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Hands-On: Canon EOS 50D

Bin ich jetzt ein Semi-Profi-Fotograf?

 
28.05.2009, 13:25
Ansgar Babucke
Redaktion
 
Themen: Produkttest | 1 Kommentar
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Ein paar Jahre knipste ich mit einer EOS 350D. Diese wurde in einer Zeit erstanden, als die Flash-Speicherkarten noch einen großen Anteil am Kaufpreis ausmachten. Na klar, die 350er EOS war auch nicht unbedingt das Oberklassen-Supergerät am Markt, aber damals schon eine kleine Sensation. Da hatte noch nicht jeder eine „Canikon“ Spiegelreflex, die nicht mehr auf einen Film belichtete, sondern auf einen Sensor. Aber mit der Zeit wuchsen die Ansprüche und so war bei der Idee einer Kamera-Neuanschaffung klar: Dieses Mal geht der Löwenanteil der Kohle für die Kamera drauf…

Das Gehäuse
Behutsam den Karton öffnen, an dem Papierkram vorbeihechten, einen weiteren Deckel abziehen, da ist sie! Ganz schön groß, das gute Stück. Und massiv. Genau der Klotz, den ich haben wollte. Satte 730 Gramm hochmoderne Technik, wunderbar verarbeitet. Nimmt man das Gerät zum ersten mal aus der Verpackung, merkt man sofort, dass man ein qualitativ sehr hochwertiges Produkt in den Händen hält. Andererseits dürfte das bei einem Kaufpreis von momentan rund 1000 Euro – nur für das Gehäuse - auch nicht anders sein.

Das Kit-Objektiv
Lange, lange habe ich mich eingelesen und mit mir selbst diskutiert. Nehme ich das Gerät im Kit? Oder doch nicht? Und welches Objektiv soll ich nehmen, wenn ich nur den Body kaufe? Der Einfachheit halber habe ich mich für die Kit-Variante mit dem 17-85 IS USM Objektiv entschieden. Für rund 300 Euro Aufpreis bekommt man hiermit ein bildstabilisiertes Objektiv mit Ultraschallmotor, das leider relativ lichtschwach ist. Dafür deckt es einen großen Brennweitenbereich ab und eignet sich daher prima als „Immerdrauf“. Doch all das nützt nichts, wenn die Abbildungsleistung nicht die Beste ist. Und genau das ist der Punkt, an dem sich bei dieser Linse die Geister scheiden. Für meine anfänglichen Zwecke reicht das Objektiv zwar völlig aus, auf die Dauer muss es aber mit Sicherheit einem anderen Glas weichen. Erstens hat das Canon-Objektiv im Weitwinkelbereich mit enormer Vignettierung zu kämpfen, zweitens ist das günstige Zoom einfach nicht in der Lage, die hohen Auflösungen aktueller Kameras entsprechend in Szene zu setzen. Insbesondere in Kombination mit der extrem hoch auflösenden 50D gerät das Objektiv schnell an seine Grenzen. Schade, denn Bildstabilisator, der schnelle Autofokus, der durchaus zuverlässig funktioniert und der große Brennweitenbereich sind durchaus verlockend. Trotzdem fährt man mit Sicherheit mit dem sehr guten EF-S 17-55 IS USM 2.8 um Längen besser, zumindest wenn das „längere Ende“ des 17-85 keine große Rolle spielt. Das kostet aber leider noch einmal fast genau so viel, wie das Gehäuse selbst.


Bilderstrecke: Canon EOS 50D


Die Eckdaten
Im Prinzip war mir schon bei der Vorstellung der 50D klar: Das wird deine neue Kamera. Auf dem Papier klingt all das „Technik-Lari-Fari“ extrem verlockend:

  • 15 Megapixel
  • Neuer Digic-IV-Prozessor, der Bildrauschen minimiert
  • 6,3 Bilder/Sekunde
  • High-ISO bis 12800
  • ein höher auflösendes Display als in den Vorgängerkameras

    Leider entpuppen sich einige der Fakten aber als PR-Gerede: Natürlich kann auch der neue Canon-Prozessor nicht zaubern: Bildrauschen ist nach wie vor das größte Problem bei digitalen, hochauflösenden Kameras, der Digic-IV hilft aber dabei, dieses zu reduzieren. Trotzdem sind die HIGH-ISO Einstellungen 6400 und 12800 in der Praxis nicht zu gebrauchen, was sich auch schon daran zeigt, dass man diese Möglichkeiten erst über das Menü aktivieren muss. Dafür kann man es durchaus wagen, ein paar Bilder in ISO-3200-Lichtempfindlichkeit zu schießen. Natürlich darf man hier keine Wunder erwarten, für kleine Ausdrucke oder Bildschirmanzeige reichen die Fotos aber allemal.

    Die Bedienung
    Genug der Theorie. Nun geht’s an die Praxis. Da sich am Layout der Kamera zur Vorgängerin, der 40D, nur wenig getan hat, geht die Bedienung vielen Fotografen mit Sicherheit problemlos von der Hand. Man wählt das Programm über das Programm-Wählrad und legt die grundlegenden Einstellungen über die wichtigsten Bedienelemente der Kamera fest: Daumen- und Zeigefingerrädchen. Je nach Programm verstellt man damit meistens Blende und oder Belichtungszeit. Möchte man weitere Settings festlegen, kann man das zum ersten über die Kombination von Knöpfen und Wahlrädern, zum zweiten bietet die Kamera eine Funktion, sich alle Einstellungen gleichzeitig auf dem großen drei Zoll Display anzeigen zu lassen und diese von dort aus zu variieren. Mit diesen beiden Möglichkeiten findet man immer zügig die richtigen Einstellungen für sein Motiv – vorausgesetzt, man weiß, was man will. Ansonsten kann man auch einfach alles den hervorragenden Automatiken überlassen, die auch Anfängern die Möglichkeiten bieten, beeindruckende Fotos zu schießen.

    Informationen zu den einzelnen Programmen der Kamera, der Software und ein paar Beispielfotos gibt es in Teil zwei dieses kleinen Berichtes, der in den nächsten Tagen folgen wird.



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  • 1 Kommentar


    pixeluser am 29.05.2009 um 09:00 Uhr:

    Klasse Bericht, danke. Du hast nie analog fotografiert oder ?

    “ Trotzdem sind die HIGH-ISO Einstellungen 6400 und 12800 in der Praxis nicht zu gebrauchen, was sich auch schon daran zeigt, dass man diese Möglichkeiten erst über das Menü aktivieren muss. “ Wenn ich das hier lese dann kann ich nur Schmunzeln. Bei analog Film gab es damals oin Farbe gerade mal ISO 800 bzw 1600. Nur in Schwarz-Weiß war ISO 3200 möglich und da war das Korn (vergleichbar mit dem Rauschen) sehr deutlich sichtbar. Wer mehr wollte mußte pushen und den Film gezielt fehlbelichten, was man anschließend in der Dunkelkammer bereücksichtigen mußte und es hat sich kaum einer drüber beschwert. Ich möchte der alten Zeit nicht hinterher trauern, aber man sollte sich mal vor Augen führen was technisch heute möglich ist. Und ob man ISO 6400 oder gar 12800 wirklich braucht, außer man spart an der Optik aber damit tut man sich sicher keinen Gefallen.

    Gruß pixeluser



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