Tests

Navigationsgerät TomTom Go 5000 im Praxistest



3
Zugeordnete Tags TomTom | Navigation | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Guter Ansatz, nicht ganz ausgereift
3,5

 Pro

  • Schnell und ruckelfrei
  • Für Nicht-Navi-Nutzer: intuitive Steuerung
  • Warnung vor Baustellen, Staus und Blitzer
  • 3D-Animationen in Städten
  • Automatischer Nachtmodus
  • Stabile, einfach zu handhabende Halterung

 Contra

  • Bedienung anfangs etwas verwirrend
  • Strecken nicht manuell anpassbar
  • Menü während der Fahrt schwierig zu treffen
  • Kein haptischer Reset-Button
  • Bedienungsanleitung nur online verfügbar
  • Hoher Preis

Auf dem hart umkämpften Markt der Navigationsgeräte will TomTom erneut angreifen und schickt zwei neue Flaggschiffe ins Rennen. Eines davon, das Go 5000, habe ich mir näher angesehen. Mein bisher genutztes Navigationsgerät hat seine besten Tage bereits hinter sich und Google Maps fürs Smartphone ist auf langen Touren auch nicht das Gelbe vom Ei. Also gebe ich TomTom die Chance, mich mit den interaktiven Karten, 3D-Elementen und der Funktion Lifetime TomTom Traffic zu überzeugen.

Lieferumfang & Ersteindruck

Kompakt & hochwertig verarbeitet

Das TomTom Go 5000 wird in einer ordentlichen Kartonverpackung geliefert und ist innerhalb kurzer Zeit einsatzbereit. Im Lieferumfang enthalten ist eine Halterung, ein Strom-Adapter für den Zigarettenanzünder, ein USB-Kabel und eine Kurzanleitung. Die Halterung mit Saugnapf lässt sich bequem an der Windschutzscheibe befestigen, der Gelenkkopf erlaubt eine flexible Einstellung des Sichtwinkels. Hier gibt es im Test keine Probleme. An der Halterung selbst kann bei Bedarf das USB-Kabel, dass für die Stromversorgung sorgt, angesteckt werden. Der microUSB-Anschluss befindet sich auf der Rückseite der Halterung – ist diese bereits an der Scheibe befestigt, ist ein bisschen Gefummel nötig, bis das Kabel an der richtigen Stelle steckt.

Das Navigationsgerät selbst wirkt sehr hochwertig. Es ist mit 229 Gramm recht schwer, aber da man es sowieso eher selten in der Hosentasche mit sich rumträgt, macht das nichts. Das Display ist 5 Zoll groß, nahtlos in den Korpus eingelassen und mit Glas geschützt. Besagtes Glas zeigt leider jeden einzelnen Fingerabdruck, zumindest wenn das Display aus ist. Auf der Rückseite ist der Lautsprecher verbaut, auf der Unterseite befinden sich verschiedene Anschlüsse:

  • microSD-Einschub (bis zu 32 GB)
  • microUSB-Buchse
  • Schnittstelle für das Dock
Halterung und Stromkabel-Steckplatz
Das TomTom Go 5000 inklusive meiner Fingerabdrücke.
Die Anschlüsse an der Unterseite
Halterung und Stromkabel-Steckplatz
Inbetriebnahme

Bedienungslogik an Smartphones angepasst

Das TomTom Go 5000 lässt sich dank der integrierten Magnete schnell und unkompliziert in die Halterung stecken, hier ist im Gegensatz zu vielen anderen Geräten kein Gefummel nötig. Das Gerät schaltet sich automatisch an, sobald es an Strom angeschlossen ist (und schaltet sich nach 10 Sekunden automatisch aus, wenn es vom Strom getrennt wird). Bei der ersten Inbetriebnahme müssen natürlich erst mal die Sprache festgelegt und weitere Einstellungen vorgenommen werden, danach kann es aber gleich losgehen. Wenn ich nur wüsste wie – die Kurzanleitung ist hier leider überhaupt keine Hilfe. Anders als bei vielen Navigationsgeräten gibt es kein Menü, dass auf einen Blick alle Funktionen des Geräts offenbart. Stattdessen sind die Funktionen auf einer Linie angeordnet, auf der ich mich mithilfe von Wischbewegungen durchnavigieren kann. Dabei kommt ein Smartphone-Gefühl auf – was ich auch in späteren Situationen immer wieder feststelle. Als bereits geübter Navi-Nutzer ist das verwirrend, denn die üblichen Bedienungsroutinen funktionieren nicht mehr. Wer allerdings noch nie ein Navi verwendet hat, aber ein Smartphone sein Eigen nennt, wird sich sicherlich schnell zurecht finden.

