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Produkttest: Canon EOS 7D im Check

Bewährungsprobe in NYC

 
19.03.2010, 14:27
Ansgar Babucke
Redaktion
 
Themen: Produkttest | 4 Kommentare
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Ich habe eine ernstzunehmende Krankheit: „Featuritis“. Das betrifft weniger meinen Gesundheitszustand, als viel mehr meinen Geldbeutel. Aber egal, es kurbelt ja auch ein wenig die Wirtschaft an. Fast ungerechtfertigte Ausgaben lassen sich immer irgendwie schönreden. Und so musste ich nicht lange grübeln, meine noch gar nicht so alte EOS 50D gegen Canons neues Crop-Flaggschiff, die 7D einzutauschen. Damit wirft Canon nicht nur den bisher ausgereiftesten Video-Modus an digitalen Spiegelreflexkameras in die Waagschale, sondern setzt erstmals bei einer DSLR auf einen 18-Megapixel-APS-C Sensor. Das sind in Pixel ausgedrückt satte 5.184 x 3.456 Bildpunkte.

Das Gerät
Auf ein Unboxing verzichte ich an dieser Stelle mal, da das 7D-Gehäuse im Prinzip neben Software, Akku und Ladegerät kaum Zubehör mit sich bringt. Trotzdem kommt einem die Verpackung recht schwer vor. Das mag zum einen an den vier Handbüchern in allen Sprachen liegen, zum anderen vor allen Dingen daran, dass die 7D Canons bisher größte Kamera mit APS-C-Sensor ist. So ist das gute Stück fast exakt so groß wie eine 5D Mark II und mit 820 Gramm Kampfgewicht schon fast zu schwer fürs Handgepäck.

Doch das Gewicht kommt nicht von Ungefähr: Mit der Magnesiumlegierung und Abdichtungen an allen Ecken und Enden sollte die DSLR auch gröberes Zufassen und Regenschauer ohne Probleme überstehen. Das Gerät fühlt sich noch wertiger an als meine 50D und macht bei genauerer Betrachtung wirklich Freude.


Bilderstrecke: Canon EOS 7D - New York City - Teil 1


Die wichtigen, neuen Features
Auf der Suche nach Gründen für den Kauf der 7D kristallisiert sich schnell heraus, wo die 7D ihre Stärken hat:

  • Hohe Auflösung von 18 Megapixel
  • Serienbildfunktion mit 8 Bildern pro Sekunde
  • Autofokussensor mit 19 Kreuzsensoren
  • Neuer AF-Sensor mit Bereichs- und zentralen AF-Modi
  • Zwei Digic4-Prozessoren für zügige Bildverarbeitung
  • Full-HD-Videoaufzeichnung, 60 Bilder pro Sekunde bei 720p
  • Integrierter Speedlite-Transmitter

    Das sind wohl die größten, tollsten und neusten Features der 7D. Doch nicht nur die Videofunktion erfreut den Hobby-Fotografen auf Abwegen, auch der integrierte Speedlite-Transmitter ist eine tolle Neuerung. Auch wenn das Ganze bei Nikon schon Usus ist, ist die 7D die erste Canon-DSLR, die Blitzsignale via Infrarot an Blitze in der Umgebung schickt. Das stellt die 7D auch für die gelegentliche Arbeit im Studio in einem guten Licht erscheinen.


    Bilderstrecke: Canon EOS 7D - New York City - Teil 2


    Taugt die was?
    Doch all jene Features sind auf dem Papier natürlich nichts wert, wenn das Bildergebnis am Ende nicht stimmt. Und da bot sich mein Städtetrip nach New York City ja gerade dazu an, mal ein paar Fotos zu schießen, auch wenn Architektur und Landschaftsaufnahmen ja eigentlich nicht die Hauptdomäne der EOS 7D sind.

    Mit auf der Reise waren das Canon EF-S 17-55 2.8 IS USM, das Canon EF-S 10-22 3.5-4.5 USM und das Canon 70-200 4L IS USM sowie ein Speedlite 580 EX II, der quasi nicht zum Einsatz kam.


