Spätestens seit dem
letzten Test einer
Intel X25-M G2 Postville SSD, bin ich ein eiserner Verfechter der Festspeicher-Technologie. Für mich steht seitdem fest, mein nächster Rechner erhält ein Solid State Drive. Doch bevor es soweit ist, überbrachte mir Kollege Thomas W. aus dem Produktmanagement schon den nächsten Kandidaten aus dem ständig wachsenden Markt, besagter SSDs – eine
Corsair der Force Series. Der Einbau und die Datenmigration ging fix von der Hand, nicht unpraktisch dabei, die
von mir getestete Festplatten-Dockingstation
RaidSonic Icy Box IB-112StUS2-W. Doch wie schlägt sich das
neue Modell mit 60 GB, dass dank eines schnellen SandForce-Controllers sich anschickt, sämtliche Geschwindigkeitsrekorde zu übertrumpfen? Der folgende Test mag hierbei Aufklärung verschaffen.
Das Testmuster: Corsair Force Series SSD 60GB
Die
SSDs der Force Series von Corsair verfügen über einen Controller aus dem Hause SandForce, dieser soll im Zusammenspiel mit den MLC-Chips exorbitante Zugriffswerte garantieren. Auf den Papier des Datenblatts erscheinen daher 285 MB/s im Lese- und 275 MB/s im Schreibzugriff. Doch kann die SSD von Corsair tatsächlich diesen Werten gerecht werden? Als Wirtsrechner dient mir erneut ein 13-Zoll-MacBook-Pro, in Kombination mit der schon getesteten Intel X25-M G2 Postville ein wahres Traum-Duo. Die SSD von Corsair präsentiert sich zunächst in einem schicken schwarzen Finish, mit im Paket eine Halteschiene für den Einbau in einen 3,5-Zoll-Schacht. Sehr lobenswert, wenn ich auch trotzdem immer noch den
schon vorgestellten Einbaurahmen von Kingston bevorzugen würde. Mein Testmuster für ca. 190 Euro verfügt über einen Speicher von 60 GB und rangiert damit eher an der unteren Grenze für SSDs. Doch auch größere Kapazitäten bietet die Force Series von Corsair: 120 GB für ca. 330 Euro und 240 GB für ca. 610 Euro. Genug des theoretischen Wortspiels, schwenken wir um und betrachten die eigentlichen Testergebnisse.
Bilderstrecke: Corsair Force Series SSD
Testergebnisse
In der Praxis überzeugt zunächst auch die SSD der Corsair Force Series. Selbstverständlich verrichtet auch dieses Modell seine Arbeit vollkommen geräuschlos und Stromsparend. Subjektiv lässt sich in der täglichen Anwendung dagegen kein wirklicher Unterschied zur Intel X25-M G2 Postville ausmachen. Die Zugriffe erfolgen zügig und der Start des Rechners wird in einem Bruchteil der notwendigen Zeit einer normalen Festplatte vorgenommen. Umso mehr lohnt daher ein direkter Vergleich mit der Stoppuhr in der Hand. Das Testszenario ist identisch
zum vorangegangenen Test der Intel-SSD, d.h. anfangs erfolgt ein Test der Bootgeschwindigkeit (bis zum Login-Screen) und der Zeitspanne des Herunterfahrens (vom Desktop, ohne geöffnete Programme). Die Ergebnisse des Intel-SSD-Tests findet man hierzu in kursiver Schrift. Zur Sicherheit der Resultate wurden sämtliche Testvorgänge dreimal vorgenommen.
Bootzeit Corsair-SSD: 18,27 Sekunden; 18,29 Sekunden; 18,31 Sekunden
Bootzeit Intel-SSD: 18,98 Sekunden; 18,82 Sekunden; 17,13 Sekunden
Bootzeit HDD (Seagate): 1 Minute und 5,28 Sekunden; 1 Minute und 3,83 Sekunden; 1 Minute und 3,08 Sekunden
Herunterfahren Corsair-SSD: 2,03 Sekunden; 1,87 Sekunden; 1,89 Sekunden
Herunterfahren Intel-SSD: 2,42 Sekunden; 2,22 Sekunden; 2,24 Sekunden
Herunterfahren HDD (Seagate): 2,57 Sekunden; 2,71 Sekunden; 2,55 Sekunden
Allein bei der Startzeit kann die Corsair Force Series keinen wirklichen Vorteil gegenüber der SSD von Intel für sich verbuchen, nur das Herunterfahren des Rechners erledigt die SSD mit SandForce-Controller einen Tick schneller. Im nächsten Schritte führe ich einen
Benchmark durch, wie gewohnt mit
Xbench. Wird die Corsair Force Series nun ihr wahres Potential verraten? Werfen wir hierzu einen Blick auf das Ergebnis:
Xbench Corsair-SSD: 224,2 Punkte; 225,87 Punkte; 224,5 Punkte
Xbench Intel-SSD: 188,19 Punkte; 202,51 Punkte; 195,06 Punkte
Xbench HDD (Segate): 49,32 Punkte; 49,16 Punkte; 49,07 Punkte
Wie ersichtlich ist, verbucht die Corsair Force Series durchschnittlich ein Geschwindigkeitsplus von mehr als 10 Prozent gegenüber dem Modell von Intel. Umso erstaunlicher, dass folgende Ergebnis. Ich duplizierte erneut eine mittelgroße Datei (älterer CyberBloc-TV-Film, ca. 250 MB):
Duplikation Corsair-SSD: 5,55 Sekunden; 5,79 Sekunden; 5,45 Sekunden
Duplikation Intel-SSD: 4,5 Sekunden; 4,19 Sekunden; 4,46 Sekunden
Duplikation HDD (Segate): 4,71 Sekunden; 4,51 Sekunden; 4,52 Sekunden
Im Schnitt eine geschlagene Sekunde länger benötigt die SSD der Corsair Force Series hierfür. Verwunderlich, sollte der Festspeicher dank SandForce-Controller doch vor allem im Schreibmodus zulegen. Zumindest in dieser Disziplin vermag das Modell von Corsair nicht überzeugen. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass die SSD aufgrund meines übernommenen Datenbestandes nicht mehr ganz „taufrisch“ ist und auch Mac OS X selbst noch einen gewissen Nachholbedarf bei der Verwaltung von SSD-Speicher besitzt, nichtsdestotrotz bleibt dieses Resultat sonderbar.
Fazit
Die
SSD der Corsair Force Series überzeugt vorab grundlegend in ihrer Funktion als Festspeicher-Lösung. Keine Geräusche, schnelle Zugriffe…all dies Vorteile besagter Technologie. In der Praxis und auch in der Theorie allein, erscheint mir der Abstand zur von mir getesteten Intel X25-M G2 Postville zu gering, als dass ein Wechsel gerechtfertigt wäre. Wer jedoch seine normale Festplatte in den Ruhestand schicken möchte, für den ist auch die Corsair Force Series einen näheren Blick wert, zumal die Hoffnung besteht, dass Apple zukünftig SSD-Speicher innerhalb von Mac OS X besser unterstützt (Stichpunkt: Trim-Unterstützung etc.).
