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Produkttest: Asus Eee PC T101MT – Teil 1



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Netvertible im reinen Netbook-Test
Prinzipiell schlummern im Asus Eee PC T101MT zwei Geräte: Zum einen ein Netbook auf Intel-Atom-Basis, zum anderen ein Tablet-Gerät. Doch ist eine solche Kombination mehr eine „Eierlegende Wollmilchsau“ oder eher nichts halbes und nichts Ganzes? Zuerst muss sich der kleine, weiße Eee PC dem Netbook-Praxistest unterziehen. Wie schlägt sich das Gerät als Mini-Laptop? Kurz – Die Hardware: Eine ausführliche Beschreibung der Eckdaten habe ich schon in mein kleines Unboxing eingebaut, was die grundsätzlichen Fragen nach der Leistungsfähigkeit beantworten dürfte. Es handelt sich zwar um den neuen Intel Atom N450 „Pinetrail“, doch auch dieser zieht den sprichwörtlichen Hering nicht vom Teller und hält beim ernsthaften Arbeiten mit dem Netbook eher auf, als dass er Freude macht.
Doch einen richtigen Rechner oder das große Notebook ersetzt das Netbook auf Intel-Atom-Basis wahrscheinlich nur in den seltensten Fällen. Haupteinsatzzwecke des Netbooks sind wahrscheinlich nach wie vor – wie es der Name schon sagt – das Surfen im Web, das durchklicken von PDF-Dateien oder das Tippen von Texten auf Achse. Apropos unterwegs: Auf die Küchenwaage drückt der Asus Eee PC T101MT 1.418 Gramm. Zum Vergleich: Mein Lenovo IdeaPad S10-2, ein Netbook der letzten Generation, wiegt ziemlich genau 200 Gramm weniger. Und das mit einem abstehenden Sechs-Zellen-Akku. Möglicher Erklärungsansatz: Die Touch-Screen-Technik samt Scharnier wiegt einfach ein paar Gramm mehr, die das ohnehin recht klobige Gehäuse noch schwerer machen.

Asus Eee PC T101MT”

Das Display
Mit 1.024 x 600 Pixel ist die Auflösung des Touch-Eee für ein Netbook nichts besonderes. Die Breite passt für die meisten Anwendungen und Websites, die geringe Höhe schränkt aber nach wie vor ein: Auf viel scrollen und darauf, dass manche Anwendungen gar nicht erst starten, sollte man sich auch mit dem T101MT einstellen. Farbdarstellung, Kontrast und Helligkeit des Displays gehen für ein mattes Display in Ordnung. Leider scheint die Touch-Screen-Technik das Display etwas zu beeinflussen: Die Oberfläche des Touch-Screens wirkt wie ein Film, der das Bild ein wenig matschig macht. Außerdem ist die gerade für ein Touch-Screen-Display so wichtige Blickwinkelabhängigkeit sehr störend. Gerade in der vertikalen Ebene hat man schnell Farbabweichungen.

Die Laufzeit
Eine wichtige Größe für ein Netbook ist insbesondere die Akkulaufzeit: Der Eee PC T101MT schlägt sich hier nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Der schön im Gehäuse verbaute Vier-Zellen-Akku legt 35 Wattstunden in die Waagschale, der Sechszeller meines IdeaPad S10-2 kommt mit einer Energie von 47 Wattstunden daher. Im „Classic Mode“ des BatteryEaters, hellster Displaystufe, verbundenem Wireless LAN und den Energiespareinstellungen von Asus auf „Auto“ gestellt, waren drei Stunden und 40 Minuten möglich, wenn man das Display ein wenig dimmt, sollten also vier Stunden locker drin sein. Keine überragende Laufzeit, für die Bahnfahrt von Essen zum Cyberport-Hauptquartier müsste ich folglich entweder einen Ersatzakku einpacken oder mir im Zug eine Steckdose suchen.

Das Displayscharnier
Für ein Netvertible ist das Displayscharnier ein wortwörtlich sehr zentrales Feature. Es lässt sich in eine Richtung um 180 Grad drehen, so dass man den Computer sowohl mit nach oben als auch nach unten gerichtetem Display zuklappen kann. Aus der Sicht eines Computer-Konstrukteurs scheint dies kein unlösbares Problem zu sein, doch Asus belehrt uns hier eines Besseren: Das Display sitzt im Netbook-Betrieb viel zu locker. Hat es einen Winkel von 95 Grad zur Tastatur überschritten, wenn man das Netbook beispielsweise vom Tisch anheben möchte, läuft man immer Gefahr, dass einem das Display auf 180 Grad nach unten wegklappt. Das macht das Ganze insbesondere zur wackeligen Angelegenheit, wenn man das Gerät beispielsweise auf dem Schoß hat.

Asus Eee PC T101MT”

Die Eingabegeräte
Auch wenn ich bereits beim Unboxing auf Touchpad und Tastatur eingegangen bin, noch ein paar kurze Worte zum Hand anlegen beim Eee PC T101MT: Auf den ersten Blick machen sowohl das Multitouchpad als auch die Chiclet-Tastatur einen hervorragenden Eindruck, auf den zweiten enttäuscht zumindest die Tastatur ein wenig: So haben die Tasten auf der linken Seite einen abweichenden Druckpunkt zu jenen auf der rechten. Insbesondere auf der oberen linken Seite kommt ein Klappern hinzu, dass auf mangelnde Befestigung der gesamten Tastatureinlage schließen lässt. Hier lässt sich das gesamte Keyboard regelrecht durchdrücken, was auf Dauer wirklich nervig ist. Wen das nicht stört, kann aber sowohl mit dem Touchpad als auch mit der Tastatur auf Dauer glücklich werden.

Vorläufiges Fazit
Die „Eierlegende Wollmilchsau“ ist der Asus Eee PC T101MT mit Sicherheit nicht, zu schlecht sind die Leistungen als Netbook. Wer also keinen speziellen Anwendungsfall für das Touch-Display hat, sollte den höheren Preis, das etwas matschige Display, das wackelige Displayscharnier, die eher mittelmäßige Akkulaufzeit und die klappernde Tastatur auf der Suche nach einem 10-Zoll-Netbook auf gar keinen Fall in Kauf nehmen. Ob sich das Gerät auf Grund der Funktion als Tablet-Computer lohnt, wird sich im kommenden zweiten Teil meines Tests herausstellen.

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