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Produktttest: Schutzhüllen für das Apple iPad (Teil 1: Belkin Grip Vue Case und SwitchEasy NUDE)

„Wohl behütet?“ – Eine Enthüllungsstory

 
24.06.2010, 15:51
Hans-Peter Pfeil
Gastautor
 
Themen: Produkttest | 0 Kommentare
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Wer sich am ersten Verkaufswochenende zu den glücklichen Besitzern eines iPad zählen konnte, hatte spätestens in der drauffolgenden Woche ein Problem, wenn auch nur ein Marginales. Binnen kürzester Zeit stellte sich dem Tablet-Bediener die Frage, wie schütze ich „das gute Ding“ vor unweigerlichen Umwelteinflüssen, wie schmierigen Fingerabdrücken, Kratzern, Stößen und ähnlichem. Wie transportiere ich das kleine magische Wundertablett von A nach B, ohne dass es eventuell Schaden nimmt oder abhanden kommt. Apple hatte an diese Frage sogleich gedacht und zur iPad-Präsentation Ende Januar das passende Zubehör vorgestellt. Wie jedoch zu erwarten war und sich letztendlich herausstellte, war das Original Apple iPad-Case aber genauso schwer zu bekommen, wie das eigentliche Objekt der Begierde selbst.

Lange Lieferzeiten waren zunächst an der Tagesordnung. Der freie Zubehörmarkt reagierte zur Veröffentlichung von Apples neuer „Computer-Offenbarung“ dagegen recht zügig und schien auf den Verkaufsstart besser vorbereitet zu sein. Verschiedene Hersteller veröffentlichten recht bald wohl bedachte Lösungen, um Apples revolutionärem Device ein langes, zumindest von außen wohl behütetes Leben zu gewähren. Vier Hüllen möchte ich hier vorstellen. Doch bevor ich beginne, eine Bemerkung vorweg: der Sinn oder Unsinn einer iPad-Schutzhülle entspringt einem individuellen Schutzbedürfnis und Geschmacksempfinden des jeweiligen Benutzers. Jeder findet (hoffentlich) die Seine*. (*=Schutzhülle, Tasche etc.)

„Baby, cover me“
Die Diskussion um Schutzhüllen ist wohl mindestens genauso alt wie die Erfindung von portablen Geräten. Der Zubehörmarkt im Handy- und MP3-Player-Bereich boomt und hat in den letzten Jahren unzählige Produkte, aber auch Stilblüten hervorgebracht. Silikon, Polycarbonat, Neopren, Leder und ein Mix aus diversen Textilien haben sich als die wichtigsten Materialen etabliert.

Ich möchte zum iPad-Start auf folgende Produkte einen genauen Blick geworfen:

  • Belkin Grip Vue Case aus Polyurethan.
  • Belkin Leather Sleeve.
  • Dicota Pad Cover, ein Wolle-Acryl-Mix mit Leder-Applikationen.
  • SwitchEasy NUDE ultraclear aus Polycarbonat.

    „Plaste und Elaste“
    Sowohl das Belkin Grip Vue Case, als auch SwitchEasy NUDE ultraclear sind zwei Klarsichthüllen, die vorwiegend einen Kratz- und Schmierschutz der iPad-Rückseite aus gebürstetem Aluminium garantieren sollen. Es gibt sie auch in verschiedenen Farben. Für unseren Anwendertest habe ich mich jeweils für die durchsichtige Variante entschieden. Denn darin kommt das Design des iPads trotz schützender Ummantelung sehr gut zur Geltung.


    Bilderstrecke: Belkin Grip Vue


    Das Belkin Grip Vue Case ist aus einem durchscheinenden, festen, thermoplastischen Polyurethan (TPU) hergestellt, das den sicheren Schutz eines Acryl-Etuis bietet und so biegsam und griffig ist wie ein vergleichbares Silikon-Sleeve. Es umschmiegt angenehm die Rückseite, die Seiten und die umlaufende Oberkante des iPads und schützt zuverlässig gegen Stöße und Kratzer. Auch dann, wenn man im Eifer des Gefechts das iPad auf der Vorderseite ablegt. Selbst dann schützt der leicht erhöhte Rand die Glasfläche des Diplays vor unliebsamer Verschmutzung. Allerdings kann sich unter dem Rand der Schutzhülle Staub oder Schmutz ansammeln und am Aluminiumgehäuse des iPads scheuern. Dieser Umstand lässt sich mit ein wenig Achtsamkeit und regelmäßiger Reinigungspflege verhindern. Eine zusätzliche Displayschutzfolie liegt der Verpackung leider nicht bei.

    Die milchig trübe Erscheinung des Belkin Grip Vue Case schmälert die ursprüngliche Anmut des Gerätes nur gering. Erinnert mit der Umrandung sogar an das Apple Design der früheren Cinema Displays aus transparentem Polycarbonat. Das stoßfeste Case liegt angenehm sicher und rutschfest in der Hand und umgibt das iPad passgenau. Es verrutscht nicht in der Hülle, somit ist auch kein störendes Quietschen der Materialien zu vernehmen. Alle Bedienelemente und Anschlüsse sind gut zu erreichen. Der Sleep-/Wake-Button, als auch der Lautstärkeregler sind sauber umschlossen und vollständig bedienfähig. Ein durchdachtes Detail, wie ich finde, da mit Verschmutzungen gerade in diesem berühungssensitiven Bereich zu rechnen ist.

