In
Teil eins dieses kleinen Berichtes habe ich meine ersten Eindrücke zum
Canon EOS 50D Kit geschildert, nun gibt’s weitere Infos zu den Möglichkeiten, die die Kamera bietet und zur mitgelieferten Software. Denn auch wenn das Foto beim Abdrücken im Kasten ist, bietet insbesondere Canons „Digital Photo Professional“ viel Spielraum, um einiges mehr aus den Fotos der Digitalen Spiegelreflex rauszuholen.
Die Programme der Kamera: Als Vollblut-Fotograf wird man vermutlich alles per Hand machen, und das Wahlrad auf M wie manuell einstellen und dann nie wieder berühren. Für Semi-Professionelle-Nutzer sind natürlich die Halb-Automatiken, wie die Blenden- und Zeitautomatik die wichtigsten Programme. All jene, die einfach nur knipsen möchten, gibt Canon weitere Automatiken an die Hand. Mit von der Partie sind hier zum Beispiel Sport-, Makro- oder Porträt-Programme. Hier eine Liste der verfügbaren Programme…
Vollautomatik
Kreativ-Automatik
Porträt-Modus
Landschafts-Modus
Makro-Modus
Sport-Modus
Nacht-Porträt-Modus
„Blitz-Aus“
Programm-Automatik
Zeit-Automatik
Blendenautomatik
Schärfentiefe-Automatik
Manueller Modus
Außerdem bietet die Kamera noch zwei Wahlrad-Stellungen für frei belegbare Programme, in denen man bestimmte Einstellungen speichern kann, um später schneller darauf zugreifen zu können. Meine persönlichen Favoriten sind die Blendenautomatik und der manuelle Modus, da man insbesondere mit der Blendeneinstellung sehr einfach festlegen kann, wie man sein Bild gestalten möchte. Außerdem regelt man über die Blendenzahl natürlich indirekt die Tiefenschärfe.
Bilderstrecke: Canon EOS 50D Beispielbilder
Wer sich da nicht heran traut, kann sich entweder in den Motiv-Modi austoben, oder den Kreativ-Modus festlegen. Hier findet man die gewünschten Einstellungen in hochdeutsch vor. So kann man zum Beispiel einen Regler zwischen „Hintergrund scharf“ und „Hintergrund unscharf“ hin und her schieben. Im Prinzip machen alle Modi der 50D verdammt gute Bilder. Wenn man aber einen künstlerischen Anspruch hat, oder bestimmte Details bis auf den letzten Bildwinkel festlegen möchte, wird man um die klassischen Programme wie den manuellen Modus und die Blenden- oder Zeitautomatik natürlich nicht herumkommen.
Die Software
Im Lieferumfang der Kamera befindet sich auch ein umfangreiches Software-Paket. Die Installation auf dem Mac verläuft problemlos von der mitgelieferten CD. Treiber benötigt man nicht, im Prinzip muss man nur die Kamera oder den Kartenleser anschließen und schon kann man seine Bilder per „Digital Photo Professional“ bearbeiten, seine Sammlung per Image Browser durchwühlen oder mit dem „Canon EOS Utility“ die Kamera über den PC beziehungsweise Mac bedienen.
Insbesondere „Digital Photo Professional“ ist ein echte Erleichterung in Sachen RAW-Verarbeitung. Es arbeitet relativ zügig und ist sehr übersichtlich. Natürlich ist es nicht so umfangreich wie die „Großen“ der Branche, das kann aber insbesondere für Anfänger auch ein Vorteil sein. Öffnet man ein RAW-Bild, kann man über den RAW-Reiter der Werkzeugpalette Helligkeit, Weißabgleich, Kontrast, Farbton, Sättigung und Schärfe noch einiges aus seinen Bildern herauskitzeln. Fotografiert man im JPG-Modus, geht dieses teilweise auch noch über den RGB-Reiter. Natürlich muss man dann Abstriche in der Qualität in Kauf nehmen. Das ist ebenfalls der Fall, wenn man seine Bilder über die entsprechenden Funktionen „entrauschen“ möchte. Das funktioniert zwar gar nicht schlecht, aber will man das größte Problem der 50D eindämmen, muss man einen gewissen Schärfeverlust akzeptieren. In der Praxis erweist sich ein Kompromiss aus Schärfe und Rauschen als bester Weg.
Natürlich muss man wissen, dass die Verarbeitung von rund 20 Megabyte großen RAW-Dateien mit der vollen 15-Megapixel-Auflösung eine ganze Menge Rechenleistung frisst. Mein MacBook mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und einem Core 2 Duo Prozessor mit 2,16 Gigahertz stößt hier jedenfalls relativ rasch an seine Grenzen.
Fazit
Anfänglich wollte ich gar nicht darüber nachdenken, wie viel Geld ich in die 50D investiert habe. Nach den ersten Wochen bereue ich jedenfalls nichts und freue mich darauf, viele schöne Momente mit guten Bildern festhalten zu können. Außerdem macht das Fotografieren mit der 50D einfach Spaß. Insbesondere schätze ich die hohe Auflösung, die zwar eine gute Optik braucht, um zur Geltung zu kommen, dann aber viel Potential bietet, um auch Bildausschnitte zu vollwertigen Bildern zu machen. Große Vorteile sind außerdem das ebenfalls hoch auflösende Display und die hohe Geschwindigkeit der Kamera. Insbesondere bei bewegten Objekten und Sportfotografie sind die rund sechs Bilder pro Sekunde ein großer Vorteil. Schade ist, dass man mit 15 Megapixel doch arg mit dem Bildrauschen zu kämpfen hat. Immerhin reduziert der neue Digic-IV-Prozessor dieses schon drastisch, bei den höheren ISO-Einstellungen ist es aber dennoch ein Problem. Für viele ist auch der fehlende Video-Modus ein Nachteil, für mich hätte dieser ohnehin keine Relevanz. Dafür bieten die Canon-Kameras ab den zweistelligen Varianten eine großartige Bedienung über Daumenrad und Zeigefingerrad. Leider haben die „kleinen“ dreistelligen und vierstelligen Varianten immer noch die viel behäbigere Bedienung über Tasten anstatt des Daumenrades.

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