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Huawei Ascend Mate 7: Dauerlauf-Riese im Test



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Zugeordnete Tags Ascend | Huawei | Smartphone
Bereiche

Bewertung
Perfekter Smartphone-Riese
4,5

 Pro

  • Edles Aluminiumkleid
  • Lange Akkulaufzeit
  • Hohe Leistung dank Octa-Core

 Contra

  • Kamera mit Schwächen bei wenig Licht

In vielen Köpfen zählt Huawei immer noch zu den unbekannten Smartphone-Herstellern – doch vollkommen zu Unrecht! Denn die findigen Chinesen mit dem fast unaussprechlichen Namen (der sich übrigens in etwa „Wah-Weh“ ausspricht) verkauften 2015 nach Samsung und Apple die drittmeisten Smartphones in Deutschland. Jawohl – mehr als LG, HTC und Sony!

Es wird also höchste Zeit, das aktuelle Phablet-Flaggschiff des Überraschungsaufsteigers genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Ascend Mate 7 wurde bereits 2014 vorgestellt und angesichts des bis Jahresende anstehenden Nachfolgers imponiert es aktuell mit einem sehr interessanten Preis. Wer unter diesen Voraussetzungen eine Low-Budget-Ausstattung und Plastikhaptik vermutet liegt erneut falsch – hohe Performance, maximale Ausdauer und edle Verarbeitung kennzeichnen das Huawei Ascend Mate 7.

Lieferumfang

Unboxing & Ersteindruck

Also denn – frisch ans Werk! Schon bei der Verpackung macht Huawei klar, dass es sich beim Mate 7 keineswegs um einen Billigheimer handelt. Wer schonmal ein MacBook ausgepackt hat, fühlt sich sofort zuhause. Die gut sortierte schwarze Kartonage besteht aus mehreren kleinen Paketen, die mit kleinen Symbolen verraten, welches Zubehör sich darin verbirgt. Insgesamt fällt der Lieferumfang mit Netzteil, Ladekabel, Kopfhörer und ein paar Anleitungs-Heftchen gewohnt spartanisch aus.

Ersteindruck: Hochwertig!

Das Ascend Mate 7 vermittelt direkt beim ersten Kontakt einen sehr hochwertigen Eindruck. Lediglich am oberen und unteren Ende des Phablets befinden sich zwei kleine Plastikstreifen für die Antennen. Der Rest besteht entweder aus Glas oder Aluminium. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem überaus großen 6-Zoll-Display: Damit überragt das Mate sogar Samsungs Note-Reihe und bis auf ganz wenige Ausnahmen auch den kompletten weiteren Smartphone-Markt.

Mit einem Gewicht von 180 Gramm bei Abmaßen von 15,7 cm Länge und 8,1 cm Breite liegt es gut in der Hand und ist nicht zu schwer. Außerdem fällt es mit 8 Millimetern Tiefe und abgerundeten Kanten sehr schlank aus. Spaltmaße oder Unsauberkeiten bei der Verarbeitung sucht man hier vergeblich – da hat Huawei wirklich ganze Arbeit geleistet.

Das Mate kommt im schwarzen Karton daher
Aufgeräumtes Innenleben im Karton
Das Feature-Mitteilungsbedürfnis von Huawei scheint groß...
Das Mate kommt im schwarzen Karton daher
Display

6 Zoll - ist das nicht zu groß für mich?

Da der geneigte Mate-7-Käufer sich früher oder später mit der obligatorischen Größen-Diskussion auseinander setzen muss, seien hier ein paar Argumente zur Hand gereicht: Auf dem Papier klingen 6 Zoll zunächst wirklich groß. Ausgesprochen gut gelingt Huawei beim Mate 7 jedoch das Bildschirm/Gehäuse-Verhältnis: Fast 80 Prozent der Front werden vom Display eingenommen. Kein anderes Smartphone bietet mehr Display bei gleichen Abmessungen. Deswegen ist das Mate 7 trotz 6-Zoll-Display nur minimal größer als vergleichbare 5,5 oder 5,7-Zoll-Smartphones wie LGs G3 oder Samsungs Note 4. Es ist wohlgemerkt sogar kleiner als das iPhone 6 Plus – und das bringt es nur auf 5,5 Zoll.