Auch die Adresseingabe hat sich gerändert: Statt einzelner Felder mit Ort, Straße und Hausnummer erwartet mich eine einzige Zeile, auf der man hintereinander Ort, Straße und Hausnummer eingibt. Das TomTom Go 5000 findet dann überraschend schnell die gesuchte Adresse – mit einem Klick darauf gelangt man auf die Karte. Und nun? Wie startet man jetzt die Routenführung? Auch hier war ein wenig Gesuche angesagt. Der Trick ist, auf ein kleines, blaues Symbol mit einem Lenkrad zu klicken. Dann lädt das TomTom sehr schnell und zuverlässig die Route.

Das Navi lässt sich sehr einfach...
... an der Halterung befestigen.
Das Navi lässt sich sehr einfach...
Routenführung

3D-Animationen in Städten hilfreich

Ist die Route erst einmal geladen, lässt sich an dieser manuell nicht mehr viel ändern – das Navi entscheidet selbst über den Verlauf. Für die von mir getesteten Strecken waren es immer die passenden Routen – in den Einstellungen kann zwischen “schnellster”, “kürzester” und “umweltfreundlichster” gewechselt werden, außerdem gibt es die Möglichkeit, Autobahnen zu vermeiden oder Strecken speziell für Fußgänger- und Fahrradfahrer auszuwählen.

Der während der Fahrt sichtbare Bildschirm ist sehr sinnvoll aufgeteilt: Links kann man zoomen oder ins Menü wechseln, unten wird die aktuelle Geschwindigkeit sehr genau angezeigt. Am oberen Rand kann man sehen, wie weit es noch bis zur nächsten Abbiegung ist und auf welche Straße man dann einbiegen muss. Bei komplizierteren Routenabschnitten sind außerdem Abbiegepfeile eingeblendet, die mir in einigen Situation sehr geholfen haben. Das Besondere am TomTom Go 5000 ist die Lifetime-TomTom-Traffic-Funktion am rechten Rand: Neben der Ankunftszeit und der verbleibenden Fahrtzeit gibt es eine vertikale “Routenleiste”, auf der wichtige Punkte auf dem vor mir liegenden Fahrtabschnitt zu sehen sind. Das Navi informiert mich so schon einige Zeit im Voraus, ob und wo Baustellen, Staus und Blitzer auf meinem Weg liegen. Besonders die Genauigkeit der Anzeige hat mich beeindruckt. Einziger Wermutstropfen: Die Blitzer-Warnungen sind nur die ersten 3 Monate kostenlos, danach ist ein jährliches Abo in Höhe von 30 Euro erforderlich.

Die Audiokommandos fand ich persönlich genau richtig: nicht zu wenig, nicht zu viel, immer zum richtigen Zeitpunkt. In Städten, wo es auch mal recht hektisch zugehen kann, hat die zusätzliche 3D-Animation des Navis für eine gute Orientierung gesorgt. Sämtliche relevanten Gebäude und angrenzenden Straßen sind plastisch nachgestellt, alles lädt schnell und ohne Ruckeln. Verfahren habe ich mich mit dem TomTom Go 5000 nicht ein einziges Mal.

Auf einer der Testfahrten habe ich zum Vergleich das Werksnavigationsgerät von VW mitlaufen lassen – da liegen dann doch Welten dazwischen. Das TomTom Go 5000 war in Bezug auf die Streckenführung wesentlich präziser und besser verständlich.

