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Produkttest: Flip UltraHD und MinoHD HDV-Camcorder

Ab jetzt wird auch in Deutschland „geflipt“…

 
11.11.2009, 16:09
Sven Kaulfuß
Redaktion
 
Themen: Produkttest | 0 Kommentare
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Kleine und kompakte Pocket-Camcorder erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit, mehrmals berichteten wir davon auch schon im CyberBloc. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Anbietern die entsprechende Modelle in ihrem Portfolio halten, allerdings das Original vermisste man bisher in Deutschland. Dies änderte sich nun in diesem November, auch Cyberport gehört zu den wenigen Händlern die die originalen Flip-Camcorder aus den USA verkaufen dürfen – natürlich sind diese auch lokalisiert. Doch halten die Videokameras was sie versprechen? Im folgenden Test schaute ich mir die zwei HD-Modelle (Flip UltraHD und MinoHD) etwas genauer an.

Neben den zwei genannten Varianten zu Preisen von jeweils 189,90 Euro bzw. 199,90 Euro, existiert noch das Einsteigermodell Flip Ultra, welches zu einem Preis von 149,90 Euro erworben werden kann. Größter Unterschied hier die Auflösung, die HD-Modelle zeichnen mit 1.280 x 720 Pixel auf, das SD-Modell nur mit 640 x 480 Pixel. Allen gemein ist jedoch der grundsätzliche Hardwareaufbau und vor allen die Software „Flipshare“, doch dazu später mehr. Werfen wir zunächst einen Blick auf die reine Hardware.


Bilderstrecke: Flip UltraHD


Die Camcorder – Hardwareaufbau
Wie in dieser Klasse üblich, ähneln die Camcorder mehr einem Mobiltelefon, als einer herkömmlichen Videokamera. Aufgrund der kompakten Ausmaße sollten sie Platz in jeder (Hosen)Tasche finden. Wie schon bei der Kodak Zi6 befindet sich der USB-Anschluss direkt im Gerät, dieser springt nach einem kurzen Knopfdruck auf. Vorteil dieser Konstruktion ist eindeutig, dass der Camcorder direkt an den Rechner angeschlossen werden kann, das lästige suchen des Kabels kann entfallen. Allerdings ist diese Vorgehensweise mehr oder weniger nur für Notebooks geeignet. Bei Desktoprechnern gerät dies mehr zum Nachteil, auch weil eine nützliche USB-Verlängerung sich nicht im Lieferumfang befindet. Beide Modelle beziehen ihren Strom von einem Akku, der praktischerweise über USB aufgeladen wird. Dieser ist beim Modell UltraHD austauschbar, beim kompakteren Mino HD vermisste ich dieses Feature, hier scheint der Akku fest integriert zu sein.


Bilderstrecke: Flip Mino HD


Eine weitere Besonderheit findet man in der Art und Weise des Speichers. Andere Modelle setzen auf einen SD-Card-Steckplatz, nicht so die Flip-Camcorder. Der notwendige Flashspeicher befindet sich direkt im Gerät (8 GB beim Ultra HD und 4 GB beim Mino HD). Man kann also direkt vom Start weg losfilmen, nachteilig ist allerdings der Umstand, dass eine etwaige Erweiterung nicht möglich ist, man muss also erst den vollen Speicher auslesen und kann dann weiterfilmen. Allerdings dürften die ein, zwei Stunden Aufzeichnungszeit für die meisten Anwender ausreichend sein. Spätestens dann müsste der Akku ja so oder so am Rechner wieder aufgeladen werden.

Grundsätzlich sind beide Modelle vergleichbar, der UltraHD ist etwas größer und bringt auch ein ausreichendes 2-Zoll-Display mit. Der MinoHD dagegen versteckt die Technik in einem kleineren Gehäuse – Nachteil hier, der etwas zu klein verbaute 1,5-Zoll-Monitor. Soweit zum grundsätzlichen Hardwareaufbau, doch was bringt der Praxistest?

