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Acer Liquid E2 im Test



4
Zugeordnete Tags Acer | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Gut, aber nicht ausgereift
3,5

 Pro

  • Quad-Core-Prozessor
  • Dual-SIM-Steckplatz

 Contra

  • Display-Auflösung (540 x 960 Pixel, 245 ppi)
  • 4 GB interner Speicher

Richtig gelesen: ein Smartphone von Acer. Bislang war mir Acer ein Begriff, wenn es um Notebooks, PCs, Displays und Monitore ging. Auch mein erstes Notebook stammte aus den Hallen des taiwanesischen Herstellers. Im Tablet-Markt konnte Acer bereits erste Ausrufezeichen setzen, nun wagt man sich in die hart umkämpften Gefilde der Smartphones vor.

Eine echte Alternative zu den etablierten und erfolgreichen Modellen von Apple, Samsung, HTC und Nokia oder ein gut gemeinter Versuch, zum Scheitern verurteilt? Der Frage stellt sich das Acer Liquid E2 in meinem Test.

Lieferumfang

Alles dabei, doch schmerzendes Headset

Acer Liquid E2 Produkttest Lieferumfang

Sicher verpackt in seiner Box liegt das Acer Liquid E2 vor mir auf dem Tisch und wartet darauf, ausgepackt zu werden. Während dieser Vorgang bei Apple stets zu einem wahren Regen von Glücksgefühlen wird und die Vorfreude auf das Produkt steigert, spüre ich beim Acer nichts: schlichtes Verpackungsdesign und erste Enttäuschung beim Auspacken.

Dem Liquid E2 liegt mit dem Ladegerät, USB-Kabel, Akku, Handbuch und Headset alles bei, was mein Herz bewegt. Leider ist die Verarbeitung des Headsets jedoch alles andere als gut. Keine hochwertigen Materialien und noch dazu eine Verarbeitung, die meine Ohren schon vor dem Einsatz der Ohrstöpsel schmerzen lässt. Nicht abgerundet, schneiden sie beinahe in die Haut.

Hardware

Multimedia-Alleskönner mit zu wenig Speicherplatz

Schlichte Verpackung
Blick auf die Vorderseite des Acer Liquid E2
Ein schöner Rücken kann auch entzücken
Detailaufnahme der Rückseite
Lautstärkewippe
Micro-USB-Anschluss und Lautsprecher
Größenvergleich mit dem Apple iPhone 4
Nehmen sich nicht viel in der Dicke
Schlichte Verpackung

Mit S-Serie, Liquid E und Liquid Z steigt Acer gleich mit drei verschiedenen Smartphone-Serien in den Markt ein. Zum Testzeitpunkt sind aber lediglich die beiden Liquid-E-Modelle E1 und E2 erhältlich und buhlen um die Gunst der Kunden.

Das Liquid E1 bietet einen schwachbrüstigen 1-GHz-Dual-Core-Prozessor. Dem E2 verpasste Acer einen leistungsstärkeren 1,2 GHz Mediatek MT6589 Cortex-A7 Quad-Core-Prozessor. Ein erstes Indiz, dass Acer nicht das High-End-Smartphone-Segment im Blick hat. Vielmehr spricht der Hersteller mit einem Preis von knapp 250 Euro preisbewusste Käufer an, die nicht nach einem Leistungsmonster gieren.

Das Liquid E2 ist ein mobiler Multimedia-Alleskönner mit großem 4,5-Zoll-Display, 8-MP-Kamera und Android 4.2 Jelly Bean.

Ein Blick ins Datenblatt macht sofort deutlich, dass der Käufer nicht um den Erwerb einer microSD-Speicherkarte herumkommt. Lediglich 4 GB internen Speicher weist das Acer Liquid E2 auf. Das ist sehr wenig Speicherplatz für Videos, Bilder und Musik, zumal das Betriebssystem noch seinen Bedarf anmeldet.

