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LG Optimus L7 2 P710 getestet



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Bewertung
Solide aber mit Schwächen
2,5

 Pro

  • Solide mit gutem Akku
  • Günstiger Preis
  • Gute Ausstattung

 Contra

  • Geringer Speicher
  • Schlechte Grafikleistung
  • Stark spiegelndes und farbunechtes Display

Heute stelle ich euch einen Neuling in der Smartphone-Reihe von LG vor. Das LG Optimus L7 2, mit der genauen Bezeichnung P710, ist der Nachfolger des weniger bekannten P700, ein 4,3 Zoll großes Multitouch-Smartphone mit Android. Es verfügt über eine etwas bessere Ausstattung sowie ein IPS-Display. Was es in der Praxis taugt und wie hoch die Qualität angesichts des günstigen Preises einzustufen ist, erfahrt ihr nun hier.

Erster Eindruck

Erster Eindruck

Geliefert wird das LG P710 in einer weißen Pappbox. Im Inneren findet man neben dem eigentlichen Gerät ein Ladekabel, einen Netzadapter sowie ein Headset in Schwarz. Ebenfalls darin befindet sich zu meiner Freude der Akku – damit sollte schon klar sein, dass dieser auswechselbar ist. Natürlich gehört auch die Anleitung mit den Sicherheitshinweisen dazu, die bleibt gleich drin.

Das LG P710 gibt es in drei Farben: Schwarz, Weiß sowie Schwarz mit Metallic-Look. Bei Letzterem sieht man kein glattes Plastik, sondern ein gebürstetes Profil, das optisch an Aluminium erinnern soll. Es wirkt zwar eher grau mit einem leichten Blaustich, sieht aber trotzdem hochwertig aus.

Samsung verwendet diesen Stil häufig, um ein hochwertigeres Gefühl zu vermitteln. Natürlich ist auch hier in Wahrheit nur ein Plastikdeckel verbaut, was in dieser Preisklasse aber völlig in Ordnung geht.

Die Qualität des Deckels ist erstaunlich hoch, er passt perfekt auf das Gerät und sieht sehr schick aus. Die Bedienknöpfe stehen nicht hervor, wackeln nicht und haben einen guten Druckpunkt. Durch die abgerundeten Ecken liegt das P710 erstaunlich gut in der Hand, es lässt sich hervorragend mit einer Hand bedienen und vermittelt ein hochwertiges Gefühl.

Weniger gut kommt hier wieder das verarbeitete Material zur Geltung: In der Hand, aber besonders auf dem Tisch rutscht das P710 durch seinen glatten Plastikdeckel hin und her, es fühlt sich schnell schmierig und fettig an, auch wenn man die Flecken auf der Rückseite durch das gebürstete Profil nicht sieht.

Zwar ist das Display weniger rutschig, dafür sieht man sehr schnell jegliche Fingerabdrücke.

LG Optimus L7 2
LG Optimus L7 2
Display

Display

Das Display selbst ist weniger gut verarbeitet. Es schließt nicht bündig mit dem Rahmen ab, sondern sitzt etwas tiefer. Dadurch lässt es sich nicht nur besonders am Rand weniger gut bedienen, es sitzt offensichtlich auch noch etwas schief. So spürt man an der rechten Seite einen deutlichen Versatz zum Rahmen, während die linke Seite fast bündig sitzt.

Das gefällt mir weniger gut, aber ich bin viel mehr auf das Display an sich gespannt, denn LG spendierte dem P710 ein IPS-Panel, während der Vorgänger noch mit einem TN-Panel auskommen musste. Dies sollte hohe Blickwinkelstabilität und Kontraste bedeuten.

Nach dem ersten Einschalten strahlt es mich relativ hell an, ich muss dann aber feststellen, dass es bereits auf hundert Prozent Helligkeit steht. Die Helligkeit ist für innen völlig ausreichend und auch außen ist das Smartphone damit gut bedienbar. Lediglich die stark spiegelnde Oberfläche stört.

Worüber ich mich viel mehr wundere: Alle Fotos, die ich bereits auf anderen Geräten getestet habe, sehen etwas unnatürlich aus. Bei weißen Bildern fällt es besonders auf, was ich sonst nur von AMOLED-Displays kenne. Alle Bilder haben einen leichten Gelbstich, was auf Dauer stört. Aber auch das Schwarz sieht nicht natürlich aus, es wirkt eher grau und sehr kontrastarm. Das verwundert bei einem IPS-Panel doch sehr, da gerade dieses normalerweise sehr farbecht ist. Hier bin ich doch etwas enttäuscht.

Die Auflösung des Displays geht mit 480 x 800 Pixeln bei 4,3 Zoll in Ordnung, sie bricht keine Rekorde, aber liegt im guten Einstiegsbereich. Texte lassen sich gut ablesen und man muss schon sehr genau hinsehen, um die ausgefransten Ecken zu sehen. Angesichts des günstigen Preises gibt es daher nichts zu meckern.