Klar, Ein-Hand-Bedienung verkommt auch beim Mate 7 manchmal zur Fingerakrobatik, aber die Software unterstützt den Nutzer dann mit einem speziellen Ein-Hand-Modus. Größen-Skeptikern sei gesagt: Das Mate 7 ist groß, ja – aber längst nicht zu groß! Spätestens beim Surfen auf der Couch profitiert der Nutzer vom großen Screen. Eventuell vorhandene Tablets
könnten mit Anschaffung des Mate 7 unter zunehmender Vereinsamung leiden, denn selbst ausgiebiges Browsen mutet auf 6 Zoll sehr komfortabel an. Insbesondere den Herren unter den Lesern kann ich darüber hinaus die Kompatibilität mit fast allen Hosentaschen bestätigen.

Hardware

CPU-Doppel-Quartett mit Vollausstattung

Huawei stattet das Mate 7 mit einem Octa-Core-Prozessor aus eigenem Hause aus: einem HiSilicon Kirin 925. Dieser basiert auf einem LITTLE.big-Gespann mit vier starken und vier etwas schwächer taktenden CPU-Kernen – mit genauer gesagt vier Kernen mit 1,8 GHz und weiteren vier Kernen mit 1,3 GHz. Hierbei sind die stärkeren Kerne auch etwas stromhungriger und das schwächere CPU-Quartett eher stromsparend. So steht für jede Aufgabe, ganz gleich ob anspruchsvolles 3D-Spiel oder simpler Podcast-Player, immer der richtige Rechenkern zur Verfügung. Der Achtkerner greift dabei auf 2 GB Arbeitsspeicher zurück. Dazu kommen 16 Gigabyte interner Speicher – zugegebenermaßen nicht viel, doch sind diese per SD-Karte leicht um bis zu 64 Gigabyte erweitert.

Grafik, Screen & Konnektivität

Die Grafikarbeiten übernimmt ein Mali T628 mit 6 Clustern, der leistungsmäßig ungefähr dem Adreno 330 gleicht. Leider ist der Grafik-Chipsatz nicht mehr ganz taufrisch und bietet daher für aktuelle Spiele zwar noch ausreichend Leistung, könnte sich künftig jedoch zum Flaschenhals für Vielspieler entwickeln. Der große 6-Zoll-Screen bildet Full HD bzw. 1.920×1.080 Pixel ab und erreicht so sehr scharfe 367 Pixel pro Zoll. Bei der Blickwinkel-Stabilität kommt dem LCD-Screen die IPS-Technologie zu gute: In puncto Helligkeit kommt das Display auf knapp 470 cd/m2 und ist damit auch im Sonnenlicht gut ablesbar.

Kontakt mit dem Telefonnetz stellt das Mate 7 per LTE her und liefert dort – richtige SIM-Karte vorausgesetzt – bis 300 Mbit/s Transferleistung. Die Kamera des Mate 7 löst mit vergleichsweise mauen 13 Megapixel auf und enttäuscht auch etwas bei der Bildqualität. Bei genügend Licht sind die Ergebnisse gut, bei wenig Licht baut die Qualität jedoch schnell ab. Für Smartphone-Fotografen ist das Mate 7 daher nicht die erste Wahl.

