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Microsoft Lumia 640 mit Dual-SIM im Smartphone-Test



Zugeordnete Tags Microsoft | Lumia | Test
Bereiche

Bewertung
Sehr gutes Mittelklasse-Smartphone
4,5

 Pro

  • Akkulaufzeit
  • Kamera
  • Performance
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

 Contra

  • Haptik
  • Freisprechen

Microsoft setzt mit dem Lumia 640 den eingeschlagenen Weg von Nokia fort, gute Hardware zu einem günstigen Preis auf den Markt zu bringen.

Ich darf die Dual-SIM-Variante ohne LTE ausführlich testen. Da ich selbst ein Lumia 830 besitze, habe ich einen guten Vergleich, da sich die verbaute Hardware der beiden Smartphones nur in wenigen Punkten unterscheidet.

Ich bin gespannt, wie und ob sich der Preisunterschied von aktuell circa 120 Euro bemerkbar macht.

Unboxing & Ersteindruck

Schickes Design, durchschnittliche Haptik

Übersichtliches, aber ausreichendes Zubehör
Übersichtliches, aber ausreichendes Zubehör

Die Verpackung ist einfach und quadratisch gehalten und eher nützlich als durchgestylt. Neben dem Lumia befindet sich der Akku, das Netzteil, eine Kurzanleitung und ein Gutschein für Bild.de in der Box. Ein Headset fehlt. Mich stört das nicht, da ich, wie die meisten sicherlich auch, bereits Kopfhörer und ein Headset besitze. Und angesichts des ausgerufenen Preises von 139 Euro ist das zu verschmerzen.

Das knallige, blaue Chassis des Lumia 640 wirkt schick sowie robust und wurde sehr gut verbaut – nichts knarzt und die Spaltmaße passen. Leider zieht die Kunststoffhülle aufgrund des Hochglanz-Finishs Fingerabdrücke magisch an. Da ist häufiges Putzen an der Tagesordnung.

Mit seinen 145 Gramm ist das Lumia 640 kein Leichtgewicht. Die Masse verteilt sich jedoch gut über die Maße 141,3 mal 72,2 mal 8,8 Millimeter. Damit liegt das Microsoft Smartphone gerade noch gut in der Hand. Allerdings wirkt das Lumia aufgrund des Materials und der damit verbundenen Haptik leider etwas billig.

Handling & Bedienung

Flottes Smartphone mit zwei SIM-Karten

Übersichtliches Einstellungs-Menü...
...und einfache Dual-SIM-Verwaltung
Übersichtliches Einstellungs-Menü...

Microsoft hat dem Lumia 640 eine abnehmbare Rückseite spendiert. Mit einer Mischung aus Gefühl und Kraft bekomme ich diese schließlich auch ab und kann nach Einsetzen der Speicher- und SIM-Karten den Akku einlegen.

Hier hätte ich mir gewünscht, dass sich die Slots für die Karten am äußeren Rand des Lumias befinden, sodass ein Wechsel ohne Entnahme des Akkus möglich ist. Das wäre schließlich weniger umständlich.

Die Lautstärke-Wippe und der Power-Button befinden sich auf der rechten Seite und sind auch bei einhändiger Bedienung gut erreichbar. Der Druckpunkt ist klar, auch wenn die Tasten etwas wacklig verbaut sind. Durch die glatten und geraden Kanten lässt sich das Smartphone sehr gut greifen und droht nicht, wie die glänzende Oberfläche vielleicht vermuten lässt, aus der Hand zu rutschen.

Anders als noch beim Lumia 830 oder 930 sind die Sensortasten jetzt Software-Buttons gewichen, wie es bei Smartphones mit Android-Betriebssystem schon länger Standard ist. Besonders gut finde ich hierbei die unterschiedlichen Anpassungen, die bei Windows Phone vorgenommen werden können. Beispielsweise lässt sich die Navigationsleiste durch einen Wisch oder Doppeltipp ausblenden, sodass man bei Bedarf den gesamten Bildschirm im Blick hat.

Insgesamt lässt sich Windows Phone 8.1 mit Update 2 leicht und intuitiv bedienen. Das Menü ist jetzt, ähnlich wie bei Android, strukturierter und wurde übersichtlicher in einzelne Bereiche (System, Personalisierung, etc.) zusammengefasst.

Ebenso ist die Dualsim-Funktion einfach und selbsterklärend integriert – wählt ihr einen Kontakt aus, um ihn anzurufen oder eine Nachricht zu senden, könnt ihr entscheiden, über welche SIM-Karte dies geschehen soll.

Das Lumia 640 unterstützt zudem ein weiteres Windows-Phone-Highlight, welches ich bei meinem Lumia 830 nicht mehr missen möchte: die Funktion „Blick“. Diese zeigt Uhrzeit, Datum und verpasste Nachrichten auf dem ausgeschalteten Display an. Die Anzeige erfolgt wahlweise dauerhaft, oder nur dann wenn das Lumia aus der Tasche geholt wird.

Zudem kann das 640 durch Doppeltipp aufgeweckt werden, ähnlich der „Knock on“-Funktion von LG. Das klappt in der Regel auch zuverlässig.

Display

Gutes Display & anpassbare Farbintensität

Lumia 640 mit gutem 5-Zoll-Display
Lumia 640 mit gutem 5-Zoll-Display

Der erste Eindruck vom Display ist gut. Farben werden natürlich dargestellt und alles wird ausreichend scharf wiedergegeben. Für mich reicht die Auflösung von 1.280 mal 720 Pixel bei 5 Zoll völlig aus.

Wer lieber etwas kräftigere Farben mag, kann dies im Farbprofil individuell seinen Wünschen anpassen. Die Helligkeit ist hoch genug – ich kann auch im direkten Sonnenlicht immer alles gut erkennen.

