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Lenovo Yoga Tablet 8: revolutionäres Multimode-Tablet im Test



Zugeordnete Tags Lenovo | Yoga | Tablet
Bereiche

Bewertung
Innovativer Dauerläufer mit kleinen Schwächen
4

 Pro

  • Bis zu 18 Stunden Akkulaufzeit
  • Integrierter Ständer für verschiedene Modi
  • Zylindrischer Haltegriff für komfortablere Nutzung
  • Cleanes Betriebssystem
  • Gute Verarbeitung

 Contra

  • Leistungsschwacher Prozessor
  • Ungünstig platzierte Hauptkamera
  • Mittlere Display-Auflösung
  • Ständer nicht stabil genug

Als Testimonial für die Präsentation seiner neuen Tablet-Serie hat Lenovo niemand Geringeren als Ashton Kutcher von der Yogamatte geholt. Er gilt als Kenner der IT-Branche und Investor mit gutem Händchen. So soll er Lenovo helfen, aus dem breiten Schatten von Apple und Samsung hervorzutreten. Inwieweit er bei der Entwicklung mitwirken konnte? Gute Frage.

Yoga ist gut für Körper, Geist und Beweglichkeit. Apropos beweglich: Lenovo sorgte im Herbst 2012 mit dem ersten Yoga Ultrabook für Bewegung im Markt. Eine Drehung, und das Ultrabook verwandelt sich in ein Tablet. Ein solches Bewegungstalent besitzt auch Lenovos Yoga Tablet. Ganz ohne Sonnengruß und Kranich mache ich es mir im Lotussitz auf der Couch bequem und nehme mir das revolutionäre Tablet vor.

Lieferumfang und Ersteindruck

Hat Lenovo bei Apple abgeschaut?

Schluss mit dem Technikgeplänkel: Mit der Yoga-Serie rückte Lenovo uns User in den Vordergrund. Funktionale Produkte gestalten unser digitales Leben entspannter. Deswegen ist die Verpackung mehr Mittel zum Zweck als optischer Hochgenuss. Aus diesem Grund nehme ich mir ohne Umschweife das Multimode-Tablet vor.

Neben dem Lenovo Yoga Tablet finde ich in der Box USB-Ladegerät samt Kabel, mehrere Bedienungsanleitungen sowie zwei kleine Klebepads, die dem Standfuß mehr Grip bieten sollen. Warum es Lenovo nicht schafft, alle vier kleinen Produktheftchen und die drei Einzelblätter in einem Dokument zusammenzufassen, bleibt mir ein Rätsel. Ich kaufe ein Tablet und erhalte zusätzlich einen nervigen Papierstapel.

Schnell zur Seite legen und mich dem eigentlichen Inhalt widmen. Hut ab, Lenovo! Mit dem Yoga Tablet hat der chinesische Hersteller ein hochwertiges und exzellent verarbeitetes Modell auf die Beine gestellt. Fühlt sich gut an und sieht schick aus, allerdings gibt es beim Betrachten des Designs ein Déja-vu. Das Tablet erinnert stark an Apples Wireless Keyboard und Magic Trackpad. Doch statt Tasten oder Trackpad gibt es hier ein acht Zoll großes Display.

Unter der schlichten schwarzen Verpackung …
… verbergen sich das Lenovo Yoga Tablet 8 …
… und der überschaubare Lieferumfang
Die strukturierte Rückseite fühlt sich gut an und bietet zusätzlichen Halt
Unter der schlichten schwarzen Verpackung …
Hardware

Nicht rekordverdächtig, dafür ausdauernd

Ein Hardware-Feuerwerk zündet Lenovos Yoga Tablet nicht. Bewusst nicht. MediaTeks MT8125-Prozessor mit vier Kernen und 1,2 Gigahertz Takt arbeitet extrem stromsparend und garantiert enorme Ausdauer. Kein Wunder, dass mein Testkandidat gegenüber seinen Vorgängern keine Chance bei den Benchmarks hat. Das Asus Memo Pad Full HD, das Samsung Galaxy Tab 3 und das Toshiba Excite Write hängen das Yoga Tablet locker ab.