Vorderseite mit 6-Zoll-Display
Rückseite mit Kamera und Fingerabdrucksensor
Der USB-Anschluss befindet sich gewohnt unten
An der rechten Seite finden sich Ein/Aus-Ausschalter und Lautstärkewippe
Oberseite mit Kopfhöreranschluss
Linke Seite mit SIM- und SD-Karten-Slot
Vorderseite mit 6-Zoll-Display
Hardware

Akku & Fingerabdruckscanner

Das Mate 7 bietet mit einer Kapazität von 4.100 mAh einen Akku mit außergewöhnlicher Ausdauer. Zwei Tage sind auch bei regelmäßiger Nutzung und viel Bildschirmzeit kein Problem. Der vorinstallierte Telefonmanager meldet darüber hinaus regelmäßig im Hintergrund laufende Stromfresser und beendet diese auf Wunsch. Die Gewissheit, nicht jeden Abend an einer Steckdose verbringen zu müssen ist sehr beruhigend und macht Akku-Packs oder andere Laufzeit-Booster überflüssig. Lediglich die mit dem großen Akku einhergehende Ladezeit von über drei Stunden muss man in Kauf nehmen.

Ebenfalls herausragend gelungen ist der Fingerabdruck-Scanner auf der Rückseite: Mit bis zu fünf registrierten Fingern ist das Phablet schnell und sicher entsperrt. Der Sensor funktioniert nach meinem persönlichen Dafürhalten mindestens genauso gut wie jener im iPhone 6 – wenn nicht sogar besser.

Detailaufnahme mit Fingerabdrucksensor und Kamera
Der Lautsprecher befindet sich auf der Rückseite
Detailaufnahme mit Fingerabdrucksensor und Kamera
Software

Wenn Apple Android designt hätte…

Huaweis Android-Interpretation hört auf den Namen [Emotion UI] (EMUI) und liegt beim Mate 7 in Version 3.0 vor. Im Design hat es starke Anleihen an Apples iOS, bestreitet gleichzeitig jedoch nicht seine androide Herkunft. So gibt es kein zentrales App-Verzeichnis mehr, sondern jede App liegt auf einem der vielen Homescreens – ganz wie bei iOS.

Für Benachrichtigungen implementiert Huawei ein Timeline-System: Eintreffende Benachrichtigungen ordnen sich entlang eines Zeitstrahls geordnet an. So behält man gut den Überblick. Diese Design-Linie zieht sich durch das gesamte Betriebssystem: Jedes Menü, jede vorinstallierte App hat Huawei komplett abgeändert und aufgeräumt. Außerdem lässt sich die Oberfläche je nach gusto personalisieren und einstellen. Android-Bedienleiste verstecken oder Vollbild im Browser? Kein Problem! Das alles basiert auf Android 4.4.2 – ein Update auf Android 5 steht bis dato nicht bereit – ob es noch erscheint ist derzeit leider ungewiss.

Lockscreen, Homescreen und App-Suche
Ein Blick in vorinstallierte Apps
Das Ascend Mate 7 bringt im AnTuTu-Benchmark 44.118 Punkte
Stromverbrauchsmessung und Timeline-Konzept für Benachrichtigungen
Ein Blick ins zentrale Einstellungsmenü
Lockscreen, Homescreen und App-Suche
Fazit

Überzeugender Dauerlauf-Riese

Großes Display, viel Ausdauer und eine schnelle CPU sind das, was Vielsurfer und -spieler wollen. Die Kombination aus hochwertiger Verarbeitung und schlankem Gehäuse machen das Mate 7 zum Pracht-Phablet. Wer Abstriche bei der Kamera machen kann und sich mit Huwaeis Android-Interpretation anfreundet, erhält mit dem Mate 7 seinen idealen Partner für den Smartphone-Alltag zum absoluten Vorteilspreis. Das Mate 7 ist aktuell bei Cyberport für 379,00 € zu bekommen.

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1 Kommentar

  1. avatar
    Taifu schrieb am
    Bewertung:

    Gut geschrieben schlecht recherchiert. Das Update auf Android 5.1.1. wurde bereits am 30.9.2015 veröffentlicht.
    http://consumer.huawei.com/my/support/downloads/detail/index.htm?id=53957

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