    Bilderstrecke: Canon EOS 7D - New York City - Teil 3


    Insbesondere in Kombination mit dem 17-55 leistete mir die Canon EOS 7D beeindruckende Dienste. Nicht nur, dass die Linse einfach bei jeder Blende knackscharf ist, auch die 18 Megapixel Auflösung lassen sich mit diesem Objektiv voll ausreizen. So kann man hier ohne Probleme croppen, also Bilder aus bestimmten Bildbereichen erstellen. Dem Laien wird diese Beschneidung des eigentlichen Bildes mit Sicherheit nicht auffallen, weil bei 5.184 x 3.456 Pixel immer noch genügend Spielraum für große Ausdrucke ist, auch wenn nur ein Teil des Bildes tatsächlich gedruckt wird. Das Rauschverhalten ist dabei überraschend gut, so dass man sich im Prinzip bis 800 ISO überhaupt keine Gedanken über Bildrauschen machen muss.

    Gerade für die vielen Hochhäuser war das Ultraweitwinkel 10-22 mm eine echte Bereicherung in meinem Fotorucksack. So habe ich gerade vom Empire State Building aus sehr viele Fotos von der Skyline gemacht und war – abgesehen von kleineren Verzerrungen in den Randbereichen – auch hier sehr angetan von den Leistungen der Kamera. Dank der hohen Auflösung kann man auch im Ultra-Weitwinkel-Bereich noch ins Bild hinein zoomen und Details freilegen.

    In Sachen Autofokus hat mich die 7 schnell überzeugt. Selbst im Amateur-Modus, das heißt ohne das Messfeld jedes Mal auszuwählen, saß der Autofokus der Knipse jedes Mal auf Anhieb.


    Bilderstrecke: Canon EOS 7D - New York City - Teil 4


    Und Filmen?
    Auch ein Full-HD-Film ist – mehr oder minder zu Testzwecken – entstanden. Dieser ist auch mit dem Ultraweit-Winkel-Objektiv angefertigt worden, so dass auch hier beim Schwenk der Kamera an den Rändern Verzerrungen auftreten. Abgesehen davon kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen. Vergesst nicht, YouTube auf FullHD umzustellen. Viel Spaß auf dem Times Square:



    Fazit
    Natürlich ist ein Städtetrip nicht die optimale Möglichkeit, eine Kamera auf Herz und Nieren zu testen. Prinzipiell sind die meisten der Motive für die Kamera sicherlich „zu einfach“ und das Licht zu gut. Trotzdem: Auf der New-York-Reise hat mich die EOS 7D vollends überzeugt und ich freue mich schon darauf, sie in vielen weiteren Situationen testen zu können. Falls Interesse an weiteren Erfahrungsberichten zu anderen Erlebnissen mit der 7D besteht, lasst es mich einfach wissen.


    Bilderstrecke: Canon EOS 7D - New York City - Teil 5



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  • 4 Kommentare


    ephraim am 19.03.2010 um 18:06 Uhr:

    mann, für einen studenten haste aber ganz schön kohle, alter!
    respekt!


    espon am 21.03.2010 um 19:31 Uhr:

    aber eine teure kamera macht nicht den fotografen. siehe oben.


    Ansgar Babucke (Redaktion) am 23.03.2010 um 04:33 Uhr:

    @ephraim: Dafür gibts bei mir jeden zweiten Tag Aldi-Spaghetti ;-). Ernsthaft: Ich gebe mein Geld gerne für materielle Dinge aus, von denen ich lange was habe. Dafür geh ich seltener raus, wohne in einer recht günstigen Gegend und fahre jede Strecke, die ich kann mit der Bahn. Ich spare eben an vielen Ecken und Enden und an den Dingen, die mir wirklich richtig Spaß machen, eben nicht. Dazu muss ich sagen, dass alle meine Objektive gebraucht gekauft wurden und ich die Kamera als 14-Täge-Rückläufer bei einem großen Online-Händler gekauft habe! Für den aktuellen Neupreis hätte ich sie wohl nicht gekauft. Da kamen halt viele Dinge zusammen ;-).

    @espon Das mag schon sein, den Anspruch habe ich ja auch nie erhoben und ich sehe mich in einem ewigen Lernprozess. Trotzdem macht das Fotografieren mehr Spaß, wenn die Technik schonmal stimmt und auch die nicht so schönen Motive eine Klasse-Qualität haben!


    Flüge am 23.03.2010 um 12:34 Uhr:

    Super die Kamera. Ich habe momentan die 1000d und hätte auch gerne eine Bessere. Meine ist ja eher ein Einsteigermodell. Naja das liebe Geld...Aber was ich noch loswerden muss: die Videoqualität ist echt super!



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