussehen und für ein Smartphone ausreichend sind. Die Fotos wirken auf dem Display scharf, obwohl die Farben oft etwas übersättigt und zum Teil unnatürlich anmuten. Würden wir hier über ein beliebiges Smartphone reden wäre alles in Rahmen und zur vollsten Zufriedenheit. Doch wir reden hier von satten 38 Megapixeln, die fantastische Zoom-Funktionen bieten sollen.

Am PC stellt sich jedoch schnell Ernüchterung ein. Die Fotos wirken schon am Tag relativ schnell verrauscht und wenn ich in das Bild hinein zoome, bekommen ich durchweg das Gefühl, dass Kontrast und Schärfe abnehmen. Im direkten Vergleich zu der 5-Megapixel-Version sehe ich kaum Unterschiede, nur wenn ich sehr stark in das Bild zoome wird die kleine Version unbrauchbar, jedoch ist in dem Falle auch das 38-Megapixel-Bild nicht mehr schön anzusehen. Hier bin ich ziemlich enttäuscht und würde jederzeit eine andere 8-Megapixel-Kamera den 38+5 Megapixeln des Lumia 1020 vorziehen, da ein echter Vorteil dieses Systems für mich nicht zu erkennen ist.

Den verbauten Blitz kann ich hingegen nur loben. Dieser ist für ein Smartphone sehr hell und leuchtet problemlos einen ganzen Raum aus, auch wenn Leute vor der Kamera nach dem Aufblitzen sicher Sternchen sehen.

Neben Fotos nimmt das Lumia 1020 auch Full-HD-Videos mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln auf. Ein Bildstabilisator soll das Verwackeln der Videos minimieren, was in der Praxis auch oft gelingt. Zuzüglich zur Kamera auf der Rückseite besitzt das Smartphone noch eine Frontkamera mit 1,2 Megapixeln für Videotelefonie.

Lumia 1020
Lumia 1020
Lumia 1020
Lumia 1020
Ergonomie

Unhandliche Maße

Was mich an der Kamera zusätzlich stört, ist ihre Größe. Obwohl das Lumia 1020 mit 10,9 Millimetern ohnehin schon zu den dickeren Smartphones gehört, steht die zylindrische Auswölbung der Kamera nochmals deutlich hervor. Will ich das Lumia auf den Tisch legen oder gar in die Hosentasche stecken, komme ich so auf eine Stärke von circa 16 Millimetern an der Smartphone-Mitte. Das ist neben aktuellen Smartphones mit unter 7 Millimetern Dicke schon ziemlich viel. Mit Außenmaßen von 129 x 71,4 Millimetern ist das Lumia 1020 gleichauf mit dem Lumia 920, liegt aber durch die große Kamera auf der Rückseite deutlich unbequemer in der Hand.

Etwas Boden kann das Lumia 1020 mit seinem Gewicht von 158 Gramm gut machen. Auch wenn dies kein Leichtgewicht ist, wiegt es damit noch 27 Gramm weniger als das Lumia 920.

Nokia 1020
Nokia 1020
Nokia 1020
Fazit

Fazit und Empfehlung

Die Kamera, die den großen Vorteil des Nokia Lumia 1020 ausmachen soll, enttäuscht am meisten. Auch wenn sie sehr scharfe Bilder aufnimmt und auch unter schwierigen Lichtbedingungen noch den einen oder anderen Schnappschuss erlaubt, ersetzt sie keinesfalls eine echte Kamera, worauf sich wohl die meisten Kaufinteressenten gefreut hatten. Auch wenn die Bilder im Vergleich zu einer 5-Megapixel-Kamera vielleicht etwas besser sind, genügt das angesichts des doch sehr hohen Preises nicht. Weniger Bildrauschen und mehr Details wären hier wünschenswert.

Das Display und die Performance des Lumia 1020 sind allerdings noch beeindruckender als beim Lumia 920. Hier sind die Farben noch brillanter, wenn nicht gar schon übertrieben gesättigt, wie wir es von AMOLED kennen. Ebenso beachtlich ist die Verarbeitung, auch wenn mich die Größe des Lumia 1020 beziehungsweise seine Tiefe stört. Es ist und bleibt ein gutes Smartphone, doch den Preis von 579 Euro finde ich hierfür zu hoch.

Meine Empfehlung bleibt an dieser Stelle das Nokia Lumia 920 für 240 Euro, das nahezu mit derselben Ausstattung, Qualität und Größe aufwartet und zudem noch drahtlos aufgeladen werden kann. Oder ihr entscheidet euch für das Lumia 925, das mit einer besseren Ausstattung und für 349 Euro im Cyberport-Webshop erhältlich ist.

Aber auch das Lumia 1020 wird seine Käufer finden – sofern ihr Windows Phone 8 euer eigen nennen möchtet. Wenn ihr euch selbst ein Bild vom Nokia Lumia 1020 machen möchtet, schaut im Cyberport-Webshop vorbei.

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1 Kommentar

  1. avatar
    mirco schrieb am
    Bewertung:

    Das soll jetzt nicht zu harsch rüber kommen, aber manchmal frage ich mich, wie man ein technisches Gerät testen kann, ohne sich mit der Technologie dahinter auseinander zu setzen. Konkret geht es mir um die Behauptung, dass das 1020 keine echten 41 Megapixel liefert, sondern je nach Seitenverhältnis 34 bzw. 38 Megapixel. Richtig daran ist die Beobachtung, dass das resultierende Foto tatsächlich nicht 41Megapixel hat. Nokia ist hier aber nicht an irgendetwas "gescheitert", wie dem Leser direkt in der Einleitung klar gemacht werden soll, und es ist auch kein Werbetrick, denn der verbaute Sensor hat tatsächlich 41 Megapixel, von denen je nach Seitenverhältnis nur ein bestimmter Ausschnitt genutzt werden kann. Das ganze nennt sich Multiformat-Sensor und ermöglicht, dass man z.B. im 16:9 Modus tatsächlich mehr in der Breite sieht und nicht einfach nur ein oben und unten beschnittenes 4:3 Bild. Anders ausgedrückt beträgt die äquivalente Brennweite im 4:3 Modus 27mm und im 16:9 Modus 25mm. Der Nutzer hat also einen echten Mehrwert davon. Wie auch bei echten Kameras üblich wird die Auflösung des Sensors angegeben (siehe z.B. die Panasonic LX7). Könnte man den gesamten Sensor auslesen, so hätte man auch nur ein anderes Seitenverhältnis, aber nicht mehr Details, da sich die Pixeldichte ja nie verändert, sondern nur am Bildrand mehr Pixel hinzukommen oder weggenommen werden.

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