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Microsoft Surface 3 im Tablet-Test



Zugeordnete Tags Microsoft | Surface | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Top-Tablet
4,5

 Pro

  • Überragendes Display
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Sehr gute Konnektivität
  • Starker Prozessor
  • Ordentlich RAM
  • Sehr hohes Arbeitstempo
  • Guter Akku
  • Annehmbarer Sound

 Contra

  • Hohes Gewicht
  • Schwaches Zubehör
  • Nur halb so gut ohne Type Cover
  • Stattlicher Preis

Ich konnte mir das höhnische Schmunzeln nicht verkneifen, als Microsoft im Mai 2013 die erste Generation des Surface-Pro-Tablets vorstellte. Ein beinahe 1 Kilogramm schwerer und anderthalb Zentimeter dicker 10-Zoll-Brocken? Das in Zeiten, in denen Sony mit dem Xperia Tablet Z die Gewichts-Messlatte auf unter 500 Gramm senkt. Und dann setzt das Tablet auch noch auf Windows 8 und beerbt damit das noch unspektakulärere Surface RT.

Zwei Generationen später hat sich das Surface Pro 3 als fester Bestandteil so mancher Arbeitsumgebung etabliert und wird wohl am ehesten wegen des Preises von bis zu 2.000 Euro höhnisch beschmunzelt. Da legt Microsoft mit dem Surface 3, dem kleinen Bruder des aktuellen Pro, erstmals wieder eine vielversprechende Lower-Budget-Variante vor. Gut, am hohen Gewicht (622 Gramm) hat sich eher weniger getan, aber dank Windows 8.1, Quad-Core-Leistung und – im Falle meines Testgerätes – ansprechenderem Preis von derzeit 719 Euro hat das Surface 3 mein Interesse geweckt.

Lieferumfang

Microsoft spart am Zubehör

Attraktiver Karton ...
... mit elegantem Schubmechanismus
Surface 3, Ladekabel, Quick Guide
Das Netzteil besteht aus drei Teilen.
Attraktiver Karton ...

Das Surface 3 will mehr sein als ein klassisches Tablet, ein Convertible vielmehr, das zudem mit Stifteingabe überzeugt. Beim Unboxing jedoch zeigt sich vornehmlich: Für 719 Euro erhaltet ihr nicht viel mehr als ein Tablet. Zugegeben, alles ist edel verpackt und mutet sehr hochwertig an. Dennoch finde ich im Karton zuoberst „nur“ das Surface 3, das lediglich vom dreiteiligen Ladekabel und einem kleinen Pamphlet begleitet wird.

Was dabei auffällt: Der Stylus, der dem Surface Pro 3 noch beiliegt, wurde hier zugunsten des Preises kurzerhand weggelassen. Ein Type Cover finde ich selbstverständlich auch nicht, aber das hatte ich gar nicht erst erwartet. Dennoch passt die Notebook- und Stylus-Fixiertheit der Microsoft-Webseite nicht wirklich zu dem, was das Produkt mit sich bringt. Aber was soll’s, ich beschließe einfach, das Surface 3 auf seine Tablet-Qualitäten zu testen und lasse Cover und Stylus außen vor.

Verarbeitung

Nicht leicht, aber hochwertig

USB-Anschluss in voller Größe
Power-Button & Lautstärkewippe
Docking-Anschluss
USB-Anschluss in voller Größe

Die 622 Gramm der aktuellen Tablet-Generation hatte ich ja bereits erwähnt. Erstaunlich bleibt hierbei, dass Microsoft stolz vom leichtesten Surface aller Zeiten berichtet. Ja klar, das ist es auch, aber leicht ist es deshalb noch lange nicht. Alles in allem liegt das Surface dennoch gut in der Hand und fühlt sich dank Magnesium-legiertem Chassis sehr wertig an. Der typische Klappständer ist natürlich auch wieder an Bord und hält das Tablet in drei verschiedenen Neigungswinkeln. Für den Einsatz während meines Tests war das mehr als ausreichend.

