Tests

Motorola Moto G im ausführlichen Test



4
Zugeordnete Tags Smartphone | Android | Motorola
Bereiche

Bewertung
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, jedoch mit Schwächen
3,5

 Pro

  • Preis
  • Leistung
  • Display
  • Ausstattung

 Contra

  • Geringe, nicht erweiterbare Speicherkapazität
  • Kamera fehlerhaft
  • Kein Netzteil im Lieferumfang

Jeder, der Wert auf eine gute Update-Situation bei Android-Smartphones legt, kommt neben der Nexus-Serie nicht an Motorola vorbei. Da Motorola inzwischen zum Google-Konzern gehört, werden auch hier Updates zeitnah ausgeliefert und nicht wie bei Samsung und anderen Herstellern erst (wenn überhaupt) ein Jahr später. Zudem erhaltet ihr ein Motorola-Smartphone (ebenso wie die Nexus-Geräte) deutlich günstiger, was für die meisten Kunden der wichtigste Grund sein dürfte, sich für eines dieser Geräte zu entscheiden.

Während das aktuelle Nexus 5 im Bereich bis 400 Euro der König ist, tritt das hier getestete Motorola Moto G in der Sparte unter 200 Euro an. Ob es in diesem Segment ebenso an die Spitze klettert, lest ihr in meinem Test.

Lieferumfang

Haptik und Verpackungsinhalt

Moto G mit guter Verarbeitung
Liegt leider nicht optimal auf der Tischplatte
Moto G mit guter Verarbeitung

Als ich die Verpackung öffne, strahlt mich als erstes das Moto G an. Es wirkt durchweg sehr gut verarbeitet und liegt mit 130 mal 66 Millimeter super in der Hand, auch wenn es sich mit 143 Gramm eher etwas zu schwer für diese Größe anfühlt. Die Dicke von 11,6 Millimeter an der stärksten Seite ist eher Durchschnitt und bringt keine Pluspunkte, obwohl das Moto G an den Rändern deutlich dünner ist. Durch die abgerundete Rückseite passt es sich der Handform wunderbar an und liegt sicher darin.

Das Material fühlt sich gut an und bietet sicheren und rutschfesten Halt. Lediglich die Anfälligkeit für Fingerabdrücke gefällt mir gar nicht: Bereits nach wenigen Minuten Handling sieht das Moto G sehr fettig aus und jeder einzelne Fingerabdruck ist zu erkennen. Die Materialien des Nexus 5 sind hier deutlich angenehmer und weniger empfindlich.

Zudem lässt sich das Moto G durch die abgerundete Rückseite praktisch nicht auf dem Tisch liegend bedienen, da es bei Berührung des Touchscreens sehr stark kippelt. Die seitlichen Knöpfe sowie der Power Button sind ausgezeichnet verarbeitet, haben gute Druckpunkte und wackeln nicht. Hier stimmt die Qualität.

Was mich allerdings sehr stört, ist der weitere Packungsinhalt, um genauer zu sein: der nicht vorhandene Lade-Adapter für USB-Kabel und das fehlende Headset. Der geringe Preis des Moto G konnte offenbar nur durch Verzicht auf den Adapter erreicht werden. So muss jeder, der kein solches Gerät besitzt, noch einmal losziehen und zusätzliche 10 Euro investieren, damit das Moto G überhaupt aufgeladen werden kann.

Neben dem Moto G selbst befinden sich nur das USB-Kabel sowie ein kurzer Sicherheitshinweis in der Packung. Das dürfte das magerste Zubehör sein, das einem Smartphone je beigelegt wurde, und gibt satte Minuspunkte.

Display

Brillante IPS-Qualität

Scharfes IPS-Display
Scharfes IPS-Display

Das 4,5 Zoll große IPS-Display punktet hingegen mit schönen Farben und einer ausreichenden Helligkeit. Mit einer Auflösung von 720 mal 1.280 Pixeln liegt es im oberen Bereich dieser Preisklasse und stellt Schriften und Bilder ausreichend scharf dar. Auch der Blinkwinkel ist IPS-typisch ausgezeichnet, ohne dass es zu starken Farbverfälschungen kommt. Im unteren Bereich des Displays werden die drei Onscreen-Tasten für Home, Zurück und Multitask dargestellt.

Technische Daten

Technik und Performance

Das Moto G wird von einer 1,2 Gigahertz starken Snapdragon-400-CPU mit vier Prozessor-Kernen angetrieben, die von 1 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt wird. Der Prozessor gehört zu einer neueren Version des im Nexus 4 verbauten Typs und bietet ähnliche Leistungsdaten. Lediglich im Grafikbereich müsst ihr hier Abstriche gegenüber dem Nexus 4 machen. Dennoch reicht die Leistung für grafisch anspruchsvolle Spiele aus, auch wenn ihr diese nicht immer mit besten Qualitätseinstellungen genießen könnt.

Die Bedienung des Moto G läuft zum Großteil flüssig und ohne längere Wartezeiten. Nur ab und an gibt es kurze Verzögerungen bei der Eingabe. Kurz nach meinem Test wurde Android 4.4 KitKat ausgerollt, was sicher einige Performance-Probleme beseitigt.

