Bildquelle: „Röntgen“ Wikipedia bzw. Deutsche Fotothek; Urheber Renate Rössing, veröffentlicht unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland.
Gestern Abend hatte ich einen kleinen „Augenöffner“, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Es trug sich zu, in einer dieser billigen „Real-Life-Shows“ in irgendeinem dieser billigen Privatsender. Es ging wohl darum, dass sich drei junge Damen um einen Posten als Kellnerin in der Schweiz bewerben sollten; die Beste sollte am Ende „gewinnen“ und den „Saisonjob“ bekommen. Abgesehen davon, dass das für mich eher nach einer Strafe als nach einer sinnvollen Arbeitsstelle aussieht, passierte dann beim Verfassen einer Bewerbung auf dem von dem dortigen Chef zur Verfügung gestellten Apple-Rechner das eigentlich Lustige.
Nachdem eine der Bewerberinnen ihren Bewerbungstext in dem dementsprechenden Schreibprogramm/Editor verfasst hatte, ist ihr wohl die Formatierung verloren gegangen und alle Inhalte standen in einem langen Satz am Anfang der Seite. Gut, ein Anfängerfehler, wie er tagtäglich irgendwo irgendwem auf der Welt passiert, doch die Ausrede der Probandin lautete dann: „Ich kann halt nicht so gut mit dem Mac umgehen…".
Und da hat`s dann bei mir geklingelt! Denn egal wer mich jemals mit einem seiner PC-Probleme belästigt hat, die Schuld lag immer beim PC selbst, nicht am Anwender. „Das blöde Word macht einfach nicht, was ich will…so ein Sch…programm…“ sind ganz normale Aussagen. Ist es tatsächlich so, dass sich die ganzen Newbies da draußen besser fühlen, wenn sie die Schuld letztendlich nun bei sich selbst suchen können? Und warum bloß brauchen die einen Apple dafür?
Ob die beschriebene Kandidatin aus dem kurzen Ausschnitt, den ich gesehen habe, tatsächlich besser mit dem Windows bzw. Word-PC umgehen kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Implikation aber, dass Winword-Rechner doofer als man selbst seien, wohingegen Apple-PCs eher schlauer als man selbst wären, kann ja wohl kaum durch die Erfahrung mit dem Schreibprogramm entstanden sein.
Ich weiß zwar nicht,
wie die in Cupertino es geschafft haben, sich sogar in den Köpfen solcher Leute so festzubeißen, aber zum Ergebnis kann man nur gratulieren. Dieser unterbewusste positive Bias ist ein unbestreitbarer und riesengroßer Vorteil in der Außenwirkung und somit beim Marketing und Vertrieb. Glückwunsch Apple, Gehirnwäsche geglückt!