Bei näherer Betrachtung finde ich oben links und rechts am Mobilrechner je einen Lautsprecher und vorder- und rückseitig natürlich die klassentypischen Kameras mit 3,5 und 8 Megapixeln. Einschalter und Lautstärke-Wippe sind oben links am Tablet verbaut, während sich USB-3.0-Port in Full-Size-Bauweise, Kopfhörer-Ausgang, Ladeanschluss, Mini-DisplayPort und microSD-Kartenleser – Letzterer versteckt unter dem Klappständer – auf der rechten Seite des Surface präsentieren. Alles in allem zeigt sich das Microsoft-Tablet sehr strukturiert und intuitiv. Lediglich die Anschluss-typischen Symbole fehlen, die der Bedienung sonst das i-Tüpfelchen verliehen hätten. Ein nachträglicher Blick in den Karton zeigt jedoch: Die Symbole finden sich auf er Schutzfolie, in die das Tablet ursprünglich verpackt war. Der Sinn hiervon erschließt sich mir nicht so wirklich.

Display

Überwältigendes Tablet-Display

Dank Flash-Speicher geht die Einrichtung von Windows 8.1 in Höchstgeschwindigkeit vonstatten, sodass ich schon nach wenigen Minuten und später nach nur 4 Sekunden Systemstart mit brillanten Display-Aussichten belohnt werde. 10,8 Zoll, also 27,4 Zentimeter, bringt das „ClearType Full HD Plus“-Display mit und löst dabei mit 1.920 mal 1.200 Bildpunkten auf. Dass der Touchscreen mehr als nur einen Marketing-trächtigen Namen zu bieten hat, offenbart sich mir auf den ersten Blick.

Überragende Kontraste, knackige Farben und stattliche Helligkeitswerte begeistern mich schon beim Wischen durch die Kachel- und die Desktop-Oberfläche. Auch die Blickwinkelstabilität lässt keinerlei Wünsche offen. Besonders beeindruckt hat mich jedoch das Bildergebnis beim Zocken von Gaming-Apps: Ob Renn-, Rollen- oder Strategiespiel, die detailreichen Gamingwelten präsentieren sich mir nahezu dreidimensional und einzigartig plastisch. Summa summarum hat Microsoft beim Display des Surface 3 wahrlich geklotzt.

Type Cover

Ohne Type Cover geht’s doch nicht

Nahezu unentbehrlich: das Type Cover
Optisch & funktional gelungen
Docking-Anschluss
Stand ausklappen, anschließen, fertig.
Fast schon ein Notebook, inklusive Maus
Nahezu unentbehrlich: das Type Cover

Beim Wischen und Scrollen durch die Windows-Oberfläche merke ich schnell: Irgendetwas fehlt. Das Surface 3 mutet in der Tat mehr wie ein Notebook denn wie ein Tablet an und ohne Tastatur macht all die Funktionalität nur halb so viel Spaß.

Eine Maus habe ich per Full-USB-Port bereits angeschlossen und das Microsoft-Tablet arbeitet reibungs- und anstandslos mit ihr. Nun gönne ich dem Surface auch noch ein passendes Type Cover im Wert von 149 Euro. Einzeln gekauft liegt das Gesamtpaket inzwischen preislich schon bei 868 Euro – stattlich für ein Tablet.

Dennoch empfehle ich jedem Surface-Interessenten die Mehrinvestition, denn: Einerseits begeistert das Type Cover mit hochwertiger Verarbeitung und sehr gutem Tipp-Komfort inklusive Hintergrundbeleuchtung. Andererseits bietet das Cover auch Schutz für das Display. Der Anschluss ist dabei kinderleicht und von nun an kann ich nur noch eins über das Tablet sagen: Es macht Laune in jeder Hinsicht und lässt die ein oder anderen abwegigen Ideen aufkommen. Aber dazu gleich mehr.

Hardware

Starke Technik für die meisten Belange

Gut, beim Prozessor schaltet der kleine Bruder des Surface Pro 3 einen Gang zurück und setzt auf einen 1,6 Gigahertz starken Atom-Prozessor mit vier Kernen. Dennoch reicht die Rechenleistung locker für die meisten üblichen Aufgaben wie Office, Photoshop oder auch durchschnittlich anspruchsvolle Games, während die 4 Gigabyte Arbeitsspeicher ihr Übriges tun. Dieser Fakt und die tolle Funktionalität des Type Covers wecken bei mir den Wunsch, das Surface 3 an seine Grenzen zu treiben.

