Zum iPhone selber gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen, es entspricht einer Tatsache, dass selten ein Mobiltelefon soviel Publicity in den letzten zwei Jahren erhalten hat. Diejenigen die es bereits haben, möchten es nicht mehr missen und lieben es, auf der anderen Seite stehen die leidenschaftlichen iPhone-Hasser und dazwischen rangieren potentielle Kunden, die das iPhone gerne hätten, allerdings nicht mit einem T-Mobile-Vertrag. Für letztere Personengruppe blieb bisher nur der Weg des Direktimportes
aus Belgien, Tschechien oder Italien, da das iPhone in diesen Ländern ohne Netlock frei erhältlich ist. Wer dagegen auf ein subventioniertes Angebot seines bisherigen Providers hoffte, sah sich mit dem Umstand konfrontiert, dass Apple nach wie vor an seiner Exklusivbindung an T-Mobile festhielt und ging faktisch leer aus. Beim rosa Riesen nennt man dies dann Neukundengewinnung, doch wie es ausschaut, bemüht sich neuerdings Vodafone aktiv um diese potentiellen Wechsler. Folgend hierzu ein Erfahrungsbericht eines, an dieser Stelle, ungenannten Kollegen…
Besagter Kollege hatte durchaus Interesse an einem iPhone, jedoch mochte er ungern auf seinen bisherigen Provider Vodafone verzichten. Trotz dieses Umstandes wollte er ebenfalls nicht den Weg des Direktimportes gehen und sah sich letztendlich gezwungen, seinen Vodafone-Vertrag kurz vor Vertragsende zu kündigen und zukünftig auf Prepaid-Systeme zurückzugreifen. Jeder der dies schon einmal gemacht hat, kann bestätigen, dass nach diesem Schritt das Kundencenter aktiv wird und gerne noch mal nachfragt, warum denn gekündigt wurde.
So auch beim Kollegen, seine Begründung neben Preisgefüge etc. enthielt dann ebenso den dezenten Hinweis, dass das gewünschte Mobiltelefon bei Vodafone nicht erhältlich sei. Für ihn unerwartet konfrontierte man ihn jedoch mit der Zusage, diesen Missstand regeln zu können. Er würde einen Rückruf von der Vodafone-Partnerfirma Telcoland in Hamburg erhalten, diese würde ihm dann das gewünschte iPhone zusenden können. Dem war dann auch so, Telcoland rief meinen Kollegen zurück, nahm seine Daten entgegen und bat darum nochmals Rücksprache mit Vodafone zu halten. Nach einer weiteren Woche, erhielt er wiederum einen Rückruf aus Hamburg und es wurde ihm bestätigt, das iPhone erhalten zu können. Erneut nach einer Woche, hielt mein Kollege sein neues Mobiltelefon in den Händen.
Noch einige Informationen zu den Konditionen, mein Kollege hatte bisher einen Vertrag mit Grundkosten von ca. 40 Euro monatlich, im neuen Vertrag zum iPhone erhielt er nun noch eine Internetflat (spezielles iPhone-Angebot von Vodafone) für 9,95 Euro dazu. Das iPhone (8 GB-Version) selbst kostete ihn um die 50 Euro mit der Vertragsverlängerung. Zunächst stellt sich natürlich die Frage, was für ein iPhone er bekam. Die beiliegende Bedienungsanleitung in tschechischer Sprache mag dies hineichend beantworten. Übrigens, den Support (Garantie, Gewährleistung für die nächsten zwei Jahre) übernimmt dabei ausdrücklich die besagte Partnerfirma, also nicht Vodafone selbst.
Wie es ausschaut, ist mein Kollege nicht der einzige Vodafone-Kunde der diese Erfahrung gemacht hat,
zahlreiche Einträge im Internet bestätigen dies. Derweil bleibt die offizielle Verlautbarung seitens Vodafone bestehen, dass man das iPhone in Deutschland nicht anbieten würde (siehe vorangegangener Link). Nun ja, wahrscheinlich gibt es bei Vodafone eine öffentlichkeitswirksame und zusätzlich noch eine betriebswirtschaftliche Wahrheit ;-). Wie dem auch sei, es zeigt sich, dass der Versuch seitens Apple und T-Mobile, die Exklusivität zu erhalten immer mehr in Abrede gestellt wird. Konsequent währe es, diese Wahrheit alsbald auch im offiziellen Vertriebskonzept abzubilden und das iPhone für alle Provider freizugeben. Auf der anderen Seite, kennen wir leider nicht die Vertragsmodalitäten zwischen den Jungs aus Cupertino und dem rosa Riesen – doch wie es sich zeigt, das iPhone findet seinen Weg zum Kunden, unabhängig davon was die Hersteller bzw. Exklusiv-Provider davon halten mögen.