Während ich sehnsüchtig auf mein neues Multitouch-Gerät warte, habe ich mir die Wartezeit mit einem Nokia N810 vertrieben. Die technischen Daten lesen sich bei weitem nicht schlecht: Bluetooth, WLAN, GPS, microUSB, miniSD und Linux. Der Handy-Marktführer hat das laut eigener Aussage „Jederzeit online – Device“ vor ungefähr 12 Monaten der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Es ist bereits die dritte Auflage von Nokias Web/Surftablett, diesmal mit einer aufschiebbaren Hardware-Tastatur.
Auch sonst kann das Nokia mit einem 4 Zoll Display und einer Auflösung von 800 x 480 Pixel, eingebauter Webcam und GPS begeistern. Der interne Speicher von 2 GB ist über Mini-SD- und Micro-SD-Karten auf insgesamt 12 GB erweiterbar. Das hört sich nicht unbedingt viel an, ist aber nach dem Stand vor einem Jahr schon etwas „Besseres“ gewesen. Nachteilig bei Nokias „Jederzeit online – Device“ ist das Fehlen von Mobilfunkanbindung, lediglich WLAN und Bluetooth wird angeboten. Somit ist es nicht wirklich jederzeit überall online zu nutzen, aber auch hier hat Nokia schon Abhilfe angekündigt, das Nokia N810 soll mit UMTS Anbindung bald angeboten werden. Aktuell nutze ich das Nokia über mein Nokia E51 mit HSDPA.
Das Interessante am Nokia N810 ist die Linux-Software. Das auf der maemo-Platform basierende OS2008 erlaubt vielfältige Möglichkeiten der Anpassung, dank dem Pinguin nahezu unbegrenzt. Surfen ist mit dem Firefox-Browser kein Problem, Voip wird über Skype oder SIP abgewickelt und RSS-Feeds können auch empfangen werden. Emails können natürlich auch abgefragt werden. Praktisch ist, dass man hierbei mehrere E-Mail-Konten abfragen darf. Mit einem Produktkatalog aka unzensierter Appstore gibt es auch immer genügend Alternativen.
Bilderstrecke: Nokia N810
Das Design mitsamt Edelstahl-Oberfläche ist sicherlich nicht mehr der Trend im Jahre 2008, es wirkt inzwischen schon etwas rückständig in den Zeit von iPhone und Co. Allerdings ist es wesentlich unempfindlicher für Fingerabdrücke und weniger anfällig gegen Kratzer als Plastikoberflächen, die schon unter dem täglichen Gebrauch leiden.
Das Nokia ist überraschend klein und kompakt, gefühlt die Größe einer Zigarettenschachtel plus einige Zentimeter. Die Benutzerfreundlichkeit ist zusammen mit dem Touchscreen und dem inzwischen altmodischen Stift nicht mehr das „gelbe vom Ei“, aber nach einiger Eingewöhnungszeit ist es durchaus ertragbar.
Das surfen ist auch kein Problem, nur bei einer horizontalen Auflösung von 800 Pixel ist scrollen angesagt. Businessapplikationen „out of the box“ sind keine vorhanden, eine Möglichkeit meine Kontaktdaten via Outlook oder SyncML oder mit Gmail-Contacts zu synchronisieren fehlt komplett, ebenso kann ich momentan nur meinen Kalender online abfragen. Als Mediaplayer ist das Nokia auch nicht optimal, MP3s von den Speicherkarten und von Netzwerkfestplatten sind kein Problem, bei Videostreams hakelt es schon häufiger. Eine Enttäuschung ist die Navigationslösung von Nokia. Es gibt kostenloses Kartenmaterial, aber für eine richtige Navigation muss ich noch mal mit 100 Euro tief in die Tasche greifen.
Zusammenfassend ist es – wenn ich mal den nicht lieferbaren iPod Touch 2G außen vorlasse - ein nettes Gerät welches auf Grund von Linux und den unbegrenzten Erweiterungen wesentlich mehr bietet als ein Apple, im Detail hakelt es aber an noch zu vielen Stellen. Hier vertraue ich aber auf Nokia und die Linux-Community, dass diese dem Nokia noch auf die Sprünge helfen. Zu begrüßen ist jedenfalls, dass im Nachfolger vom Nokia N810, UMTS mit eingebaut ist. Vielleicht kommt alles aber auch ganz anders und Nokia wird zusammen mit Google Android in einem Internet Tablet anbieten. Auf dem aktuellen Nokia N810 läuft Android auf jeden Fall schon ganz gut.
die Laufzeit kann unter einem Tag sein und auch mehrere Tage sein, je nachdem wieviel du machst. Ich habe es mir einfach angewoehnt das Ding ab und an an die Steckdose zu haengen, damit ich nie das Problem habe, dass es leer ist. Allerdings nutze ich viel WLAN und Bluetooth.
Und ein Smartphone ist es nicht, da ist kein Phone drin. ;-)
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