    Freiliegend sind der Kopfhöreranschluss und das Micro an der Geräteoberseite, außerdem der Schalter rechts oben am iPad zum Arretieren des Display-Switch sowie der Lautsprecher an der Unterseite. Ebenfalls frei zugänglich ist der Dock-Connector-Anschluss, über den das iPad aufgeladen bzw. mit dem Heim-PC synchronisiert werden kann. Allerdings passt das iPad im Case nicht in das Apple iPad-Dock, habe ich mir sagen lassen. Diesen Schwachpunkt teilt das Produkt von Belkin mit dem Case von SwitchEasy, das weiter unten noch zum Vergleich steht.

    Auf Anhieb vermittelt das Belkin Grip Vue ein Gefühl der Sicherheit im Umgang mit dem iPad und bietet hervorragenden Schutz im Umfeld zuhause zwischen Wohnzimmer, Küche, Terrasse oder Garten. Das Case trägt zudem nicht dick auf. Das iPad liegt schlank in der Hand. Das Gesamtgewicht des iPad und Case beläuft sich geschätzt auf ein knappes Dreiviertelpfund. Gerade jetzt in der Sommerzeit, in der schwitzige Finger und feuchte Handflächen an der Tagesordnung sind, neigt das nackte iPad schon einmal aus der Hand zu glitschen. Die Oberflächenstruktur des Belkin Grip Vue Case weiß dies durch seine optimale Griffigkeit zu verhindern. Das Case wirkt strapazierfähig und kratzfest im Hausgebrauch. Allerdings hinterlässt der nach mehrtägiger Nutzung angetrocknete Schmutzfilm aus Schweiß und Staub ein mit der Zeit leicht unangenehmes Gefühl. Abhilfe schafft schnell die Reinigung der nackten Hülle mit einem feuchten Tuch oder unterm Wasserhahn. Ein Nachwischen mit einem sauberen und trockenen Microfasertuch, das mittlerweile zur Grundausstattung eines jeden iPhone bzw. iPad-Nutzers gehören sollte, lässt das Grip Vue Case wieder wie neu erscheinen. Das Belkin Grip Vue Case ist im Cyberport-Shop für 22,90 Euro erhältlich.


    Feine Materialunterschiede
    Mit ähnlichen Eigenschaften wie das Case von Belkin wirbt SwitchEasy für seine ultraklare Schutzhülle NUDE, die aus Polycarbonat gefertigt ist. Sie ist sozusagen ein Clip-on, in die das iPad geklickt wird. Anders als beim Case von Belkin umschließt diese Variante die Vorderkante des iPads nicht. Mit einem Hauch von nur 0,8 Millimeter Materialstärke trägt auch diese Hülle nur geringfügig auf. Ähnlich wie das Grip Vue liegt das NUDE griffig in der Hand. Alle Anschlüsse liegen frei. Wie beim Grip Vue eignet sich das SwitchEasy Case nicht zum Anschluss im iPad-Dock von Apple. Die Aussparung lässt nur Platz für den Stecker des Dock Connector Kabels von Apple.


    Bilderstrecke: SwitchEasy NUDE


    Wie der Name des Herstellers schon sagt, das Case ist im Handumdrehen an das iPad anzubringen und wirkt durch sein ultraklares, glänzendes Material sehr zeitgemäß und frisch. Allerdings ist auch das NUDE recht schmutzempfindlich und muss nach kurzer Zeit gesäubert werden. Im Gegensatz zum Polyurethan des Belkin Grip Vue wirkt das Polycarbonat des SwitchEasy NUDE zwar etwas rigider, dafür aber weniger biegsam. Und es erscheint weniger kratzfest. Nach vierzehntägigem Gebrauch waren auf der äußeren Rückseite bereits erste Kratzer zu sehen. Im Gebrauch knarzt das NUDE manchmal. Bei genauem Hinschauen kann das Case an den Innenkanten scheuern. Eine wenig erfreuliche Begleiterscheinung, über die sich der Nutzer nur durch das umfangreiche Zubehör ein wenig hinwegtrösten kann. Im Gegensatz zu Belkin legt SwitchEasy seinem iPad-Case ein Displayschutzfolie, ein Microfasertuch sowie zur Auswahl zwei klappbare iPad-Stützen bei (jeweils aus Kunststoff in Weiß und Schwarz). Die scheckkarten-großen Stütze kann der Anwender zusammengeklappt praktisch in die Hosentasche stecken und überallhin mitnehmen. Allerdings sollte man diese wacklige Camping-Stütze nur mit Bedacht verwenden. Die Unterseite ist nicht rutschfest, daher muss das iPad bei der Bedienung mit einer Hand festgehalten werden. Sonst kann es passieren, dass man beim Seitenwechsel während man liest, das iPad samt der Halterung mit einem Wisch vom Tisch fegt. Zur Vorbeugung kann man sich hauchdünne Filz-Stopper an die Unterseite der Halterung kleben. Das SwitchEasy NUDE iPad Kit schlägt mit umgerechnet 29,90 Euro zu Buche.

    Im kommenden zweiten Teil dieses Testberichtes, lassen wir die erwähnten Plaste-Lösungen zurück und widmen uns stattdessen Schutzhüllen aus Leder und Textil.


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