Es schien doch von Anfang an ein wenig unwahrscheinlich, dass die Firma NVIDIA ausgerechnet für die doch langsam auslaufenden
Netbooks mit Windows XP eine eigene ION-Plattform entwickelt. Die
ION-Plattform besteht im Prinzip aus einem Intel Prozessor und einer Geforce-9400M-Grafikkarte sowie dem MCP79-Chipsatz. Laut NVIDIA gibt es davon allerdings zwei Versionen; nämlich einmal die „vollwertige“, DirectX10 unterstützende ION und einmal die „abgespeckte“, nur DirectX 9 beherrschende ION-LE, was so viel wie Light Edition oder Enty Level heißt. Letztere ist eben für den Einsatz in schwächeren XP-Rechnern gedacht, hätte aber eigentlich einen zusätzlichen, kostenintensiven Produktionsschritt erfordert.
Dass dem dann am Ende doch nicht so ist und NVIDIA sich diese Kosten spart, indem sie in Wahrheit nur eine Plattform bauen, beweisen aktuell einige User aus dem Forum von
MyHPMini.com. Diese haben sich einfach den entsprechenden Treiber für die vollwertige Plattform installiert beziehungsweise die vorhandene INF-Datei so modifiziert, dass auch die LE-Version unterstützt wird. Im Endeffekt muss dort wohl nur die Device-ID eingetragen werden, um die DirectX 10 Unterstützung frei zu schalten.
Hierbei ist natürlich zu bedenken, dass man unter Windows XP sowieso keine DX10-Features nutzen kann, so dass man sein System für diesen Hack mindestens auf Windows Vista upgraden muss. Die Erfahrungen der Community sind aber ziemlich gut: so steigerte sich bei einem Nutzer das Ergebnis der Windows Leistungs-Überprüfung von 3,9 auf 5,4. Ein anderer Nutzer meinte sogar, seine Werte im Benchmarkprogramm 3DMark06 seien um etwa 300 Punkte gestiegen.
Auf jeden Fall ist diese ganze Sache mit der „abgespeckten“ Version eine reine Marketinggeschichte, denn technisch sind die beiden Plattformen offensichtlich identisch. Ob es eventuell an dem für die Vollversion erwarteten Mehraufwand an (Treiber-)Support liegt oder doch eher die Lücke zu den „aktuellen“ Windows 7-Netbooks damit erhalten bleiben sollte, bleibt vorerst NVIDIAs Geheimnis. Man könnte auch vermuten, dass Microsoft die Performance der XP-Netbooks nicht „zu gut“ werden lassen wollte und – um innerhalb der MS-Lizenzbestimmungen zu bleiben – hat sich NVidia eben die LE-Version ausgedacht. Hier könnte man jetzt diverse Verschwörungstheorien weiterspinnen, aber wahrscheinlich stecken doch wieder nur die
Cyberheads dahinter ;-)
via
netbookitalia.it von
myhpmini.com
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