Lenovo Yoga Tablet 8 im Benchmark-Vergleich

Dem Prozessor stehen ein Arbeitsspeicher mit 1 Gigabyte und 16 Gigabyte interner Speicher zur Seite. Diesen könnt ihr via microSD-Karte erweitern. Ansonsten ist alles an Bord, was dem aktuellen Standard entspricht: WLAN, Bluetooth 4.0 und GPS. Neben der von mir getesteten WiFi-Variante für 229 Euro gibt es auch ein UMTS-Modell für 279 Euro.

Mit 401 Gramm wiegt das 8 Zoll große Lenovo-Yoga-Tablet 68 Gramm weniger als das neue Apple iPad Air (469 Gramm), aber 70 Gramm mehr als das iPad mini (331 Gramm) mit 7,9 Zoll messendem Retina-Display. Zudem ist es knapp 10 Millimeter länger und breiter als Apples kleines Tablet.

Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Tablets der Konkurrenz ist das Yoga Tablet keine flache Flunder. Während es an der Oberseite nur 3 Millimeter misst, sind es beim zylindrischen Haltegriff schon knapp 8 Millimeter. Der Haltegriff selbst hat einen Durchmesser von 21 Millimeter. Darin eingelassen: der Ein-/Ausschalter auf der einen und die Kopfhörerbuchse auf der anderen Seite. Hinter dem integrierten Standfuß verstecken sich microSD-Karten-Slot und microSIM-Karten-Steckplatz bei der 3G-Variante. Bei meinem Testkandidaten ist der Steckplatz geschlossen. An den Flanken des Tablets befinden sich Lautstärkewippe und microUSB-Anschluss.

Schicke Optik und sicherer Stand
Seitlicher Blick auf Ein-/Ausschalter und microUSB-Anschluss
Sorgt für sicheren Stand
Steckplatz für microSD-Karte
Weit abgeschlagen im AnTuTu-Benchmark mit 13.362 Punkten
4.836 Punkte im Quick Benchmark Lite
3D-Mark-Benchmarks im Überblick
Zu viele Ecken und Kanten: CSR Racing macht auf dem Yoga keinen Spaß
Schicke Optik und sicherer Stand
Display

Kein Full HD, trotzdem okay

Meine 8-Zoll-Variante des Lenovo Yoga Tablet setzt auf ein IPS-Display mit 1.280 mal 800 Pixeln. Das ist okay, aber andere 8-Zoll-Modelle bieten bessere Auflösungen. So zum Beispiel das HP Slate 8 Pro mit 1.600 mal 1.200 Pixeln oder das neue Apple iPad mini Retina mit  2.048 mal 1.536 Pixeln. Insofern ruft das Display bei mir keine Jubelstürme hervor. Die Farbsättigung ist gut und dank 178-Grad-Blickwinkel muss ich nicht direkt vor dem Tablet sitzen.

Die Autohelligkeit funktioniert gut, das Display dunkelt automatisch ab, sobald ich mein Yoga Tablet in den Porträtmodus drehe. So kann ich wesentlich entspannter lesen, während mich verstärkte Kontraste im Landscape-Modus die Inhalte besser erkennen lassen.

Kamera

Locker aus der Hüfte schießen

Blick auf die Hauptkamera, …
… die sich im zylindrischen Haltegriff befindet
Frontkamera
Aufnahme mit der 5,0-MP-Hauptkamera
100-Prozent-Ausschnitt der Aufnahme
Testbild mit der 1,6-MP-Frontkamera
100-Prozent-Ausschnitt der Aufnahme
Schlechte Lichtverhältnis bedeuten schlechte Bildqualität
Die 100-Prozent-Ansicht ist leider auch schlecht
Blick auf die Hauptkamera, …

Das Yoga Tablet bietet neben der 1,6-Megapixel-Frontkamera eine 5-Megapixel-Kamera im Griff. Die Platzierung der Hauptkamera ist für mich nicht nachvollziehbar. Steht das Tablet, befindet sie sich knapp über der Tischkante. Nehme ich das Tablet im Querformat in beide Hände, liegt der Schwerpunkt extrem weit oben und macht einen nicht verwackelten Schnappschuss schwierig. Halte ich als Rechtshänder das Yoga Tablet in meiner Linken, um es mit rechts zu bedienen, befindet sich die Kamera oben und damit in geeigneter Position zum Fotografieren. Was aber machen Linkshänder? Aus der Hüfte schießen? Schon seltsam. Was haben sich die Produktentwickler nur gedacht?