Streckenführung
Stauanzeige
3D-Grafik in der Stadt
Lifetime-TomTom-Traffic-Funktion am rechten Rand
Streckenführung
Bedienung während der Fahrt

Treffsicherheit ist nötig

Die Bedienung während der Fahrt hat einen Nachteil: Beim TomTom Go 5000 kommt man nicht ins Menü, wenn man einfach irgendwo auf das Display drückt, sondern es gilt einen kleinen, schwarzen Punkt zu erwischen. Auf Kopfsteinpflaster oder bei Kurven habe ich immer mehrere Anläufe gebraucht, um genau diesen Button zu erwischen. Schade. Ansonsten läuft das Navigationsgerät aber sehr flüssig weiter, auch wenn man zwischendrin ins Menü wechselt. Sollte es doch mal zu einem Absturz kommen, muss man leider warten, bis sich das Navi aufgrund von fehlender Energie selbst ausschaltet. Eine manuelle Reset-Taste gibt es nicht, lediglich im Menü eine Reset-Funktion. Wenn das Gerät aber eingefroren ist, nützt einem das nichts.

Positiv ist aufgefallen, dass sich der Nachtmodus automatisch einstellt und auch eine angenehme Helligkeit aufweist. So hatte ich nicht das Gefühl, geblendet zu werden.

Den kleinen Punkt unten links gilt es zu treffen
Den kleinen Punkt unten links gilt es zu treffen
Fazit

Highend-Navi mit kleinen Einschränkungen

Mit dem Go 5000 hat TomTom ein solides Navigationsgerät geliefert, dass seine Stärken genau an der richtigen Stelle hat: Die Navigation funktioniert einwandfrei. Die Routendarstellung auf dem Display sorgt für eine entspannte Fahrt ohne Verfahren, die Audiokommandos kommen genau zur richtigen Zeit und 3D-Animationen helfen besonders in unübersichtlichen Städten. Lifetime TomTom Traffic zeigt Baustellen, Staus und Blitzer auf dem Weg rechtzeitig und sehr genau an, da gibt es nichts zu meckern. Allerdings müssen beim Drumherum einige Abstriche gemacht werden: Die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig und teilweise etwas unpraktisch, vor allem da eine Bedienungsanleitung nicht haptisch vorliegt. Sie kann nur im Menü des Go 5000 aufgerufen werden. Die vom Navigationsgerät vorgeschlagene Strecke kann nicht manuell angepasst werden, ist also nicht ganz so flexibel wie ich es mir gewünscht hätte. Und im Falle eines Aufhänges des Geräts gibt es keinen Reset-Button, der das Problem schnell aus der Welt schafft. Wenn man dabei gerade mitten auf der Autobahn ist, ist das eher ungünstig.

Die kleinen Mängel würden sicherlich nicht so sehr ins Gewicht fallen, wenn das TomTom Go 5000 zusammen mit dem Go 6000 nicht gerade die derzeitigen TomTom-Flaggschiffe wären. Das sieht man auch am Preis: Für 274,90 Euro ist das Navi im Cyberport Webshop erhältlich. Etwas günstiger sind die TomTom-Modelle Go 400, Go 500 und Go 600. Diese haben keine SIM-Karte integriert, sondern müssen mit dem eigenen Smartphone verbunden werden. Für alle Smartphone-Besitzer sind das sicherlich gute Alternativen, denn der Funktionsumfang ist der gleiche wie bei den teureren Modellen.

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3 Kommentare

  1. avatar
    Jörgen Brandrup schrieb am
    Bewertung:

    Das Gerät ist eine absolute Fehlleistung von tom tom Gegenüber dem GO 940 Live ist es ein erheblicher Rückschritt.M.E. als Hilfe nicht empfehlenswert. Der tom tom Service in dieser Angelegenheit ist absolut miserabel.Trotz fast wöchentlicher updates sind keine Verbesserungen zu bemerken Trotz Nachfrage bereitet zu entsprechenden Anfragen tom tom darüber eine Mauer des Schweigens.Schriftliche Anfragen werden von tom tom nicht beachtet.Habe mich jetzt direkt an den entsprechenden Vorstand gewandt wegen sofortiger Rückgabe des Gerätes. ich fühle mich von tom tom über den Tisch gezogen.

  2. avatar
    Michael Wöber schrieb am
    Bewertung:

    Ich kann mir zwar fast nicht vorstellen dass Ihr das wirklich nicht abgeklärt habt bevor Ihr das als negativen Punkt angebt, aber ich bin mir fast sicher dass die Reset Funktion, wie bei allen TomTom, durch langes Drücken der ein/aus Taste ausgeführt wird…

  3. avatar
    W. Zalo schrieb am
    Bewertung:

    Es ist genau so, wie Michael dies schreibt: Reset durch langes Drücken der Ein/Aus-Taste.

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