Gute Performance & Android KitKat
Gute Performance & Android KitKat
Speicher

Speicherkapazität nicht erweiterbar

Das Moto G gibt es in zwei Ausführungen, entweder mit 8 oder 16 Gigabyte Speicher, der nicht erweitert werden kann. Ich rate daher dringend zur Version mit 16 Gigabyte, da bereits bis zu 4 Gigabyte vom System und wesentlichen Apps belegt sind. Wer dann noch eine größere Musikbibliothek anlegen oder mehrere große Spiele installieren möchte, wird auch bei 16 Gigabyte schnell an die maximale Auslastung des Moto G stoßen. Hier solltet ihr euch vorher überlegen, ob ihr mit diesem Speichervolumen auskommt. Warum Motorola keine Version mit 32 Gigabyte oder mehr zur Verfügung stellt, ist mir ein Rätsel.

Leider etwas knapp bemessener Speicher
Leider etwas knapp bemessener Speicher
Akku

Gute Akkulaufzeit

Der Akku fällt mit 2.070 Milliamperestunden eher klein aus und ist auch nicht austauschbar. Dennoch genügt er, um den sparsamen Prozessor den Tag über mit Strom zu versorgen. Die Nutzungsdauer ist durchschnittlich und ein Arbeitstag sollte problemlos zu überstehen sein, sofern ihr euch mit Spielen oder ausgiebigem Surfen zurückhaltet.

Kamera

Problembehaftete Kamera

Die Kamera hatte in meinem Test schwerwiegende Probleme. Selbst am Tag habe ich kein einziges scharfes Foto erstellen können. Alle Lichter bildeten auf dem Display Schleier und verzerrten das Bild. Selbst nach gründlicher Suche konnte ich keine Folie auf der Linse entdecken, die dieses Problem hätte erklären können. Auch mehrere Neustarts brachten keine Lösung. Ob es sich hierbei um einen Fabrikfehler handelt oder um ein Software-Problem, kann ich leider nicht beurteilen. Somit bleiben die Ergebnisse der Kamera offen.

Leider fehlerhafte Kamera
Leider fehlerhafte Kamera
Fazit

Fazit und Empfehlung

Das Moto G von Motorola könnte den Smartphone-Markt im Bereich unter 200 Euro tatsächlich ein wenig aufmischen. Allerdings stehen dem guten Display und der ausreichenden Performance ein nicht erweiterbarer und relativ kleiner Speicher und das unterdurchschnittliche Zubehörpaket entgegen. So wird aus dem Schnäppchen für 199 Euro schnell eine intensivere Investition von 210 Euro.

Auch für diesen Preis kann ich das Moto G im entsprechenden Segment empfehlen, denn Verarbeitung und Ausstattung sind sehr gut. Dank der optimalen Update-Situation lohnt sich ein Kauf also dennoch, wenn ihr mit wenig Speicher auskommt und nicht die neueste Hardware oder das dünnste Gerät benötigt. Aktuell wurde für das Moto G bereits Android 4.4 ausgerollt, was sicher das eine oder andere Problem behebt und die Performance etwas steigert.

Das Moto G mit 16 Gigabyte Speicher findet ihr für 199 Euro bei Cyberport. Passende USB-Lade-Adapter gibt es bereits ab 10 Euro.

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4 Kommentare

  1. avatar
    Mathias schrieb am
    Bewertung:

    Das das Gerät kein Netzteil mitbringt muss man klar als Vorteil werten. Für größere deutsche Händler hat ein Großhändler die Geräte nachträglich mit Netzteilen versehen. Ich habe dadurch nun etwa 5 der Geräte hier liegen, allesamt mit den gleichen Spezifikationen. Hinzu kommen die USB-Anschlüsse an diversen Geräten, die zwar statt 1000mA meist "nur" 500mA liefern, was aber auch genügt um das Moto G zu laden.

  2. avatar
    rm1911/meesdorfrangers schrieb am
    Bewertung:

    Hallo,

    ich habe eine Schwierigkeit mit dem Einschalten dieses Telefons zu Bemerken.

    Ich kann nicht auf die Funktion zurückgreifen, nachdem das Telefon stark entladen ward.

    Hoffentlich ist dies nicht ein Grund das Gerät zurückzugeben, da im Prinzip, ein nicht funktionstüchtiges Telefon keinen Mehrwert darstellt.

    Ich hoffe meine Daten zu Bekommen – und werde es an den SaturnLaden zurückgeben, indem ich es kaufte!

    rm1911

    • avatar
      Elsa Philipp schrieb am
      Bewertung:

      Hallo rm1911,
      ich kenne es auch von anderen Geräten, dass sie nach dem Entladen nicht mehr einschalten lassen. Meistens hilft es, sie eine Weile am Strom hängen zu lassen und abzuwarten. In der Regel gehen die Geräte dann wieder an. Ansonsten hilft nichts – dann muss das Moto G wieder zurück. Ich wünsche dir viel Glück.

      Viele Grüße
      Elsa

  3. avatar

    Das selbe habe ich auch festgestellt, kenne es aber auch von anderen Geräten.
    Wenn das Telefon komplett leer war einfach eine Weile am Strom lassen, irgendwann hat es dann wieder genug Strom um eingeschaltet werden zu können.

    MFG

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