Die Qualität der Fotos ist für Tablets in Ordnung, aber nicht weltbewegend. Ohne Hilfslicht und LED-Blitz wundert es kaum, das die Bilder in der 100-Prozent-Ansicht inakzeptabel sind. Die Fotoqualität bei schlechten Lichtverhältnissen ist erschreckend.

Sound

Guter Sound dank Dolby Digital Plus

Blick auf einen der beiden Stereo-Lautsprecher
Blick auf einen der beiden Stereo-Lautsprecher

Zwar steht neben den Stereo-Lautsprechern nicht wie beim Asus Memo Pad Full HD Harman/Kardon geschrieben, dennoch weiß der Sound zu überzeugen. Er klingt voller als bei meinem Apple iPad. Die beiden Stereo-Lautsprecher wurden gut platziert und werden von meinen Händen bei der Nutzung nicht verdeckt. Auch wenn ich mit der „Dolby Digital Plus“-App den Sound anpassen kann, reicht er leider nicht aus, um die nächste Party zu beschallen.

Software

Wo ist denn nur Google Maps?

Das Yoga Tablet wird mit Android 4.2 ausgeliefert. Während die Konkurrenz oft zahlreiche eigene Applikationen auf ihre Android-Tablets packt, entdecke ich erst auf den zweiten Blick die Lenovo-Apps. Dabei ersetzt die „Navigate 6“-Software „Google Maps“ als erste Karten-App in Menü. Zum Glück finde ich „Google Maps“ auf der nächsten Seite der App-Übersicht, denn die spartanische Optik von „Navigate 6“ ist nicht zeitgemäß. Abgesehen davon ist das System erfreulich clean – mir tausendmal lieber als unzählige Apps, die ich nie nutzen werde. Sascha Pallenberg hätte sich zwar über einige vorinstallierte Rezept- und Magazin-Apps gefreut, doch die installiere ich mir lieber selbst.

Lenovo zeigt mir im Video noch mal, was ich gekauft habe
Zusätzliche Lenovo-Apps erweitern das gewohnte Angebot
Lenovos Favorite bei den Karten-Apps: Navigate 6
Zum Glück auch vorinstalliert: Google Maps
Lenovo zeigt mir im Video noch mal, was ich gekauft habe
Akku

Bei der Laufzeit erblassen Marathonläufer

Wow. Das trifft es am besten, wenn ich einen Blick auf die Daten des verbauten Akkus werfe. Mit seinen 6.000 Milliamperestunden sorgt er für die überragende Ausdauer eines Dauerläufers. Wie kommt das und warum können andere Tablets keine Akkulaufzeit von bis zu 18 Stunden bieten? Des Pudels Kern liegt im zylindrischen Griff, der mehr Platz für Akkus bietet als gewöhnlichen Tablets zur Verfügung stehen. Laut Lenovo hält das Yoga Tablet bis zu 18 Stunden durch, was nicht zu hoch gegriffen ist. Ich nutze das Tablet nun seit zweieinhalb Tagen bei eingeschaltetem WLAN, mittlerer Display-Helligkeit und vorrangig zum Spielen, ohne dass es nach einer Steckdose schreit. Bis jetzt steht mir noch immer eine Akkulaufzeit von 21 Prozent zur Verfügung. Hochgerechnet werde ich somit auf 15 bis 16 Stunden kommen.

Praxistest

Komfortabler Tablet-Genuss

Los geht's!
Perfekter Winkel zum Schreiben und Spielen
Individuell lässt sich der perfekte Winkel …
… für jeden Einsatz einstellen
Los geht's!

Ähnlichkeit zu Apples Wireless Keyboard hin oder her – beim Design hat sich Lenovo Gedanken gemacht. Das Problem aller Tablets ist die Handhabung. Ich kann sie halten, aber bequem und griffig sind sie nicht. Auch die Gewichtsverteilung ist nicht optimal. Dadurch krallen wir uns am Tablet fest, anstatt es entspannt und komfortabel zu nutzen. Zudem bedarf es Hilfsmitteln, um es nicht nur flach auf den Tisch zu legen.