LG Optimus L7 2
LG Optimus L7 2
Technische Daten

Performance

Neben dem (vermeintlich) besseren Display hat sich auch technisch etwas getan: Beim LG P710 wurde ein Dual-Core-Prozessor mit 1 GHz von Qualcomm verbaut. Der Snapdragon MSM8225 macht seine Arbeit relativ gut, liefert im AnTuTu-Benchmark aber nur magere 6.422 Punkte maximal. Apps starten dennoch recht flott und das Surfen geht erstaunlich gut und schnell.

Lediglich die Grafikeinheit dürfte Spielefans enttäuschen. Während man in Menüs und Einstellungen, aber auch mit der Foto-App und im Internet sehr flott unterwegs ist und nur in Ausnahmefällen mit Rucklern rechnen muss, ruckelt und zuckt es bei aufwendigen Spielen doch deutlich. Auf Spiele wie NFS sollte man verzichten, diese sind praktisch unspielbar.

Auch zu viele Apps sollte man nicht geöffnet haben, denn mit den 768 MB Arbeitsspeicher muss man haushalten. Hier hätte es gern 1 GB sein dürfen. Aber auch intern wurde am Speicher gespart: Dem LG P710 wurden nur 4 GB Speicher spendiert, von denen zu Beginn nur noch 1,8 GB zur Verfügung stehen.

Zum Glück kann man diese durch eine microSD-Karte um bis zu 32 GB erweitern, was auch von Beginn an notwendig ist. Neben WLAN im schnellen N-Standard und Bluetooth 3.0 ist auch NFC dabei. Das mobile Surfen ist mit bis zu 7,2 MBit/s im UMTS-Netz möglich. Auf LTE muss verzichtet werden.

LG Optimus L7 2
LG Optimus L7 2
Kamera

Kamera

Die Kamera geht für mich völlig in Ordnung. Mit 8 MP macht sie annehmbare und vernünftige Fotos, die zumindest für das Smartphone völlig ausreichen. Bei heller Umgebung reicht sie auch, um das eine oder andere Urlaubsfoto zu machen. Wird es dunkler, versagt sie genauso wie alle anderen Kameras der günstigeren Modelle. Ein Fotolicht ist auch dabei, womit man zumindestens bei dunkler werdenden Bedingungen noch das eine oder andere Foto machen kann.

LG Optimus L7 2
LG Optimus L7 2
Hardware

Akku

Der Lithium-Ionen-Akku hat eine Kapazität von 2.460 mAh. Das reicht im durchschnittlichen Betrieb für 1 bis 2 Tage aus. Bei aktiver Nutzung ist nach ca. 6 Stunden eine Aufladung notwendig. Im Stand-by sollen bis zu 430 Stunden möglich sein.

LG Optimus L7 2
LG Optimus L7 2
Praxis-Check

Praxis-Check

In der Praxis taugt das LG P710 durchaus als Alltagsbegleiter. Auch wenn man keinesfalls ein High-End-Gerät in der Hand hat, lässt es sich wunderbar bedienen. Es liegt gut in der Hand, ist mit 118 g nicht zu schwer und lässt sich dank Android 4.1.2 wunderbar erweitern und mit Apps und Widgets ausstatten. Mit Updates auf Android 4.2 oder folgende ist allerdings nicht zu rechnen.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Home-Button, der nicht wie die zwei anderen auf dem Display eingeblendet wird, sondern physisch und relativ schwer bedienbar ist.

Was ich ebenfalls nicht nachvollziehen kann, ist die Beleuchtung der beiden eingeblendeten Buttons für “Menü” und “Zurück”. Diese werden direkt nach jedem Druck darauf wieder ausgeblendet. Man muss sich also merken, wo welcher Button ist, da man ihn, außer, wenn man ihn bereits betätigt hat, nicht sieht. Und dann ist die Beleuchtung nicht mehr notwendig, da die Aktion bereits erfolgt ist.

Was sich LG dabei gedacht hat, verstehe ich nicht. Einen Button, der erst dann zu sehen ist, nachdem man ihn gedrückt hat, braucht wohl niemand. Gerade zu Beginn vertut man sich ständig, da man nicht weiß, welchen Button man gerade drückt.

LG Optimus L7 2
LG Optimus L7 2
Fazit

Fazit und Empfehlung

Zusammengefasst bleibt ein brauchbares Smartphone. Das LG P710 schwächelt am mangelnden Speicher, der geringen Grafikleistung und dem spiegelnden und nicht farbechten Display. Die Verarbeitung ist nicht immer perfekt, aber der Preis ist vernünftig.

Ruckler oder Aussetzer konnte ich beim Surfen und im Menü fast nie feststellen und die Kamera macht brauchbare Bilder. Mit WLAN, Bluetooth und NFC sind alle notwendigen Verbindungsmöglichkeiten dabei. Als Einsteiger-Smartphone ist das LG durchaus zu empfehlen, sieht dabei echt schick aus und hält den Arbeitstag durch. Auch wenn das P710 erst kürzlich erschienen ist, sind keine Neuerungen dabei, die wir nicht auch von anderen Geräten dieser Klasse kennen. Ob sich der Kauf zum Preis von 235 Euro bei Cyberport lohnt oder ob man ein anderes Gerät wählt, bleibt letztlich reine Geschmacksfrage.

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