Das Game meiner Wahl hierfür lautet „The Witcher 3: Wild Hunt“ und eigentlich kann das Microsoft-Convertible gegen diesen übermächtigen Gegner nur in die Knie gehen. Aber Schritt für Schritt: Zunächst installiere ich das Spiel auf den 90 Gigabyte Flash-Speicher, die mir von den ursprünglichen 128 noch geblieben sind. Das klappt flott und reibungslos. Nun schnell noch auf den aktuellen Stand gepatcht und schon geht’s per Doppelklick los. Und siehe da, mit annehmbarer Wartezeit startet das Game und sowohl Intro als auch Menü laufen absolut flüssig. Doch das war’s dann leider auch. Selbst nachdem ich alle Grafikeinstellungen auf das Minimum reduziert haben, kann ich Geralt nur mit Rucklern durch die Pampa scheuchen. Das macht auf Dauer nicht wirklich Spaß. Ergo: Tablet-Grenzen eindeutig erreicht.

Sei’s drum, „Witcher“ muss das Surface 3 auch nicht können, um in technischer Hinsicht zu überzeugen. Die verbauten Komponenten machen das Tablet zum Allrounder für Office und Multimedia. Und damit dabei dem Speicherplatz nicht allzu schnell die Luft ausgeht, bringt das Surface auch einen microSD-Slot für Karten bis 64 Gigabyte mit. Wem das nicht reicht, der schließt eine externe Festplatte oder einen USB-Stick an den USB-3.0-Port an und genießt ordentliche Transferraten von um die 55 Megabyte pro Sekunde.

Akku

8 Stunden lang gute Surface-Unterhaltung

Bei der Akkulaufzeit brüstet sich das Microsoft Surface 3 mit bis zu 10 Stunden Videowiedergabe. Ganz reicht die Test-Realität an den Wert leider nicht heran, denn nach gut 8 Stunden durchschnittlichen Einsatzes (Video, Office, Mail, Sound) ist Schluss. Für einen Arbeitstag reicht das aber dennoch weitestgehend.

Was mich aber während des Multimedia-Dauertests etwas überrascht hat, ist der durchaus brauchbare Sound des Tablets. Microsoft selbst macht nicht viel Aufhebens um den Klang und dennoch schafft das Surface eine gute Räumlichkeit bei den Mitten und Höhen und so etwas Ähnliches wie leichter Bass ist auch zu vernehmen. Klar, für meine Lieblingssongs würde ich weiterhin Bluetooth-Speaker anbinden, aber für das ein oder andere Video zwischendurch taugt der Klang durchaus.

Fazit

Sehr gutes Tablet mit Gewichts- & Preis-Problemen

Nach dem Test des Surface 3 ist das neugierige Schmunzeln doch einem kleinen Staunen gewichen: Was Microsoft hier auf die Tablet-Beine gestellt hat, ist durchaus bemerkenswert. Vor allem das Display ist eine Offenbarung und empfiehlt das Surface für alle Bildbegeisterte. Auch die Technik hinter dem Bildschirm überzeugt und erlaubt Gaming, Bildbearbeitung und Tabellen-Frickelei bis zu 8 Stunden lang. Hinzu kommen die hochwertige Verarbeitung, die tolle Anschlussvielfalt inklusive Full-USB und die umfassende Konnektivität.

Kritisieren muss ich dennoch das verhältnismäßig hohe Gewicht des 10,8-Zollers, der stattliche 230 Gramm mehr auf die Waage bringt als der Leichtgewichts-Trendsetter Sony Xperia Z4 Tablet. Je länger ich freihändig mit dem Tablet arbeite, desto mehr spüre ich dieses Gewicht auch. Was ich ebenso spüre, ist der hohe Preis. So steht schon das Surface an sich in der vorliegenden Variante mit 4 Gigabyte RAM  und 128 Gigabyte SSD mit 719 Euro zu Buche. Der Stylus ist sicherlich über weite Strecken entbehrlich, aber das Type Cover für 149 Euro wird schnell zum Muss. Im günstigeren Bundle löhnt der Surface-Interessent dennoch stattliche 799 Euro – für ein Tablet mit Tastatur-Dock. Ob die tolle Technik diesen hohen Preis rechtfertigt, muss dann wohl doch jeder für sich entscheiden.

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