Mit seinen 140 g Gewicht und Abmessungen von 131 x 68 x 9,9 mm unterscheidet es sich von einem Samsung Galaxy S4 vor allem im Gewicht (140 vs. 130 g) und der Dicke (9,9 m vs. 7,9 mm). Höhe und Breite nehmen sich nicht viel, und das, obwohl das S4 ein 5-Zoll-Display besitzt.

Display

Kein HD-Genuss

Das 4,5-Zoll große Display bietet zwar viel Platz. Dass Größe nicht alles ist, zeigt aber der Blick auf die Auflösung: Bei 540 x 960 Pixeln und 245 ppi mag kein versprochener HD-Genuss aufkommen.

Mir selbst ist das Display fast ein wenig zu groß. Das mag daran liegen, dass meine Finger seit Jahren mit dem 3,5-Zoll-Display meines Apple iPhone 4 interagieren. Für zarte Frauenhände ist eine Display-Diagonale von 4,5 Zoll auf jeden Fall zu viel. Eine einhändige Bedienung ist damit nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet.

Kamera

Schnelle Aufnahmen dank Zero Shutter Delay

Die Kamera hat auch schnelle Motive fest im Blick
Vergleich Hauptkamera Liquid E2 vs. iPhone 4 (unbearbeitet)
Vergleich Hauptkamera Liquid E2 vs. iPhone 4 (auto. Bearbeitung Photoshop)
Vergleich Frontkamera Liquid E2 vs. iPhone 4 (unbearbeitet)
Vergleich Frontkamera Liquid E2 vs. iPhone 4 (auto. Bearbeitung Photoshop)
Vergleich Hauptkamera Liquid E2 vs. iPhone 4 (unbearbeitet)
Vergleich Hauptkamera Liquid E2 vs. iPhone 4 (auto. Bearbeitung Photoshop)
Die Kamera hat auch schnelle Motive fest im Blick

Im Gegensatz zur 5-MP-Kamera des kleinen Bruders bietet das Acer Liquid E2 eine gute Auflösung von 8 MP. Ein integrierter LED-Blitz ist ebenso an Bord wie eine 2-MP-Frontkamera (E1: 0,3 MP).

Die Bildqualität wusste im Test zu überzeugen, auch bei schlechteren Lichtverhältnissen. Leider waren die Farben oft blasser als bei den iPhone-Aufnahmen, was allerdings nach automatischer Bildbearbeitung in Photoshop kaum noch sichtbar war. Für den Vergleich hielt die Kamera meines Apple iPhone 4 her.

Dank „Zero Shutter Delay“ sind Aufnahmen mit dem Acer schnell im Kasten – perfekt gerüstet, wenn es auf jede Millisekunde ankommt. Die von Acer verbaute Hauptkamera nimmt Videos in Full-HD auf, sodass ich wenigstens am heimischen TV von HD-Genuss beim Betrachten der Aufnahmen sprechen kann. In Sachen Kamera hat der taiwanesische Hersteller seine Hausaufgaben erledigt.

Akku und Dual-SIM

Ausdauer & die Kraft der zwei SIM-Herzen

Blick auf Akku sowie Dual-SIM- und microSD-Steckplätze
Blick auf Akku sowie Dual-SIM- und microSD-Steckplätze

Auch beim Akku bietet das Liquid E2 mehr Power als das Liquid E1. Statt der 1.760 mAh des E1 verfügt der Lithium-Ionen-Akku des E2 über eine Leistung von 2.000 mAh. Das reicht laut Datenblatt für eine maximale Gesprächszeit von acht Stunden unter 3G sowie maximal 400 Stunden im Stand-by.

Diese Werte erwiesen sich im Test als realistisch. Das Acer konnte mit meinem iPhone 4 standhalten und hielt sogar länger durch. Natürlich ist mein iPhone-Akku nicht mehr der neueste, auch waren die Testbedingungen nicht hundertprozentig identisch. Unterm Strich gibt es jedenfalls ausreichend Leistung, ohne das Acer Liquid E2 jede Nacht ans Ladegerät hängen zu müssen.