Einen Nachteil gibt es jedoch. Die Blickwinkelstabilität ist für ein IPS-Display nicht wirklich umwerfend. Beim Neigen kommt es zu einem leichten Helligkeitsabfall und besonders bei diagonalen Betrachtungen taucht der sogenannte IPS-Glow (dunkle Flächen leuchten heller) auf. Allerdings ist der Effekt beim 640 nicht ganz so stark ausgeprägt wie bei meinem Lumia 830.

In der Praxis merkt man davon jedoch kaum etwas. Wer guckt schon schräg über die Diagonale auf sein Smartphone? Und selbst beim Betrachten von Fotos zu zweit oder zu dritt gibt es keine nennenswerten Einschränkungen.

Akku

Power-Akku für mehrere Tage ohne Steckdose

Ganz ehrlich? Der Akku ist der Knaller. In Zeiten, wo man eigentlich täglich abends eine freie Steckdose sucht, habe ich mich manchmal gefragt, ob ich das Lumia gestern oder vorgestern geladen habe. Es ist erstaunlich, wie lange man mit den 2500 Milliamperestunden Akku auskommt.

Bei durchschnittlicher Nutzung (immer WLAN, kein Bluetooth, kein GPS), 10 bis 15 Minuten telefonieren, über den Tag verteilt Messenger und SMS, 1 Stunde surfen und 10 bis 20 Minuten Multimedia (Musik, Video, Kamera) kommt ihr locker über 2 Tage.  Wenn mal weniger los ist, erreicht man sogar entspannt den Nachmittag des dritten Tages. Und im Standby über Nacht verbraucht das 640 nur sagenhafte 0 bis 4 Prozent Akku. Zugegeben, ich bin jetzt nicht spielsüchtig und zock permanent – dann muss das Smartphone sicher schon eher an den Strom.

Mein Lumia 830 ist zwar ähnlich sparsam, aber hier macht sich der um 300 Milliamperestunden kleinere Akku doch bemerkbar und zum Ende des zweiten Tages geht ihm deutlich die Puste aus.

Starker & vor allem wechselbarer Akku
Starker & vor allem wechselbarer Akku
Leistung & Telefonie

Flüssige Smartphone-Performance

Das Arbeitstempo des Lumia 640 ist flüssig, allerdings gibt es beim Scrollen minimale Ruckler. Apps hingegen starten zügig und auch sonst werden alle Eingaben präzise und flott umgesetzt. Selbst grafisch anspruchsvollere Spiele wie „CSR Racing“ laufen trotz des schon betagten Snapdragon-400-Prozessors ohne Einschränkung. Unterschiede in der Leistung kann ich zum 830 mit dem gleichen Prozessor und ebenfalls 1 Gigabyte Arbeitsspeicher nicht feststellen.

Der interne Speicher beträgt 8 Gigabyte, von denen nach Inbetriebnahme noch circa 3 Gigabyte zur Verfügung stehen. Das ist nicht wirklich viel, lässt sich aber über eine microSD-Karte problemlos erweitern.

Beim Telefonieren gibt es ebenso wenig zu beanstanden. Beide SIM-Karten haben durchweg einen sehr guten Empfang. Ich konnte alle Gesprächspartner gut bis sehr gut verstehen und umgekehrt war es genauso. Nur beim Freisprechen gibt es teils größere Probleme bei der Verständigung. Dies liegt wohl an dem sehr mittelmäßigem Lautsprecher. Hier ist mein Lumia 830 um einiges besser aufgestellt.

Ansonsten gibt es weder WLAN- noch Bluetooth-Abbrüche. Die Verbindungen sind wie beim 830 äußerst stabil und der GPS-Fix ist mit 10 bis 30 Sekunden sehr schnell.

Kamera

Gute Smartphone-Kamera

Knalliges Blau & solide Mittelklasse-Cam
Knalliges Blau & solide Mittelklasse-Cam

Die 8 Megapixel Kamera des Lumia 640 macht im Vergleich zum Lumia 830 ordentliche Fotos. Der Weißabgleich arbeitet etwas besser als bei meinem 830, allerdings ist die Detailtreue ist nicht optimal. Die Schärfe kann sich jedoch sehen lassen und die Fokussierung erfolgt zügig.

Bei Kunstlicht oder wenig Tageslicht verrauschen die Bilder leider schnell, sind aber immer noch brauchbar. Denn sind wir mal ehrlich – bei schwierigen Lichtverhältnissen haben die meisten Smartphone-Kameras in diesem Leistungssegment Probleme.

Alles in allem kann man mit dem 640 wirklich gute Fotos schießen – für die angesetzte Preisklasse kann ich hier nicht meckern.

Fazit

Sehr gutes Smartpone mit nur kleinen Abstrichen

Mit dem Lumia 640 ist Microsoft ein richtig gutes Mittelklasse-Smartphone gelungen, ähnlich wie damals Motorola mit dem Moto G.

Es gibt bis auf den Freisprecher und die Plastik-Haptik keine nennenswerten Schwächen. In den Basics reicht das 640 ohne Probleme an mein Lumia 830 heran. Doch fehlende Features wie Bildstabilisator, NFC, kabelloses Laden oder ein Metallrahmen, grenzen das Lumia 640 von der oberen Mittelklasse ab.

Das ist aber nicht weiter schlimm, denn Microsoft hat es geschafft, gute und für den Alltag ausreichende Hardware mit einigen Highlights, wie einer gelungen Kamera und einem sehr ausdauernden Akku, aufzuwerten. Und der Preis von aktuell 139 Euro im Cyberport-Webshop kann sich ebenso sehen lassen.

Ich würde mir wünschen, dass sich durch dieses Smartphone mehr Leute für Windows Phone begeistern lassen.

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