Nachdem wir von
Monde Production bereits die
Canon HV20 testen konnten, verfügen wir jetzt mit der
Canon HV30, über den Nachfolger der überaus gut bewerteten HDV-Kamera. Zwischenzeitlich sattelten wir auf eine
JVC HD6 um, mit der wir, was vorerst sehr viel vorteilhafter erscheinen mag, direkt auf Festplatte aufnahmen. Jetzt sind wir aber wieder zu miniDV und der guten Canon-Qualität zurückgekehrt. Vor etwa 3 Wochen konnten wir uns das Baby bei
Sven Kaulfuß abholen, seitdem macht es für uns die Aufnahmen am Set.
Knallhart ging es schon los: Zwei Nachtdrehs. Bekannterweise war es in den Nächten der letzten Woche nicht gerade warm. Den ersten Dreh meisterte die Kamera bei etwa 6 °C wunderbar, lieferte ein gestochen scharfes, vor allem aber trotz bewusst schlechter Lichtverhältnisse deutliches Bild. Die Farben verloren sich nicht etwa wie bei der JVC HD6 in einem Gemisch aus Grautönen und ein paar undeutlich erkennbaren bunten Flecken. Erstmals setzten wir auch ein ringförmiges Cam-Light ein (statt unserer sonst sehr großen und sperrigen Lichtwannen für Tageslichtsimulation), um kleine Bildausschnitte zu beleuchten. Die Kamera reagierte souverän, der Weißabgleich funktionierte trotz dieser Verhältnisse einwandfrei und das Ergebnis konnte sich wirklich blicken lassen.
Härter ging es dann aber wenige Tage später beim Dreh in Dresden Possendorf/Börnchen zu. Es regnete, dann fielen die Temperaturen unter die Nullgrenze und die ersten weißen Flocken fielen (besser gesagt: preschten aufgrund der Windverhältnisse) vom Himmel. Dazu kam ein übler Nebel. Kurz: Der Inbegriff von schlechtem Wetter und Monde hatte Außendreh. Die Besitzer des kleinen Restaurants, wo wir ein Unterschlupf für Maske und Technik fanden, schüttelten nur den Kopf, als wir trotzdem drehten. Und da man nun nicht immer mit dem Schirm bei der Kamera steht, wurde diese auch tüchtig nass. Aber trotzdem – beim Überspielen des Materials an unserem gemütlichen Schnittplatz wurden wir dann überrascht: Trotz Nebel, Frost und Schnee kamen Ergebnisse raus, die wir genau so geplant hatten.
Wenige Tage später dann musste die kleine Kamera einen ganzen Tag bei einem Partydreh mitmachen. Ständig wechselndes Licht und wechselnde Farben, permanent dichter Nebel der Nebelmaschinen und ein Haufen bewegender Menschen – schlichtweg kein Problem. Als wäre die Kamera ein menschliches Auge mit Aufnahmefunktion speicherte sie Top-Bilder auf dem Magnetband. Auch auf einem großen Jib-Arm (Kamerakran) machte sich die Kamera dann super – auch wenn sie mit ihrer Größe auf so einem Teil etwas deplatziert wirkte. Aber wer solche Aufnahmen macht, darf auch mal dorthin, wo sonst nur die großen Kameras hinkommen.
Wir werden die HV30 nun noch weiter testen – bei Schuldrehs, mehreren Drehs im Industriegelände und bei BlueScreen-Aufnahmen. Dann wird sie erst einmal ihren Dienst getan haben. Aber wir sind hochzufrieden, freuen uns auf den nächsten Drehtag und berichten wieder.