Eine Besonderheit bietet das Acer Liquid E2 noch: Ausgestattet mit zwei SIM-Karten-Steckplätzen, ist es ideal für alle Kunden, die Arbeits- und Privat-Handy in einem Gerät vereinen wollen.

Fazit

Solides, durchschnittliches Smartphone

An und für sich ist das Acer Liquid E2 ein ordentliches Smartphone. Die optische Form sowie die verwendeten Materialien erinnern an die Galaxy-Modelle von Samsung. Beides okay, aber von der Haptik her keine Anmutung für meine Hände.

Ausgestattet mit einem Quad-Core-Prozessor, trübt das mäßige Display mit einer Auflösung von lediglich 540 x 960 Pixeln und 245 ppi den Gesamteindruck. Fraglich, warum Acer auf seiner eigenen Seite schreibt: „Mit dem Smartphone der Liquid E Series können Sie mobile Multimedia-Erlebnisse kristallklar sichtbar machen.“ Was nützt es mir, wenn ich HD-Videos zwar aufnehmen, sie aber nicht kristallklar und gestochen scharf wiedergeben kann?

Am Kauf einer zusätzlichen Speicherkarte kommt der Käufer aufgrund des internen Speichers von 4 GB nicht vorbei. Dafür kann er dank Dual-SIM ab sofort zwei Smartphones in einem vereinen. Für mich selbst ist das nicht relevant. Für aktuell 10 Euro mehr bekomme ich mit dem Huawei G615 ebenfalls Quad-Core-Power, mit 8 GB einen größeren Speicher und zudem ein besseres Display (IPS, 720 x 1.280 px).

Acer muss mehr zeigen, um für Furore zu sorgen. Die beiden Liquid-E-Modelle reichen nicht aus. Mit Spannung sehe ich deshalb dem Marktstart der S-Serie und den Liquid-Z-Modellen entgegen. Vielleicht gelingt es Acer, mit diesen Modellen einen Fuß in die Tür der etablierten Smartphone-Welt zu bekommen. 3,5 Sterne mögen etwas zu wenig sein, aber angesichts meiner Kritikpunkte kann ich hier keine vier Sterne geben.

Acer Liquid E2 Produkttest

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4 Kommentare

  1. avatar
    Peter schrieb am
    Bewertung:

    Klar. In jedem Satz mit dem iphone vergleichen… Komisch ist das das Acer nur 250 EUR kostet, sprich demnächst 199 EUR. Wieviel kostet nochmal ein iphone 4? Und wieviele Speicherkarten Spots hat es? Wieviele SIM Einschübe?
    Ich bitte sie, niemand wird je von einem iphone 4 oder 5 auf ein solches Gerät umsteigen, es sei denn er braucht 2 SIMS!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Nix für ungut, aber das Gerät ist trotz mangelnder Auflösung gut gelungen.

    • avatar
      Ben Walther schrieb am
      Bewertung:

      Ich habe nicht gesagt, dass es schlecht ist und auch nicht behauptet, dass jemand von einem iPhone auf das Acer wechseln wird. Wie testest du ein Gerät und schätzt es ein? Irgendeine Referenz muss man schon haben, oder?

      Klar kostet das Acer nur einen Bruchteil vom iPhone und ja, es bietet Dual-SIM (was für mich weniger von Interesse ist) und microSD-Steckplatz. Aber brauche ich diesen beim iPhone mit 16 GB? NEIN!

  2. avatar
    Thorsten schrieb am
    Bewertung:

    ÄH das Huawei G615 hat doch gar keine Dual-Sim Funktion.
    Also sollte man es auch nicht damit vergleichen….

    • avatar
      Ben Walther schrieb am
      Bewertung:

      Ich habe es als Alternative herangezogen, da Dual-SIM kein ausschlaggebendes Kriterium im Test war. Deshalb auch der vorangestellte Satz: "Für mich selbst ist das nicht relevant.".

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