Filmen in der Praxis
Die Handhabung der Camcorder ist sehr einfach gehalten. Aufzeichnen – bei Wunsch den zweifachen, digitalen Zoom nutzen – und wieder Abspielen bzw. Löschen. Das war es auch schon. Weitere Features existieren nicht. Das Filmen ist so einfach, da dürfte auch jeder Techniklaie ohne Handbuch problemlos damit zurechtkommen. Flip bedeutet halt im wahrsten Sinne des Wortes Reduzierung auf das Wesentliche. Allerdings hätte ich mir im „Playback-Modus“ gerne eine Übersicht gewünscht, so kann man leider nur linear durchzappen. Noch ein wichtiger Hinweis, Makroaufnahmen sind nicht wirklich möglich, jedoch bereits ab ca. 20/30 cm fängt der Fokus an sich scharf zustellen, es bleibt also kein unscharfer Zwischenbereich wie bei der Kodak Zi6 zurück.

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Beispielfilm: Aufgezeichnet mit der Flip UltraHD, 22 MB im MP4-Format (Für Speichern Rechtsklick.).


Aufgezeichnet wird mit 30 Bildern pro Sekunde im MPEG4-Format. Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen, und sollten die meisten Privatanwender zufriedenstellen. Zusammenfassend zur Hardware lässt sich sagen, dass die Flip Camcorder durchaus funktional und vor allem sehr einfach zu bedienen sind. Für Feature-Freaks sind sie indes nichts, doch halt, einen Trumpf haben sie noch im Ärmel.


Bilderstrecke: Flipshare – Teil 1


Flipshare – Verarbeitung am Rechner
Prinzipiell lassen sich die aufgezeichneten Filme auch ohne weitere Software verarbeiten. Die Flip Camcorder sind als Speichermedium am Rechner nutzbar, so lassen sich bspw. die Filme am Mac direkt über iPhoto importieren oder aber auch in iMovie weiterverarbeiten. Zu kompliziert? Hierfür gibt es Abhilfe! Auf den Camcordern direkt befindet sich die Software „Flipshare“. Diese lässt sich leicht installieren und sofort nutzen. Als zentrales „Videoalbum“ werden an dieser Stelle sämtliche Filme verwaltet, verarbeitet und vor allem verteilt. So lassen sich einfache Trimmarbeiten ebenso erledigen wie auch Schnappschüsse aus den vorhanden Videos entnehmen. Man kann Videos einfach per E-Mail verschicken, eine Video-Grußkarte erstellen und die Filme auch direkt auf YouTube, MySpace und anderen Plattformen verteilen.


Bearbeiteter Beispielfilm auf YouTube, das Original in HD (72,5 MB im Mov-Format) ist hier zu finden.


Wer schnell einige Szenen zusammenfügen und mit Titeln und Musik untermalen möchte, wird desgleichen bei Flipshare fündig. Selbst die Vorbereitung für eine brennbare DVD-Version der eigenen Filme ist integriert. Dies alles geschieht sehr einfach, ein Handbuch bemühte ich auch hierfür nicht. Sicherlich, vor allem die „geschnittenen“ Filme sind sehr einfach gehalten, jedoch auch hier wieder ideal für den Techniklaien. Der ambitionierte Filmer greift im nächsten Schritt vielleicht auf iMovie zurück, muss er aber nicht, wenn ihm die gebotene Qualität ausreicht. Ein kleiner Verbesserungsvorschlag fiel mir jedoch noch auf. Trotz Vorlage in HD erscheinen die Filme bei YouTube nur in SD-Auflösung, hier müsste innerhalb der Software nochmals nachgebessert werden, sonst bleibt nur der „manuelle“ Upload des Originals, direkt über YouTube.


Bilderstrecke: Flipshare – Teil 2


Fazit
Ich kann mich nur nochmals wiederholen, die Flip-Camcorder sind sehr einfach zu bedienen, die ebenso einfache Software „Flipshare“ rundet dieses Gesamtbild ab – für Techniklaien sicherlich eine wohltuende Abwechslung zur Featuritis die man sonst so gerne vorfindet. Insofern eine Kaufempfehlung für eben genannte Personengruppe, der „Profi“ greift sicherlich zu anderem Gerät – lassen wir ihm diese Freiheit.


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