Mit dem Lenovo Yoga Tablet werden Schutzhüllen mit Standfunktion und all die Tablet-Halter überflüssig. Durch seine optimierte Gewichtsverteilung liegt es komfortabel in der Hand und entlastet das Handgelenk. Der Schwerpunkt des Geräts liegt nicht auf den Fingern, sondern in der Handfläche. Die „Wulst“ bietet einen sicheren und ergonomischen Halt – auch bei längerer Nutzung.

Mit einem einfachen Handgriff lässt sich ein Standfuß ausklappen. Neben der flachen Position zum schnellen Tippen ist auch ein steiler Winkel zum entspannten Videogenuss möglich. Und dazwischen? Hier gibt es nicht nur drei mögliche Winkel, wie sie viele Schutzhüllen bieten. Beim Yoga Tablet kann ich stufenlos meinen perfekten Blickwinkel auswählen. Einmal eingestellt, steht es sicher vor mir – bis ich es mit meinen Fingern bediene.

Der Schwerpunkt sitzt zu weit oben, weshalb es im steilen Winkel schnell vornüber kippt. Tippen ist so nicht möglich. Hierfür müsst ihr das Tablet in die Hand nehmen und drehen. Nur so steht es sicher zum Schreiben einer E-Mail vor euch. Wollt ihr euch danach zurücklehnen, um Videos zu schauen, müsst ihr es wieder drehen. Schade, Lenovo. Eine größere Auflagefläche, die problemlos möglich gewesen wäre, ohne viel am Design zu ändern, wäre die Lösung. Dann könnte ich das Tablet schnell vom steilen in den flachen Winkel drücken und sofort losschreiben, ohne das Tablet zu drehen.

Der Vorteil des Lenovo Yoga Tablets ist auch sein Nachteil, denn durch den runden Steg ist es dicker als die Konkurrenz. So passiert es oft, dass ich es schnell aus der Tasche ziehen will, das Tablet aber hängen bleibt. Ungünstig finde ich den Griff auch beim gemeinsamen Spielen. Backgammon lässt sich wesentlich angenehmer zu zweit am Tisch spielen, wenn mein iPad flach auf dem Tisch liegt. Sitze ich meinem Kontrahenten gegenüber, müssen wir das Lenovo Yoga Tablet permanent drehen.

Fazit

Günstig, ausdauernd und ein guter Ansatz

Für 229 Euro bietet euch das Lenovo Yoga Tablet 8 WiFi ein einzigartiges Design und Bedienkonzept sowie hochwertige Verarbeitung zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Highlight ist der überragende Akku mit einer Laufzeit von bis zu 18 Stunden auf dem Papier und knapp 16 Stunden im realen Digital Life. Das lässt die Konkurrenz an der Steckdose erblassen und mich getrost über den leistungsschwachen Prozessor hinwegsehen. Mehr Power und ein besseres Display würden Lenovos neuem Tablet dennoch gut stehen und noch mehr User begeistern.

Schade, dass es für die 8-Zoll-Variante des Yoga Tablets keine optionale Bluetooth-Tastatur gibt, mit der man noch produktiver arbeiten und schreiben kann. Diese ist nur für die 10-Zoll-Variante erhältlich und schützt als magnetisches Cover das Display vor den Gefahren des Alltags.

Gemütlich auf der Yogamatte zurücklehnen können sich Lenovo und Ashton Kutcher nicht. Sie müssen weiter daran arbeiten, um aus dem Schatten der beiden Tablet-Giganten Apple und Samsung hervorzutreten. Mit den ersten Yoga-Tablet-Modellen samt Haltegriff und Ständer gelingt das schon gut, lässt sich aber optimieren – nicht nur, was die technischen Werte betrifft. Ein sicherer Stand als beim Testkandidaten ist nicht nur wünschenswert, sondern ein Muss. Dann kann sich das Tablet meinen Bedürfnissen flexibel anpassen und von mir problemlos genutzt werden, ohne umzukippen. Denn das sorgte immer wieder für Frust und nicht für die erhoffte Entspannung. Die muss ich mir beim nächsten Sonnengruß zurückholen.

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